Suleiken IV

Mahagoni
Db. *1974 |
Pasteur xx
B. *1969 |
Bürgermeister xx |
| Praline xx |
PrSt. Maharani II
Db. *1969 |
Flaneur |
| PrSt. Marquise |
Sylveleine
Sch. *1975 |
Maharadscha
Sch. *1957 |
Famulus |
| Marke |
Sabrina III
Sch. *1969 |
Frohsinn |
| Sahara |
09/00592/80 - Familie T8A Suska (Hauptgestüt Trakehnen)
Schimmel.....*06.02.1980.....+1995
| Züchter: |
Walter Müller, Gestüt Wiesengrund, Seligenstadt/RPS |
| Besitzer: |
Egon Hördemann, Neuss
Christoph Hördemann, Neuss/Rhld |
Maße: 1.68/200/20.0 - Bewertung: 9,7,7/8,8
| Eigenleistung |
Staatsprämienstute
FN-Leistungsstutbuch D
Landesschau Rheinland 1988: Ic
Bundesschau 1989: Ii |
| Elitestutenqualität |
Mutter der gekörten Hengste Schampus und Silvermoon sowie der StPrPrSt. Shadee |
| Zuchtleistung |
10/6 (4H, 2S) |
 |
Die siegreiche Familiensammlung der Landesschau 1996 im Rheinland aus Nachkommen der Suleiken IV
(v.l.) Schampus - Syvari - Shadee |
| 85 |
H |
Sch |
v. Karon |
Schampus |
| 86 |
W |
B |
v. Itaxerxes |
Souverän (LGS 345 €) |
| 89 |
W |
Db |
v. Karon |
Shapiro (LGS 655 €) |
| 90 |
S |
Db |
v. Kostolany |
PS/SPS Shadee |
| 91 |
H |
Sch |
v. Kostolany |
Silvermoon |
| 92 |
S |
Sch |
v. Kostolany |
SPS Syvari |
In der Stutenkollektion des Hengstmarkts Neumünster 1982 stand eine attraktive zweijährige Mahagoni-Tochter aus der Zucht des Gestüts Wiesengrund in Seligenstadt. Egon Hördemann aus dem rheinischen Neuss erhielt den Zuschlag für die Schimmelstute aus der Hauptgestütsfamilie der Suska, deren Pedigree zudem mit der Linienzucht in 2./4. Generation auf den arabisch geprägten, legendären Schimmel Maharadscha interessant war. Die Stute wurde dreijährig mit sehr guten Noten ins Trakehner Stutbuch eingetragen und erhielt die Staatsprämie. Sowohl auf der rheinischen Landesschau 1988 als auch anlässlich der Trakehner Bundesschau 1989 erzielte Hördemann I. Preise mit dieser Stute. Die FN führt sie zudem in ihrem Leistungsstutbuch D.
Sechs Fohlen brachte die Stute, zwei davon waren gekörte Hengste und zwei weit überdurchschnittliche Stuten - Grund genug, Suleiken IV als eine der überragenden Stuten der großen Trakehner Mutterstutenherde in den Kreis der Elitestuten aufzunehmen. 15-jährig musste Suleiken IV hochtragend mit den Symptomen einer schweren Kolik in die Klinik gebracht werden - es wurde alles versucht, doch vergebens. Nach Angaben der Tierärzte war vermutlich ein großes Blutgefäß an der Gebärmutter gerissen und die Stute ist innerlich verblutet.
Suleiken IV begeisterte stets mit ihrer Ausstrahlung. Sie war bildschön, verkörperte Weiblichkeit pur und war das Ebenbild des in sich ruhenden Trakehner Edelpferdes. Für Hördemanns war diese Stute ein Traumpferd, charakterlich erstklassig - sensibel und fein, immer gut zu handhaben und sehr menschenfreundlich. Genauso charakterisiert ihr Züchter auch Suleikens Nachzucht. "Wenn man eine Stutenfamilie lange genug kennt, entwickelt man ein Gespür dafür, welcher Hengst passt", sagt Hördemanns Lebensgefährtin zur Frage nach der Anpaarung. Verwandtschaftliche Bande zur Familie Langels sorgten außerdem dafür, dass man die Hengste des Gestüts Hämelschenburg in allen Lebenslagen in- und auswendig kannte. Da fiel es leicht, sich für die richtige Anpaarung bei den Stuten zu entscheiden. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.
Pedigree
Suleikens Vater Mahagoni, den Dr. Eberhard von Velsen seinerzeit als "idealen Veredlerhengst für alle Zuchten in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg" beschrieb, hat in viel zu kurzer Wirkungszeit bis zu seinem 11. Lebensjahr nicht nur zehn gekörte Söhne geliefert - von denen etwa Enrico Caruso und sein Sohn Kostolany, Radom und sein Sohn Tuareg sowie der Siegerhengst Bartholdy und seine Nachzucht große Bedeutung erlangten -, er wurde auch Vater von über 100 eingetragenen Töchtern - darunter die züchterisch hochverdienten Kandia III, Guayana und Felicitas sowie insgesamt bisher acht Elitestuten -, und Kinder wie Chronos, Peron und Marlon, die allesamt international an Meisterschaften teilnahmen, verschafften ihrem Vater Mahagoni ein Renommee als Legende.
Mahagoni war, wie so viele ganz herausragende Stempelhengste der Trakehnerzucht, ein Halbblüter. Sein Vater Pasteur xx prägte die Zucht vom Vogelsangshof der Familie Hoogen im rheinischen Kervenheim aus - neben Mahagoni lieferte Pasteur xx mit Michelangelo einen weiteren herausragenden Vererber. Mahagonis Mutter Maharani II, eine Tochter des Flaneur und damit Enkelin von Suleikens Muttervater Maharadscha, lieferte der Zucht den Jahrhundertvererber Mahagoni, dessen Vollbruder Marlon, der zwar ein geschätzter Reitpferdemacher war, aber bei weitem nicht in die Hufspuren seines Bruders folgen konnte, sowie den Elitehengst Mackensen. Unter den gerade mal sechs Fohlen dieser Stute finden sich neben diesen drei Beschälern noch das M-Dressurpferd Malesh v. Patron und die beiden Ausstellungsstuten Marina VII v. Insterfeuer und Mahedia v. Pasteur xx.
 |
 |
| Suleikens Vater Mahagoni |
Suleikens Muttervater Maharadscha |
Suleikens Mutter Sylveleine, eine ganz typische Tochter des arabisch geprägten Maharadscha, ging als Mutterstute in die Schweiz. Suleiken IV blieb ihre einzige Tochter in der deutschen Trakehnerzucht. Auch Sylveleines Mutter Sabrina III ging ins Ausland; nach zwei Fohlen wurde sie 1977 in die USA abgegeben, wo sie unter anderem den Hengst Schubert v. Virgil brachte. Sabrina III eint in ihrem Pedigree den typvollen, harmonisch konstruierten und als lebhaftes Reitpferd mit beachtlichem Leistungsvermögen beschriebenen Frohsinn und den schweren schwarzen, wegen seiner Leistungsvererbung vor allem auf dem Dressursektor oft als verkanntes Genie bezeichneten Gabriel - eine Kombination, die Leistungsbereitschaft und Dressurveranlagung versprach.
Der Mutterstamm mündet in die berühmte braune Herde Trakehnens, und zwar in den recht schmalen Stutenstamm der Suska v. Hellespont, unter deren sieben Fohlen in Westdeutschland die herrlichen Töchter Safari v. Totilas (die Großmutter der Sabrina) und die vielfach prämierte Sulalei v. Famulus sowie der nicht genutzte gekörte Suez v. Burnus herausragen. Dr. Fritz Schilke schrieb diesem Stutenstamm eine größere Typenvielfalt zu aufgrund der Tatsache, dass sich hier in der Regel die genutzten Beschäler im Erscheinungsbild durchsetzten.
Suleikens Muttervater Maharadscha, "ein ungewöhnlich schöner, ausdrucksvoller Hengst arabischer Prägung, aber in großem Format", zählt trotz schwerer Verletzung in seiner Jugend zu den prägenden Vererbern der Nachkriegszucht. In den Gestüten Vogelsangshof, Birkhausen, Rantzau und vom allem Schwaighof vermochte der Sohn des Halbarabers Famulus und der gangstarken, äußerst vitalen ostpreußischen Treckstute Marke in 16 Zuchtjahren elf gekörte Söhne und 82 eingetragene Töchter zu stellen. Größte Bedeutung erlangte er innerhalb seiner Hengstlinie des Fetysz ox als Vater von Flaneur und damit Großvater von Arogno.
Nachzucht
Schampus 
Suleikens Erstling Schampus stammt aus dem ersten Fohlennjahrgang des Hämelschenburger Prämienhengstes Karon. Karon deckte zunächst im Stutenbestand seiner Zuchtstätte und dann vornehmlich in Oldenburg, wo sein Einfluss in der Trakehnerzucht gering blieb. Sein gutes HLP-Ergebnis bestätigte der Arogno-Sohn im Sport, wo er es bis zu Erfolgen in Dressurprüfungen der Klasse S brachte. Sein früher Tod bei einem tragischen Unfall im Alter von zehn Jahren trug wesentlich dazu bei, dass seine züchterische Bilanz mit fünf gekörten Söhnen - unter denen freilich Caprimond zum "Pythagoras der Neuzeit" aufstieg und Schampus und Gadsby ebenfalls einige züchterische Bedeutung haben - und 42 Töchtern auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheint.
Ebenso wie sein Halbbruder Caprimond wurde Schampus auf der denkwürdigen Körung 1987 mit einer Prämie ausgezeichnet. Die Anpaarung der Suleiken an Karon brachte nochmals Maharadscha-Blut ins Pedigree, sodass Schampus ganz gehäuft starke Dressurgene über Mahagoni, Maharadscha, Ibikus und Impuls führt. Schampus beherrschte Dressurlektionen bis Grand Prix und wurde im Turniersport erfolgreich bis zur Klasse M vorgestellt. Sein 1999 in Neumünster gekörter Sohn Tipo, aus der Zucht der Familie Schulz-Gebeltzig stammend und schon als Fohlen über die Auktion Neumünster 1997 gegangen, wurde einem niederländischen Dressurstall zugeschlagen.
Schampus stand lange Zeit unter der sorgfältigen Obhut des Stalls Krotenbach, wo einer eihe Reihe bester Töchter für die Zucht hinterließ, und starb über Weihnachten 2004 an einem durch Festliegen verursachten Nierenversagen bei seinem Pächter in Dänemark.
Der Itaxerxes-Sohn Souverän ist Freizeit-Reitpferd und begeistert seine Besitzer täglich aufs Neue.
Schampus' Vollbruder Shapiro ist erfolgreich in kleineren Turnierprüfungen gestartet worden, u.a. hat er Erfolge in Reitpferdeprüfungen.
 |
StPrPrSt. Shadee, hier mit ihrem 1996 geborenen Sohn Shadees Blue Eye v. EH Manrico |
Shadee ist doppelt prämiert und erreichte anlässlich der Bundesstutenschau in Warendorf eine sehr gute Platzierung. Bisher gibt es nur zwei Fohlen von dieser Stute, die beide in die Reiterei gingen.
Silvermoon
Silvermoon ist nach Ansicht seiner Züchter der Nachkomme, der Suleiken in seiner Ausstrahlung und Präsenz am ähnlichsten ist. Wie Shadee stammt auch Silvermoon vom Hämelschenburger Hauptbeschäler Kostolany, was zu gehäuftem Auftreten des Mahagoni-Blutes in Silvermoons Abstammung führt. Der Schimmelhengst wuchs auf den Weiden unter der Hämelschenburg im niedersächsischen Hameln auf. Anlässlich der Körung wurde er Prämienhengst und nach Dänemark veräußert. Das aufstrebende Gestüt Blue Hors setzte den Schimmel in der dänischen Warmblutzucht ein und förderte ihn sportlich. In seinem Scheckheft stehen Turniererfolge bis zur Klasse M, auf Schauabenden brilliert Silvermoon, inzwischen unter Matthias Kempkes, mit dem gesamten Grand-Prix-Programm.
Unter seinen in Dänemark gezogenen Nachkommen ragt natürlich die Silber- und Bronzemedaillengewinnerin der Weltreiterspiele Aachen 2006, Matiné, heraus. Auch das inzwischen in die USA "ausgewanderte" Dressurtalent Success stammt von Silvermoon. Ebenfalls in Dänemark gezogen ist Cadeau, der sich vom Gestüt Hörstein aus einen Namen als Vererber rittiger Sportpferde und bester Stutenmodelle macht. Cadeau ist mittlerweile Eliteanwärter.
Im Jahre 2001 wechselte Silvermoon von Dänemark ins bayerische Vollblutgestüt Ammerland zu Dietrich von Bötticher, wo er seither die Riege der erlesenen Warmblutvererber verstärkt.
 |
 |
| Suleikens Tochter Syvari ... |
... und ihr gekörter Sohn Symont |
Die Vollschwester von Shadee und Silvermoon, Syvari, ist staatsprämiert und hat sich schon mit einigen Nachkommen in der Zucht bewährt. Die Tochter Syvara (Schimmel, *1997) v. EH Manrico wurde dreijährig verkauft, auch Syva (Schimmel *1998) v. Exclusiv ging bereits als junges Pferd in andere Besitzerhände.
Syvas 1999 geborene Vollschwester Syntara ist Prämienanwärterin und steht noch im Züchterstall. Ihr erstes Fohlen v. Summertime ist ein jetzt zweijähriger Hengst, auf den Hördemanns viel Hoffnungen setzen und der in diesem Jahr zur Vorauswahl für Neumünster gehen soll.
Synthia v. EH Caprimond ist bereits eingetragen, es steht in diesem Jahr die Entscheidung an, ob sie in den Sport gehen oder zur Zucht eingesetzt werden soll. 2001 schenkte Syvari einem Sohn des EH Monteverdi das Leben, der unter dem Namen Syverdi inzwischen L-Erfolge in der Dressur hat.
Syverdis Vollbruder Symont, 2005 geboren und in der Farbe des Vaters Monteverdi, erhielt bei der diesjährigen Frühjahrskörung in Münster-Handorf das positive Körurteil und verbleibt zunächst als Beschäler in seinem Aufzuchtgestüt Hämelschenburg. Zuchtleiter Lars Gehrmann zu diesem Hengst: "Ein weit gereifter Hengst mit sehr athletischem Auftreten, sehr schönem Antritt vom Fleck weg, mit sehr bedeutenden Partien und besonders der Kruppenpartie, dabei beim Springen auch durchaus motiviert. Sehr energisch, sehr sicher auch in der Folge des Schrittes, sodass wir hier - gerade auch im Gesichtspunkt der hervorragenden Vorfahrenleistungen und einer besonderen Dressurperspektive - den zweiten gekörten Sohn des Monteverdi vor uns sehen, zu dem wir recht herzlich gratulieren."
Text und ©: Karin Schweiger 2008 Fotos: Archiv Verband, Team Krotenbach, K. Werner, Jutta Bauernschmitt, Beate Langels
|