Brioni

Farbe/Abzeichen Braun, Sth., l.Hfsl.unreg.w.
geboren 16.01.2001

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
2½-jährig 165   20.0
volljährig   165   20.0

Züchter Dr. Marliese Dobberthien, Diesdorf-Abbendorf/Altmark (Nds)
Aufzüchter Dr. Marliese Dobberthien, Diesdorf-Abbendorf/Altmark (Nds)
gekört März 2004 ZSAA in Alsfeld
anerkannt April 2004 in Wickrath
Web-Adresse www.altmarkhof.com

Pedigree

EH Friedensfürst
F. 1990
Dr S
1.74/202/22.0
Rondo
F. 1970
Schabernack
Db. 1962
Schöner Abend
Db. 1958
v. Abendstern
Memel
F. 1954
v. Totilas
Rositten
F. 1966
Sterndeuter
B. 1954
v. Stern xx
Regina
F. 1950
v. Lausbub
Frieda III
F. 1983
Gelria
F. 1975
Kassio
F. 1963
v. Abglanz
ElSt. Griseldis
F. 1964
v. Pindar xx
Feinsliebchen xx
B. 1971
Altrek xx
F. 1952
v. Antonio Canale xx
Flechse xx
B. 1958
v. Cezanne xx
Bagheerah ox
B. 1993
1.57 m Stock
9-8-7/7-7-8/8
Bagdad ox
B. 1982
Naftalin ox
B. 1977
Topol ox
B. 1958
v. Priboj ox
Nepriadwa ox
Sch. 1964
v. Pomeranets ox
Medianka ox
B. 1977
Nabeg ox
F. 1952
v. Arax ox
Margeritka ox
B. 1970
v. Aswan ox
Adyca ox
F. 1988
Almaz ox
B. 1981
Naftalin ox
B. 1977
v. Topol ox
Molva ox
B. 1971
v. Aswan ox
Kruschina ox
F. 1967
Arax ox
B. 1952 
v. Amurath Sahib ox
Kapel ox
F. 1959
v. Pomeranets ox

Hengstlinie des Perfectionist xx über Tempelhüter
Stutenfamilie der Dafina db
anerkannt für Gekört beim ZSAA;
anerkannt für Trakehner, Oldenburger, Deutsches Sportpferd, Mecklenburg
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
68,75%
Decktaxe

Eigentümer

Seit 2001: Dr. Marliese Dobberthien, Diesdorf-Abbendorf/Altmark (Nds)

Stationierungen

2005-Okt.2007:
Nov.2007-Nov.2009:
seit Dez.2009:
Pb. Altmarkhof, Diesdorf-Abbendorf - Dr. Dobberthien (Nds)
LH Landgestüt Redefin (MV)
Pb. Altmarkhof, Diesdorf-Abbendorf - Dr. Dobberthien (Nds)

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung / 30-Tage-Test / Schlieckau / 2004
  Training Prüfung
Charakter 10,0  
Temperament 9,0  
Leistungsbereitschaft 9,0  
allg. Leistungsvermögen 9,0  
Rittigkeit 8,0 FR: 7,0
Dressurbetonte Note   7,46
  Training Prüfung
Schritt 8,0 8,0
Trab 7,5 6,75
Galopp 8,0 7,0
Springanlage 7,0 7,0
Springbetonte Note   7,10
Gesamtnote   7,46

Hengstleistungsprüfung / 70-Tage-Test / Neustadt/Dosse / 2005
Interieur Rittigkeit  Springanlage
8,88 8,13 7,19
Schritt Trab  Galopp
8,0 7,25 7,42
Index Dressur Index Springen Index gesamt
101,20 (13.) 95,27 (18.) 97,43 (19./33)

Turniersporterfolge: E-LGS: 657 €
letzte Erfolge: 2007
Siege in GEV A, Springen A, Reitpferde- und Eigungsprüfungen
Platzierungen in Springpferdeprüfungen Kl. L
Qualifikation zum Bundeschampionat

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur 2008
Anzahl
Töchter
Typ
Ober-
körper
Funda-
ment
Schritt
Trab
Galopp
Gesamt-
eindruck
Gesamt-
Zuchtwert
Widerrist-
abweichung
noch keine eingetragenen Töchter bei den Trakehnern

Zuchtwertschätzung Sport 2008
 
ZW
HLP
ZSP
ABP
TSP
SI %
noch keine Nachkommen im Sport

gekörte
Söhne (1)

Hokuspokus (ZSAA)
Töchter (1)

PrSt. Honigmilch (ZSAA)
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde -
davon mit Platzierungen (in 2008) -
davon in Klasse M und S -
N-JGS 2008 -
N-LGS -

Arabisches oder Englisches Blut dient seit jeher zur Veredelung in der Warmblutzucht. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat das englische Vollblut eine stärkere Rolle bei der Veredelung eingenommen, als es der Araber tut – wenngleich auch das englische Vollblut auf drei orientalische Hengste zurückgeht: Byerley Turk, Godolphin Barb und Darley Arabian. Einer neueren, auf Gen-Analyse basierenden Studie zufolge ist Darley Arabian in direkter männlicher Linie über seinen Sohn Eclipse Stammvater von 95% aller heute lebenden englischen Vollblüter. (Quelle: www.Wikipedia.de)

Vermarktungszwänge sind es wohl, die den Züchter den Einsatz des arabischen Blutes heute häufig scheuen lassen, gibt der „Trinker der Lüfte“ doch allzu oft auch seine gerade Kruppe mit hoch angesetztem Schweif, ein gerades Hinterbein, einen tief angesetzten Hals und eine geringe Körpergröße mit.

Dennoch bringt ausschließlich der Araber Härte, Leistungsbereitschaft, Gesundheit, Ausdauer und Umgänglichkeit – die hochgeschätzte Zugewandtheit dem Menschen gegenüber – sowie den typischen arabischen Überguss voller Schönheit und großem Auge.

Dem arabischen Blutanteil in der Trakehnerzucht ist es wohl auch zu verdanken, dass der Trakehner über Jahrzehnte schon als Veredler der anderen Warmblutrassen gilt. Will man also die positiven Eigenschaften dieser Pferde in der Zucht verankern, komme ich am Einsatz dieses Blutes nicht vorbei.

Um negative Auswirkungen im Phänotyp der F1-Generation besser kalkulieren zu können, gebietet die Logik es, bei den anzupaarenden Arabern klar auf Größe und Leistung zu achten und ein im Reitpferdetyp stehendes Modell zu wählen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts finden wir solche Araber, wenn wir unseren Blick nach Osten wenden – in Polen und in Russland.

Gigi Grasso beschreibt in seinem Buch "Arabian Stallions in Europe", dass der erste Züchter reinblütiger Araberpferde in Polen König Zygmunt August (1520–1572) war. Das große Territorium Polens konnte am besten mit Hilfe der leichten Kavallerie verteidigt werden, man setzte auf die leichten, trockenen und zähen Araber, die nach der Rettung Wiens in ganz Europa berühmt wurden. Trotz Kriegswirren und deutlicher Verluste in den Zuchtbeständen gelang es den Polen doch immer, ihre Zucht zu erhalten und zu verbessern.

Heute existieren drei Staatsgestüte in Polen – Bialka, Janow Podlaski und Michalow –, in welchen die Pferde streng nach Rennleistung selektiert werden. Schnelligkeit, Ausdauer und Härte werden groß geschrieben, alle Dreijährigen werden einem entsprechenden Leistungstest unterzogen. Das Erscheinungsbild des Reitpferdetyps ist im polnischen Araber deutlich verankert. Größe, Kaliber, Rahmen und Formation unterscheiden sie von ihren ägyptischen Kollegen.

1939 konfiszierten die Russen in Janow Podlaski den Hengst Ofir ox sowie dessen Mutter Dziwa ox und die Stute Krucica ox mit ihrer braunen Ofir ox -Tochter Mammona ox. Bei Fuß der Mutter lief das junge Fohlen weit über 1500 Kilometer nach Tersk und gut vier Wochen darauf über 3000 km gen Osten auf der Flucht vor der Deutschen Armee. Mammona ox war Begründerin einer der erfolgreichsten Tersker Stutenlinien.

Die Araber in Tersk wuchsen jahrzehntelang völlig unberührt von Markttendenzen auf. Frei von westlichen Showkriterien wurden die arabischen Pferde gezüchtet, Maßstäbe waren Leistung, Ausdauer, Umgänglichkeit und Schnelligkeit. Ebenso wie in den polnischen Gestüten wird auch in Tersk hart auf Leistung geprüft, im Alter von 20 Monaten gehen die Jungpferde auf die Rennbahn, werden dort angeritten und bestreiten im Alter von 24 bis 26 Monaten Rennen. Ein Vollblutaraber in Tersk hat bis zu seinem dritten Lebensjahr unzählige Kilometer zurückgelegt, diejenigen von ihnen, die dieses ohne Schaden und mit guten Leistungen überstehen, werden zur Zucht eingesetzt. Entsprach ihre Nachzucht den russischen Qualitätsansprüchen, so wurden diese Tiere auch der Warmblutzucht zugeführt.

Pomeranets ox war in Tersk durch seine erstklassige Nachzucht aufgefallen, Topol ox wurde vor allem wegen seines Sohnes Naftalin ox, einer der besten russischen Vererber in Bezug auf Rennleistung, bekannt. Auf diese Weise fanden beide Hengste den Weg nach Kirow und wirkten segensreich in der dortigen Trakehnerzucht.

In dieser Leistungszucht und Bündelung der oben genannten Gene liegen die mütterlichen Wurzeln des Reservesiegers der ZSAA-Körung des Jahres 2004, des Hengstes Brioni vom EH Friedensfürst.

Peter Pracht kommentierte nach der Körung des ZSAA: „Dieser dreijährige Hengst gehörte zu den absoluten Höhepunkten der diesjährigen Körung. [..] Brioni ist ein ausgesprochen harmonischer, ausdrucksvoller Partbred-Hengst, der den arabisierten Trakehner-Typ schlechthin verkörpert. Im Schritt ist er taktrein und losgelassen, sein Trab ist schwungvoll ergiebig mit energischem Schub aus der aktiven Hinterhand in schöner Balance, die er auch auf der langen Geraden hält bzw. in der Kadenz noch steigern kann. Ein Zeichen für seine Eignung auch für das große 20 x 60 Viereck. Die Galoppade war ausbalanciert und mit viel Ausdruck gesprungen. Im Springen zeigte sich der Hengst sicher taxierend und vermögend.“

Im April 2004 wurde Brioni auch für die Trakehner anerkannt, der Trakehner Zuchtbezirk Rheinland kommentierte anlässlich der Anerkennung „Als typklarer Veredler bester Machart stellt er eine gelungene Symbiose aus Trakehner und Araber dar. Er wusste zu gefallen durch Gang, Bergauftendenz, Charme und Ausstrahlung.

Der Trakehner-Verband kommentierte wie folgt: „Der typstarke und in seinem Habitus sehr beeindruckende Brioni verkörpert die gelungene Symbiose eines großrahmigen Trakehner Dressurhengstes mit einer edlen Vollblut-Araberstute. Er ist geschlossen und formschön im Körperbau und steht auf solidem Fundament. Bei gutem Schritt bewegt er sich mit schöner Mechanik im Trab.“

Die Trakehner Hefte 05/2004 schreiben
: „Brioni v. Friedensfürst aus der rein russisch gezogenen Bagheerah ox präsentierte sich als Veredler bester Machart. Er ist einer der ersten Hengste der letzten Jahre, der aus der Anpaarung mit einer Vollblutaraberstute entstammt … Brioni war einer der Hingucker der Körung. Der dreijährige Braune, mütterlicherseits aus russischen Leistungslinien gezogen, ließ nicht nur mit seinem Typ und Charme die Herzen schmelzen, sondern überzeugte die Kommission auch durch sein harmonisches, korrektes Exterieur und seinen besonders schwungvollen, aus aktiver Hinterhand entwickelten Trab, der mit einer 9 honoriert wurde.“

Trakehners International kommentierte: „Dieser braune Trakehner Hengst steht im ausgezeichneten Trakehnertyp und war einer der begabtesten Junghengste beim Freispringen, was erneut beweist, dass sein Vater EH Friedensfürst trotz seiner Erfolge als Dressurpferd exzellentes Springblut führt und dieses auch an seinen Sohn weitergeben konnte. Brioni ist derzeit der einzige Hengst im Hengstbuch I des Trakehnerverbandes mit einer rein arabischen Mutter, was ihn zu einer interessanten Ergänzung des Genpools macht. Bei mittlerer Größe steht er bei gutem Rahmen und starkem Fundament über genug Boden und zeigt rhythmische und ausgewogene Bewegungen.“

Die Landwirtschaftkammer Hannover schreibt über Brioni im Anschluss an den 30-Tage-Test in Schlieckau: "Nur ein Trakehner-Hengst war im Lot zu sehen, aber ein besonderer… Der korrekte, aber nicht voll entwickelte Hengst bestach nicht nur durch seine vorzüglichen Charaktereigenschaften, sondern auch durch solide Leistungen in allen Merkmalen. Er könnte wieder einmal etwas arabischen Überguss in die Trakehnerzucht bringen.“

Die Trakehner Hefte 11/2005 berichten nach Brionis siegreichem Start im Nurmi-Test, dass dieser bereits während seines 70-Tages-Tests in Neustadt/Dosse durch seine beidseitige hohe Veranlagung (Dressur und Springen) auffiel, Züchterin und Besitzerin Frau Dr. Marliese Dobberthien aber erst überzeugt werden musste, ihren Hengst beim Projekt Nurmi an den Start zu lassen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Brioni siegte mit einer Gesamtwertnote von 8,42. Er erhielt Höchstnoten für Galopp, Gelände, Leistungsbereitschaft und Rittigkeit, wobei herauszustellen ist, dass er dies alles unter dem Sattel der für ihn völlig fremden Vielseitigkeitsreiterin Juliane Adner vollbrachte.

Nach der erfolgreichen Sport- und Zuchtsaison 2006 schreibt „Der Trakehner“ in Heft 10/2006: „Zu größeren Hoffnungen hinsichtlich einer stärkeren Positionierung arabischer Gene in der Zucht berechtigt der junge Friedensfürstsohn BRIONI. … Der schönlinige, noble Braune verfügt über beste Reitpferdeeigenschaften und präsentierte seine ersten verheißungsvollen Jahrgänge, die mit den erhofften Attributen seiner Blutführung ausgestattet sind. Seine Mutter Bagheerah ox  … führt allerbeste Blutströme der russischen Vollblutaraberzucht. Die Zeiten stehen günstig, dass es hier gelingt, eine neue, junge Familie zum Leben zu erwecken.“

Gemäß seiner vielseitigen Veranlagung wurde Brioni dann auch in allen Disziplinen des Turniersports vorgestellt. Auf sein sportliches Konto gehen zahlreiche Siege und Platzierungen in Reitpferdeprüfungen, Springpferde- und Spingprüfungen bis zur Klasse L, Dressurpferde- und Dressurprüfungen der Klasse A und Geländepferde- und Geländeprüfungen der Klasse A. In etwas weniger als zwei Jahren erwirtschaftete der vielseitige Braune in Basis- und Aufbauprüfungen immerhin 657,00 € Lebensgewinnsumme für sein Sportpferdekonto.

Auf dem Trakehner Bundesturnier 2006 in Hannover errang er mit einer 8,5 den dritten Platz in der Geländepferdeprüfung und einen dritten Platz in der kombinierten Prüfung (Dressur, Springen, Gelände) und war somit bester gekörter Hengst dieser Prüfungen und qualifizierte sich für das Bundeschampionat des deutschen Vielseitigkeitspferdes (5-Jährige) in Warendorf.

Ab 15.11.2007 ging Brioni als Pachthengst ins Landgestüt Redefin, es erfolgte keine weitere Turnierteilnahme bis zum Februar 2009. Hier absolvierte er den einzigen Start der Gesamtsaison, der auch sofort wieder erfolgreich war: In einem Geländeritt der Klasse A mit Stilwertung errang er mit einer Wertnote von 8,6 den zweiten Platz und in einem Stilgeländeritt der Klasse A mit einer Wertnote von 7,9 den siebten Platz.

Brionis Mutter, die mit 1,57 m große braune Stute Bagheerah ox kaufte die „farbverrückte“ Dr. Dobberthien gezielt für ihren Schabracktigerhengst Beau Bukiet, den sie 1996 aus der Nähe von Wroclaw importiert, hatte. 1½ Jahre hatte sie gezielt nach einer qualitätvollen  Araberstute gesucht – einer Stute mit Reitpferdepoints, Größe und Gangwerk – gefunden wurde sie dann mit Bagheerah ox 1998 bei einer renommierten Araberzüchterin am Tegernsee. Aus der Anpaarung mit dem anglo-arabischen Halbblüter Beau Bukiet mit Bagheerah ox fiel ein Hengstfohlen: Der braune Schabracktiger Baykal wurde mehrfach prämiert, 2004 beim ZSAA gekört und vom ZfdP anerkannt. Seine  Hengstleistungsprüfung absolvierte er 2004 in Kreuth als bester Hengst seines Jahrgangs und Reservesieger aller Hengste. Er war mit Höchstnoten erfolgreich in Springpferdeprüfungen und qualifizierte er sich für das Bundeschampionat in der Vielseitigkeit. Vermutlich ist er der einzige gekörte  ¾-Blüter in dem auffälligen Outfit europaweit, der sportlich soweit gekommen ist.

Bagheerahs zweiter Sohn wurde Brioni; heute ist sie eine der Stammstuten auf Gestüt Schralling.

Die relativ großrahmige Bagheerah ox wurde, seinerzeit durch Joachim Gusovius, in Verbandsprämienqualität (Noten 9,8,7/7,7,8/8) in das Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen. Beim ZfdP erhielt sie eine Verbandsprämie und wurde bei der Bundesschau in Altefeld hochprämiert, anlässlich der nationalen Stutenschau gewann sie einen 1d-Preis.

Betrachtet man Bilder der Ahnen von Bagheerah ox, so wird man feststellen, dass es sich nicht um „Schaupüppchen mit Dish“ der modernen Art, sondern um stabile, kräftige Leistungspferde handelt: Schöne Hälse und Oberlinien bei guten Kruppen und gut gewinkeltem Hinterbein – man sieht Pferde, die bei gutem Rahmen über genügend Boden stehen, Pferde, denen man zutraut ihre Leistungen in unterschiedlichen Disziplinen des Sports zu erbringen.

Bagheerahs Pedigree liest sich wie das „Who is Who“ der russischen Sportpferdemacher. Auf Vater- und Mutterseite begegnen uns in den ersten Generationen mehrfach Naftalin ox, Arax ox, Pomeranets ox, Aswan ox und Monopolia ox, so dass hier eine auffällige und besonders wertvolle Konsolidierung auf den überragenden  Sportpferdemacher Priboj ox und die großartige Stute Mammona ox vorliegt.

Bagheeras Vater Bagdad ox war eines der erfolgreichsten Rennpferde aus der Tersker Araberzucht. Als Sohn des Naftalin ox ist er zudem ein Halbbruder zum Vogelsanghofer Kosmonaut ox, der beim ZSAA vier gekörte Söhne stellte. Zu seinen besten Trakehnernachkommen zählt die Vogelsanghofer Siegerstute im Rheinland 1999, die Staatsprämien- und Prämienstute Marchesa II aus der Marischka von Marlon. Auf der 5. Trakehner Landesschau 2004 erzielte sie den 1b-Preis der Halbblutklasse, von Sapros stellte sie zum Hengstmarkt in Neumünster 2004 den gekörten Mercato (USA).

Naftalins Vater Topol ox lief 16 Rennen – jedes beendete er auf einem der ersten drei Plätze. Er siegte in neun Rennen, war viermal zweitplaziert und dreimal drittplaciert. Durch Sieg des 2000 Guineas, des St. Leger und des russischen Derbys wurde er zum Triple-Crown-Sieger.

Topols Vater, der als absoluter Leistungsvererber anerkannte Fuchshengst Priboj ox, kam 1944 in Tersk zur Welt. Vater Piolun ox stammte von dem Babolnaer Koheilan I ox aus der Polin Dziewanna ox. Mutter Rissalma ox kam aus dem englischen Gestüt Crabbet Park.

Über Koheilan IV ox und Dziewanna ox bestand nahe Verwandtschaft zu Gama, der zweifachen Großmutter des Leistungsvererbers Bajar. Dziewanna ox, die vom Fetysz ox-Vater Bakszysz ox abstammt, ist nicht nur Mutter des Priboj-Vaters Piolun, sondern auch Urgroßmutter der Shagya-Araber Sultan und Gama. Diese Vollgeschwister sind die Eltern von Bajar ShA, der sich als Springvererber sowohl in der Trakehner- als auch in der Holsteiner Zucht einen Namen machte. Der Bajar-Sohn Bazar ShA ist bereits in dieser Datenbank beschrieben worden.

Priboj ox zeigte sein Leistungsvermögen auf der Rennbahn: Bei acht Starts wurde er sechsmal Erster und zweimal Zweiter – Leistung, die er bewiesenermaßen vererbte, denn nicht nur Topol ox lief hocherfolgreich, auch der Priboj ox-Sohn Sport ox aus der Solianka ox von Skrzyp ox lief dreijährig über 3000 m und vierjährig gleich viermal Rekordzeit: Über 1800 m, 2800 m, 3200 m und 4000 m.

Pomeranets ox, ebenfalls ein Sohn des Priboj ox, war ein hervorragender Fuchshengst, der sich durch Korrektheit und Gangvermögen auszeichnete und das auch vererbte. Bei sieben Starts auf der Rennbahn war er zweimal Sieger und fünfmal Zweiter. Er brachte für Russlands Trakehnerzucht den berühmten Leistungsvererber Hockey, dessen Hengstlinie über den im internationalen Springsport erfolgreichen Olympiateilnehmer Prints, den noch jungen Lowelas und den Grand-Prix-Hengst Perechlest auch in der deutschen Trakehnerzucht Fuß fassen konnte.

Dr. Reiner Klimkes letztes Grand-Prix-Pferd Biotop und der in S-Springen erfolgreiche Long Deal sind in Deutschland gekörte Hengste, die aus Hockey-Töchtern stammen.

Neben Prints gehen noch weitere Olympiateilnehmer aller Disziplinen aus russischer Trakehnerzucht auf Pomeranets ox zurück:

- Podkhot von Hockey startete in Sydney 2000 in der Dressur
- Das in 2004 beste Trakehner Dressurpferd der Welt, Problesk, ging auch zur Olympiade in Athen 2004 an den Start. Problesk stammt aus einer Enkelin des Pomeranets-Sohnes Tropik ox
- Die Zuchthengste Espadron und Topki aus den Pomeranets-Töchtern Epika und Tropa nahmen an den Springwettbewerben in Moskau 1980 teil, wo sie Mannschaftsgold gewannen. Espadron ersprang die Silbermedaille in der Einzelwertung, Topki wurde Fünfter
- Von Epikas Enkel Tesis stammt auch der im Grand-Prix-Dressursport erfolgreiche Hitrol ab
- Der Pomeranets-Sohn Paket lag bei der Vielseitigkeitsprüfung in Mexiko 1968 nach Dressur und Gelände auf einem aussichtsreichen 3. Platz, als er im abschließenden Springen wegen Verreitens eliminiert wurde

Pomeranets’ Mutter Mammona ox – in der Einleitung beschrieben – brachte neben ihm aus der Anpaarung an Priboj ox noch weitere Spitzenpferde hervor: Metropolia ox steht als 4. Mutter in der Abstammung des VZAP-Körungssiegers von 1992 Sarid ox. Aus einer Tochter der Metropolia ox stammt auch der überragende Vollblutaraberhengst und vielfache Champion Gomel ox, der auf St.-Georg-Niveau im Dressursport erfolgreich ist und auch bereits in der Trakehnerzucht eingesetzt wurde; zum Norddeutschen Trakehner Fohlenchampionat 2007 hatte sich sein Sohn aus der Rockefeller-Vollschwester Rockefellina qualifiziert.

Ein weiterer Nachkomme der Metropolia ox war der bedeutende Vererber Menes ox von Nabeg ox. Menes ox ist auf Mammona ox ingezogen, denn sein Vater Nabeg ox stammt aus ihrer Tochter Nomenklatura ox von Naseem ox.

Magnolia ox von Arax ox wurde Mutter der Hengste Mig ox und Mag ox von Aswan ox und des Hengstes Muslin ox von Salon ox.

Monopolia ox, Mutter der beiden in Russland eingesetzten Elitehengste Meson und Mramor, stellte mit ihrer Tochter Monogramma ox von Knippel ox die Mutter des Monogramm ox, den wohl berühmtesten aller Negatraz ox-Söhne. Er schaffte es unter die Top-Ten-Hengste der USA und gewann unzählige Titel im Showbereich.

Mütterlicherseits entstammt Bagheerah ox einer wertvollen englischen Crabbet-Linie; ihre Großmutter Kruschina ox war Elite-Stute und ein erfolgreiches Distanzpferd mit bester Nachzucht. Bagheera ox vereinigt exakt diejenigen Blutlinien, die für das „Russische Rezept für erfolgreiche Sportpferde“ notwendig sind, denn dieses lautet: „Verbinde Priboj-Blut mit Trakehner Blut“.

Brionis Vater, der Trakehner Elitehengst Friedensfürst, war bis zu seinem viel zu frühen Tod im Jahr 2001 einer der Hoffnungsträger des großen Dressursports. Mit dessen mütterlicher Vollblutgroßmutter Feinsliebchen xx vergrößert Brioni seinen Edelblutanteil.

Friedensfürst wurde im Dezember 1994 vom Hannoveraner Verband in Verden gekört und am 14. Januar 1995 in Alsfeld vom Trakehner Verband anerkannt. Er legte eine fabelhafte Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf  (5. v. 53) ab, bestach durch sehr gute Leistungen mit herausragenden Noten sowohl in der Dressur als auch im Springen.

Im Hengstbuch wurde der 174 cm große Friedensfürst wie folgt charakterisiert: Trotz Übergröße versteht es dieser typvolle Rondo-Sohn, ein hohes Maß an Harmonie, Gleichgewicht und Losgelassenheit, besonders unter dem Sattel zu entwickeln. Wohlgeformte Halsung, bedeutender Schultergürtel, mit großzügiger Sattellage. Das etwas offen gewinkelte Hinterbein entwickelt Tragkraft in allen drei Grundgangarten mit Energie und Kadenz, so dass dieser Hengst ein bedeutendes Beschälerbild verkörpert.

Friedensfürst wurde zunächst unter der Olympia-Goldmedaillengewinnerin Nicole Uphoff und später unter Lisa Wilcox hocherfolgreich in schwersten Dressurprüfungen und internationaler Konkurrenz vorgestellt – 1999 war er knapp geschlagener Resevesieger im Nürnberger Burgpokal mit Nicole Uphoff, 2000 war er Seriensieger bis Inter I unter Lisa Wilcox.

Bis zu seinem Tod 2001 verbuchte der damals gerade Elfjährige eine Lebensgewinnsumme von 17.862 €. Im September 2003 wurde Friedensfürst post mortem aufgrund seiner Eigen- und Nachkommenleistung mit dem Elite-Titel des Trakehner Verbandes ausgezeichnet.

Das Jahrbuch Sport verzeichnet für 2008 eine Nachkommenlebensgewinnsumme von 34.768 €. 181 seiner Nachkommen sind als Turnierpferde registriert, er verzeichnet fünf gekörte Söhne und 94 eingetragene Töchter, zehn davon mit Staatsprämie ausgezeichnet. Friedensfürsts Nachkommen sind in den Zuchtbüchern der Trakehner, der Hannoveraner und der Oldenburger geführt.

Trotz seines ausschließlichen Dressureinsatzes haben die Kinder des Friedensfürst häufig viel Talent am Sprung. Allen voran ist hier sein gekörter Sohn Lücke zu nennen, dessen Hengstleistungsprüfung ebenso wie die des Vaters tadellos war. Mit einem Gesamtindex von 125,42 Punkten war er vierter von 43 Prüfungsteilnehmern und belegte den zweiten Platz mit 128,30 Punkten im Teilindex Springen. Für die Teilbereiche Leistungsbereitschaft, Springvermögen und im Fremdreitertest Springen erhielt Lücke jeweils die Höchstnote 10.

Im Jahr 2003 qualifizierte er sich zum Bundeschampionat des sechsjährigen Springpferdes, im Jahr 2004 schaffte er erfolgreich den Sprung in die schwere Klasse. Seither startet er hocherfolgreich in S-Spingen und ist zudem der erste Trakehner, der je in das Springpferdeprogramm der Hannoverschen Zucht aufgenommen wurde. Gut ein Zehntel der Nachkommenlebensgewinnsumme des Vaters geht auf sein Konto.

Der dritte gekörte Sohn des Friedensfürst, Patmos aus der Pamir II von Lehndorff’s, ist in Typ und Habitus deutlich vom Vater geprägt. Ebenso wie sein Vater wurde er zunächst in der Dressur eingesetzt und präsentierte sich auf dem Trakehner Bundesturnier 2006 mit allerbesten Leistungen, siegte unter Eva Zieglwalner in seiner zweiten Dressur-Pferde-M und wurde so Reservesieger im Championat der sechsjährigen Dressurpferde. Der Einsatz auf dem Bundesturnier 2007 war wegweisend: Er siegte in der Hunterklasse unter Björn Plaas-Beisemann, mittlerweile ist dies sein Einsatzgebiet in den USA. Sein Sohn Prince Patmos aus der Princie Diamond von Kostolany, ehemals Auktionsfohlen, wurde im Jahr 2008 Reservesieger der Hauptkörung in Neumünster und konnte kürzlich das Reitpferdechampionat des Holsteiner Pferdestammbuchs in Elmshorn für sich entscheiden.

Zwei weitere gekörte Söhne stellte Friedensfürst für Hannover: Formidable aus einer Warkant-Mutter und Fresh from the Coast aus einer Contender-Mutter.

Friedensfürst verfügt über eine ganze Reihe sehr qualitätvoller Töchter, unter anderem die Siegerstute der zentralen Eintragung in Baden-Württemberg 2004 Barracuda, die beim Hengstmarkt 2000 für 20.000 DM nach Großbritannien zugeschlagene Auktionsstute Inaara, Donaufürstin II, die beste Vierjährige im Zuchtbezirk NBL-Nord, Kate, die Bundessiegerstute 2004, sowie die StPr+PrSt Alisha, welche über die Eliteauktion in NMS 2004 nach Kanada verkauft wurde. Alisha stellte zusammen mit ihrer Mutter Aranja (v. Michelangelo) und ihrer Schwester Ariane (v. EH Gribaldi) die Siegerfamilie der rheinischen Landesschau 2004.

Bandera aus der E.St. Ballerina XXV von Diamant war Jahressiegerstute in Neumünster und Bundeschampionesse auf dem Trakehner Bundesturnier 2003. Auf dem Bundeschampionat des deutschen Reitpferdes konnte sie sich unter Reiterin Hella Kuntz an vierter Stelle platzieren.

Chiara aus der Clarissa L von EH Itaxerxes wurde Reservesiegerin beim österreichischen Bundeschampionat 2003 in Stadl Paura, ihre Vollschwester Claudia wurde bei der Zentralen Stutenschau in St. Pölten Landessiegerstute 2004, war Siegerin der Stutenleistungsprüfung in Kreuth 2004 und belegte im Finale der Materialprüfung der 3-jährigen Reitpferde in Stadl Paura den 5. Platz.

Die heutige StPr+PrSt. Zauberlied siegte beim Fohlenchampionat des Jahres 2000 und stand anlässlich der Zentralen Stuteneintragung in Tasdorf, bei der Stutenleistungsprüfung in Söderhof und beim Finale des Landes-Reitpferdechampionats in Bad Segeberg jeweils in der Spitzengruppe. Mit Zauberdeyk (von Van Deyk) stellte sie auf dem Hengstmarkt 2009 ihren ersten gekörten Sohn, ihr Sohn Zauberlord (von Lord Luciano) siegte auf dem Rheinischen Fohlenchampionat in der Gruppe der Hengste, wurde Reserve-Gesamtsieger der Schau.

Die StPrSt. Linn stellte zur Hauptkörung 2009 in Neumünster den Prämienhengst und 2. Reservesieger Legretto von Imperio.

Für 155.000 € ersteigerte das Sächsische Landgestüt Moritzburg im Jahr 2008 den Hannoveraner Fürst Wettin, einen Fürst-Heinrich-Sohn aus einer Friedensfürst-Mutter.

Friedensfürsts Vater Rondo war Sieger seiner Hengstleistungsprüfung und war im Laufe seiner Karriere als Sportpferd siegreich in Springen bis zur Klasse M. Seine Nachkommen erwirtschafteten laut FN-Jahrbuch 2008 eine Gesamtgewinnsumme von 120.349 €. Seine Nachkommenschar zeigt sich vielseitig, nicht nur in Dressur und Springen verzeichnet er S-erfolgreiche Nachkommen, auch im Fahrsport ist sein gleichnamiger Sohn Rondo bis zur Klasse S erfolgreich.

Rondo stammt aus der Stutenfamilie der von Schöning’schen Treckstute Reni (O270). Die Töchter und Enkelinnen der Reni brachten neben Rondo die gekörten Hengste Ravel, Rockefeller, Ricardo, Radscha, Rombus, Römer und Faustinus (Old) hervor. Rondos Mutter Rositten brachte in 18 Zuchtjahren 18 Fohlen, einige ihrer Töchter wurden hochprämiert, unter anderem die StPr.+PrSt.+ESt. Roma II (v. Ferlin), Mutter der gekörten Rombus und Römer, beide vom Hengst Herzkönig stammend oder die Pr.St. Romanze XXI (v. Istanbul) die mit einer sehr guten SLP zu überzeugen wusste.

Neben Friedensfürst hinterließ Rondo noch zwei weitere Söhne: Arthus und Graditz, der nach kurzer Stationierung auf dem Klosterhof Medingen und absolvierter Hengstleistungsprüfung in die USA exportiert wurde. In den USA erfreute sich Graditz großer Beliebtheit und avancierte zum Linienbegründer. Er hinterließ in den USA neun ATA-gekörte Hengste, von denen Advocate PS aus der Arabeske von Abdullah, und Tzigane PB aus der Tekoa von Condus im Springsport hervorstachen, Ibsen aus der Isadora von Hemmingway erfolgreich in der Dressur bis Grand Prix startet. Eine Vielzahl von ausgezeichneten Töchtern gehört ebenfalls zu seinem Erbe. Aufgrund Eigen- und Nachkommenleistung wurde er von der ATA mit dem Elitetitel ausgezeichnet. Sein Sohn Tzigane*Pb*, der seine Karriere in der Vielseitigkeit begann, in der er fünfjährig als fünftbestes Pferd der USA geführt wurde, dann erfolgreich in den Springsport wechselte, wird ab 2010 für drei Jahre in Deutschland zur Verfügung stehen.

Arthus, Prämienhengst der Körung 1976, gehörte zur elitären Hengstriege des längst aufgelösten Gestüts Argenhof der Tabakerbin Hanna Kühn-Reemtsma im baden-württembergischen Wangen-Amtzell. Sein Einsatz blieb überschaubar, seine beste Tochter ist wohl die Elitestute Malve aus der Manhatten von Pasteur xx , die selbst erfolgreich in Springen bis  zur Klasse M/A war und mit ihrem Sohn Merlin von Honeur ein ebenfalls bis M/A erfolgreiches Springpferd stellte.

Als Muttervater steht Arthus auch im Pedigree der Alte Zeit von Habicht und der Elitestute Ultima IV von EH Louidor. Alte Zeit von Habicht wurde Mutter des gekörten S-Springhengstes Alaskatraum und seines ebenfalls in S-Springen erfolgreichen Vollbruders Allegro von Abdullah. Alessio, ebenfalls von Abdullah, gewann 2005 den 2. Freispringcup der Vierjährigen im Rheinland.

Friedensfürsts Mutter Frieda III war eine Tochter des Gelria von Kassio, einem der letzten Abglanz-Söhne. Gelria war zu seiner Körung 1977 der zweitteuerste Hengst seines Jahrganges. 1985-1988 wirkte er als Landbeschäler in Celle, ab 1990 war er Hauptbeschäler in Marbach. Sein gekörter Sohn Steuben wirkte nur kurz in Deutschland, bevor er nach Italien abgegeben wurde. Aus dieser Zeit hinterließ er Rosegarden (HAN), die mit Rodrigo Pessoa im internationalen Springsport startete. Gelrias erfolgreichster Nachkomme war das S-Springpferd Ginster.

TG macht es möglich: Noch im Jahr 2005 stellte Gelria die Siegerstute der zentralen Eintragung in Bayern! Rominten stammt aus der Rauschen von Inster Graditz – und schickte mit Romintenzauber von Lowelas im Jahr 2008 bereits ihren ersten Hengstanwärter zur Körung in Neumünster.

Die zweite Mutter des Friedensfürst ist die Vollblutstute Feinsliebchen xx von Altrek xx. Feinsliebchen lieferte der Trakehner Zucht fünf eingetragene Zuchtstuten und gehört zur Vollblutfamilie E4, im Stamm der Fonte xx, aus dem über deren Urenkelin Feenlust xx über ihre Mahagoni-Tochter Felicitas auch der international erfolgreiche Fontainbleau von Rockefeller und der für die Trakehner anerkannte Vollbluthengst Feldberg xx von Carolus xx stammt.

Feenlust xx, von Ulrich Poll mit den Maßen 1.61/19.5 und der Bewertung 2,3,3/3,3 eingetragen, begründete in der Trakehnerzucht eine eigene Familie (ZL 17/13). Zu ihrer Nachzucht zählten die M-Springpferde Ferro v. Postmeister und Florian v. Prälat, das L-Vielseitigkeitspferd Falko v. Mahagoni (der auch Erfolge in L-Dressuren und A-Springen hatte) sowie die weiteren Sportpferde Trent v. Trautmann (Springen L), Fidux v. Mahon (Springen L und Vielseitigkeit A) und Finow v. Bartholdy (Dressur L).

Feenlust ist eine mütterliche Halbschwester zur elf Jahr jüngeren Feuille de Rose v. Dschingis Khan, die den in der Holsteiner Zucht hoch angesehenen Feenspross xx v. Aspros lieferte. Die gemeinsame Mutter Fehde v. Bürgermeister ist rechte Schwester zu Feenliebe, deren Literat-Tochter Feenlied Mutter des beim ZfdP und im Rheinland anerkannten Feenpark xx v. Park Romeo ist. Fehde und Feenliebe sind Töchter der Feeninsel v. Magnat, deren Halbschwester Feenwiese v. Olymp Großmutter des Feldberg wurde (v. Carolus u.d. Fehmarn v. Brat). Feldberg xx deckte mit herausragendem Erfolg in der Warmblutzucht der ehemaligen DDR und hinterließ der Trakehner Reinzucht ebenfalls eine Tochter.

Rondo x Gelria – offensichtlich eine erfolgreiche Anpaarung: Aus der hannoverischen ¾-Schwester zu Friedensfürst, Ronja, stammt der Hannoveraner Wie Atlantico, mit dem Fiona Bigwood erfolgreich bis Grand-Prix startet. Der hannoverisch gekörte Wittinger-Sohn Werlindo stammt aus der Fantasie XIV von Rondo aus der Fienchen von Gelria. Seine mütterliche Halbschwester Winzernixe wurde mit dem Staatsprämientitel ausgezeichnet.

Brioni ist im Jahr 2009 genau acht Jahre alt, seine ältesten Nachkommen sind also gerade im anreitfähigen Alter, so dass zu seiner sportlichen Vererbung noch keine Aussage getroffen werden kann. Sein allererstes Fohlen aus dem ersten Jahrgang, der isabellfarbene Hokuspokus aus der Hillary v. Garut Humbursky, wurde 2008 als bestes arabisches Partbred und 2. Reservesieger vom ZSAA gekört und ist bereits erfolgreich in Basisprüfungen.

Laut Aussage seiner Züchterin Dr. Dobberthien haben Brionis Fohlen bisher alle Erwartungen übertroffen. Äußerst korrekt, sehr typvoll, gangstark mit dem Chic und der Ausstrahlung des Vaters, und - soweit bekannt - stets besser eingetragen als die Mütter. Aus einer Mutter mit einem 5er-Trab und 5er-Galopp zauberte er z.B. ein 8er-Fohlen.

Brionis  Fohlen stehen – wie er selbst – im mittleren Rahmen, mit größeren Stuten vererbt erauch größer als er selbst. Auffällig ist das besonders menschenbezogene, unkomplizierte und sanftmütige Wesen seiner Kinder. Sie sind intelligent und lernwillig, hören gut zu, sind „elektrisch“, feinfühlig und dennoch gelassen – seinen guten Charakter, der mit einer 10 bewertet wurde,  gibt er verlässlich weiter. All dies ist auch  Bestandteil seines arabischen Erbes. An ihm und seinen Nachkommen ist sinnlich nachvollziehbar, warum die Altvorderen früher so gerne arabisches Blut in das Trakehner Pferd eingekreuzt haben. Er ist leicht dirigierbar, stets aufmerksam, ganz beim Menschen und immer leistungsbereit.

Wie die sportliche Entwicklung der Brioni-Nachkommen sich gestaltet, bleibt abzuwarten, mit relativer Sicherheit kann jedoch heute schon gesagt werden, dass Brioni über Generationen Sportlichkeit und Leistungsbereitschaft führt und dass Brioni die seltene Chance bietet, die genetisch wertvollen arabischen Eigenschaften „einzukaufen“, ohne die modernen Aspekte der Vermarktbarkeit über Bord werfen zu müssen. Grundgangarten, Rittigkeit, Springvermögen und Reitkomfort bleiben erhalten, denn Brioni bringt all das mit – über Generationen!

© 2009 Simone Schönbeck
Foto: HP der Hengsthalterin