Payano

Payano

Farbe/Abzeichen Braun, unreg. dchg. Bl. i. bd. Nüst., r. Vfsl., bd. Hf. w.
geboren 12.04.1994

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
3-jährig   165 190 20.5
volljährig   168   21.5

Züchter Johann Stegmüller, Morsbach/Nordrhein-Westfalen
Aufzüchter Ursula Schaefer, Westerstede/Niedersachsen
gekört 26.04.2003
Web-Adresse  www.webelsgrund.de

Pedigree

Herzruf EH
F
Königspark xx
F
Prince Ippi xx
B
Imperial xx v. Imi xx
Princess Addi xx v. Agamemnon xx
Kleine Ballerina xx
F
Ballymoss xx v. Mossborough xx
Königin Olga xx v. Orator xx
Herzchen (Zw.)
F
PS,SPS u E.St.
Ginster
Sch
Pregel v. Tropenwald
Guda v. Hansakapitän
Herbstblüte
R

E.St., L/D
Komet v. Goldregen
Herbstzeit v. Bussard
Pikee
B
Arogno EH
Db
Flaneur
Db
Maharadscha v. Famulus
Flocke IV v. Gabriel
Arcticonius xx
Sb
E.St.
Apollonius xx v. Archive xx
Arctic Gail xx v. Hill Gail xx
Petite
Hb
Karwendelstein
B
Hessenstein v. Komet
Kabira v. Maigraf xx
Pedola
F
PS, E.St., L/D
Donauwind v. Pregel
PS Peggi v. Altan

Hengstlinie des Bay Ronald xx über Königspark xx
Stutenfamilie der T4A1 Peggi (Gestüt Birkhausen)
anerkannt für Trakehner, Rheinland, Westfalen
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
40,625 %
Decktaxe

Eigentümer

1994:
1994-1997:
1998-1999:

seit 1999:
Johann Stegmüller, Morsbach/Nordrhein-Westfalen
Ursula Schaefer, Pferdezucht Mansie, Westerstede/Niedersachsen
Heinz Stroetges, Schwalmtal/Rheinland

Edina AG, Finnland

Stationierungen

bis 2006:
2007-2008:
seit 2009:
im Dressursport unter dem Namen M-real St. Payano, kein Deckeinsatz
Leihhengst Gestüt Hohenschmark, Grebin, Schleswig-Holstein
Leihhengst Gestüt Webelsgrund, Niedersachsen

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung nicht abgelegt;
Eigenleistung aufgrund von Turniererfolgen im Dressursport abgelegt und anerkannt.

Turniersporterfolge LGS in Deutschland 7.481 € Dressur bis Kl. S
in Deutschland

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur liegt noch nicht vor, da noch keine Nachkommen eingetragen sind

Zuchtwertschätzung Sport 2008 liegt noch nicht vor, da noch keine Nachkommen eingetragen sind


gekörte
Söhne

-
Töchter

-
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde -
davon mit Platzierungen -
davon in Klasse M und S -
N-JGS 2008
N-LGS
Payano

Payano wurde am 12. April 1994 geboren. Sein Züchter ist Johann Stegmüller aus Morsbach im Oberbergischen Land. Aufgewachsen ist Payano bei Ursula Schaefer auf dem Zuchthof Mansie im niedersächsischen Westerstede, wo Trakehner, Angloaraber und Oldenburger zu Hause sind. Der erste offizielle Auftritt des Hengstes fand bei der Januarkörung des Trakehner Verbandes in Alsfeld 1997 statt. Doch der damals knapp dreijährige Braune mit der markanten unregelmäßigen Blesse „präsentierte sich als Junghengst auf der Körung in Alsfeld etwas sparsam in den Grundgangarten“, erschien zu wenig gefestigt im Sprunggelenk und konnte die Körkommission noch nicht überzeugen.

Ursula Schaefer ritt den jungen Hengst leicht an und verkaufte ihn wenige Wochen nach der Veranstaltung in Alsfeld an Heinz Stroetges aus dem rheinischen Schwalmtal. Dagmar Stroetges brachte ihn in den Sport und erzielte die ersten Platzierungen in Jungpferdeprüfungen – und immerhin konnte sich dieser Trakehner anlässlich des Turniers der Sieger in Münster vor seinem überragenden Jahrgangsgefährten und später bei der PSI-Auktion horrend teuer bezahlten Lord Sinclair platzieren.

Zwei Jahre später, im April 1999, stand Payano als „bildschöner Edelmann mit viel Esprit“, der „exzellente Bewegungsmechanik“ demonstrierte, im Auktionslot der 79. Trakehner Eliteauktion auf dem Klosterhof Medingen. Hier wurde die aus Finnland stammende Dressurreiterin Terhi Stegars auf den Nachwuchscrack aufmerksam. Die finnische Firma ihrer Eltern, die Egina AG, sicherte ihn für 100.000 DM für Terhi. Unter dem Namen M-real St. Payano startete er in eine erfolgreiche Dressursport-Karriere. Payano siegte in Reitpferdeprüfungen sowie in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A bis M und war mehrfach in Aufbauprüfungen platziert. Im Jahr 2000 ging das Paar bei den Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde, die damals in Arnheim stattfanden, an den Start, konnte sich jedoch nicht für das Finale qualifizieren.

Im April 2003 wurde Payano bei der Frühjahrskörung in Leverkusen erneut der Trakehner Körkommission vorgestellt, inzwischen mit einer Eigenleistung bis einschließlich Klasse S. Terhi Stegars musste seine Vorstellungen als Zuschauerin verfolgen, da sie nach einem Reitunfall mit einem anderen Pferd an Krücken ging. So zelebrierte Hans-Jürgen Armbrust ausnahmsweise Payanos Rittigkeit, Bewegungsqualität und Lektionssicherheit, und trotz einer weniger überzeugenden Vorstellung im Freispringen erhielt er diesmal grünes Licht für den Zuchteinsatz. „Dieser im Dressursport bis zur schweren Klasse geprüfte Herzruf-Sohn besticht durch seine bedeutende Gesamterscheinung eines muskulösen Körpers mit viel Aufsatz und großzügigen Gebäudepartien. Männlich und energisch im Ausdruck, aber dennoch leichtfüßig und schwungvoll im Bewegungsablauf. Trotz etwas offener Winkelung weiß er sein Hinterbein gut einzusetzen und ist sich zu jeder Zeit seiner besonderen Ausstrahlung bewusst.“ So führte Zuchtleiter Lars Gehrmann den sportgeprüften Hengst bei der Züchterschaft ein.

Bis zu Payanos erstem Zuchteinsatz sollten noch ein paar Jahre verstreichen, denn vorerst stand der Sport weiter im Vordergrund. Terhi Stegars und Payano waren auch international auf Grand Prix Niveau erfolgreich: 2004 und 2005 verhalf Payano seiner Reiterin zum finnischen Meistertitel der Dressurreiter. 2004 belegte das Paar unter anderem auch den 2. Platz in der Grand Prix Kür beim CDI*** in Zwolle (Niederlande), außerdem siegten sie im Grand Prix auf dem Klosterhof Medingen und ließen dabei auch den dortigen Hauptvererber Caprimond hinter sich. Die Saison 2004 dürfte die erfolgreichste in Payanos Laufbahn gewesen sein; sie bescherte ihm Platz 291 in der WBFSH-Weltrangliste. Insgesamt stehen drei S-Siege und ein M-Sieg sowie elf M-Platzierungen und 33 S-Platzierungen allein in Deutschland auf Payanos Erfolgskonto, seine FN-Lebensgewinnsumme beträgt 7.481 Euro.

Mit der Saison 2006 endete Payanos Sportlerkarriere; seit 2007 steht er im Deckeinsatz, zunächst auf dem in Ostholstein gelegenen Gestüt Hohenschmark, seit 2009 über das niedersächsische Traditionsgestüt Webelsgrund.

Am Pedigree des Payano fällt eine hohe Dichte an Elite-Pferden auf – sowohl Vater Herzruf als auch Muttervater Arogno wurden mit dem Titel „Elitehengst“ vom Trakehner Verband ausgezeichnet, Großmutter Herzchen und drei der vier Urgroßmütter – Herbstblüte, Arcticonius xx und Pedola – sind als Elitestuten ausgezeichnet worden. Mit den Stutenfamilien der Herbstblüte, Arcticonius xx und Peggi werden drei der wichtigsten Familien innerhalb der Trakehner Zucht mit einem qualitätvollen Röttgener Vollblutstamm verbunden, aus dem so bekannte Rennpferde wie der Italienische Derbysieger des Jahres 2000, Kallisto xx von Sternkönig – seine Großmutter Kassiopeia xx war eine Vollschwester des Königspark xx – oder der Deutsche Derbysieger 1975 Königssee xx von Soderini hervorgingen. In den hinteren Generationen geben sich die Gründerhengste der Nachkriegsjahre, Pregel, Komet, Flaneur und Altan, ein Stelldichein, wobei Komet und Pregel jeweils einmal in vierter und fünfter Ahnenreihe auftreten. Königspark xx als Großvater, Arcticonius xx als Urgroßmutter und Maigraf xx in fünfter Ahnenreihe bringen über 40 % Vollblutanteil in Payanos Pedigree.

Payano, CDI Zwolle 2004

Payano ist einer von nur zwei gekörten Söhnen des im Dressursport bis zur Klasse M erfolgreichen Elitehengstes Herzruf, dessen Nachkommen sowohl im Springen als auch in der Dressur S-erfolgreich sind und ihm 2008 mit einem Dressurzuchtwert von 130 und einem Springzuchtwert von 102 als einen der wenigen zuchtaktiven Trakehner Vererber ausweisen, die Doppelveranlagung vererben. Herzrufs erster gekörter Sohn war Linné aus der doppelt prämiierten Livonne von Hyalit. Der schlichte Braune konnte sich in einer Springpferdeprüfung der Klasse A platzieren und mit Platzierungen in Geländepferdeprüfungen fürs Bundeschampionat qualifizieren, wo er jedoch nicht startete. Seine züchterischen Chancen blieben bisher sehr begrenzt; unter seinen ganz wenigen Nachkommen ragt der gekörte Mayong aus der Maifee II von Antares hervor, der 2006 fürs Bundeschampionat der vierjährigen Reitpferde nominiert wurde und sich im folgenden Jahr als Dressurpferd qualifizierte. 2008 war er platziert in Dressur- und Dressurpferdeprüfungen Klasse M. Herzrufs Qualitäten kommen nicht von ungefähr, ist er doch der einzige für die Trakehner Zucht gekörte Sohn des hochinteressanten Holsteiner Verbandshengstes Königspark xx und der mit Prämie, Staatsprämie und Elitetitel dekorierten Zwillingsstute Herzchen, die zweifellos zu den bedeutendsten Stuten der Trakehner Nachkriegsgeschichte zählt. Ein ausführliches Portrait des Herzruf hat Karin Schweiger bereits für unsere Hengstdatenbank zusammengestellt.

Payano, Eliteauktion Medingen 1999

Payanos Mutter Pikee ist eine mit 1,63 m Stockmaß knapp mittelgroße Braune, die anlässlich ihrer zentralen Eintragung die Bewertung 8, 7, 7/6, 7 erhielt. Trotz dieser eher unscheinbar klingenden Zahlen erwies sich Pikee als wertvolle Zuchtstute, deren Nachkommen in Zucht und Sport bewährt sind. 1991 gebar sie ein braunes Hengstfohlen von Zauberklang, das später als Wallach über die Medinger Eliteauktion in die Schweiz verkauft wurde. Unter dem Sattel von Marisa Cortesi absolvierte er eine internationale Karriere im Busch; das Paar gehörte Anfang des neuen Jahrtausends zu den Besten ihres Landes. Das Schweizer Meisterpaar 2001 hieß Marisa Cortesi/Peppermint III, international ragten die Siege in den CIC2*-Prüfungen in Sandillon (Frankreich, 2003) und Bologna (Italien, 2005) sowie in der CIC3*-Prüfung im portugiesischen Barroca d’Alva 2004 heraus, außerdem absolvierten die beiden eine Reihe weiterer 2- und 3*-Prüfungen incl. Weltcup-Qualifikationen auf vorderen Plätzen. In Athen 2004 vertrat Marisa Cortesi mit Peppermint III die Schweizer Farben; das Paar zeigte eine ansprechende Dressurleistung, hatte jedoch Pech im Gelände und im Parcours und beendete das Championat auf dem 65. Rang unter 75 Teilnehmern, von denen 68 in der Wertung blieben. 2003 wurde Pikees Cadeau-Tochter Premiere VIII geboren, die dreijährig bei der Eintragung in Rheinland-Pfalz mit 53 Punkten im Prämienlot eingetragen wurde.

Pikee ist eine sehr enge Verwandte zum Elitehengst Partout, der unter Anky van Grunsven im internationalen Dressursport erfolgreich war: Beide sind Kinder des Elitehengstes Arogno, Pikees Mutter stammt wie Partout aus der Prämien- und Elitestute Pedola.

Der noble Elitehengst Arogno ist Träger des Hauptzweiges der Fetysz ox-Hengstlinie in der Trakehner Zucht, die derzeit die meistbeachtete und zahlenmäßig stärkste ist. In den Portraits seiner Söhne Elitehengst Napoleon Quatre, Polarpunkt und Elitehengst Partout wurde Arogno bereits herausgestellt. Neben 14 gekörten Hengsten, von denen sechs – Giorgio Armani, Ivernel, Napoleon Quatre, Partout, Schwadroneur und Wakond – in schweren Dressurprüfungen erfolgreich waren, brachte Arogno auch viele Töchter, von denen einige zu größerem züchterischen Einfluss kamen. Stellvertretend seien hier seine Elite-Töchter genannt: Kaminja (Mutter des Hengstes Kancun von Tuareg und Großmutter zu Krönungswalzer von Titelheld-Tuareg), Kasaried (Mutter des gekörten Kafka von El-im-cal xx), Kastanie XII (Mutter des Karl Lagerfeld von Hofrat und Großmutter des Prämienhengstes und Bundeschampionats-Teilnehmers Kasimir von Ivernel), Kontessina, Unice (Vielseitigkeit Kl. S) und Werona S. 291 Arogno-Kinder wurden bei der FN registriert; bis 2008 gewannen sie 229.186 Euro; 25 Nachkommen konnten sich in S-Dressuren platzieren, ein Nachkomme in S-Springen. Über seinen Vater Flaneur führt Arogno auf den in Trakehnen eingesetzten Vollblutaraber Fetysz ox zurück, Arognos Mutter war die in Irland gezogene Elitestute Arcticonius xx, die in der Trakehner Zucht eine eigene Familie begründete; ihre ebenfalls gekörten Söhne Acajou von Damaskus und Avignon II von Flaneur erlangten keine Bedeutung, die Arogno-Vollschwestern Anna Karenina und Elitestute Arktis II stellten die gekörten Söhne Amatcho von Matcho AA, der bereits ein eigenes Portrait in unserer Hengstdatenbank hat, und Arentino von Santiago, der heute in England deckt. Diese beiden Stuten sorgten auch für den Fortbestand der Familie. Arogno ist nicht nur innerhalb der Trakehner Zucht eine feste Größe, sein Blut wird auch in den europäischen Warmblutzuchten geschätzt.

Pikees Mutter Petite war eine hellbraune Stute, mit 1.62 Stock und 19 cm Röhrbeinumfang mit eher knappen Maßen ausgestattet. Sie wurde mit der Bewertung 7, 6, 5/6, 7 eingetragen. Neben Pikee brachte sie keine weiteren bedeutenden Nachkommen. Ihr Vater war der Braune Karwendelstein, der 1967 aus der Zucht des Fürsten zu Dohna hervorging. Karwendelstein absolvierte dreijährig eine sehr gute Hengstleistungsprüfung in Medingen, bei der seine Grundgangarten durchweg mit „sehr gut“ bewertet wurden. Für „gut“ wurden seine inneren Werte einschließlich Rittigkeit sowie seine Geländeleistung und seine Springveranlagung bewertet. Das Trakehner Hengstbuch 1975 beschreibt Karwendelstein so: „Äußerst gediegener Reithengst, der zur letzten Vollendung etwas mehr Größe und Rahmen haben könnte. Ideal im schönen, klaren Ausdruck des Kopfes; leichtes Genick, beste Halsform; Adel in allen Körperpartien; trockenes Fundament. Hervorragender Bewegungsablauf im Schritt, Trab und Galopp.“ Karwendelstein deckte insgesamt fünfzehn Jahre lang in Deutschland, Mitte der 1980er Jahre wechselte er für vier Jahre nach Luxemburg. Seine züchterische Bilanz besteht aus vier gekörten Söhnen, 92 eingetragenen Töchtern und 139 FN-registrierten Nachkommen, die 35.067 Euro gewannen.

Intimus aus der Isar von Loretto, Kastellan aus der Korbetha von Kapitän, Braunsberg aus der Berguen von Donauwind und Tänzer aus der Tracht von Prince Rouge xx waren die gekörten Söhne des Karwendelstein. Kastellan und Intimus wurden früh ins Ausland verkauft, Tänzer wurde nicht züchterisch eingesetzt – so war es nur Braunsberg, der über eine nennenswerte Nachkommenzahl verfügte. Vor allem aber war er ein wichtiger Botschafter der Trakehner in den Springparcours Schleswig-Holsteins, wo er bis zur Klasse M siegte und in S mehrfach platziert war. Karwendelstein war bedeutender als Vater qualitätvoller Zuchtstuten, allen voran die Elitestute Inderin aus der Anteil-Tochter Indra, die im Rahmen der Stutenfamilie der Italia in unserem Portal vorgestellt wurde. Inderin war zweifache Hengstmutter: Inspekteur von Mahagoni war im großen Viereck erfolgreich, Inkognito von Consul deckte in der Trakehnerzucht der DDR. Die dreifach prämiierte Insterfee VII von Kennedy-Onassis ist eine Enkelin der Inderin und gehört zu den erfolgreichsten Stuten in der Trakehner Zucht, die in Anpaarung an den Elitehengst Buddenbrock hervorragende Nachkommen brachte; In Petto wurde gekört, In Flagranti war seinerzeit Siegerhengst und ist heute in schweren Dressurprüfungen erfolgreich, In Vita, In Zukunft und In Farbe wurden mit hohen Noten eingetragen. Auch die zweifach prämiierte Interessante aus der Imposante von Donauwind wurde zu einer Säule der Zucht der Familie Ernst in Altenrade bei Neumünster; ihre Töchter Ilvica und Iris XII von Lucado wurden Elitestuten, die mit auffallender Springveranlagung ausgestatteten Hengste Impetus von Vivus und Imago von Long Deal sind Enkel der beiden. Koka II aus der Korscha von Schwalbenflug ist Mutter der Elitestute Kadenz IX von Hohenstein, die eine der wenigen vierfachen Hengstmütter ist: Von Latimer brachte sie Karolinger I und II, mit Krokant und Karamell stellte sie die beiden ersten gekörten Söhne des Lauries Crusador xx in der Trakehner Zucht.

Payano, Körkatalog Leverksuen 2003

Karwendelsteins Vater Hessenstein war einer der beliebtesten Vererber seiner Zeit; 12 seiner Söhne wurden gekört, 95 Töchter beim Trakehner Verband eingetragen. Nachhaltig konnte er sich dennoch nicht durchsetzen, wie der heute geringe Einfluss des „Hessenstein-Bluts“ zeigt. Keiner der gekörten Söhne Celestin, Garbenpreis, Infant, Isenstein, Kantstein, Karwendelstein, Märchenstein, Meilenstein, Pedro, Persaldo, Rotenstein und Tobias konnte die Hengstlinie in Deutschland erhalten. Sportlich erfolgreiche Nachkommen Hessensteins waren Märchenstein (S-Dressur) und sein Vollbruder Mondstein (M-Springen) sowie Infant (S-Springen). In der niederländischen Landeszucht deckte der Trakehner Hessenstein-Sohn Hessel, dessen Urenkel Olympic Cocktail unter Anky van Grunsven international erfolgreich war und Vater des beliebten Dressurvererbers Jazz ist. Zu den erfolgreichsten Töchtern des Hessenstein zählen Artige aus der Arwa von Gabriel, Mutter des in M-Springen erfolgreichen Siegerhengstes Amateur I und seines Vollbruders Amateur II von Donauwind und Urgroßmutter des gekörten M-Dressur-Siegers Alter Fritz von Chardonnay, sowie die Vollschwestern Goldige und Goldstück aus der Goldküste von Hansakapitän. Goldige ist Mutter des S-Dressurpferdes Goldini von Schwalbenflug und Großmutter des Swazi xx-Sohnes Grand Prix, der nach einer großartigen internationalen Busch-Karriere unter Ingrid Klimke gekört wurde. Goldstück ist Urgroßmutter des international Grand-Prix erfolgreichen Elitehengstes Solero. Ellena von Hessenstein aus der Elbing von Konsul ist Mutter des S-Dressurpferdes Eddy’s Magic von Guter Stern und des Grand Prix-Pferdes Experte von Mahagoni. In seiner Abstammung verband Hessenstein den Gründerhengst Komet und den arabisch geprägten Famulus, der über Maharadscha-Flaneur-Arogno die derzeit bedeutendste Trakehner Hengstlinie schuf.

Karwendelsteins Mutter war Kabria, eine braune Tochter des Vollblüters Maigraf xx, die mit „glatt 2“ eingetragen wurde. Der bildschöne Waldfrieder Maigraf war ein Vollbruder zum Derbysieger Mangon und hatte mit dem auch in Hannover bewährten Marcio xx die Mutter gemeinsam. Maigraf selbst bewährte sich vor allem in Hindernisrennen; der sehr korrekte Vererber zeichnete sich durch die Lieferung „einer Reihe edler, trockener, langliniger Mutterstuten mit geraden, guten Bewegungen für die Zucht, insbesondere im Ostpreußengestüt Hunnesrück, …“ aus, seine Kinder waren auch als Reitpferde beliebt. Auch Maigraf xx wurde in Hannover eingesetzt. Weder in der Trakehner- noch in der Hannoveraner Zucht konnte er jedoch eine bleibende Hengstlinie erschaffen.

Kabrias Mutter war Kabinda, die einen eigenen Zweig innerhalb der weit verbreiteten Familie der Kordel aus der Dohna’schen Zucht begründete. Mit ihrem Vater Altan und ihrem Muttervater Hansakapitän verband Kabinda zwei der populärsten Vererber der damaligen Trakehner Zucht. Drei Töchter gebar Kabinda, die alle zur Zucht eingesetzt wurden. Die große, solide Katanga von Boris hinterließ keine Nachkommen, die Vollschwestern Kabria und Komtessa von Maigraf xx führten die Familie erfolgreich weiter. Komtessa war Mutter des M-Dressurpferdes Kronos von Mozart und von sechs eingetragenen Töchtern. Auch das M-Vielseitigkeitspferd Crossing Over von Mohn xx-Ben Shirin xx sowie der beim ZfdP und den Araberzuchtverbänden VZAP und ZSAA gekörte Trakehner Cerasus Karat von Naheed ox-Wie Ibikus, der in allen drei klassischen Reitsport-Disziplinen vorgestellt wurde und aus Springprüfungen bis einschließlich Klasse M als Sieger hervorging, führen auf Komtessa zurück. Der Siegerhengst der Körung 2000 und heutige Elitehengst mit Grand Prix-Platzierungen King Arthur von Buddenbrock-Consul entstammt dem Zweig der Kabria, ebenso wie der Siegerhengst der Körung 1985, Kupferberg-Gold von Mahon-Schwalbenzug, dem bereits ein Portrait in unserer Hengstdatenbank gewidmet wurde.

Petites Mutter Pedola wurde mit der Verbandsprämie und dem Elitetitel des Trakehner Verbandes ausgezeichnet, außerdem ist sie im FN-Leistungsstutbuch Abteilung D verzeichnet. Neben Petite wurde auch deren Vollschwester Poesie als Zuchtstute eingetragen. Pedolas Sohn Petrowitsch von Leonardo platzierte sich in M-Springen, seine Halbschwester Perina von Präfectus xx gar in Klasse S. Pedolas erfolgreichster Nachkomme in Zucht und Sport war natürlich der Elitehengst Partout mit Grand-Prix-Erfolgen unter der Niederländerin Anky van Grunsven. Pedolas Vater Donauwind gilt als Vererber von Härte und Springvermögen und machte sich vor allem durch seinen Sohn Abdullah, die Trakehner Springlegende, unsterblich. Ihre Mutter Peggi entstammte der häufig in Birkhausen praktizierten Anpaarung Altan x Hansakapitän, wie auch die schon oben erwähnte Kabinda, diesmal auf der Basis der Familiengründerin Pelargonie aus dem Hauptgestüt Trakehnen, die über Lowelas ox, Fetysz ox, Cancara (Master Magpie xx – Nana Sahib x), Tempelhüter (v. Perfectionist xx), Nana Sahib x, Geheimrath xx, Lehnsherr (v. Chamant xx) etc. zu über 90 % Spezialblut führte. Auf Pedola ging Karin Schweiger bereits in ihrem Partout-Portrait detailliert ein.

Payano, Galaschau NMS 2003

Payano wurde 2007 erstmals als Deckhengst aufgestellt, seine ersten Fohlen wurden 2008 geboren.

© Friederike Winkler 2009
Fotos: HP Webelsgrund, HP Terhi Stegars