Axis TSF

Farbe/Abzeichen Rappe, o.A.
geboren 12.05.1999

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
2½-jährig 166   21.0
volljährig   172   21.0

Züchter Ewald Hartmann, Lahnau (Hessen)
Aufzüchter Züchter und Manfred Fischer, Schotten (Hessen)
gekört 27.10.2001 in Neumünster
Web-Adresse  

Pedigree
EH Sixtus
R. *1989
Springen S
Habicht
R. *1967
Burnus AAH
B. *1948
Lapis
v. Siglavy II
68 Fenek V
v. Fenek V
Hallo
R. *1952
Goldregen
v. Creon
Handschelle
v. Polarstern
Stradelle
B. *1980
Ibikus
B. *1967
Hertilas
v. Loretto
Isolda
v. Impuls
Starlet
F. *1968
Masur
v. Flugsand
Sternkind
v. Ernest
Akansas
Sb. *1993
EH Angard
Sb. *1986
EH Anduc
Db. *1981
EH Marduc
v. Halali
Angelique
v. Ibikus
SPS Gundula (Iljoscha)
Db. *1975 L/A+D
Gunnar
v. Komet
Istella II
v. Helianthus
Arabeske V
R. *1980
Herzbube
Sb. *1964
Gunnar
v. Komet
Herbstgold
v. Totilas
Apfelblüte II
Db. *1976
Istanbul
v. Flaneur
Anella
v. Kurfürst

Hengstlinie des Burnus AAH
Stutenfamilie der T20F1 Arcona (Gestüt Webelsgrund)
Gründerstute T20F: Alwina (Hauptgestüt Trakehnen)
anerkannt auch für Hannover, Oldenburg, Berlin-Brandenburg
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
12,5%

Eigentümer

seit 2001: Sean Prosser-Reade, Bluewood Stud, East Sussex/GB

Stationierungen

2002:
bis Mai 2003:
Mai 2003-2005:
2006- 2008:
2009:
2010:
2011-2012:
LH Hengststation Geling im Gestüt Hohenschmark, Grebin (S-H)
LH Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt/D (NBL-Nord)
Pb Bluewood Stud, East Sussex/GB
LH Hengststation Geling, Hof Timmrade, Gowens, und LH Gestüt Hohenschmark, Grebin (S-H)
LH Gestüt Webelsgrund, Springe (Nds-H)
LH Hengststation Meyerhof, Ahstedt (Nds)
im Sporteinsatz

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung / 70-Tage-Test / Neustadt/Dosse / 25.7. bis 2.10.2002
  Training Prüfung
Charakter 9,0  
Temperament 9,0  
Leistungsbereitschaft 9,0  
Konstitution 9,0  
Rittigkeit 8,5 FR: 8,0
Teilindex Dressur   126,98 (4.)
Teilindex Springen
  110,17 (15.)
Gesamtindex   122,95 (5./43)
(FR = Fremdreiter)
  Training Prüfung
Schritt
8,0 8,17
Trab
8,5 8,67
Galopp
8,5 9,0
Springanlage
8,0  
Freispringen
  7,58
Parcoursspringen
  FR: 8,5
Geländegalopp
  8,83
Geländespringmanier
  8,67

Turniersporterfolge: LGS 8.884 € (bis einschl. 2011)
Siege und Platzierungen in Dressurprüfungen bis Grand Prix Special

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur
Anzahl
Töchter
Typ
Ober-
körper
Funda-
ment
Schritt
Trab
Galopp
Gesamt-
eindruck
Gesamt-
Zuchtwert
Widerrist-
abweichung
keine verfügbar

Zuchtwertschätzung Sport 2011
 
ZW
HLP
ZSP
ABP
TSP
SI %
Dressur
129
131
130
122
116
87
Springen
107
103
101
115
107
79

gekörte
Söhne (5)

Hirtentanz, Ballzauber, Sidney Bay, Berlusconi, Ararad (ex Danzig)/KWPN
Töchter
(18)

u.a. Adele VII, Chocolat, Corisande, Dimmbra, Dornröschen IX, Fliedernacht, Heline, Herzluna, Grand Lady
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde
29
davon mit Platzierungen
9
davon in Klasse M und S
1
N-JGS 2011 2.029 €
N-LGS 8.612 €

Beim Studium von Axis‘ Pedigree fallen einem sofort die großen Namen ins Auge: Sixtus, Habicht, Burnus, Angard, Herzbube, allesamt Hengste, über die eigentlich schon alles gesagt und geschrieben worden ist. Sicher kann man darauf verzichten, hier alle Daten und Fakten noch mal lückenlos aufzuzählen, vielleicht finden sich noch einige persönliche Details?

Dankenswerterweise berichtet eine sympathische Terhi Stegars am Telefon Persönliches über „ihren“ Axis: Sie hat sich schon bei den ersten Runden auf dem dreijährigen Axis sofort wohl gefühlt, wäre sie hier als Fremdreiterin unterwegs gewesen, so hätte er eine glatte 10 von ihr bekommen. Im Umgang war der schöne Rappe in jungen Jahren ein "richtiger Kerl". Das hat sich mit den Jahren gegeben, inzwischen bezeichnet Terhi Stegars ihren Axis als richtigen Gentleman mit feinen Manieren. Er sei mit einem großen Talent für Seitengänge ausgestattet, immer ungemein elastisch und biegsam. So eine natürliche Rittigkeit und Leistungsbereitschaft wie bei Axis hat die Berufsreiterin sehr selten erlebt. Von außen betrachtet scheint auch ihre feine Art zu reiten einen großen Teil dazu beizutragen, dass Axis immer wieder gerne Höchstleistungen erbringt. So hat Bundestrainer Holger Schmezer bei einem TSF-Lehrgang besonders die lockere Art des Hengstes gelobt. Während der eine oder andere Kursteilnehmer noch Nachhilfe zum Thema Losgelassenheit nehmen musste, war Axis hier ein lehrbuchreifes Beispiel für ein zufriedenes Pferd.

Es ist also keine Überraschung, dass die gemeinsamen sportlichen Jahre dieses Dreamteams geprägt sind von vielen großen Erfolgen. Immer altersgemäß erfolgreich hatte Axis schon 2007 erste Siege und Platzierungen in der Dressur bis zur Klasse S zu verzeichnen, 2008 folgten bereits Schleifen auf Intermédiaire-I-Niveau, im Jahre 2009 konnte der Sixtus-Sohn beim Trakehner Bundesturnier die Inter-I-Kür, den Prix St. Georges und die Grand-Prix-Kür gewinnen. Bei den Finnischen Meisterschaften im selben Jahr konnte das Paar den Gewinn der Silbermedaille feiern. Nach vielen weiteren Siegen und hohen Platzierungen in internationalen Grand-Prix-Prüfungen war der Höhepunkt des Jahres 2011 sicher die Teilnahme an den Europameisterschaften in Rotterdam. Gemeinsam mit dem finnischen Team erreichten die beiden einen tollen 7. Platz. Leider erhielten nur die ersten sechs Mannschaften ein direktes Ticket für die Fahrt zu den Olympischen Spielen 2012. Terhi Stegars wird also die nächsten Monate vor allem um Qualifikationspunkte für London reiten, um ihren großen Traum, bei Olympia dabei zu sein, doch noch zu verwirklichen und als Einzelreiterin zu starten. Dies scheint möglich, denn u.a. im Dezember 2011 konnte das Duo in Salzburg beim CDI4* kräftig Punkte für eine Olympiaqualifikation sammeln: 8. Platz mit 65,489% beim Grand Prix und 4. Platz mit 69,578% beim Grand Prix Special-Finale.

Der Vater

Linienbegründer Burnus hat den Shagya-Araber Lapis zum Vater, um den sich eine Begebenheit rankt, die den Reiz der wechselvollen Geschichte unserer Pferde zum Ausdruck bringt. Der deutsche Kavallerieoffizier Walther Schmidt-Salzmann befand sich während der endgültigen Niederlage der deutschen Armee an der Front in Zentralrussland. Über 6000 km, den russischen Winter, feindliche Linien und mangelnde Verpflegung überstanden der Offizier und Lapis gemeinsam. Auf den Weg nach Westen wurde die Elbe überquert, der Schimmelhengst schwamm neben dem Boot her. Als Walter Schmidt-Salzmann schließlich seine Heimat in der Nähe von Stuttgart erreicht hatte, war der unverwüstliche Lapis bei ihm. Hier traf der Offizier dann auf Mitarbeiter des ungarischen Hauptgestütes Bablona, die ihrerseits für jede Hilfe auf dem Weg nach Hause dankbar waren. So kam die aus dem ungarischen Gestüt Kisber stammende Stute 68 Fenek V in den Besitz von Walter Schmidt-Salzmann und fand in Lapis den idealen Partner. 1948 erblickte Burnus das Licht der Welt, später kam er in den Vielseitigkeitsstall des DOKR und wurde von Dr. Reiner Klimke geritten, bevor eine Verletzung seine Karriere im Sport beendete. Sein Züchter Schmidt-Salzmann stellte den Hengst daraufhin dem Trakehner Verband zur Verfügung und Burnus wurde im Gestüt Rantzau aufgestellt. Die passende Stutengrundlage fand der 159 cm große Burnus allerdings erst später im Gestüt Panker (Schmoel); dort hatten viele großrahmige Stuten ihr Zuhause, so auch Habichts Mutter Hallo v. Goldregen. Burnus, wie sein Vater Lapis unverwüstlich, wurde 32 Jahre alt. Die Stute Hallo erreichte, nach langer Sport- und Zuchtkarriere, das 30. Lebensjahr.

Habicht hatte, wie Burnus, mit Dr. Fritz Schilke einen prominenten Fürsprecher und war ebenfalls einige Zeit in Rantzau stationiert. Auch sportlich folgte er seinem Vater und zog später nach Warendorf zum DOKR. Gerne hätte Dr. Reiner Klimke Habicht unter seinem Dressursattel gehabt, auch das Lager der Springreiter meldete Interesse an, doch letztlich kam der Vielseitigkeitsreiter Martin Plewa in den Genuss: „Habicht war bereits siebenjährig, als er 1974 zu mir nach Warendorf kam. Bereits bei meinen ersten Begegnungen mit Habicht hatte ich den Eindruck, dass es sich um eine ausgesprochene Pferdepersönlichkeit handelt. Das Zusammenwirken von Schönheit, Farbe, Größe, Rahmen und einer Haltung, die einer großen Aufmerksamkeit seinem Gegenüber entsprang, machten den Hengst bereits in der Box und im Stand zu einer auffallenden Erscheinung. Im Gelände bewies Habicht seine gewaltige Sprungkraft und Geschicklichkeit. Seine Wendigkeit, Nervenstärke und seine Kondition ließen ihn auch in schwierigen Geländesituationen souverän und aufmerksam bleiben. Das Verhalten beim Umgang und unter dem Sattel und das bei Habicht vorgefundene Verhältnis von äußerer Lebhaftigkeit, Aufmerksamkeit und innerer Ruhe halte ich nach wie vor für ideal. Mein Vertrauen in die ausgeprägte Rittigkeit und Geschicklichkeit von Habicht war beispielsweise ausschlaggebend dafür, dass ich nach einem mit einem anderen Pferd erlittenen schweren Reitunfall überhaupt wieder in den Vielseitigkeitssattel gestiegen bin. Mit seinem Erfolg gleich im ersten Start nach meiner Verletzungspause hat er mir das Vertrauen zurückgegeben.“ Diese unfallbedingte Verletzungspause war es auch, die den Start der beiden bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal verhinderte. Die Reise zu den Weltmeisterschaften 1978 in Lexington fiel einem Autounfall zum Opfer, der Martin Plewa wiederum außer Gefecht setzte. Trotzdem zählten Habicht und sein Reiter zu den erfolgreichsten deutschen Vielseitigkeitspaaren ihrer Zeit.

Sicher ist ein Gewinn für die Trakehner, dass sich die Linie eines dem Ideal eines leistungsbereiten Ausnahmepferdes entsprechenden Hengstes durch seinen Sohn Sixtus, seinen Enkel Axis und den Urenkel Hirtentanz in einer großen Blütezeit befindet. Habicht scheint es gelungen zu sein, die von Martin Plewa so geschätzten Eigenschaften zu verankern und an die nächsten Generationen weiterzugeben.

So gilt sein Sohn Sixtus als das Synonym für die Kombination von Eigen- und Nachkommenleistung, geprägt von dem gleichen Leistungswillen, den schon sein Vater inne hatte. Dazu gibt er noch ein Beispiel für die Aussagekraft von so mancher Hengstleistungsprüfung. Bei seiner HLP in Adelheidsdorf schaffte es Sixtus doch tatsächlich, die Wertnote 6,50 für sein Freispringen zu kassieren. Eine Beurteilung, die er während seiner Sportkarriere mehr als widerlegen konnte, verdiente er doch mit seinen Erfolgen im Parcours bis zur schweren Klasse 19.730 DM, bevor er sich 1999 ganz seiner zweiten Berufung als Zuchthengst widmete. Seine Söhne Buddenbrock und Kasparow, seine Enkel Connery und Lichtblick TSF, seine väterlichen Brüder Vivus und Parforce sind allesamt Beispiele für den großen Einfluss, den Sixtus auf die Gesamtzucht genommen hat – sie sind allesamt bereits in dieser Hengstdatenbank vertreten. Auch Berlusconi, Blue Hors Armano, Couracius, Donauwalzer, Glenn Grant, Hirtentanz, In Flagranti, King Arthur, Oliver Twist, Lacroze, Peron Junior, Polarzar und Redecker können auf Sixtus in der ersten oder zweiten Generation verweisen. Neben seinen gekörten Söhnen und Enkeln kann Sixtus selbstverständlich noch auf eine große Zahl von erfolgreichen Zuchtstuten und Sportpferden verweisen, über sie und seine Familie kann man alles in Sixtus‘ eigenem Hengstportrait nachlesen.

Die Mutter

Die Familie von Axis geht auf das Hauptgestüt Trakehnen zurück. Die Großmutter der Gründerstute Alwina ist Loreley v. Sonnenstrahl, die aus dem Privatgestüt Zwion nach Trakehnen kam. Alwina war die einzige in den Westen gerettete Tochter des Trakehner Hauptbeschälers Hyperion, der als besonders typklar, markant und schönlinig beschrieben wurde und dessen Einfluss in der Trakehnerzucht bis heute nachwirkt. Zudem bringt Alwina mit Pilger als Muttervater noch einen geschätzten Reitpferdevererber mit. Alwina, geboren im Dezember 1945, war einige Zeit auf dem Gestüt Webelsgrund beheimatet; hier erblickte auch ihr zweites Fohlen, die Stute Arcona v. Cornett, das Licht der Welt.

Arcona wurde zu einer der ersten Stammstuten auf dem Gestüt Webelsgrund und begründete hier einen eigenen Familienzweig. Gleich ihr erstes Fohlen war ein züchterischer Volltreffer: Auftakt v. Impuls war Siegerhengst seiner Körung in Neumünster, leider wirkte er nur kurz bei den Hannoveranern als Landbeschäler, bevor ein früher Tod seine Karriere beendete. Die Vollschwester von Auftakt namens Ariella ist Großmutter von Arc de Triomphe, der u.a. Vater des in schweren Springen erfolgreichen Piccobello ist. Auch Arconas Sohn Arthus (v. Rondo) wurde gekört und war auf dem Argenhof der Tabakerbin Hanna Kühn-Reemtsma stationiert, allerdings war seine züchterische Nutzung eher gering.

Obwohl die Familie der Arcona nie weit verzweigt war, sind aus ihr auch eine Reihe erfolgreicher Sportpferde hervorgegangen, wie die im großen Viereck erfolgreichen Pferde Alexander der Große (v. Patron) und Acrobat (v. Polargeist) sowie die im Fahrsport brillierenden Arabica (v. Marduc), Antonio (v. Rubin) und die von Karen Bassett gefahrenen Vollschwestern Amabile und A Capella (v. Arogno). Im Parcours bis zur schweren Klasse war Alptraum (v. Kurfürst) erfolgreich unterwegs. Die Vollbrüder Alaskatraum (gekört), Allegro und Allesio (alle v. Abdullah) sind bis S- bzw. M-Springen erfolgreich unterwegs. Die Mutter der Brüder, Alte Zeit, ist eine Tochter von Habicht und als Muttervater steht der o.g. Arthus im Pedigree, somit ist die Gründerstute Alwina mütterlicherseits gleich zweimal bei Alte Zeit zu finden.

Zu Arconas Zeit im Gestüt Webelsgrund war Peter Oellrich sehr erfolgreich als Gestütsleiter tätig und diese Stute und ihre Nachkommen müssen ihn überzeugt haben, denn als er 1992 in den Ruhestand ging, gingen Angehörige dieser Familie mit ihm: Alpenrose v. Polargeist ist Mutter mehrerer Prämienstuten, Auktionseliten und Sportpferde, so z.B. der bis Intermédiare I erfolgreiche Maizauber-Sohn Arminius. Amazonia (auch v. Polargeist) brachte in der Kombination mit E.H. Maizauber u.a. den gekörten Amarant und Amara, die 1998 als Fohlen über die Auktion in Neumünster nach Irland zugeschlagen worden. Amara  wurde mit dem Hannoveraner Hengst Marcuzzi belegt und brachte Amacuzzi zur Welt, der dann 2009 im französischen Le Lion d’Angers bei der WM der jungen Vielseitigkeitspferde das breitgefächerte Talent seiner mütterlichen Familie unter Beweis stellte und einen 8. Platz belegen konnte. Inzwischen ist er mit Susanna Bordone bis CIC3* für Irland unterwegs.

Vom Vollblüter Lauries Crusador xx stammt Amazonias Tochter St.Pr.u.Pr.St. Amadelia ab, aus der Peter Oellrich dann Amadelio von Lehndorff‘s zog, neben Axis der jüngste Vertreter seines schmalen mütterlichen Erbes. Amadelio wurde  2008 in Neumünster gekört, 2009 für das Bundeschampionat nominiert und auch 2011 hat er sich für Warendorf qualifiziert, hier verpasste er nur ganz knapp das Finale der fünfjährigen Dressurpferde.

Axis' Großmutter Arabeske hat Herzbube zum Vater. Herzbube kann trotz einiger Auslandsaufenthalte in Holland und Österreich auf über 60 eingetragene Töchter und mehrere gekörte Söhne verweisen. Unter anderem ist er Vater des E.H. Heuriger, der im großen Dressursport unterwegs war und 1994 bei den Weltreiterspielen in Den Haag mit Ellen Bontje und der niederländischen Equipe die Silbermedaille errang und in der Einzelwertung einen tollen 5. Platz belegen konnte. Heuriger ist mit seinem Sohn Walzerklang in der Hengstdatenbank vertreten. Schwalbenherbst v. Herzbube a.d. Schwalbenzeit v. Impuls wurde 1981 gekört und erhielt auf der 1. Bundesschau der Trakehner Hengste 1985 in Verden den Titel Prämienhengst. Seine Tochter E.St. Kanessa ist Großmutter des E.H. Kasparow, der wiederum Sixtus zum Vater hat und seine vielfältigen Talente im Sport bei Dressurprüfungen bis Prix St. Georges und im Gelände bis CIC* unter Beweis gestellt hat. Kasparows  Vollschwester Keep Cool ist  St.Pr.,Pr.u.E.St. sowie Siegerstute der Landesschau in Westfalen 2000 und zeigt sich auf dem Gestüt von Erika und Bernd Berge (Bielefeld) als züchterischer Hauptgewinn. Sie ist u.a. Mutter des leider viel zu früh verstorbenen Marbacher Beschälers Kronprinz und des bereits in jungen Jahren in S-Dressuren erfolgreichen Kaspaar v. Münchhausen. Eine besonders berühmte und einflussreiche Tochter des Herzbube ist die E.St. Tilsit, Mutter der drei Elitehengste Tenor, Tivano und Tuareg und der St.Pr.,Pr.u.E.St. Tänzerin, die wiederum Mutter von Travell, Thalys und Tambour ist.

Arabeske nun ist Mutter des bis M-Dressur und L-Springen erfolgreichen Daddy cool von Consul, des bis M-Springen erfolgreichen Ars Vievendi v. Angard und der Stute Akansas, Mutter von Axis. Ewald Hartmann erwarb Akansas als Fohlen von Manfred Fischer (Schotten). Ihr Erstling, die Stute Aglaya, stammt bereits aus der Passeranpaarung mit Sixtus. Aglaya kann mit Alabama (*2004) v. Hohenstein eine bereits bis M-Dressur erfolgreiche Tochter vorweisen. Leider ging Aglaya an Darmverschlingung ein.

Axis war das zweite Fohlen von Akansas und Hans Eberhard Schneider war bei der Fohlenbewertung begeistert von dem kleinen Rappen. Da Ewald Hartmann aber die Möglichkeiten für die optimale Hengstaufzucht fehlten, bot er den Absetzer zum Verkauf an. Allerdings meldete sich nicht ein einziger Interessent auf das Inserat im Trakehner Heft. So wandte sich Ewald Hartmann an den Züchter seiner Stute und Axis kam zur Aufzucht nach Schotten zu Manfred Fischer und wurde hier auch für die Körung vorbereitet. Als Axis in Hörstein der Vorauswahlkommission vorgestellt wurde, fehlte er erst bei der Aufzählung der Kandidaten für Neumünster. Ewald Hartmann hatte schon abgewunken, aber Zuchtleiter Lars Gehrmann wollte es wohl nur spannend machen: „Der Rappe von Sixtus geht natürlich auch mit“, kam dann doch noch die erlösende Ansage und Axis fuhr nach Neumünster. Seine Vollbrüder folgten seinem Beispiel, Ares reiste 2005 in die Holstenhallen und Avalon wurde 2006 zur Körung vorgestellt, beide erreichten das Klassenziel aber nicht. Ares ging über die Auktion nach England und Avalon qualifizierte sich 2009 unter der Fahne des Gestütes Floggensee für das Bundeschampionat des deutschen Geländepferdes.

„Gerne hätte ich aus meiner Akansas noch ein Stutfohlen von Sixtus gehabt, leider ist mir aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen dieser Weg versperrt“, so Ewald Hartmann, die Erinnerung an die Körveranstaltung 2005 ruft bei ihm noch heute Kopfschütteln hervor. „Ares sprang eigentlich noch besser als Axis, aber beim Freispringen wurde er mehrfach so behindert, das er alles abräumte, ich musste nachher froh sein, dass ich überhaupt noch ein Gebot für den Hengst bekam.“ Dieses Erlebnis gab wohl letztendlich den Ausschlag, dass Ewald Hartmann mit seinen Stuten in die Landespferdezucht wechselte

Akansas Vater E.H. Angard war selbst bis S-Dressur erfolgreich und ist Vater von sieben gekörten Hengsten, über 100 eingetragenen Stuten und mehr als 250 eingetragenen Sportpferden. Angard hat nicht nur bei den Trakehnern eindrucksvolle Spuren hinterlassen, sondern auch in der damals noch existierenden hessischen Landespferdezucht, die ja inzwischen bei den Hannoveranern „untergegangen“ ist. Selbstverständlich ist auch der typvolle Angard bereits mit einem eigenen Portrait bei den trakehnerfreun.de(n) vertreten.

Nachzucht

Hirtentanz (a.d. Herzlani v. Kostolany) stammt aus dem ersten Jahrgang von Axis und wurde 2005 als Prämienhengst und bester Springhengst der Körung herausgestellt. Hirtentanz wurde diesem Titel mehr als gerecht. Er war 2009 Trakehner Springpferdechampion und ist inzwischen bis zur Klasse S erfolgreich. Selbst die Holsteiner kamen nicht an ihm vorbei und Hirtentanz ist seit langen Jahren wieder der erste Trakehner, der für die Holsteiner Zucht anerkannt wurde. Auch bei den Züchtern ist Hirtentanz sehr beliebt und gehörte in den vergangen Jahren zu den „Vieldeckern“. Wohl auch aufgrund seiner herausragenden mütterlichen Linie konnte Hirtentanz auch züchterisch überzeugen, mit Abendtanz, Tarison und Dürrenmatt stellt er bereits drei gekörte Söhne, sämtlich mit dem Prämientitel versehen. Seine Tochter Zaubernixe erhielt bei ihrer Eintragung 2010 in Schleswig-Holstein 54,5 Punkte, „Pfotensteffi“ wurde ebenfalls mit 54,5 Punkten bewertet und war Reservesiegerstute Baden-Württemberg 2011.

Ballzauber (a.d. Ballgeflüster v. Itaxerxes) gehörte bei seiner Körung 2006 ebenfalls zu den Besten beim Freispringen und beeindruckte durch Sportlichkeit und eine gute Galoppade. 2007 hatte er einen hochgelobten Auftritt bei der Hengstschau in Münster-Handorf, der ihm viele Fans eingebracht haben muss, da er in seinem ersten Jahr, auf dem Gestüt Gorlo stationiert, im Natursprung über 50 Stuten gedeckt hat. Ballzauber hatte unter der Ägide des Majenfelderhofs eine recht erfolgeiche Zeit im Sport - unter Alexa Bendfeldt qualifizierte der Hengst sich z.B. fürs Bundeschampionat. Wo Hirtentanz jedoch jederzeit vom professionellen Management seines Besitzers profitieren konnte, hatte Ballzauber weniger Glück. Mittlerweile ist der Hengst in den USA und damit für deutsche Trakehnerzüchter so gut wie in der Versenkung verschwunden.

Sidney Bay (a.d. Sinfonie v. Kostolany) hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt in Neumünster 2007, wo er die Fohlenkollektion bereicherte. In 2009 kam er erneut nach Neumünster, auch ihm wurde ein qualitätsvolles Freispringen bescheinigt, des weiteren ist er laut Körprotokoll mit Antrittsstärke und einem aktiven Hinterbein ausgestattet. 2011 wurde er vom Trakehner Verband für das Bundeschampionat nominiert.

Der jüngste bei den Trakehnern gekörte Sohn von Axis trägt den einprägsamen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Namen Berlusconi. Die Familienbegründerin von Berlusconi ist die Stute Blinklicht, die wiederum von Burnus abstammt. Blinklicht brachte den S-Dressurhengst E.H. Benz und ist außerdem Großmutter der Vererber Baluster und Belsazar. Blinklichts Tochter Ballerina war Eintragungsreservesiegerin und stellte den Elitehengst Buddenbrock (v. Sixtus!) sowie dessen Vollschwestern Balalaika III (Eintragungs-Reservesiegerin Ba-Wü 1998) und Biskaja (Siegerstute Ba-Wü 1999) sowie Batida IV, Mutter des gekörten Blitz und Donner. Berlusconis Mutter Bandera war Jahressiegerstute, Trakehner Reitpferdechampioness der Dreijährigen und Vierte beim Bundeschampionat 2003. Bereits 2010 stellte sie in Neumünster mit Banderas von Le Rouge einen gekörten Sohn. Das Körprotokoll bescheinigt auch Berlusconi einen kraftvollen Sprung und alle Attribute eines zukünftigen Vatertiers. Berlusconi ist 2012 im Hauptgestüt Graditz aufgestellt.

Aus der Zucht von Jan und Anna Schuil (Niederlande) stammt der 2008 geborene Axis-Sohn Ararad (ex Danzig) aus einer KWPN-Stute v. Gribaldi. Er wurde 2010 gekört und absolvierte im folgenden Jahr seine 30-tägige Veranlagungsprüfung in Schlieckau. Hier erhielt er ordentliche Noten, u.a. eine 9,5 für seinen Charakter, so dass seine gewichtete Endnote bei 7,87 lag. Ararad ist beim Oldenburger Verband gemeldet.

Bei der Nurmi-Prüfung 2007 war der Axis-Sohn Marquis mit der Gesamtnote 7,97 an dritter Stelle platziert und hat später mit Elmar Rotthäuser im Sattel in Geländepferdeprüfungen, Spring- und Dressurprüfungen bis zur Klasse L Schleifen gesammelt. Bajazzo von Ludwigsburg (*2003) a.d. Brasilia v. Bajar ShA war ebenfalls beim Projekt Nurmi vertreten und ist mittlerweile mit dem jungen Niklas Eberhardt im Parcours unterwegs. So waren die beiden z.B. 2011 zweite beim M*-Springen des internationalen Young Neighbours Meeting in Neubeeren. Ein weiterer großer Erfolg war die Teilnahme beim Ludger-Beerbaum-Preis, einer Jugend-Turnier-Serie in den Klassen A, L und M für Stamm-Mitglieder der Berliner und Brandenburger Reitervereine. Nach vier Turnieren mit entsprechenden Qualifikationsprüfungen zogen Bajazzo und Niklas Eberhardt in die Finalrunden für die Klassen L und M ein. Als unangefochtener Sieger mit der einzigen Null-Fehler-Runde im Stechparcours durfte Niklas Eberhardt in der Klasse L als Sieger auf die Ehrenrunde. Auch in Klasse M gehörte er zu den Platzierten: Siebter hieß es hier nach einem Flüchtigkeitsfehler im Normalparcours. Der Preis für die tolle Leistung des Duos war ein Trainingstag mit Ludger Beerbaum.

Aragon (*2004) a.d. Falling Star v. Hohenstein (!) ist ebenfalls bis M*-Springen erfolgreich mit Christoph und Reinhold Diestel unterwegs. Asante Sana (*2005) a.d. Amazone VI v. Marduc war fünfjährig mit Anna-Thea Folkmar Jacobsen erfolgreich in Dressur- Spring- und Geländeprüfungen unterwegs, die beiden kamen mit Wertnoten bis 8,8 nach Hause. Auch aus den Landespferdezuchten kommen einige sporterfolgreich Axis-Nachkommen, die zwar (noch) nicht „ganz oben“ angekommen sind, aber durch ihre vielseitigen Platzierungen in Dressur, Springen und Geländeprüfungen auffallen.

Axis steht den Züchtern in 2012 nicht zur Verfügung, im Hinblick auf die Hoffnungen für die Olympischen Spiele sicher eine nachvollziehbare Entscheidung. Terhi Stegars beruhigt hier die züchterisch denkenden Trakehnerfreunde: „Axis ist topfit, hat eine tolle Konstitution, der kann später sicher noch viele Jahre decken!“ Da viele von Axis' Vorfahren ein für Pferde geradezu biblisches Alter erreicht haben, mag man dieser Aussage gerne Glauben schenken.

© 2012 Meike Düsterwald
Quellen: Angaben Terhi Stegars und Ewald Hartmann, Der Trakehner/Trakehner Hefte, Trakehner Hengstbuch, trakehnerfreun.de
Fotos: Jutta Bauernschmitt, HP Bluewood Stud, HP Terhi Stegars, HP A bis Grand Prix