Lichtblick TSF 

Farbe/Abzeichen Fuchs, schm.unreg.i.bd.Nüst.verlfd.Bl., l.Vf.unreg.halb, r.Vfsl.unreg., bd.Hf.unreg.halb w.
geboren 15.05.2000

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
4-jährig 167   20.5
volljährig   167   20.5

Züchter Dr. Manfred Klötzer, Neukirchen/Sachsen
Aufzüchter derselbe
gekört 14.02.2004 für Sachsen und Thüringen
anerkannt 18.04.2004 in Kerken
Web-Adresse

Pedigree

Nerv
F. 1976
Ralf
F. 1953
Markwart
F. 1937
Pythagoras
Sb. 1927
v. Dampfroß
Bebra
Db. 1933
v. Pilger
Rally
R. 1945
Löwenherz
R. 1923
v. Pirol
Ramona
R. 1933
v. Plutokrat
Newa
B. 1971
Neujahr
F. 1953
Neumond
B. 1931
v. Dampfroß
Handfeste
F. 1937
v. Hirtensang
Nelke
R. 1956
Markwart
F. 1937
v. Pythagoras
Nixe
Sch. 1940
dopp.Elchschaufel
Lissett
F. 1994
EH Sixtus
R. 1989
Habicht
R. 1967
Burnus AAH
B. 1948
v. Lapis/Ar
Hallo
R. 1952
v. Goldregen
Stradelle
B. 1980
Ibikus
B. 1967
v. Hertilas
Starlet
F. 1968
v. Masur
Libell II
Db. 1990
Belmont
B. 1978
Ith
B. 1974
v. Ibikus
Ballerina VII
F. 1967 
v. Malachit
Liebeslied
F. 1974
Ralf
F. 1953 
v. Markwart
Libelle
F. 1960
v. Altgesell

Hengstlinie des Dampfroß
Stutenfamilie der O29 Lilofee (Rentel-Wernsdorf)
anerkannt für Trakehner, Sachsen, Thüringen, ZfdP, Süd-Verbände
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
6,25%
Decktaxe

Eigentümer

seit Geburt: Dr. Manfred Klötzer, Neukirchen/Sachsen (NBL-Süd)

Stationierungen

seit 2004: EU Besamungsstation Landgestüt Moritzburg/Sachsen, Deckstelle Nossen (NBL-Süd)

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung / 30-Tage-Test / Neustadt/Dosse / November 2003
  Training Prüfung
Charakter 9,0  
Temperament 8,5  
Leistungsbereitschaft 9,0  
Konstitution 9,0  
Rittigkeit 7,5 FR: 7,0
Dressurbetonte Note   7,06 (15.)
  Training Prüfung
Schritt 7,5 6,5
Trab 7,0 7,0
Galopp 7,0 7,0
Springanlage 8,0 6,25
Springbetonte Note   7,23 (11.)
Gesamtnote   7,37 (16./21)

Hengstleistungsprüfung / 70-Tage-Test / Neustadt/Dosse / 2004
  Training Prüfung
Charakter 9,0  
Temperament 9,0  
Leistungsbereitschaft 9,0  
Konstitution 9,0  
Rittigkeit 8,0 FR: 8,0
Dressur-Index   107,9 (17.)
Spring-Index   105,32 (18.)
Gesamt-Index   107,91 (16./48)
  Training Prüfung
Schritt 8,0 7,83
Trab 6,5 7,0
Galopp 7,0 7,0
Springanlage 7,5  
Freispringen   7,17
Parcoursspringen   FR: 7,5
Gelände-Galopp   7,83
Gelände-Springmanier   8,0


Turniersporterfolge:   E-LGS: 8.412 €
  letzte Erfolge: 2011
  siegreich und platziert
  in Springprüfungen bis Kl. S**

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur 2010
Anzahl
Töchter
Typ
Ober-
körper
Funda-
ment
Schritt
Trab
Galopp
Gesamt-
eindruck
Gesamt-
Zuchtwert
Widerrist-
abweichung
noch nicht verfügbar

Zuchtwertschätzung Sport 2011
 
ZW
HLP
ZSP
ABP
TSP
SI %
Dressur
83
86
86
87
79
82
Springen
105
103
98
104
118
76

gekörte
Söhne (0)

 
eingetragene
Töchter (16)

Iowa, Arys II, Oklahoma Lilly, Heiderose, Heideblick, Letizia SF, Nathalie, Pandora u.a.
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde
27
davon mit Platzierungen (2011)
11
davon in Klasse S
-
N-JGS 2011 1.637 €
N-LGS 2.043 €

Der Züchter und Besitzer von Lichtblick, Dr. Manfred Klötzer aus Neukirchen, war in jüngeren Jahren selbst im Springsattel bis Klasse S unterwegs und für ihn war klar, dass seine Leidenschaft dem Trakehner Springpferd gilt. Solche Pferde wollte er züchten. Zu seinen damaligen Erfolgspferden im Springsport gehörte die Ralf-Tochter List (Sportname Rubia), die ihn vor allen Dingen durch ihre Rittigkeit beeindruckte und dazu noch schnell auf den Füßen war. Durch die Umstände in der damaligen DDR und Dr. Klötzers ablehnende Einstellung dem gegenüber, war es ihm nicht vergönnt, seine Stute List zu behalten. Aber er hat alles daran gesetzt, eine Stute aus diesem Stamm sein Eigen nennen zu können und so fand Lists Vollschwester Liebeslied zu ihm. Liebeslied wurde Stammstute im Hause Kötzer und konnte hier der Familie der O29A Lilofee wieder zu einer breiteren Basis verhelfen, aus der dann auch Lichtblick hervorging.

Lichtblick wurde 2003 für den Zuchtverband Sachsen-Anhalt gekört und 2004 vom Trakehner Verband anerkannt. Zuchtleiter Lars Gehrmann kommentierte Lichtblick wie folgt: „Der nach Springsport- und Leistungsgesichtspunkten mit einem höchst wertvollen Pedigree ausgestattete Nerv-Sohn Lichtblick wurde für das Trakehner Zuchtprogramm insbesondere wegen seiner Abstammung und seiner beim Freispringen gezeigten Leistung anerkannt. Er ist ein Disziplin-Spezialist mit viel Vermögen am Sprung im guten Trakehner Typ mit sicheren Interieur-Werten." (April 2004)

Lichtblicks Karriere im Turniersport ist vorbildlich. Siebenjährig war er in Springprüfungen der Klasse M erfolgreich, achtjährig folgten bereits die ersten Siege und Platzierungen in Klasse S. Im Jahr 2010 errang er mit Philipp Schober die Bronzemedaille bei den Sächsischen Landesmeisterschaften und war nach Der Dürer das zweiterfolgreichste Trakehner Springpferd. Aufgrund seiner sportlichen Erfolge erhielt Lichtblick in 2010 auch das Signum TSF vom Trakehner Förderverein. 2011 folgten weitere Erfolge u.a. der Sieg im S* Springen beim CSI in Neustadt/Dosse und ein 1. Platz beim Großen Preis in Moritzburg.

Die Ahnentafel von Lichtblick liest sich wie Streifzug durch die spannende und beeindruckende Geschichte des Trakehner Pferdes. Bei Namen wie Dampfroß, Hirtensang, Pythagoras, Neujahr oder Markwart, die Lichtblick, teilweise mehrfach, noch in den ersten fünf, sechs Generationen aufweisen kann, geraten Trakehner Freunde ins Schwärmen. Im Hinblick auf diese Ausnahmehengste können hier selbstverständlich nur ein paar herausgepickte Beispiele stellvertretend für die große Vererbungskraft dieser herausragenden Leistungslinien genannt werden, die einige der erfolgreichsten Trakehner Sportpferde unserer Geschichte hervorgebracht haben.

DER VATER

Dr. Manfred Klötzer hat Nerv als Partner für seine Stute ausgesucht, da er ein großer Anhänger der Hengstlinie Ralf – Markwart ist und Nerv der letzte Vertreter dieser Linie war. Der 1976 in Sachsen geborene Nerv begann seine Hengstleistungsprüfung in Neustadt/Dosse im Oktober 1978 und beendete sie im September 1979, unvorstellbar in der heutigen Zeit, wo Urteile nach spätestens 70 Tagen gefällt werden müssen. Im Ergebnis seiner HLP wird er als aufmerksam, lebhaft, fleißig, gelehrig, mit gutem Temperament, leicht zu reiten, leichte, elegante, taktsaubere Bewegungen, viel Schwung und Raumgriff und mit genügend Schub aus der Hinterhand beschrieben. Neben seiner Karriere als Zuchthengst hat Nerv auch selbst Erfolge in Springprüfungen vorzuweisen.

Nerv füllt mit seinen Nachkommen in schöner Regelmäßigkeit die doch eher kurze Liste der erfolgreichsten Trakehner Springpferde, die Erfolge in M- und S-Springen aufweisen können. Mit Allenstein, Kurt, Lichtblick und Limit ist er als Vater vertreten, bei Altinus tritt er als Muttervater auf.

Auch die drei Vollbrüder Waiko, Wezaki und der beim ZfDP gekörte Blücher v. Waitaki aus der Zucht von Hans-Ernst Wezel (Schralling) sind bis M-Springen erfolgreich und haben mit Berolina eine Nerv-Tochter zur Mutter. Berolina brachte mit Bellina v. Sir Shostakovich noch eine bis VL erfolgreiche Tochter und mit dem Sachsen Cancun (v. Cassone) den Vizechampion der 6-jährigen Vielseitigkeitspferde im Jahre 2000 mit Anna Junkmann. Dieses Paar gewann außerdem 2007 Mannschafts-Gold und Einzel-Bronze bei den Europameisterschaften der Ländlichen Reiter, nachdem sie bereits 2004 Mannschafts-Europameister, Vize-Europameister in der Einzelwertung und Deutsche Vizemeister bei den Jungen Reitern wurden. Ebenfalls aus der Landespferdezucht kommt die Passeranpaarung von Nerv mit der Stute Aurelia v. Taifun (Gestüt am Weinberg, Prettin) aus der mit Nordstern, Austria, Alina K und dem gekörten Niro bis zur schweren Klasse erfolgreiche Springpferde in Serie hervorgingen.

Ebenso ist Nerv bei den erfolgreichsten Trakehner Vielseitigkeitspferden mit Feldmarshall und Feldstern DS als Muttervater vertreten. Ein Sohn von Nerv vertrat die Farben der Trakehner bei der WM der Jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d'Angers 2003. Janet Wiesner ritt Feldregent (v. Nerv a.d. Feldtaube von Malmoe xx) auf den 12. Platz. Nach einer durchschnittlichen Dressur kam das Paar mit dem Cross sehr gut zurecht und brachte lediglich 5.6 Zeitfehler mit nach Hause. Leider folgten dann drei Abwürfe im Parcours, die einen Platz weiter vorne verhinderten. Ebenfalls vielseitig unterwegs ist Noble Dancer v. Nerv – Unoaprile xx, er war mit seiner Besitzerin und Reiterin Juliane Adner siegreich bei der Geländepferde-Prüfung der Klasse L auf dem Bundesturnier in Hannover 2007 und qualifizierte sich im gleichen Jahr für das Bundeschampionat der deutschen Vielseitigkeitspferde. Auch der bereits 1993 geborene Horus v. Nerv a.d Haustochter v. Schwalbenherbst war mit Lynn Sander dieses Jahr noch in CIC2* Prüfungen unterwegs.

Nervs Vater Ralf v. Markwart a.d. Rally deckte von 1956 bis 1982. Aus dieser Zeit stammen die gekörten Hengste Freisinn a.d. Freifahrt v. Polarkreis, Humor a.d Husarin v. Ingwer, Fabulist a.d. Fatme v. Polarkreis sowie Rasant a.d. Operette v. Duell. Des weiteren hat Ralf fast fünfzig eingetragene Stuten vorzuweisen. Als diese Hengste aktiv waren, war die Teilung Deutschlands noch aktuell und eine Verbreitung dieser Gene über die Grenzen hinaus verhindert.

Lichtblick ist außerdem mehrfach auf den noch in Trakehnen gezogenen Pythagoras-Sohn Markwart ingezogen. Über Markwart ist im Portrait von Ostermond nachzulesen, „dass er unter dem Namen Begas Georgenburger Landbeschäler war, bevor er mit einem Flüchtlingstreck in die spätere DDR kam; dort sollte er von den Russen beschlagnahmt werden, wurde jedoch versteckt und in Markwart umgetauft; so entging den Russen das „Beutestück“ und die DDR-Zucht sicherte sich einen ihrer besten Vererber mit zahlreichen S-erfolgreichen Nachkommen. Die Vollbrüder Liguster und der gekörte Lichtblick (Sportname Harlekin), der leider züchterisch nicht eingesetzt wurde, etablierten sich als S-Springpferde, während ihr Vollbruder Liktor in Dressur Klasse S platziert war. Der erfolgreichste Markwart-Nachkomme war der strahlende, ganggewaltige Schimmel Neuschnee, der unter Reitmeister Horst Köhler zahlreiche Erfolge im internationalen Dressursport feierte; der schönste war wohl der 5. Rang in der Einzelwertung der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko (6. war der legendäre Pepel)  und 4. Rang in der Mannschaftswertung. Auch seine Vollbrüder Winnetou und Darkie waren S-Dressurpferde. Mütterlicherseits geht Markwart auf die Bussard-Mutter Botin zurück; aus nächster mütterlicher Verwandtschaft stammt der russische Trakehner Aech-Ma, Vater des Orfej, Vater von Waitaki, internationales S-Springpferd und Vererber und des Abrek, ebenfalls S-Springpferd und Vererber in Österreich.“

Nervs Mutter Newa hat Neujahr zum Vater. Dieser Neujahr ist auch Vater von Alarm III a.d. Almut, die wiederum auf Hirtensang und Dampfroß in den ersten drei Generationen verweisen kann. Alarm ist u.a. Vater des Long Deal, der mit Otto Becker und Jochen Fromberger viele tolle Erfolge in schweren Springen feiern konnte und inzwischen mit Russian Deal auch einen gekörten Sohn vorweisen kann. Alarms Tochter Daniela ist die Großmutter von Der Dürer TSF, der unter Michael Jung das aktuelle Aushängeschild  für Trakehner im Springsport ist. Danielas Familie wird bei Frau Dr. Mechthild Bause (früher: Strümpfel) gepflegt und kann mit Danton von Waitaki noch ein M-erfolgreiches Springpferd, mit dem jungen Delikat einen Prämienhengst und mit der Der Dante einen weiteren gekörten Hoffnungsträger vorweisen.

Über seinen Sohn Vers ist Neujahr des weiteren bei dem noch jungen Dramatiker zu finden, der beim Galaabend in Neumünster 2010 nicht nur über bunte Stangen sprang, sondern auch einen Trabi in gelassener Darstellung überflog. Ein Jahr später wusste Glücksruf v. Dramatiker aus der Gretel v. Opernball seinem springbegabten Vater nachzueifern und wurde als bester Springhengst der Körung 2011 ausgezeichnet.

Bei einem weiteren Blick in Lichtblicks Pedigree begegnet uns vierter Generation das erste Mal Pythagoras, der von 1933 bis zur Vertreibung 1944 Hauptbeschäler im Hauptgestüt Trakehnen war. Landstallmeister und Leiter des Hauptgestütes Dr. Ehlert soll beim Eintreffen des nur 158 cm großen Hengstes in Trakehnen gesagt haben: „Man könnte ihn an der Uhrenkette tragen, aber ich glaube an ihn und kann mir nicht denken, dass er enttäuscht“. Und Dr. Ehlert wurde nicht enttäuscht, Pythagoras wurde trotz der Einschränkungen durch den herrschenden Krieg zu einem Stempelhengst seiner Zeit, Begründer blühender Hengstlinien, vertreten in unzähligen Pedigrees herausragender Mutterstuten, Garant für Generationen von hocherfolgreichen Sportpferden.

In fünfter Generation finden wir Hirtensang, der von Curt Krebs-Schimmelhof als einer der besten Hauptbeschäler seiner Zeit in Trakehnen bezeichnet wurde und Vater der Schimmelstute Peraea ist, die Curt Krebs 1944 erwarb und die den Treck nach Westdeutschland als Jährling mitmachte. Hier begründete sie dann einen neuen Stamm und schenkte unter anderem dem berühmten Pregel (v. Tropenwald) das Leben. Donauwind von Pregel aus der Donaulied war es dann, der in Kombination mit Abiza von Maharadscha  das wohl berühmteste Trakehner Springpferd brachte: Abdullah, unter vielen anderen großartigen Erfolgen auch Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles mit der amerikanischen Mannschaft.

Aus der Verbindung  von Donauwind mit einer Maharadscha-Mutter ging auch der im Dressursport so erfolgreiche Fabian von Dr. Reiner Klimke hervor, der auch Vater der Elitestute Habiana ist, deren Tochter Habsburg v. Fahnenträger II wohl zu den vererbungssichersten Stuten unserer Zeit gehört und auch auf dem  Trakehner Hengstmarkt 2011 wieder mehrfach vertreten war, unter anderem mit ihrem Enkel Häwelmann, der zum Siegerhengst ausgerufen wurde.

DIE MUTTER

Lissett ist neben Lichtblick und dessen Vollbruder Limit, ebenfalls bis S-Springen erfolgreich, u.a. auch Mutter von Linda XVIII v. Almox Prints J, die bei ihrer Eintragung 2007 in Moritzburg Beste der vierjährigen und älteren Stuten war.

Lissetts Vater Sixtus verfügt bereits über ein eigenes Portrait in dieser Hengstdatenbank und hat hier im Forum gegen große Konkurrenz, aber mit Weile, die Wahl zum Hengst des Monats gewonnen. Sixtus begeistert viele seiner Fans vor allem mit seiner Präsenz und Ausstrahlung, die auch sein Sohn Axis immer wieder unter Beweis stellt. Axis war seinerzeit bester Springhengst seiner Körung, mittlerweile mischt er im Dressurviereck bei den ganz Großen mit, war 2011 unter seiner finnischen Reiterin Terhi Stegars Teilnehmer bei der EM in Rotterdam und steht auf der Longlist für eine Reise nach London zu den olympischen Spielen 2012. Züchterisch nimmt Axis aktuell vor allen Dingen über seinen Sohn Hirtentanz Einfluss, der – selbst im Springsport bis zur Klasse S erfolgreich – bisher drei gekörte Söhne stellte, die alle als Prämienhengste herausgestellt wurden und von denen Tarison 2010 wie Vater und Großvater als bester Springhengst ausgezeichnet wurde. Hirtentanz ist außerdem auch beim Holsteiner Verband anerkannt – ein Umstand, der eigentlich alles über seine Qualitäten als Springpferd aussagt. Auch bei Hirtentanz finden wir über seine Mutter Herzlani den bereits erwähnten Pregel und damit auch Hirtensang wieder.

Sixtus‘ Vater Habicht war ja selbst erfolgreich im großen Vielseitigkeitssport unterwegs und sein Sohn Livius a.d. Lethargie v. Sterndeuter war neben dem o.g. Abdullah wohl eines der erfolgreichsten Trakehner Springpferde. So konnte der für Amerika startende Livius, neben vielen Erfolgen auf allen großen Turnierplätzen dieser Welt, zum Beispiel eine Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1981 in München gewinnen. Über seine Mutter stehen auch bei Livius wieder Dampfroß und Hirtensang im Hintergrund. Alles weitere über Habicht und seine herausragenden Leistungen in Zucht und Sport kann man beim Portrait von Sixtus, Parforce und Vivus nachlesen.

Lissetts Mutter Libell hat den 1978 geboren Belmont zum Vater, der 1980 in Neumünster gekört wurde. Belmont legte seine HLP 1981 in Medingen in der Leistungsklasse I ab und erreichte den 6. Platz. Besonders beeindruckte er hier durch überragende Temperament- und Charaktereigenschaften sowie seine Leistungsbereitschaft. Unter seinem Reiter Harald Lill, Sohn der Besitzerfamilie, folgten zahlreiche Siege in Material-, Reitpferde und Springpferdeprüfungen; als Fünfjähriger qualifizierte er sich für das Bundeschampionat des Springpferdes und war gegen große Konkurrenz platziert. 1984 startete der typvolle Braune sechsjährig erstmals erfolgreich in M- und S-Prüfungen. Belmonts Leistungseifer sowie seine ideale Bascule in Verbindung mit der guten Technik brachten auch in den folgenden Jahren noch viele Siege und Platzierungen in der schweren Klasse. Erst 1988 wurde Belmont zur Zucht eingesetzt. Die Suche nach einem im Springsport so erfolgreichen Hengst war schon damals nicht einfach und so hat Dr. Klötzer mit seiner Stammstute Liebeslied den weiten Weg nach Bayern in Kauf genommen, um seiner züchterischen Linie treu zu bleiben.

Vater von Belmont ist der 1974 bei Otto Langels, Hämelschenburg, geborene Ith v. Ibikus. Ith wurde 1976 in Neumünster mit dem Prädikat Prämienhengst versehen und 1981 in die USA verkauft. Ith brachte während seiner Wirkungszeit in Deutschland neben Belmont noch den gekörten Antares, der hauptsächlich in Dänemark wirkte. Unter seinen nur wenigen in Deutschland eingetragenen Töchtern konnte Apolania Einfluss nehmen, die sich vor allem als Mutter des gekörten Adamello einen Namen machte. In den Vereinigten Staaten konnte Ith ebenfalls mit erfolgreicher Nachzucht überzeugen, er stellte mehrere ATA-Champions und -Reservechampions und auch bis Grand Prix erfolgreiche Pferde wie zum Beispiel Adel Alicia *Ps* und Adel Arikka *Pg*, beide v. Ith a.d. Adel Andante *E* v. Preussengeist *E* aus der Zucht von Iths Besitzerin Dee Schindler-Ruger.

Auch der gekörte Ingo v. Tornado a.d. Ikone v. Komet (*1969), der wiederum mehrfach das Blut des Pythagoras und Hirtensang in sich trägt, ist nahe verwandt mit Ith. Ingo konnte vor allem in der Landespferdezucht Spuren hinterlassen und war hier als „Springpferdemacher“ sehr beliebt. Besonders beindruckende Spuren hinterließ er über seinen Sohn Elitehengst Indigo, dessen Sohn Charlottenhofs Iberio u.a. 2002 das Hamburger Springderby gewinnen konnte und der auch als Vererber zu beeindrucken weiß.

Ith stammt aus der Familie der Vollblutstute Irka xx v. Allgäu/Athanasius, die vom Gestüt Webelsgrund ausgehend eine eigene kleine Familie begründen konnte. Aus diesem sehr schmalen Stamm kommen auch die Dressurstute Istria v. Obermaat xx mit Erfolgen in FEI-Prüfungen, die S-Dressur-erfolgreiche It‘s Lieschen und der unlängst unfallbedingt gelegte Cadeau-Sohn Irdenglanz. Ganz aktueller Botschafter dieser Familie ist der 2011 gekörte Iceman v. Ovaro a.d. Inura v. Schiffon.

DIE NACHZUCHT

Sicher gehört ein „springender Fuchs“ nicht zu den „Vieldeckern“ im Trakehner Lager, obwohl er als einer der Letzten die so harte und leistungsstarke Linie von Ralf – Markwart vertritt. Da die meisten Springer ihre Erfolge nicht auf Zuchtschauen oder in Reitpferdeprüfungen verbuchen, brauchen diese Pferde einfach mehr Zeit, um ihre Qualität im Sport unter Beweis zu stellen.

Der in 2006 geborene Anblick v. Lichtblick a.d. Ariane v. EH Leonardo/Vers war drei- und vierjährig mit Noten bis 9,5 siegreich in seiner Altersklasse beim Freispringcup in Gordemitz und 2011 mehrfach in Springpferdeprüfungen der Klasse A** erfolgreich. Der von Anblick gewonnene Freispringcup sah 2009 einen weiteren Sohn des Lichtblick aus einer Caprimond(!)-Mutter auf dem zweiten Rang.

Lichtblicks Tochter Iowa a.d. Idun It Hope xx v. Mining xx, wurde bei ihrer Eintragung in Moritzburg 2011 als beste Springstute der Vierjährigen herausgestellt. Das Freispringen bei der Stuteneintragen ist erst seit dem Jahr 2010 freiwillig möglich und die Wertnoten der am besten springenden Stuten wurden 2011 erstmalig in die offiziellen Ergebnislisten aufgenommen. Jedoch zeigt sich schon jetzt, dass es für Stuten aus springbetonten Linien, die vielleicht nicht immer mit spektakulären Grundgangarten aufwarten können, eine gute Gelegenheit ist, ihre Talente zu zeigen, und auch die Vererbung der „springenden“  Väter besser und früher beurteilen zu können.

Donna Rubinia a.d. PrSt. Donnerfee xx v. Sternkönig xx (Z.: Thomas Engel) war 2011 für das Trakehner Fohlenchampionat des Zuchtbezirks Bayern qualifiziert und hat hier nur knapp den Endring verpasst.

Dr. Klötzer hat noch einige Nachzucht von Lichtblick im Stall stehen, und die Hoffnung bleibt, dass diese selten gewordene Linie nicht erlischt. „Man muss wissen, was man will … Will man Dressurpferde züchten, nimmt man einen anderen Hengst, will man Springpferde züchten, macht man mit Lichtblick nichts falsch“, so die erfrischende und sympathische Einstellung von Lichtblicks Züchter. Vielleicht finden in Zukunft noch mehr Züchter, die wissen, was sie wollen (nämlich Springpferde züchten), den Weg zu Lichtblick, der ab 2012 in Graditz aufgestellt wird.



Text und © Meike Düsterwald 2011
Quellen: Angaben Dr. Manfred Klötzer, Der Trakehner, Trakehner Hefte, Trakehner Hengstbuch, trakehnerfreun.de
Fotos: Jutta Bauernschmitt, Online-HVP des Verbandes, HP des Landgestüts Moritzburg