Donaudichter

Donaudichter (2008)

Farbe/Abzeichen Fuchs
geboren 21.04.1994

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
21/2-jährig  161 186 20.0
volljährig    165   20.2

Züchter Prof. Peppino Bondietti, Tenero, Schweiz 
Aufzüchter derselbe
gekört 16.04.2008 in Großburgwedel
Web-Adresse www.gestuet-tasdorf.de

Pedigree

Excalibur
B
EH Ravel
B, Dr. S
Mahagoni
Db
Pasteur xx v. Bürgermeister xx
Maharani Ii v. Flaneur
Rauhe
Df
Donauwind v. Pregel
Rastenburg v. Isländer
ES, PS u SPS Etana
F
Falke
Sch, Dr. S
Grimsel v. Kassio
Fawiza v. Maharadscha
ES Eileen II
Sch
Magnet v. Pregel
Eichel III v. Trautmann
Donaugirl
B
EH Maizauber
F, Dr. S
EH Bartholdy
B
Mahagoni v. Pasteur xx
Balaika II v. Polifax
Maiglöckchen III
Sch
Tannenberg v. Sterndeuter
Maiglocke v. Pregel
Donaulady
Db
EH Tenor
B
Tümmler Dr. M, VM, JS v. Heros
ES Tilsit III v. Herzbube
Donauperle II
B
EH Habicht VS v. Burnus AAH VS
Donausonne v. Sch. v. Pregel

Hengstlinie des Pasteur xx
Stutenfamilie der A3A2 Donau vom Schimmelhof (Krebs-Schimmelhof, Klein Darkehmen)
anerkannt für Trakehner
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
12,5%
Decktaxe

Eigentümer

1994-2001:
2001-2006:
seit 2006:
Prof. Peppino Bondietti, Tenero, Schweiz
Familie Rosin, Uelzen, Niedersachsen
Bezold und Hillebrand Dressur GbR, Kiel, Schleswig-Holstein

Stationierungen

2008:
seit 2009:
Hengststation Geling, Dannau, Schleswig-Holstein
Gestüt Tasdorf, Tasdorf, Schleswig-Holstein

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung nicht abgelegt;
Eigenleistung aufgrund von Turniererfolgen im Dressursport abgelegt und anerkannt.

Turniersporterfolge LGS 6.674 € Dressur Klasse S
(incl. St. Georges, Inter I)

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur liegt noch nicht vor, da noch keine Nachkommen eingetragen sind
Anzahl
Töchter
Typ
Ober-
körper
Funda-
ment
Schritt
Trab
Galopp
Gesamt-
eindruck
Gesamt-
Zuchtwert
Widerrist-
abweichung
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

Zuchtwertschätzung Sport liegt noch nicht vor, da noch keine Nachkommen eingetragen sind
 
ZW
HLP
ZSP
ABP
TSP
SI %
Dressur
-
-
-
-
-
-
Springen
-
-
-
-
-
-

gekörte
Söhne

-
Töchter

-
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde -
davon mit Platzierungen -
davon in Klasse M und S -
N-JGS 2008 -
N-LGS -

Donaudichter (Hengstverteilungsplan)


Am 21. April 1994 wurde Donaudichter als eines der wenigen Fohlen aus dem einzigen Jahrgang seines Vaters Excalibur geboren. Der bunte Fuchshengst aus der Zucht des in der italienischen Schweiz lebenden Prof. Peppino Bondietti wurde als Hengstanwärter aufgezogen und wurde Ende Oktober 1996 von der Körkommission des Trakehner Verbandes in Neumünster gemustert; mit dem Urteil „nicht gekört“ verließ er den Körring, um am darauf folgenden Tag an der Auktion der nicht gekörten Junghengste teilzunehmen. Der Hammer von Auktionator Uwe Heckmann fiel bei 27.000 DM – zu gunsten des Züchters, der in seinem Youngster Potential für größere Aufgaben sah und so zunächst in seine weitere Ausbildung investierte.

Donaudichter (Hengstmarkt-Katalog 1996)

Donaudichter erhielt seine Grundausbildung auf dem Klosterhof Medingen; Katrin Lederer stellte ihn in den ersten Jahren seiner Turnierlaufbahn vor. Sein erster Erfolg war der Sieg in einer Reitpferdeprüfung als Dreieinhalbjähriger, danach folgten Starts in den Reitpferdeprüfungen des Trakehner Bundesturniers 1998 in Köln: In der Einlaufprüfung ritt Lederer den Junghengst auf Platz 3, im Championat reichte es für den 9. Platz. Der Trakehner Verband nominierte das Paar für das Bundeschampionat des vierjährigen Reitpferdes.

Fünfjährig erzielte Donaudichter einige Siege und Platzierungen in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L und qualifizierte sich für das Bundeschampionat des fünfjährigen Dressurpferdes. Vom Trakehner Förderverein erhielt Donaudichter den Namenszusatz „TSF“, der an hoffnungsvolle Nachwuchstalente vergeben wird.

Im April des Jahres 2000 bereicherte Donaudichter als „Delacroix“ die Kollektion der 80. Trakehner Eliteauktion auf dem Klosterhof Medingen. Der Katalog beschrieb ihn als „Bewegungskünstler, der seinesgleichen sucht. Ein Paradehengst für den Grand Prix Sport.“ Mit 200.000 DM erzielte Donaudichter den vierthöchsten Preis der Auktion und ging in den Besitz der Familie Rosin aus dem niedersächsischen Uelzen über. Die Tochter des Hauses, Franziska, war eine erfolgreiche Nachwuchsdressurreiterin und bestritt mit Donaudichter bereits wenige Wochen später erste Platzierungen in A- und L-Dressurprüfungen. Standort des Pferdes blieb der Klosterhof Medingen, Manuela Keller vom dortigen Ausbildungsstall stellte Donaudichter während des Jahres 2000 ebenfalls in einigen Prüfungen vor. Unter beiden Reiterinnen konnte sich Donaudichter in Dressurpferdeprüfungen der Klassen L und M sowie gegen Ende der Saison in M-Dressuren platzieren.

Donaudichter (Katalog Medingen 2000)

Im Mai 2001 konnte Franziska Rosin den jetzt siebenjährigen Donaudichter bereits erstmals in einer S-Dressur-Prüfung platzieren. In den folgenden Jahren gelangen dem Paar zwei Siege in M-Dressuren und viele Platzierungen in Klasse M und S bis hin zum Prix St. Georges. Auch Erfolge in internationalen Junge-Reiter-Prüfungen waren darunter, so beispielsweise eine M- und drei S-Platzierungen beim CDI-J in St. Nizier (Frankreich) im Februar 2002.

Im Sommer des Jahres 2006 sah der Kieler Nils Bezold Donaudichter auf dem Klosterhof Medingen. Nils Bezold, der in seiner Jugend auch im Parcours und im Busch zu Pferd unterwegs war, hatte sich erst seit wenigen Jahren wieder der (Dressur-)Reiterei zugewandt und wurde bei einem Besuch des Klosterhofs darauf aufmerksam, dass Donaudichter zum Verkauf stand und zögerte nicht lange. Donaudichter wechselte den Besitzer und kam zunächst in den Stall Böckmann bei Hamburg, wo Nils Bezolds Pferde bis zum Umzug auf dessen Gestüt Drei Kronen im schleswig-holsteinischen Altenholz bei Kiel betreut wurden. Donaudichter enttäuschte seinen neuen Reiter nicht – nur wenige Wochen später siegten die beiden bei ihrem gemeinsamen Turnierdebut in einer M-Dressur. Mit zwei Platzierungen und einem weiteren Sieg in Klasse M ging das Sportjahr 2006 für Donaudichter zu Ende.

2007 starteten die beiden durch – neben einem M-Sieg und vielen Platzierungen in M und S verdankt Nils Bezold Donaudichter auch seine ersten Schleifen in Sankt-Georgs-Preisen und Intermediaire I-Prüfungen. Auch in der Saison 2008 siegte das Paar zweimal in Klasse M** und war vielfach S-platziert.

Nils Bezold, der nicht nur erfolgreich reitet, sondern auch selbst Trakehner Züchter ist, hatte Donaudichter für die Frühjahrskörung des Trakehner Verbandes Anfang Februar 2008 in Handorf angemeldet, konnte den Hengst jedoch verletzungsbedingt an diesem Termin nicht vorstellen. Da noch weitere Hengste bei der Frühjahrskörung ausgefallen waren, wurde für diese ein Sonderkörtermin am 16. April 2008 anberaumt, der auf dem Trakehner Hof Neu Rodenthal bei Großburgwedel stattfand. Diesmal erhielt Donaudichter „grünes Licht“ für den Zuchteinsatz. Zuchtleiter Lars Gehrmann beschreibt ihn wie folgt: „Der 14-jährige Ravel-Enkel präsentiert sich nach langer und noch weiterhin aktiver Dressurlaufbahn vital und ehrgeizig, wobei ihm etwas mehr Losgelassenheit zu wünschen wäre. Klar erkennbarer Rasse- und Geschlechtstyp mit gutem Aufsatz im mittleren Rahmen bei etwas straffem Vorderfuß. Durch seine sportlichen Erfolge hat Donaudichter über Jahre ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.

Seit seinem ersten Turniererfolg im November 1997 konnte Donaudichter 87 Erfolge heimbringen, darunter 35 Platzierungen in Klasse S, 15 Platzierungen in Klasse M/A, fünf Siege in M/A bzw. M** sowie drei Siege und elf Plätze in M/B-Dressur- und Dressupferdeprüfungen! Mit einer Lebensgewinnsumme von jetzt 6.674 Euro schloß Donaudichter die Turniersaison 2008 ab.

Mit Donaudichter betritt ein weiterer Vertreter der derzeit hochaktuellen Donau-Familie die züchterische Bühne. Auffallend ist in seiner Abstammung die Linienzucht auf den großen Dressurvererber Mahagoni in 3. / 4. Ahnenreihe. Pregel findet sich viermal in der fünften Generation, zum einen über die Leistungsträger Donauwind und Magnet, zum anderen über Donauwinds Dreiviertel-Schwester Donausonne vom Schimmelhof und über die auch mütterlicherseits mit Magnet verwandte Maiglocke. Über Mahagonis Vater Pasteur xx und Burnus AAH führt Donaudichter in den ersten fünf Generationen 12,5 % Spezialblutanteil.

Donaudichters Vater Excalibur war nur ein kurzes Leben vergönnt, das sehr hoffnungsvoll begann. Der braune Hengst aus der Zucht und dem Besitz der Familie Hanke wurde 1992 mit den Maßen 166 – 21,5 zur Körung vorgestellt und konnte die Körkommission mehr als überzeugen: Er wurde mit der Prämie ausgestattet und im Rahmen der Berichterstattung in den Trakehner Heften wie folgt beschrieben: „Solide gezogener, großrahmiger, mit guter Stärke ausgestatteter Hengst, dem hinsichtlich Typausprägung, insbesondere mehr Markanz in der Oberlinie, Schulter und Sattellage gut stehen würde. Sprunggelenke groß und gut modelliert, in der Bewegung locker mit hohem Schwingungsgrad und sehr gut unter den Schwerpunkt tretend.“ Der Hengst stand nicht zum Verkauf und wurde 1993 auf der Hengststation Hörem Boxennachbar seines Vaters Ravel. Nur wenige Stuten wurden ihm zugeführt, bevor bei ihm periodische Augenentzündung diagnostiziert wurde, wegen der er getötet wurde. Nur eine Tochter wurde neben Donaudichter beim Trakehner Verband registriert. Donaudichter ist der einzige FN-registrierte Nachkomme seines Vaters.

Excalibur stammte vom S-Dressur-erfolgreichen Elitehengst Ravel, Sohn des Dressurvererbers Mahagoni und der Donauwind-Tochter Rauhe, die auch Mutter des bis Grand Prix erfolgreichen Elitehengste Rockefeller von Consul. Ravels Vollbruder Royal Ransum war vom Amerikanischen Trakehner Verband ATA gekört. Als Rockefellers Mutter wurde Rauhe bereits im Portrait des Elitehengstes Benz von Rockefeller gewürdigt, auf Ravel ging Karin Schweiger bereits in ihrem Portrait seines in M-Springprüfungen hocherfolgreichen Sohnes Cornus ein.

Excaliburs Mutter, die Elitestute Etana, entstammte der Familie der Ethies. Die hellbraune Stute vom zu spät als Springvererber erkannten Ozean war Mutter von zwölf Fohlen, die sie in 16 Zuchtjahren gebar. Edda von Hessenstein und Emir von Uran waren in Springprüfungen der Klasse M erfolgreich. Alle sieben Töchter der Ethies wurden beim Trakehner Verband eingetragen. Auch hier waren es wieder zwei Töchter, die besonderen Einfluß nahmen: Die Karat-Tochter Elbing wurde Mutter der Elchniederung von Amagun, die neben dem in M-Dressur erfolgreichen Consul-Sohn E chat noir den Kostolany-Vater Enrico Caruso von Mahagoni und auch den in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen bis CCI3* erfolgreichen gekörten El Greco TSF von Fontainbleau brachte. Elbings Hessenstein-Sohn Eckstein ging erfolgreich Dressurprüfungen der Klasse M, seine Vollschwester Ellena wurde Mutter der S-Dressurpferde Experte von Mahagoni und Eddy’s Magic von Guter Stern. Ethies Tochter Eichel III von Trautmann wurde in fünf Zuchtjahren Mutter von vier Fohlen; unter ihren beiden Töchtern war auch die Elitestute Eileen II von Magnet.

Eileens Vater Magnet deckte acht Jahre lang in Deutschland, bevor er in die USA abgegeben wurde. Der markante Schimmel wurde Vater von acht gekörten Söhnen und 61 als Zuchtstuten eingetragenen Töchtern.85 FN-registrierte Nachkommen gewannen 64.509 Euro. Trotz guter Qualität konnten Magnets gekörte Söhne Igor, Blinker, Escon, Ergo, Fango, Magnus, Stettin und Elfenglanz Magnets Zweig der Hengstlinie nicht erhalten, da sie geringe Chancen hatten, als Landbeschäler eingesetzt oder früh ins Ausland abgegeben wurden. Dennoch erbrachten einige beachtliche Leistungen: Igor war Vater hervorragender Leistungspferde wie des S-Dressurpferdes Ombre oder der S-Springstute Marcella S, deren Arrak-Sohn Marc Antonius heute in schweren Dressurprüfungen Schleifen sammelt. Unter den Sportpferden von Magnet ist auch Escons Vollbruder Escorial zu erwähnen, der in schweren Springen platziert war. Weitere S-Springpferde von Magnet waren Lysander, Königsforst und Mark Twain. Ergos Tochter Romanze wurde wegen ihrer Erfolge in schweren Springen zur Elitestute ernannt. Stettin war hocherfolgreich bis einschließlich Grand Prix Special. Auch Elfenglanz konnte sich in schweren Dressurprüfungen platzieren und wurde Magnets einflussreichster Sohn. Er wirkte auch in der württembergischen Landeszucht und ist so unter anderem Urgroßvater des Welt Hit O-Sohns Whisper, der die Olympiahoffnung von Monica Theodorescu ist. Die im Busch erfolgreichen Vererber Konvoi von Kallistos x und Starway von Star Regent xx stammen aus Elfenglanz-Töchtern. Neben Eileen II wurde auch Magnets Tochter Ovation aus der Orante von Gunnar zur Elitestute gekürt. Sie ist Mutter des gekörten, hauptsächlich in den USA eingesetzten Consul-Sohnes Onassis, der hierzulande als Muttervater des erst unter Ingrid Klimke und jetzt unter dem Briten William Fox-Pitt im internationalen Vielseitigkeitssport erfolgreichen Seacookie TSF von Helikon xx bekannt ist, und Großmutter der Elitestute Olga von Sixtus, Mutter der jungen Vererber Okavango von Hibiskus und Oliver Twist von Monteverdi; Letzterer stellte 2007 aus seinem ersten Fohlenjahrgang mit Grand Passion den Trakehner Siegerhengst. Die Elfenglanz-Vollschwester Elfenquelle ist Großmutter vom Siegerhengst Elfengeist von Polarpunkt und dessen in M*-Dressur erfolgreichen Vollbruder Goodman. Scharade II von Magnet aus der Scherezad von Marsuk ox ist Mutter der Elitestute Shynoon von Highnoon, Großmutter der gekörten Hengste Schenkendorf von Topki und Sabary von Sixtus sowie Urgroßmutter der Vererber Sky Walker und Sky Dancer von Beg xx. Magnets Vater war der Gründerhengst Pregel, mütterlicherseits stammte er aus der Familienbegründerin Malvenblüte von Hansakapitän, die mit dem Stern xx-Sohn Morgenwind ein S-Springpferd  brachte. Zu dieser Familie gehören auch der Elitehengst Marduc von Halali, der gekörte Mon Baron von Münchhausen und dessen nicht gekörter gleichnamiger Vollbruder, der in der Dressur bis zur Klasse M/A erfolgreich ist.

Die kleine Schimmelstute Eileen II wurde in 18 Zuchtjahren in den bekannten Züchterställen Gehlhaar und Hanke eingesetzt und brachte 15 Fohlen. Aus der Anpaarung mit dem in Hämelschenburg eingesetzten Schimmel Falke stammten die Nachkommen, die ihr das Elite-Prädikat sicherten: Egmont wurde nach bestandener Hengstleistungsprüfung in die USA abgegeben, wo er lange Jahre deckte und unter anderen das S-Dressurpferd King’s Crossing stellte, sein Vollbruder Eisenerz wurde in Neumünster prämiiert und wechselte nach Brasilien. In Deutschland gibt es von beiden Hengsten nur sehr wenige Nachkommen. Excaliburs Großmutter, die Prämien-, Staatsprämien- und Elitestute Etana, war eine Vollschwester der beiden.

Der imposanten, groß aufgemachte Schimmelhengstes Falke war unter Christian Pläge in schweren Dressurprüfungen siegreich. Seine Hengstlinie konnte sich in Deutschland nicht erhalten: Eisenerz und Egmont wurden ins Ausland abgegeben, Maiklang ging dreijährig ein. Neben Spring- und Dressurpferden mit Platzierungen bis Klasse M waren die Falke-Söhne Horaz, Kormoran und Faro Cadiz auch in S-Dressuren erfolgreich. Falke vertrat als Sohn des statiösen Fuchses Grimsel die in der Trakehnerzucht schmale Hengstlinie des Abglanz, die in Hannover noch heute in voller Blüte steht und über Topvererber wie Argentinus bestens abgesichert ist. Der Grand Prix-erfolgreiche Friedensfürst, dessen Nachkommen hohe Doppelveranlagung zeigen, stammt aus einer Tochter von Grimsels Vollbruder Gelria. Falkes Mutter Fawiza war eine Tochter des bedeutenden Maharadscha, dessen Hengstlinie über Arogno weite Verbreitung und Bedeutung vor allem in der Zuchtrichtung Dressur erhielt. Die Maharadscha-Tochter Abiza brachte neben dem Weltklasse-Springpferd Abdullah auch mit Amiego und Aida weitere in der schweren Klasse erfolgreiche Sportpferde. Dr. Reiner Klimke stellte Fawizas Donauwind-Sohn Fabian in Grand Prix-Prüfungen vor. Fabian wurde aufgrund seiner Sporterfolge gekört; seine Tochter Habiana, Mutter des gekörten Handryk von Van Deyk und Großmutter der jungen Vererber Hamilton und Herzog von Nassau von Distelzar, wurde Elitestute. Auch der gekörte Hengste Dorkas von K2 führt Fabian im Pedigree.

Von Amiego brachte Etana die Zuchtstute Europa II, vom Elitehengst Benz stellte sie die Siegerstuten der Eintragungen im Zuchtbezirk Niedersachsen/Hannover 1995 Esprit IV und 1997 Eldana sowie die Reservesiegerin 1998 Elita. Mit Editha erreichte eine weitere Vollschwester den Prämienstatus. Etanas Sohn Emerson, ebenfalls von Benz abstammend, wurde vom Trakehner Verband gekört. Der korrekte und bewegungsstarke, knapp mittelgroße Fuchshengst wurde nach der Körung als Reitpferd verkauft und hat nie gedeckt. 1998 wurde Etana aufgrund des gekörten Sohnes Excalibur und ihrer hochdekorierten Benz-Töchter der Elitetitel des Trakehner Verbandes verliehen. Etanas Töchter sind hochdekorierte Schaustuten: Bei der Trakehner Bundesstutenschau 1997 erhielten mit Esprit, Eldana und drei ihrer Töchter den Ib-Preis der Familiensammlungen, bei der Bundesstutenschau des Deutschen Reitpferdes im darauffolgenden Jahr wurden die drei Benz-Töchter aus der Etana mit dem Ib-Preis der Familiensammlungen aller deutschen Reitpferderassen ausgezeichnet. Esprit war Siegerin ihrer Klasse und 2. Reservesiegerin der Trakehner Bundesstutenschau 1997, hoch platziert auf der Bundesstutenschau 1998 und Gesamtsiegerstute der Trakehner Landesschau in den Neuen Bundesländern 1999. Die Benz-Tochter Eichmedien aus der oben erwähnten Europa von Amiego startete ihre Karriere als Verlosungsfohlen beim Hengstmarkt in Neumünster 1997. Zehn Jahre später wurde an der selben Stelle ihr Sohn Ettinger von Connery Reservesieger der Körung 2007. Der Fuchshengst bestach vor allem durch Elastizität und Bewegungsmechanik. Mit der Caprimond-Tochter Elinda steht eine hochbewertete Tochter der Etana im Züchterstall Hanke, ihre Vollschwester Erina II ist Mutter des 2008 gekörten Everio von Summertime.

Donaudichters Mutter, Donaugirl, ist eine braune Stute, die als Dreijährige mit einer „8“ im Trab und jeweils einer „6“ in allen anderen Kriterien eingetragen wurde. In späteren Jahren wurde sie zur Umbewertung vorgestellt und mit 19,5 cm Röhrbeinumfang bei 1.60 m Stockmaß und den Noten 7, 7, 6 / 6, 8, 6 / 7 eingetragen. Ihr Le Duc-Sohn Donauswing gehörte zum Körjahrgang des Jahres 2000, erhielt jedoch nicht das begehrte Körprädikat. Seine ein Jahr jüngere Vollschwester Donaulilie siegte 2002 im Norddeutschen Stutenchampionat in Soltau und wurde somit „Niedersächsische Championess der dreijährigen Reitpferde“. Die Stute wurde mit Staats- und Verbandsprämie ausgestattet und stand im Reitpferdelot der Auktion 2002. Donaugirl schickte mit Donauprimel von Tambour eine zweijährige Stute zur Eliteauktion im Oktober 2003; im folgenden Jahr wurde sie unter dem Namen Donaufee VII Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Schleswig-Holstein; nach erfolgreich abgelegter Stutenleistungsprüfung wurde sie mit der Staats- und Verbandsprämie ausgezeichnet.

Vater der Donaugirl ist der in unserer Hengstdatenbank bereits portraitierte Elitehengst Maizauber, der unter Christian Pläge Platzierungen bis einschließlich Intermediaire I erreichte. Er ist ein Sohn des ebenfalls mit dem Elitetitel ausgezeichneten Siegerhengstes Bartholdy, der ein Sohn des Eingangs erwähnten Dressurvererbers Mahagoni war. Mütterlicherseits gehört er zur Familie der Masliebe, deren Familie ebenso wie Magnets Stutenstamm der Malvenblüte auf die Treckstute Masliebchen zurückgeht. Unter den sieben gekörten Maizauber-Söhnen ragen Humanus und Bel Espace Go mit Eigenleistung in S-Springen hervor. Über 70 Töchter sind als Zuchtstuten im Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes verzeichnet, etwa 80 Sportpferde treten in die sportlichen Hufspuren ihres Vaters.

Donaugirls Mutter war die dunkelbraune Donaulady, die mit den Maßen 1.58 – 20.6 und der Bewertung 8, 6, 6 / 7 , 7 eingetragen wurde. Neben Donaugirl wurde sie auch Mutter des Dr. Doolittle von Nandino xx; Dr. Doolittle qualifizierte sich zweimal für die Bundeschampionate der Deutschen Vielseitigkeitspferde, war Trakehner Geländepferde-Champion beim Bundesturnier 2003 und wurde später in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen bis CIC2* eingesetzt, wo er auch Weltranglistenpunkte sammelte. Donauladys Vater war der Elitehengst Tenor, der in unserer Hengstdatenbank über seinen Sohn Shannon, Reservesieger der Körung 1985, vertreten ist. Tenor war ein Sohn des Jagdpferde-Bundeschampions Tümmler und der Elitestute Tilsit III von Herzbube, die den in S-Dressur erfolgreichen Tivano von Tümmler und Tuareg von Radom zwei weitere Elitehengste stellte.

Die Mutter der Donaulady, Donauperle II, war eine im Trakehner Gestüt Rantzau gezogene Braune, die eine makellose Zuchtleistung von zehn Fohlen in zehn Zuchtjahren vorweisen kann. Die 1.60 Meter Stock messende Stute mit 19,8 cm Röhrbeinumfang erhielt die Bewertung 2, 2, 4 / 2, 2. Ihre Polargeist-Tochter Donaugirl platzierte sich mehrfach in Dressurprüfungen der Klasse L, Donauladys Vollbruder Dschidi ging erfolgreich Dressur- und Springprüfungen der Klasse A. Donauperle war eine Tochter des Leistungsträgers Habicht, der selbst in siegreich und platziert in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen war und Nachkommen mit Erfolgen in allen Sparten vorzuweisen hat. Von seinen gekörten Söhnen sind in dieser Datenbank bereits Vivus und die Elitehengste Parforce und Sixtus beschrieben.

Ihre Mutter Donausonne vom Schimmelhof war eine Dreiviertelschwester des Leistungsvererbers Donauwind, den Donaudichter als Muttervater des Ravel ebenfalls in der Abstammung führt. „Einer der besten Vererber der Nachkriegszeit, gleich gut in der Lieferung von Zuchtstuten und Hengsten“, so urteilte Dr. Fritz Schilke über Donauwind. Vater der Donausonne war der Stempelhengst Pregel, ihre Mutter war Donaufurt vom Schimmelhof, abstammend von Stern xx aus der Familiengründerin Donau vom Schimmelhof. Donausonne wurde Mutter von zehn Fohlen in elf Zuchtjahren und wurde ins FN-Leistungsstutbuch Abteilung D eingetragen. Ihre Garbenbinder-Tochter Donauwoge vom Schimmelhof platzierte sich in Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L, Dickkopf von Dollarprinz xx erzielte Platzierungen in A-Vielseitigkeiten sowie in Spring- und Dressurprüfungen Klasse L.

Donaufurt, mit einer Zuchtleistung von 18 / 14 ebenfalls im Leistungsstutbuch D verzeichnet, war Mutter der L-Dressurpferde Donaufürst vom Imperator und Deichgraf von Habicht sowie des L-Springpferdes Donauwald von Vivaldi. Ihre Tochter Donaumädel von Carajan brachte mit Donaufürst von Leonardo ein vielfach in schweren Springen erfolgreiches Sportpferd. Donaufurts Tochter Donaufreude von Effekt brachte die Guter Stern-Tochter Donaustern, die Großmutter des 2008 in Oldenburg als Prämienhengst gekörten Finestar von Fürst Heinrich-Welt Hit O ist. Dream Dancer, Vollbruder der Donaustern, war Auktionsspitze in Medingen und später im großen Viereck bis S platziert.

Donaufurts Vater Stern xx war in den 1950er und 1960er Jahren einer der populärsten Vollbluthengste in der deutschen Trakehner Zucht. Seine Hengstlinie ist heute erloschen, doch viele Töchter des Stern xx und seiner Söhne verankerten sein Blut in der Population. Sterndeuter, unter anderen auch Muttervater von Anne Kursinskis Livius von Habicht, war der einflussreichste Stern-Sohn, der sich hauptsächlich als „Damenschneider“ etablierte. Rittigkeit und angenehme Charaktereigenschaften wurden den Nachkommen des Stern xx nachgesagt. Ihre Mutter war die einflußreiche Donau vom Schimmelhof, Tochter des viel genutzten Hansakapitän und der in Trakehnen gezogenen Donna, deren Vater Cancara zu 75 % angloarabisches Vollblut führte, während ihre Mutter die Vollblutaraberin Dongola ox war. Donau begründete einen eigenen Familienzweig innerhalb der Donna-Familie, ebenso wie ihre Tochter Donaufürstin vom Schimmelhof von Harfner. Donau war weiterhin Mutter des Poseidon II von Tropenwald, der neben Erfolgen in L-Vielseitigkeiten und M-Dressuren aus S-Springen ging, des wenig einflussreichen Vererbers Donar von Pregel sowie der berühmten Donaulied vom Schimmelhof von Boris, die sich über ihren Sohn, den Hauptvererber Donauwind von Pregel, ein Denkmal setzte. Viele hocherfolgreiche Sportpferde entstammen den verschiedenen Zweigen dieser weit verbreiteten Stutendynastie der Donna, die in den letzten zehn Jahren eine große Anzahl junger Vererber hervorbrachte, wie Donaufels von Hohenstein oder die Distelzar-Söhne Donauklang, Donauzar, Donauzauber und Düsterberg.

Das Vererberdebüt des Donaudichter, der von seinem jetzigen Besitzer als ehrlich, treu und stets leistungsbereit gelobt wird, wird im Frühjahr 2009 mit Spannung erwartet.

Donaudichter (HP des Besitzers)

© Friederike Winkler 2008
Fotos: Körkatalog 1996, Auktionskatalog Medingen 2000, Online-HVP (www.reitbilder.de), HPs des Besitzers und des Gestüts Tasdorf