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| Farbe/Abzeichen | Braun, ohne Abzeichen |
| geboren | 28.04.1996 |
| Maße in Zentimeter | |||
| Stockmaß | Brustumfang | Röhrbein | |
| 2½-jährig | 165 | 195 | 21.0 |
| volljährig | 169 | 21.0 | |
| Züchter | Dr. Hans H. Becker, Capelle |
| Aufzüchter | ders. |
| gekört | 24.10.1998 in Neumünster |
| EH Herzruf F M-Dr. |
Königspark xx F |
Prince Ippi xx B |
Imperial xx |
v. Imi xx |
| Princess Addi xx | v. Agamemnon xx | |||
| Kleine Ballerina xx F |
Ballymoss xx | v. Mossborough xx | ||
| Königin Olga xx | v. Orator xx | |||
| PS, SPS & E.St. Herzchen F |
Ginster Sch |
Pregel | v. Tropenwald | |
| Guda | v. Hansakapitän | |||
| E.St. Herbstblüte R L-D |
Komet | v. Goldregen | ||
| Herbstzeit | v. Bussard | |||
| PSuSPS Livonne R L-A |
Hyalit Db M-Dr. |
Herzbube Sb |
Gunnar | v. Komet |
| Herbstgold | v. Totilas | |||
| PS Hymnia Db |
Impuls | v. Humboldt | ||
| Hymne | v. Sporn | |||
| Lisken R |
Avignon Sb |
Flaneur | v. Maharadscha | |
| ES Arcticonius xx | v. Apollonius xx | |||
| Lisett F |
Heros | v. Humboldt | ||
| Liebchen | v. Totilas |
| Hengstlinie des | Königspark xx (Bay Ronald) |
| Stutenfamilie der | O235A1 Liebchen (Jaeschke-Fresendorf) |
| anerkannt für | Trakehner, Berlin-Brandenburg, Sachsen-Anhalt |
| Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen) |
31,25 % |
| 1996-1998: | Dr. Hans H. Becker, Westfalen |
| 1999-2000: | Peter Verhorst, Rheinland |
| 2001-2009: | Dr. Hans H. Becker, Westfalen |
| ab 2010: | ZG Holger Hartmann u. Antje Offinger, Berlin-Brandenburg |
| 1999-2000: | Privatbeschäler Kleve, Rheinland |
| 2001-2002: | nicht im Hengstbuch I eingetragen |
| 2003: | Leihhengst Walsrode, Niedersachsen - Söderhof |
| 2004: | Leihhengst Greven, Westfalen - Rüscher-Konermann und Leihhengst Rittergut Hirschfelde, Berlin-Brandenburg - Schultz-Geletzig |
| 2005: | Leihhengst Ganschow, Berlin-Brandenburg |
| 2006: | Leihhengst Holdorf, Niedersachsen |
| 2008-2009: | Leihhengst Ostercappeln, Westfalen - Pferdehof Schön und Leihhengst Visselhövede, Niedersachsen - Seewald |
| seit 2010: | Privatbeschäler Hoppegarten, Berlin-Brandenburg |
| Hengstleistungsprüfung | 100-Tage-Test | Prussendorf | 2000 |
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| Hengstleistungsprüfung | 30-Tage-Test | Schlieckau | 2001 |
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Mit der Qualifikation zum Bundeschampionat des Deutschen Geländepferdes 2002 wurden die Auflagen des Zuchtprogramms des Trakehner Verbandes erfüllt; Linné wurde 2002 wieder ins Hengstbuch I eingetragen. |
| Turniersporterfolge | LGS 186 € (bis 2009) |
platziert in Eignungsprüfungen, Springpferdeprüfung Kl. A Geländepferdeprüfungen Kl. L (incl. Bundeschampionats-Qualifikation) |
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ZW |
HLP |
ZSP |
ABP |
TSP |
SI % | |
| Dressur |
101 |
101 |
98 |
106 |
100 |
83 |
| Springen |
86 |
92 |
92 |
85 |
82 |
73 |
| gekörter Sohn | Mayong | ||||||
| Töchter (5) |
Dakorina, Linnea, Thronerbin, Tzarina, u.a. | ||||||
| Nachkommen im Sport |
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| N-JGS 2008 | 248 € | ||||||
| N-LGS 2008 | 1.203 € |
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Am 28. April 1996 fohlte die bildschöne Rappstute Livonne im Stall ihres Besitzers Dr. Hans H. Becker im westfälischen Nordkirchen ein braunes, abzeichenloses Hengstfohlen vom aufstrebenden Vererber Herzruf, dem einzigen in der Trakehner Zucht etablierten Sohn des Königspark xx, der auch in der Holsteiner Zucht hoch eingeschätzt wurde. Der Junghengst wurde zweijährig zur Körung in Neumünster zugelassen und erhielt dort die Zuchtzulassung: "Ganz reeller Herzruf-Sohn aus begehrenswerter Abstammungskombination. Sehr kompakt in den Partien des wohlproportionierten Körpers, der durch eine harmonische Oberlinie auffällt. Die Bewegungen sind gekennzeichnet durch Antrittsstärke und Fleiß, wobei die bergauf getragene Galoppade besonders positiv herauszustellen ist", urteilte Zuchtleiter Lars Gehrmann anläßlich des Trakehner Hengstmarktes 1998. Über die anschließende Auktion wechselte Linné für 40.000 DM in den Besitz von Peter Verhorst im rheinischen Kleve, wo er während seiner beiden ersten Saisons deckte und anschließend auf die Hengstleistungsprüfung vorbereitet wurde.
Im Jahr 2000 nahm der damals vierjährige Linné am 100-Tage-Test in Prussendorf teil. Unter 39 Teilnehmern kam Linné auf Platz 29 mit einem Gesamtindex von 87,79 - zu wenig für die Fortschreibung seines Hengstbuch I-Eintrags, denn auch die Teilindices Dressur bzw. Springen waren weit unter den 110 Punkten, die eine Fortschreibung auch bei einem Gesamtindex von weniger als 90 Punkten möglich gemacht hätten - dies gelang nämlich dem Topki-Sohn Schenkendorf, der im selben Prüfungslot war und in der Gesamtwertung sogar noch einen Rang hinter Linné lag, jedoch einen Springindex von mehr als 110 Punkten erreichte. Schenkendorf bewies seine Sportlerqualitäten übrigens später in Großbritannien mit Erfolgen in mittelschweren Springprüfungen. Linné schlug einen anderen Weg ein, um seinen Hengstbuch I-Eintrag zurückzuerlangen: 2001 war er - inzwischen wieder im Besitz seines Züchters - beim 30-Tage-Test in Schlieckau am Start und beendete den Veranlagungstest mit guten Ergebnissen. Für Charakter und Temperament erhielt er jeweils die Höchstnote 10,0, für Leistungsbereitschaft und Konstitution erhielt er jeweils eine 9,0, die Rittigkeit wurde durch die Fremdreiter mit 8,5 honoriert. Auch in den übrigen Kriterien erhielt Linné gleichmäßig gute Wertnoten, die sich zu einer dressurbetonten Note von 7,71 und einer springbetonten Note von 7,69 summierten. Statt eines 70-Tage-Test ging Linné den Weg über die Bundeschampionatsqualifikation, um die Auflagen des Trakehner Zuchtprogramms zu erfüllen. 2001 machte Linné mit einem siebten Platz in der Geländepferdeprüfung Kl. A beim "Tag des Jungen Pferdes" auf dem Söderhof unter Peer Ahnert auf sich aufmerksam, wobei er mit 8,0 die dritthöchste Springnote des Starterfeldes erhielt. Auch im folgenden Jahr ging das Paar auf dem Söderhof an den Start; mit der Wertnote 8,36 kamen die beiden diesmal auf den zweiten Platz unter 24 Startern in der Geländepferdeprüfung. Unter dem Sattel von Peer Ahnert und Michael Meier qualifizierte sich Linné 2002 auch für das Bundeschampionat des Deutschen Geländepferdes, wo er verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Linné wurde wieder ins Hengstbuch I des Trakehner Verbandes eingetragen. Seine Turnierkarriere endete 2002. In den dann folgenden Jahren deckte Linné auf wechselnden Stationen - der Söderhof in Walsrode, die Hengststation Rüscher-Konermann in Greven, das Gestüt Rittergut Hirschfelde in Brandenburg, das Gestüt Ganschow, das Gestüt Forsthof Antaris in Holdorf sowie der Pferdehof Schön in Ostercappeln waren Linnés Stationen in den folgenden sieben Jahren - der ständige Stationswechsel ließ es nicht zu, dass Linné konstant züchterischen Einfluß nehmen konnte. Über den Stall Dirk Seewald in Visselhövede gelang es schließlich, einen neuen Besitzer für Linné zu finden: Zum Start der Decksaison 2010 hat Linné sein neues Domizil in Hoppegarten-Münchehof bei Familie Offinger bezogen. Dort steht er auch wieder, wie bereits in seiner Hirschfelder und Ganschower Zeit, der Landeszucht in Berlin-Brandenburg zur Verfügung. Es bleibt zu hoffen, dass nun etwas Ruhe in das Leben des Braunen eintritt und er die Chance erhält, sich in der Zucht zu bewähren. In den ersten fünf Generationen findet man in Linné`s Pedigree je einmal auf der Vater- und Mutterseite den Hauptvererber Komet väterlicherseits über eine seiner besten Töchter, die Elitestute Herbstblüte, mütterlicherseits über seinen für die Trakehner Zucht wohl bedeutendsten Sohn, Gunnar. Auf der Mutterseite stehen die Gründerhengste Totilas und Humboldt je zweimal in fünfter Ahnenreihe. Mit Pregel, Hansakapitän, Bussard, Sporn und Maharadscha stehen weitere Spitzenvererber der Nachkriegszucht in vierter und fünfter Generation. Linné führt in den ersten fünf Generationen 31,25 % Vollblut, zum einen über den Großvater Königspark xx, zum anderen über die Elitestute Arcticonius xx in vierter Ahnenreihe.
Der Vater Linnés Vater, der elitäre Fuchs Herzruf, stammt aus der qualitätvollen und sowohl züchterisch als auch sportlich nach wie vor hochaktuellen Zucht Veronika von Schönings. Selbst bis zur Klasse M in der Dressur platziert, ist in dieser Sparte auch sein Vererbungsschwerpunkt zu sehen, wobei er jedoch auch Nachkommen mit Springerfolgen bis zur schweren Klasse brachte. So zählt der überragende Sieger der Hengstleistungsprüfung in Warendorf 1990 zu den ganz wenigen Trakehnerhengsten, die einen klar überdurchschnittlichen Zuchtwert - also über 100 - sowohl für die Sparte Dressur als auch für die Sparte Springen vorweisen können. Für die Trakehnerzucht stellte Herzruf auch den Vererber Payano, der über seine Eigenleistung in der Dressur bis zur Klasse S gekört wurde. Auch seine Abstammung macht Herzruf züchterisch hochinteressant: Er ist der einzige für die Trakeher Zucht gekörte Sohn des Holsteiner Verbandshengstes Königspark xx, seine Mutter Herzchen wurde zwar als Zwillingsstute geboren, offenbarte jedoch züchterisch höchste Qualitäten, durch die sie Trägerin aller für eine Zuchtstute möglichen Titel des Trakehner Verbandes wurde: Sie ist eine der wenigen Stuten, die sich Prämien-, Staatsprämien- und Elitestute nennen dürfen. Karin Schweiger hat Herzruf bereits ein ausführliches Portrait in unserer Hengstdatenbank gewidmet. Die Mutter Linnés Mutter war die doppelt prämiierte Rappstute Livonne, die ebenfalls aus der Zucht Dr. Beckers stammt. Livonne war 1989 Reservesiegerin der Stuteneintragung des Zuchtbezirks Westfalen und hoch platziert auf der Trakehner Bundesschau im selben Jahr in Verden. 1990 wurde Livonne mit der Gesamtnote 7,91 Dritte bei der Stutenleistungsprüfung in Telgte, was ihr nach erbrachter Zuchtleistung den Eintrag in die Abteilung A des FN-Leistungsstutbuchs brachte. Außerdem belegte sie den zweiten Platz in einer Reitpferdeprüfung und gewann damit ihre 31 Euro Lebensgewinnsumme. Zehn Jahre später wurde sie als 1. Reservesiegerstute bei der Landesschau des Zuchtbezirks Westfalen ausgezeichnet. Linnés Vollschwester Libell wurde mit dem Ia-Preis der Zweijährigen 1993 sowie als beste Dreijährige 1994 im Zuchtbezirk Westfalen ausgezeichnet. Die doppelt prämiierte Rappstute war auch auf Schauen erfolgreich und wurde beispielsweise bei der Landesschau in Schleswig-Holstein 2001 prämiiert. Libells Hohenstein-Tochter Liaison wurde nach erfolgreicher Stutenleistungsprüfung mit der Verbandsprämie ausgezeichnet. Vierjährig bereicherte sie, tragend von Cornus, die Kollektion der Eliteauktion anläßlich des Hengstmarktes in Neumünster. Sie wurde an das renommierte britische Trakehner-Gestüt Holme Park zugeschlagen und ist seither eine Säule der dortigen Stutenherde. Ihr erstes in der neuen Heimat gezogenes Fohlen war ein Fuchshengst vom gestütseigenen Vererber Holme Park Krug. Der Junghengst wurde Holme Park Legend II genannt und sollte zunächst zur Körung des britischen Trakehner Tochterverbandes vorgestellt werden; während der Veranstaltung verletzte er sich jedoch und mußte aus dem Wettbewerb genommen werden. Nach der Ausheilung kam Legend zur Ausbildung nach Deutschland; im Frühjahr 2007 sorgte er als Vierjähriger für Aufsehen, als er beim 30-Tage-Test in Schlieckau das beste Trakehner-Ergebnis ablieferte: 8,06 lautete die Endnote, die springbetonte Endnote lag sogar bei 8,57! Wenig später erfolgte seine Körung anläßlich eines Sonderkörtermins in Großburgewedel - damit wurde Legend der erste in Deutschland gekörte Trakehner Hengst aus britischer Zucht. Im Herbst 2007 bestand Legend mit 106,53 Indexpunkten auch den 70-Tage-Test. Inzwischen ist der Hengst in Holme Park-Gestüt zurückgekehrt. Vom Elitehengst Friedensfürst brachte Livonne die hochklassige Rappstute Linn, die ihre Stutenleistungsprüfung mit der Gesamtnote 7,5 ablegte und sich damit die Verbandsprämie sicherte. Ihre Tochter Lis von Herzruf war Reservesiegerin der Eintragung in Westfalen 2007 und sicherte sich mit einer guten Leistungsprüfung den Prämientitel. Linns Sohn von Hibiskus wurde 2007 beim Hengstmarkt in Neumünster als Nicht-Gekörter nach Österreich verkauft; zwei Jahre später wartete Linn an gleicher Stelle mit einem braunen Sohn aus dem ersten Fohlenjahrgang des vielumjubelten Imperio auf: Legretto wurde mit als 2. Reservesieger ausgezeichnet und für 120.000 Euro an das Gestüt Drei Kronen verkauft, von wo aus er im Sommer 2010 erste Erfolge in Reitpferdeprüfungen sammelt. Weitere Nachzucht lieferte Linn von Heldenberg, dem "Hausherrn" ihres Heimatgestüts St. Vitus im bayerischen Günzburg. Aus dieser Anpaarung wurde die Rappstute Luna mit 52 Punkten eingetragen, außerdem fielen 2008 ein Hengstfohlen und 2009 ein Stutfohlen aus dieser Verbindung. Livonnes Vater war Hyalit, der als Sohn des Herzbube und der Hymnia von Impuls sehr eng mit Ellen Bontjes Grand Prix-Star Heuriger (von Hyalit aus der Hymnia-Tochter Heublume II von Kurfürst) verwandt war. Hyalit wurde als "sehr harmonisch und ausdrucksvoll, aber im Rahmen etwas knapp" beschrieben. Unter dem Sattel machte er früh auf sich aufmerksam: dreijährig siegte er mit sehr gleichmäßigen Noten bei seiner Hengstleistungsprüfung in Warendorf, wobei ihm auch bemerkenswerte Springmanier und -veranlagung attestiert wurden. Später wurde der Hengst ausschließlich dressurmäßig vorgestellt, erzielte bei sparsamem Turniereinsatz eine Lebensgewinnsumme von 100 Euro mit je einer Platzierung in einer Reitpferdeprüfung sowie in Dressurprüfungen der Klassen L und M und war bis zur schweren Klasse ausgebildet. In diesen Lektionen brillierte er in verschiedenen Schaubildern; besonders das Schaubild beim Kieler Ostseehallenturnier 1991 blieb in eindrucksvoller Erinnerung, als Hyalit eine Dressurkür inmitten einer Herde von freilaufenden Absetzern präsentierte. Hyalit blieb lebenslang im Besitz seiner Züchterin Barbara Eberstein; neben dem Zuchteinsatz in seiner holsteinischen Heimat deckte er als Leihhengst in Bayern, Dänemark und Baden Württemberg, wobei er einige Jahre als Marbacher Landbeschäler eingesetzt wurde. Dort erfreute er sich einiger Beliebtheit, nachdem seine Nachkommen mit Erfolgen in Dressurprüfungen auf sich aufmerksam gemacht hatten und ihm in der Landeszucht zum Titel eines Elitehengstes verhalfen. In der Anpaarung benötigte er laut Zuchtleiter Lars Gehrmann großrahmige Stuten, die über genügend Adel verfügten, so dass er leichter an Warmblutstuten denn an reine Trakehnerstuten anzupaaren war. 1998 wurde Hyalit nach einer Kolikoperation eingeschläfert. 18 Töchter des Hyalit wurden beim Trakehner Verband, 20 weitere bei deutschen Zuchtverbänden als Zuchtstuten eingetragen, darunter insgesamt drei Staatsprämienstuten. Neben Livonne wurde auch Herbstgold II aus der Herbstlied von Pregel-Komet ins Leistungsstutbuch A und zusätzlich in Abteilung D (Zuchtleistung) eingetragen. Der Trakehner Verband zeichnete Livonne und Windspiel II, bei Franz Hörmiller gezogene Tochter der Wundermädel xx von Madruzzo xx-Celadon xx, mit dem Titel "Elitestute" aus. Windpiel war mit dem Namenszusatz "TSF" unter Martin Drescher im internationalen Vielseitigkeitssport bis hin zu Drei-Sterne-Prüfungen hocherfolgreich und wurde 1997 als "Trakehner des Jahres" ausgezeichnet. Die Stuteneintragung des Zuchtbezirks Baden-Württemberg sah 2010 mit der bereits zwölfjährigen, bis L-Kandare dressurerfolgreichen Honeymoon aus der Hana belle von Borusse-Herbststurm eine Hyalit-Tochter als Beste der Vierjährigen und Älteren. Sportlich erfolgreiche Nachkommen brachten unter anderen Ilexa IV aus der Isetta von Schwalbenflug-Karwendelstein (Idefix v. Kasparow, S-Dressur, und Interconty v. Scharananduc, M-Dressur) und die erwähnte Herbstgold II (Herbstwind v. Tipperary, Dressur bis S) sowie Windspiel II (Wundertüte v. Heraldik xx, CIC*). 76 Hyalit-Nachkommen wurden bei der FN als Turnierpferde registriert; bis einschließlich 2009 verdienten sie 35.330 Euro. In der Vielseitigkeit ragte die erwähnte Windspiel TSF mit Erfolgen in der schweren Klasse heraus, ein Nachkomme erreichte Platzierungen in S-Springen. Gremlin aus der Gazelle XVIII von Patricius xx-Schwalbenflug war im Fahrsport erfolgreich, Noblesse oblique aus der Ninja von Arthus-Baron sowie die Württemberger Hayka (aus einer über Absatz-Abglanz, Prince Condé, Roman und Taifun stark ostpreußisch geprägten Mutter) und Hemmingway vertreten bzw. vertraten den Vater im Dressursport mit Erfolgen in der schweren Klasse. Livonnes Mutter war eine der ganz wenigen Töchter des Avignon, eines Vollbruders zum Hauptvererber Arogno. Lisken erreichte vierjährig einen dritten Platz und einen Sieg in Reitpferdeprüfungen, wobei sie ihre Lebensgewinnsumme von 77 Euro erreichte. Der schwarzbraune Avignon wurde 1977 als Dreijähriger in Neumünster mit den Maßen 162 - 20,0 gekört. Er wurde als rassetypischer, harmonischer und ausdrucksvoller Hengst mittleren Rahmens mit korrektem Fundament beschrieben, dem man mehr Hengstausdruck wünschen möchte. Er legte vierjährig seine Leistungsprüfung in Adelheidsdorf ab. Er startete bis zum Alter von 5 Jahren in Basisprüfungen; er siegte in drei Reitpferdeprüfungen und holte zwei weitere Platzierungen, außerdem platzierte er sich in einer Eignungsprüfung der Klasse L. 169 Euro betrug die Lebensgewinnsumme des Braunen. Nur sieben Nachkommen wurden bei der FN registriert, darunter ein Pferd mit Erfolgen in S-Springen. 1980 wechselte der damals sechsjährige Avignon in die USA, wo er mit Pajou aus der Piazza von Marengo-Koriander seinen einzigen gekörten Sohn stellte. Die Avignon-Tochter Tanzania aus der The Princess Condé von Ricardo-Prince Condé wurde Mutter der ATA-gekörten Vollbrüder Tycoon und Tatendrang von Onassis. In Deutschland wurden sechs Avignon-Töchter beim Trakehner Verband eingetragen, von denen nur Lisken über ihre Tochter Livonne an Einfluß gewann. Lisett, die Mutter der Lisken, wurde im Dezember 1971 als Tochter des Heros geboren. Mit 163 cm Stockmaß und 20 cm Röhrbeinumfang sowie der Bewertung 2, 2, 3 / 2, 2 wurde Lisett ins Hauptstutbuch eingetragen. Die bei Gerhard Jaeschke im ostholsteinischen Fresendorf gezogene Fuchsstute brachte in vier Fohlen in vier Zuchtjahren. Livignon, ein Vollbruder der Lisken, erzielte eine Lebensgewinnsumme von 706 Euro mit Platzierungen in Dressurprüfungen bis Klasse L. Lisken war die einzige Tochter der Lisett. Lisetts Vater, Heros, war ein Vollbruder zum Dillenburger Landbeschäler Thor, auf den im Portrait des Arc de Triomphe eingegangen wurde, und über seinen Vater Humboldt auch Halbbruder des Gründerhengstes Impuls. Berühmt wurde der DLG-Sieger Heros als Vater des Weltklasse-Dressurpferde Ultimo und des ersten Trakehner Bundeschampions, Tümmler, der der Zucht unter anderen die Elitehengste Tenor und Tivano lieferte. Lisett war eine Tochter der Liebchen, die einen eigenen Zweig innerhalb der Familie ihrer Mutter Libelle begründete. Erhard Schulte beschreibt die Fuchsstute im Trakehner Stutbuch als typische Tochter des Gründerhengstes Totilas, die sich mit 18 Fohlen in 20 Zuchtjahren durch höchste Fruchtbarkeit auszeichnete. Die Familienangehörigen charakterisiert er als meist mittelrahmige und mittelgroße, trockene und markante Pferde, die sich durch Leistungsbereitschaft und guten Charakter auszeichnen. Liebchen wurde mit einem Stockmaß von 155 cm und einem Röhrbeinumfang von 19,1 cm eingetragen; Dr. Schilke bewertete sie mit den Noten 3, 2, 3 / 3, 3. Unter ihren sieben Söhnen findet sich der in Dänemark gekörte Gunnar-Sohn Lichtenstein, der in Materialpferdechampionaten erfolgreiche Limes von Maharadscha, der in L-Dressuren erfolgreiche Lasso VII von Traumgeist xx sowie sein Vollbruder Liebestraum, der in Dressurprüfungen der Klasse M Schleifen sammelte. Liebchen gebar elf Stutfohlen, von denen acht als Zuchtstuten eingetragen wurden und sie so zum Ausgangspunkt eines eigenen Familienzweigs machten. Lisett und Litewka entwickelten sich dabei zu den Hauptexponentinnen der Familie in Deutschland, wobei Lisetts Nachkommen heute weiter verbreitet sind. Litewka von Komet war Mutter des M-Dressurpferdes Lucky von Heiltrank; ihre Tochter Libussa IV von Herbstglanz brachte Livland II von Thuswin xx, deren Sohn Lieber Kerl von Ordensglanz erfolgreich M-Springen bestritt. Liebchens Töchter Little Lou von Loretto und Laila von Traumgeist xx brachten Söhne mit Platzierungen in Spring- und Dressur-Prüfungen der Klassen A und L, jedoch keine eingetragenen Töchter. Lyra II von Rosenberg stellte mit Liebelei V von Index eine Zuchtstute, die die Familie jedoch auch nicht fortführte. Zwei Töchter der Liebchen sorgten für die Verbreitung der Familie in Übersee: Liebesglut, die ein Jahr jüngere Vollschwester der Lisett, wurde vierjährig als Zuchtstute in die USA verkauft. Ihre Enkelin Liebesfürstin von Inselfürst-Schönfelder wurde aufgrund ihrer Dressurerfolge bis Intermediaire I mit dem Titel "Performance silver" ausgezeichnet. Nach Neuseeland gelangte Liebchens Familie über Lunaria vom Vollblüter My Lunaria xx durch deren Ith-Tochter Liebchen V; diese wurde nach Neuseeland exportiert und wurde zu einer Gründerstute der dortigen Trakehnerzucht; ihr Sohn Löwenherz von Polarschnee wurde gekört, mit La Croix von Amarduc-Falkensee-Polarschnee wurde ein Urenkel der Liebchen V ebenfalls gekört. Die letztgeborenen Töchter der Liebchen, Liebträumerin von Lockruf II und Liebchen VI von Kreuzritter xx konnten nicht zur Verbreitung der Familie beitragen. Liebchens Mutter Libelle begründete vom Gestüt ihres Züchters und Besitzers, Gerhard Jaeschke, aus eine große Familie; der Elitehengst Leonardo von Virgil, ein ausgewiesener Sportpferdevererber, läßt sich ihrer Familie zurechnen, ebenso wie der langjährige Hörsteiner Vererber Lafayette von Sixtus. Libelles Komet-Tochter Lorelei begründete eine eigene, weit verzweigten Familie, die mit den Vollbrüdern Lockruf I und Lockruf II von Traumgeist xx, Lugani von Guzzi sowie den Vollbrüdern Lessen und Lossow von Suchard eine Reihe von gekörten Hengsten stellte. Auch in den USA ist diese Familie weit verbreitet; der erste in den USA gezogene und in Deutschland gekörte Trakehner Hengst ist Lord Luciano von Enrico Caruso, der mittlerweile im Dressursport bis zur schweren Klasse erfolgreich ist. Lenzsturm von Donauschimmer und Laiken von Schiwago wurden in den USA gekört. Ebenfalls aus der Familie in den USA gekört ist der Schecke Lord Cosmos von Cosmopolit. Ganz frisch ATA-gekört ist auch sein Halbbruder Lord Locksley von Unkenruf-Enrico Caruso, der für seine Erfolge bis St-Georg-Dressur mit dem Prädikat "performance silver" (*Ps*) ausgezeichnet wurde.
Die Nachzucht Linné hat bisher noch keine wirkliche züchterische Chance erhalten; bisher wurden fünf Töchter beim Trakehner Verband eingetragen und ein Sohn gekört: Mayong aus der Maifee II von Antares-Patron erhielt seine Zuchtzulassung anläßlich der Nachkörung in Wickrath im April 2005, nachdem er im Herbst 2004 aufgrund seiner Spätreife vorläufig nicht gekört worden war. Im Herbst 2005 legte Mayong in Schlieckau einen guten 30-Tage-Veranlagungstest ab, der ihm gutes Interieur und gute Veranlagung für Dressur und Springen attestierten. 2005 wurde Mayong als Reservist für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes benannt, nachdem er Dritter im Trakehner Championat der dreijährigen Hengste geworden war. 2006 holte er sich den Titel des Trakehner Vize-Champions und gehörte zum Aufgebot des Trakehner Verbandes für die Bundeschampionate des Deutschen Reitpferdes, 2007 qualifizierte er sich zum Bundeschampionat des Deutschen Dressurpferdes. Beim Bundeschampionat war Mayong jedoch in keinem Jahr am Start. Er erreichte in den folgenden Jahren hohe Platzierungen in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A, L und M und konnte sich auch in M*-Dressuprüfungen platzieren. Züchterisch kam Mayong bisher nicht zum Zuge und wurde 2010 auch nicht mehr für den Hengstverteilungsplan gemeldet; er wird im Rheinland als Dressurpferd eingesetzt. In Linnés erster züchterischer Wirkungsstelle, dem Gestüt Haus Kellen, wird der Linné-Sohn Samarkand aus der Sonnenfunke von Argonaut-Schwalbenflug züchterisch eingesetzt, der im Hengstbuch II des Trakehner Verbandes registriert ist. (Dort können beim Verband registrierte Hengste unabhängig von der Ablegung einer Körung oder Leistungsprüfung eingetragen werden; deren Söhne können nicht gekört und deren Töchter nur ins Stutbuch II eingetragen werden.) Samarkand legte 2005 eine Veranlagungsprüfung in Schlieckau und 2007 seinen 70-Tage-Test an derselben Stelle mit einem Gesamtindex von 68.15 ab. Bisher wurde eine Samarkand-Tochter bei der FN registriert, die sechsjährig erste Platzierungen in Dressurpferdeprüfungen der Klasse A hatte. Zehn bei der FN registrierte Linné-Nachkommen wurden bis 2009 verzeichnet. Zwei davon konnten sich auf Turnieren platzieren und Linnés Nachkommen-Lebensgewinnsumme von bisher 1.203 Euro erzielen. 761 Euro davon gehen auf das Konto des gekörten Mayong, 442 Euro verdiente Memelruf aus der Miraganda von Inster Graditz-Vers II. Memelruf siegte in einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A und war mehrfach in Dressurprüfungen der Klasse E bis L im Geld. Im Sommer 2010 siegte Memelruf erstmals in einer L-Dressur auf Kandare. Drei Linné-Nachkommen legten Stutenleistungs- bzw. Remonteprüfungen ab, die beiden erwähnten Söhne legten ebenfalls Veranlagungsprüfungen ab und Samarkand auch den 70-Tage-Test; gemeinsam mit den im Turniersport gestarteten Nachkommen (drei in der Dressur, davon zwei mit Platzierungen, sowie einer unplatziert im Springen) ergibt sich damit eine für die FN-Zuchtwertschätzung Sport ausreichende Datengrundlage. Diese attestiert Linné einen Dressurzuchtwert von 101 und einen Springzuchtwert von 86 Indexpunkten im Jahr 2009. Eine Exterieur-Zuchtwertschätzung für Linné konnte noch nicht vorgenommen werden, da noch keine zehn Töchter zentral eingetragen wurden. Im Zuchtprogramm "Gezielte Paarung" (GP) des Trakehner Verbandes wurde Linné in verschiedenen Anpaarungen eingesetzt; die Entwicklung dieser noch jungen Nachkommen bleibt abzuwarten. © Friederike Winkler 2010 |