Solero E.H.

Solero in Neumünster 1995

Farbe/Abzeichen Dunkelbraun, St., schatt. Schn., r. Vfsl., l. Hf., r. Hfsl. w.
geboren 30.03.1993

Maße in Zentimeter
  Stockmaß Brustumfang Röhrbein
21/2-jährig  167 198 20,5
volljährig    173 20,5

Züchterin Roswitha Schwecht, Vettweiß, Rheinland 
Aufzüchterin dieselbe 
gekört 28.10.1995 in Neumünster (Prämienhengst)
Web-Adresse  www.gestuet-tannenhof.com

Pedigree

EH Hyllos
Db
Halali
Db
Gabriel
R
Gigant v. Guido
Erbin v. Hanno
Historia
F
Herbstwind v. Perserfürst
Hymne v. Sporn
Hanna
F
Agamemnon xx
B
Herold xx v. Dark Ronald xx
Astrologie xx v. Ferro xx
Haselnuß
F
Absalon v. Poseidon
Hannelore v. Hartmut
Siri Arabella
R
Polargeist
R
Dämon ox
Sch
Gharib ox v. Anter ox
Hamdi ox v. Halef ox
PS Polarnacht II
R, L/D
Habicht, VS v. Burnus AAH VS
Polaria v. Schöner Abend
Gothewind
R
Coktail
B
Habicht, VS v. Burnus AAH VS
Corvina v. Boris
Goldstück
R
Hessenstein v. Komet
Goldküste v. Hansakapitän

Hengstlinie des Dampfroß über Pythagoras
Stutenfamilie der T14H Goldelse (Hauptgestüt Trakehnen)
anerkannt für Trakehner, Rheinland, Rheinland-Pfalz, Hessen,
Oldenburg, Hannover, Bayern, ZfdP
Prozentsatz Spezialblut (erste 5 Generationen)
31,25 %
Decktaxe

Eigentümer

1993-2002:
2003-2008:
seit 2009:
Roswitha Schwecht, Vettweiß, Rheinland 
Gestüt Tannenhof, Heidenrod, Hessen
Lotte und Ole Vagner, Dänemark

Stationierungen

1995-1999:
2000-2002:
2003-2008:
2009:
Privatbeschäler Rittgergut Burg Sievernich, Vettweiß, Rheinland
Leihhengst Gestüt Tannenhof, Heidenrod, Hessen
Privatbeschäler Gestüt Tannenhof, Heidenrod, Hessen
Reitpferd, TG über Gestüt Tannenhof

Eigenleistung

Hengstleistungsprüfung 100-Tage-Test Redefin 1997
  Training Prüfung
Charakter 9,00  
Temperament 9,00  
Leistungsbereitschaft 9,00  
Leistungsfähigkeit 10,00  
Rittigkeit 9,00 9,33
Rittigkeits-Index 2. Platz 131,47
Gesamtindex 2. Platz  127,27
Leistungsklasse 2. v. 20 I
  Training Prüfung
Schritt 8,00 7,00
Trab 9,00 8,00
Galopp 9,00 8,00
Springanlage   7,00
Parcoursspringen   8,50
Freispringen   7,50
Geländegalopp   8,33
Geländespringmanier   7,33
Spring-Index  7. Platz 109,82

Turniersporterfolge LGS (2008) 140.097 € Dressur Klasse S
Grand Prix Special international

Nachzucht

Zuchtwertschätzung Exterieur 2008
Anzahl
Töchter
Typ
Ober-
körper
Funda-
ment
Schritt
Trab
Galopp
Gesamt-
eindruck
Gesamt-
Zuchtwert
Widerrist-
abweichung
16
138
113
100
94
116
133
116
121
0,5

Zuchtwertschätzung Sport 2008
 
ZW
HLP
ZSP
ABP
TSP
SI %
Dressur
138
137
132
134
132
88
Springen
89
92
94
91
82
71

gekörter
Sohn

Maxwell
Töchter (26)

Ballerina XVIII, Desteny III, Florentine VII, Havanna XXII, Hot Chocolate II, Kaluna, Karmina Burana, Kokosnuß II, Navalou D, PS Olivia, Solera, Solero's Greta, Sonique, PS Val Nigra, u.a.
Nachkommen
im Sport
Eingetragene Turnierpferde 54
davon mit Platzierungen (2007-2009) 24
davon in Klasse M und S 7
N-JGS 2008 2.102 €
N-LGS 7.170 €

Solero


Die Rappstute Siri Arabella fohlte am 30. März 1993 ein elegantes, großrahmiges Hengstfohlen vom späteren Elitehengst Hyllos. Geboren wurde Solero, wie das Fohlen genannt wurde, auf dem traditionsreichen Gestüt Rittergut Burg Sievernich im rheinischen Vettweiß, wo Roswitha Schwecht zusammen mit ihrem Mann das Erbe ihres Vaters Friedrich Karl Schwecht weiterführt, der bereits erfolgreich Trakehner und Vollblüter gezüchtet hat.

Im Alter von zweieinhalb Jahren wurde Solero in Neumünster zur Körung vorgestellt und verließ diese als Prämienhengst. „Sehr figuranter Hyllos-Sohn aus dem Goldelse-Stamm mit Blutanschluß auf Habicht in der mütterlichen Familie. Bedeutend angelegt und ausdrucksstark im Habitus. Bewegt sich schwungvoll in natürlicher Aufrichtung und mit viel Schulterfreiheit. Deutet auch im Springen großes Vermögen an.“ So lautet die offizielle Beschreibung des Nachwuchsbeschälers durch Zuchtleiter Lars Gehrmann im Trakehner Hengstbuch. Ein Verkauf des Youngsters war eigentlich über die anschließende Auktion geplant, aber das Interesse der anwesenden Käuferschaft galt nicht in hohem Maße dem etwas „outcross“ gezogenen Prämienhengst. In der Auktionsstatistik ist Solero mit 60.000 DM verzeichnet, er wechselte jedoch zu diesem Preis nicht den Besitzer, sondern ging nach Vettweiß zurück.

Solero wurde in seinem Heimatgestüt als Beschäler aufgestellt und behutsam ausgebildet. Im Alter von vier Jahren legte Solero in Redefin seine Hengstleistungsprüfung ab, die er in beeindruckender Manier als Reservesieger beendete. Für seine Konstitution zogen die Richter die Traumnote 10. Charakter, Temperament, Leistungsbereitschaft sowie seine Rittigkeit und die Grundgangarten Trab und Galopp wurden im Training mit 9,0 ebenfalls hoch eingeschätzt, in der Abschlußprüfung erhielt er für die Rittigkeit die Wertnote 9,33. Auch im Parcours glänzte er mit einer 8,5 in der Prüfung.

1998, als Fünfjähriger, wurde Solero von Bernd Nöthen in Dressurpferdeprüfungen vorgestellt und qualifizierte sich für das Bundeschampionat. Mit 8,1 sicherte er sich den Einzug ins Finale, wo er mit der Wertnote 7,9 einen achtbaren 8. Platz erreichte. Ein Jahr später konnte sich der Hengst unter dem Sattel von Heiner Schiergen erneut einen Startplatz in Warendorf sichern; in der Finalqualifikation wurde das Paar mit 7,4 bewertet und verpaßte damit diesmal die Finalentscheidung.

Zwischen den Trainingseinheiten im Profistall wurde Solero zu Hause gearbeitet; als Karl Kröll-Schwecht sich bei einem Sturz von einem anderen Pferd schwer verletzte und eine zeitnahe Fortsetzung dieser Arbeit nicht erwartet werden konnte, suchte Roswitha Schwecht nach einer Berittmöglichkeit für Solero und weiteren Pferden. Die Wahl fiel auf den Tannenhof im hessischen Heidenrod, wo im Juni 2000 der damalige Gestütsleiter Oliver Luze zunächst in Soleros Sattel Platz nahm. Anja Plönzke, damals schon in internationalen Dressurprüfungen erfolgreiche Tochter des Tannenhof-Besitzers Klaus C. Plönzke, machte im September 2000 einen Proberitt auf dem Beschäler und war sofort begeistert – mit diesem Hengst wollte sie weiter arbeiten! Und die Arbeit ging rasant voran: „Er machte schon einzelne fliegende Wechsel, aber wie mir gesagt wurde, konnte er noch keine Pirouetten. So wollte ich beim ersten Mal mit einem kleinen Zirkel beginnen, doch er besitzt eine so hohe Versammlungsfähigkeit, daß er sich gleich auf die Hinterhand setzte und sofort eine gute Pirouette machte. Das war das Schlüsselerlebnis!“ Anja Plönzke wählte als Turnier-Premiere das Consumenta-Turnier in Nürnberg und wagte gleich Starts in Klasse S – mit Erfolgen, die sie nicht erwartet hätte: Im Prix St. Georges, der ersten gemeinsamen Prüfunge, trug das Paar den Sieg davon und belegte Platz 3 in der anschließenden Kür.

Solero unter Anja Ploëzke

2001 begann das Paar seine Erfolgsserie mit Siegen und hohen in St-Georges-Prüfungen und Intermediaire I. In Essen-Werden gelang den beiden die Qualifikation zum Nürnberger Burgpokal und kamen im hochklassig besetzten Finale – es siegten Heike Kemmer und ihr Olympiapferd Bonaparte – auf den 8. Platz. 2002 sicherten sich Anja Plönzke und Solero in Steinhagen erneut eine Fahrkarte nach Nürnberg; diesmal beendete das Paar das Burgpokal-Finale einen hervorragenden 3. Platz!

„Solero ist ein absolut lernfähiges Pferd. Er macht immer mit. Er ist sicher kein Pferd für jedermann, da er sehr feinfühlig und sensibel ist, und das erwartet er auch von seinem Reiter. Wir harmonieren sehr gut und ich merke, er fühlt sich wohl. Er will mitarbeiten, aber er ist immer noch Hengst und guckt schon mal zum Hengststall oder zum Mutterstutenstall. Aber er achtet immer auf mich, was ich möchte, und er ist sehr personenbezogen und besitzt einen unglaublich guten Charakter und ein sehr ausgeglichenes Temperament.“

In der folgenden Turniersaison gelang ein fulminanter Einstieg in die Königsklasse, den Grand Prix international. Besonders hervorzuheben sind hier der Grand Prix-Sieg im österreichischen Fritzens und der Doppelsieg im Grand Prix und in der Kür im französischen Saumur. 2003 wurde Solero auch erstmals als gewinnreichstes Trakehner Dressurpferd Deutschlands ausgezeichnet – ein Titel, den er bis einschließlich 2008 ohne Unterbrechung führte. Der Trakehner Verband zeichnete den Hengst, der Anfang 2003 auch von von Klaus C. Plönzke gekauft wurde, mit dem Titel „Trakehner des Jahres 2003“ aus, ein Titel, der sportlich erfolgreiche Werbeträger der Traditionsrasse hervorheben soll.

Das Jahr 2004 brachte einige weitere bemerkenswerte Platzierungen in der Grand Prix Tour  international renommierter Turniere wie Wiesbaden, München oder Aachen sowie Platz 5 bei den Deutschen Meisterschaften der Dressurreiterinnen. Der Hengst, der bisher unter dem Sportnamen „Solero RBS“ gestartet war, wurde 2004 in „Tannenhof’s Solero TSF“ und fungierte seither auch Werbeträger der Trakehner Sportpferdeförderung. Mit Platz 92 konnte das Paar bereits eine beachtliche Rangierung in der WBFSH-Weltrangliste einnehmen.

Auch 2005 war ein wichtiges Jahr in Solero’s Sportlerkarriere: Das Paar erreichte mit der Bronzemedaille seine beste Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften, dem Sieg in der Grand Prix-Kür der CDI-Tour in der Aachener Soers und dem Sieg in der Weltcup-Kür beim Frankfurter Festhallenturnier, um nur die wichtigsten Erfolge zu nennen. Abermals wurde Solero „Trakehner des Jahres“. In der Dressur-Weltrangliste verpaßte Solero mit Platz 107 nur knapp die Top 100 der Welt.

Das Sportjahr 2006 brachte den 10. Platz in der Wertung der Deutschen Meisterschaften, den Doppelsieg bei der Dressurgala Heroldsberg im Special und in der Kür sowie dem Kürsieg in Wien und weitere Platzierungen in Bremen, Braunschweig, Wiesbaden, Lingen und Frankfurt. Die Weltrangliste des WBFSH führte Solero auf Platz 66.

Höhepunkte des Jahres 2007 waren der Kürsieg im luxemburgischen Strassen sowie Platzierungen in Mannheim und Wiesbaden. Mit verhältnismäßig wenigen Turnierstarts rangierte Solero auf dem 119. Platz der Weltrangliste.

Auch 2008 überzeugte Solero unter seiner Erfolgsreiterin, die sich mit ihm im deutschen B-Kader etablieren konnte, mit Platzierungen auf Gut Aichet, in Aachen, Fritzens, Salzburg und Frankfurt sowie den Grand Prix-Siegen in München und Wiesbaden, den Kürsiegen in Wiesbaden, Heroldsberg, München und Wien und dem 7. Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Ein absolutes Highlight war der Dreifach-Sieg beim Nürnberger Consumenta-Turnier im Grand Prix, im Special und in der Kür. Als 61. der Weltrangliste war Solero hinter dem in Russland gezogenen Problesk auch weltweit das erfolgreichste Trakehner Dressurpferd, bundesweit rangierte Solero auf Rang 14 der erfolgreichsten Dressurpferde aller Rassen 2008 nach Jahresgewinnsummen. Soleros Lebensgewinnsumme bis 2008 betrug laut FN-Jahrbuch 140.097 €. Die FN verzeichnet insgesamt 52 Siege und 92 Platzierungen allein in S-Dressuren, darunter 25 an 2. Stelle und 22 an 3. Stelle – nicht nur in der Trakehner Zucht gibt es wenige Vererber, die eine vergleichbare Eigenleistung vorweisen können.

Solero unter Anja Ploëzke

Diese Erfolgsserien weckten natürlich auch Begehrlichkeiten – Anfang Januar 2009 wurde der Verkauf von Solero bekanntgegeben. Neuer Besitzer ist das Ehepaar Vagner aus Dänemark, das als Hauptsponsor des dänischen Dressurreiters Andreas Helgstrand in der „Pferdeszene“ bekannt wurde. Solero ist bereits in seiner neuen Heimat angekommen und dient künftig als Lehrpferd für Lotte Vagner, die Grand Prix reiten möchte. Solero steht weiterhin über das Gestüt Tannenhof per Tiefgefriersamen zur Verfügung, ob er in seiner neuen Heimat weiterhin zur Zucht eingesetzt wird, ist noch nicht bekannt.

Aufgrund positiv bewerteter erster Fohlenjahrgänge und seiner auffallenden Eigenleistung war Solero 2002 zum Elitehengstanwärter deklariert worden. Fünf Jahre später wurde er aufgrund seiner beständig hohen Dressurzuchtwerte zum Elitehengst ernannt.

Soleros Abstammung weist in den ersten fünf Generationen eine Linienzucht auf den großen Leistungsvererber Habicht vom angloarabischen Halbblüter Burnus AAH in der vierten Ahnenreihe auf der Mutterseite auf. Mit dem Vollblüter Agamemnon xx und dem Vollblutaraber Dämon ox jeweils in dritter Generation wird der Spezialblutanteil ergänzt. Die Familiengründerinnen Polarfahrt, Corry und Goldelse aus dem Hauptgestüt Trakehnen dominieren die mütterliche Abstammung, über Soleros Vater Hyllos tritt das Blut der Hauptgestütsstute Halensee und der aus ostpreußischer Privatzucht stammenden Hannelore hinzu.

Soleros Vater Hyllos war einer der Hengste, die der Trakehner Verband 1995 bei Einführung des Elitehengstprogramms mit dem Titel „Elitehengst“ auszeichnete, ein Jahr bevor der Hengst im Alter von 21 Jahren abtrat. Der Dunkelbraune aus der Zucht von Friedrich Motzenbäcker und der Aufzucht von Guido Petry stand seit seiner Körung 1977 im Besitz von Franziska von Kintzel, der langjährigen Vorsitzenden des Zuchtbezirks Rheinland. Seine Leistungsprüfung legte Hyllos in Adelheidsdorf ab; Trab, Rittigkeit, Charakter und Temperament wurden dort als „gut“ bewertet, in den übrigen Kriterien wurde der Hengst als „ziemlich gut“ oder „befriedigend“ eingestuft. Hyllos wurde als bedeutendes und harmonisches Modell mit herrlicher Trabaktion und guter Galoppade beschrieben. Die Nachkommen des Prämienhengstes der 1. Bundeshengstschau des Trakehner Verbandes in Verden 1985 fielen durch große Linien und bedeutende Aufmachung auf, verfügten meist auch über die Mechanik und Geschmeidigkeit der Bewegungen des Vaters und waren als Reitpferde hoch geschätzt.

Vom Gestüt Burg Miel im rheinischen Swisstal aus wirkte Hyllos sowohl in der Trakehner als auch in der rheinischen Landespferdezucht. Dabei fiel er nicht mit vielen gekörten Söhnen auf – Solero wurde bisher als einziger gekört – sondern vielmehr als „Damenschneider“ und als Reitpferdemacher par excellance. Zirka 50 Töchter wurden beim Trakehner- und weitere 30 Stuten beim rheinischen Pferdezucht-Verband eingetragen. Die FN verzeichnet 166 registrierte Nachkommen von Hyllos, von denen 12 in Dressurprüfungen der schweren Klasse erfolgreich waren. Neben Solero ist da besonders die unter Fiona Bigwood international erfolgreiche Rheinländerin Habana zu nennen, sowie der Trakehner Lamborgini aus der Litera von Tarim. Der Schimmelhengst kam sechsjährig zu Anja Plönzke, nachdem seine Besitzerin nicht mehr mit ihm zurechtkam und bereits an eine Kastration dachte. Innerhalb kurzer Zeit ließ sich Lamborgini zur Mitarbeit „überreden“. In der Turniersaison 2007 konnte sich Lamborgini zehnjährig in internationalen Dressurprüfungen Grand Prix, Kür und Special in Stadl Paura, München, Strassen und Salzburg platzieren. Als Stargast trat dieses Paar auch bei der Apassionata-Vorstellung in Passau auf. Besonders erfolgreich war auch die Anpaarung des Hyllos an Töchter des Primo und des Sterndeuter: Die Vollbrüder Fortius und Festival, beide in S-Dressur erfolgreich, stammten aus der Forsythie II von Primo, das M-Dressurpferd Follian war ein Sohn ihrer Vollschwester Folge. Auch Figaro aus der Fjuchel von Primo konnte sich in schweren Dressurkonkurrenzen platzieren; aus enger mütterlicher Verwandschaft zu Fjuchel stammt auch Fabelhaft aus der Fantasie VI von Primo, die neben M-Dressurprüfungen auch in L-Springen platziert war. Die Sterndeuter-Tochter Margitka war Mutter des Martini von Hyllos, ebenfalls S-platziert in der Dressur, und seines Vollbruders Manderez mit Erfolgen bis zur Klasse M. Mit Osterblüte, ebenfalls Tochter des Sterndeuter, zeugte Hyllos das S-Dressurpferd Oskar. Der Hyllos-Sohn Fairway stammte aus der Flora von Frohsinn und war ebenfalls in schweren Dressurprüfungen erfolgreich; seine Vollschwester Floresa bewies ihre Vielseitigkeit mit Platzierungen in Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L bei einer Gewinnsumme von über 5.000 DM. Ebenfalls aus einer Frohsinn-Tochter stammte Pepita IX von Hyllos aus der Frauke II; Pepita erhielt ihren Elitetitel für Springerfolge in Klasse M. Auch Hidalgo von Hyllos aus der Signora von Hartung behauptete sich in Parcours der Klasse M.

Hyllos war ein Sohn des Dressurvererbers Halali, der züchterisch im Schatten seines populären väterlichen Halbbruders Marduc stand, der in dieser Hengstdatenbank bereits mit den Söhnen Lambrusco und Elitehengst Lehndorff’s sowie den Enkeln Angard von Anduc und Adamello von Marduc vertreten ist und im Portrait des Lehndorff’s bereits ausführlich vorgestellt wurde. Halali vertrat die Hengstlinie des Dampfroß im kleinen Zweig seines Vaters, des kräftigen Rappen Gabriel, der als „verkanntes Genie“ erst spät seine Chance in der Trakehner Zucht erhielt, die er eindrucksvoll zu nutzen wußte.

Hyllos‘ Mutter Hanna war eine 1955 in der Gutsverwaltung Paulinenhof in Köln geborene Fuchsstute. Mit den Maßen 156 – 18,8 wurde sie ins Hauptstutbuch eingetragen. Curt Krebs bewertete sie im Typ mit einer „1“ und in allen anderen Kriterien mit „2“. Fünfjährig wurde Hanna über die Reitpferdeauktion in Darmstadt an Friedrich Matzenbäcker verkauft; unter seiner 15jährigen Tochter machte sie mit Erfolgen in Eignungsprüfungen für Reitpferde bis zur Klasse L und in Prüfungen der Kategorie B Reklame für ihre Rasse und gewann insgesamt 560 DM. Ab 1966 wurde Hanna in der Zucht eingesetzt; zunächst wurde sie an Carajan angepaart und brachte die fuchsfarbenen Töchter Honda II und Hora IV. Honda II ist Großmutter des einzigen gekörten Sohnes des Symbol, Heldenberg, dem Karin Schweiger bereits ein ausführliches Portrait in unserer Hengstdatenbank gewidmet hat. Hondas Halali-Sohn Habitus und Horas Gasparone-Sohn Hyazinth konnten sich in Dressurprüfungen der Klasse M platzieren. Mit Harmonie VII von Blitz, Hatary von Cesar sowie die Hyllos-Vollschwestern Halina und Henna lieferte Hanna drei weitere eingetragene Töchter.

Hanna war eine Tochter des in Graditz gezogenen Agamemnon xx, der unter anderem Zweiter im Österreichischen Derby 1944 wurde. Seine Tochter Prinzess Addi xx war Mutter des Prince Ippi xx, der im Deutschen Derby den 3. Platz belegte, im Preis von Europa und im Großen Preis von Italien siegte. Unter seinen Nachkommen war nicht nur der Derbysieger Philipo xx, sondern auch Königspark xx, der nach seiner Rennlaufbahn in der Holsteiner und in der Trakehner Zucht hoch geschätzt wurde; sein gekörter Sohn Herzruf, den Karin Schweiger bereits beschrieben hat, wurde zum Elitehengst ernannt.

Agamemnon xx war ein Sohn des bedeutenden Derbysiegers Herold und der Astrologie, die im Kölner Preis des Winterfavoriten siegte. Ihr Vater Ferro war ebenfalls Derbysieger und später ein wichtiger Vererber. Mit Astrologies Mutter Antonia, die wiederum eine Tochter von Agamemnons Vater Herold war, zeugte Ferro auch den Derbysieger Abendfrieden xx, der Vater des legendären Pindar xx wurde, dessen Blut in der Trakehner Zucht über den Reitpferdevererber Ibikus bis heute fest in der Trakehnerzucht verankert ist, und Anblick xx, der in der Holsteiner Zucht als Leistungsvererber hoch geschätzt wurde. Aus der Stutenfamilie des Agamemnon xx gingen auch die bekannten Vererber Aditi xx und Alchimist xx hervor.

Hanna wurde zur Begründerin einer eigenen Stutenfamilie innerhalb der Familie ihrer Großmutter Hannelore aus der Zucht der Familie Hollatz aus Oberrode. Neben zahlreichen Sportpferden mit M-Erfolgen in Dressur und Springen brachte Hannelores Familie die S-Dressurpferd Compris von Carajan, Poseidon von Unkensee und Harlekin von Ravel sowie das S-Springpferd Heideprinz VII von Prince  Rouge xx hervor. Der hoffnungsvolle Junghengst Hope of Heaven von Alaskatraum sowie die Hengste Hagen und Haselhorst von Carajan, Hanseat von Prince Rouge xx, der im Grand Prix-Sport erfolgreiche Chronos von Matador und der in den USA in S-Dressuren erfolgreiche Halbgott von Partout wurden aus dieser Familie gekört.

Die Mutter des Solero war Siri Arabella, eine 1981 geborene Rappstute mit einem Stockmaß von 1.61 m, die bei ihrer Eintragung durchweg mit der Note „7“ beurteilt wurde. Nach zwei beim Brennen mit „Goldmedaillen“ ausgezeichneten rheinischen Fohlen brachte sie mit Solero ihr erstes Trakehner Fohlen. Von Arentino, Soleros Boxennachbar auf dem Rittergut Burg Sievernich, stammt Siri Arabellas Tochter Siri Arentina, die Platzierungen in Dressurprüfungen der Klasse A vorzuweisen hat.

Siri Arabella konnte ihren Vater nicht verleugnen: Polargeist von Dämon ox war der erste nach dem Zweiten Weltkrieg für die Trakehner Zucht verstärkt genutzte Halbaraber, der auch mütterlicherseits über den Burnus  AAH-Sohn Habicht Spezialblut führte. Die Familie der Polarfahrt hat mehrfach gelungene Produkte mit hohem Araberblut-Anteil geliefert, wie beispielsweise Parole von Doktryner ox, die einen eigenen Familienzweig begründete und den bedeutenden Sohn Primo von Pregel stellte, dessen Töchter sich in Anpaarung an Soleros Vater Hyllos mehrfach bewährt hatten. Erhard Schulte beschrieb Polargeist in den Trakehner Heften wie folgt: „Der Rapphengst erfüllt alle Wünsche, die man an einen Abkömmling gerade dieses Spezialblutes stellt. Energiegeladen, sprühend von Adel und Feuer, mit effektvollem Gang präsentiert er sich als eine besondere Persönlichkeit. Im Ausdruck des Kopfes, in der Länge und Haltung der Halsung, in Sattellage und Kruppenformation kann er jedoch seine mütterliche Abstammung nicht verleugnen. Er könnte in größerem Rahmen stehen, doch dies sei ihm als Sohn eines Vollblutarabers gestattet.“ Wie auch Hyllos war Polargeist hauptsächlich Lieferant interessanter Mutterstuten, darunter die Elitestuten Baschka – Mutter des gekörten Black Magic Boy von Beatos - , Amazonia – Mutter des gekörten Amarant vom Elitehengst Maizauber und Großmutter  des Junghengstes Amadelio vom Elitehengst Lehndorff’s - und Isola Goldica. Der Polargeist-Sohn Holunder aus der Heublume von Kurfürst wurde Siegerhengst der Körung 1983, konnte aber bisher nicht den Fortbestand der Hengstlinie sichern. Der im Rahmen einer Widerspruchskörung gekörte Caroll aus der Cera von Ostwind bewies vielseitige Einsetzbarkeit mit Platzierungen in Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse L sowie M-Dressuren, konnte sich jedoch in der Zucht nicht durchsetzen.

Polargeists Vater, der Gharib ox-Sohn Dämon ox war ein in Marbach gezogener Vollblutaraber, dessen Mutterlinie den selben Ursprung wie die Hauptgestütsfamilie der Donna hat. Diese Familie wird ist heute in der Marbacher Araberherde vertreten, auch der im Oktober 2007 für die Trakehnerzucht anerkannte Pamir ox-Sohn Dschehim ox repräsentiert die Familie der Murana I ox, die schon im Gestüt Weil gepflegt wurde.  Gharib war ein aus Ägypten nach Marbach importierter Rappe, dessen züchterischer Verdienst die Vergrößerung von Rahmen, Knochenstärke und Stockmaß sowie die Verbesserung der Bewegungen ohne Verlust des arabischen Typs in der von Hadban Enzahi geprägte Gestütsherde war. Nebenbei verfügte der Hengst auch über ein außergewöhnliches Springvermögen, weshalb ihn die Araber-Expertin Betty Finke als „Bajar der Vollblutaraber“ bezeichnet. Der Marbacher Landbeschäler Agent von Gharib ox aus der Almrausch von Schabernack war zwar auch für die Trakehner Zucht zugelassen, konnte jedoch keinen Einfluß erlangen.

Die Mutter des Polargeist war Polarnacht II, eine bedeutende Tochter des Leistungsträgers Habicht und der berühmten Polaria von Schöner Abend. Der Arogno-Sohn Polarpunkt, von Karin Schweiger bereits für diese Hengstdatenbank portraitiert, stammt ebenfalls aus einer Tochter von Habicht, deren Mutter eine Tochter der Polaria ist. Polifax, bekannt als Muttervater des Siegerhengstes Bartholdy von Mahagoni, ist Sohn der Polaria-Tochter Pomeranze von Traumgeist xx, auf die auch der Elitehengst Polarion von Van Deyk zurückgeht. Polaria war eine Tochter der Gurdszener Rappstute Polarfahrt, deren Familie sich auch über die Töchter Polarzone und Polarkind von Komet, Polarrose von Rosenberg und Polarlicht von Wilder Jäger verbreitete.

Die herbe, große und stark fundamentierte Rappstute Gothewind war die Mutter der Siri Arabella. 55 Euro gewann sie unter ihrem Turniernamen „Extra“ in Dressurprüfungen der Klasse A, bevor sie im Alter von acht Jahren ihr einziges Fohlen bekam. Sie war eine Tochter von Coktail, einem Habicht-Sohn mit den typischen Eigenschaften der väterlichen Linie: Ergiebige Bewegungen mit „etwas hoher Aktion vorne“ – die damals gar nicht so gern gesehen wurde, während diese Bewegungsmanier heute modern und gesucht ist. Der mit 1.60 m Stockmaß eher kleine, aber solide und harmonisch gebaute Vererber deckte sieben Jahre lang im Verbandsgestüt Hunnesrück, bevor er nach Australien abgegeben wurde, wo er unter dem Namen „Copernicus“  aufgestellt wurde. In Deutschland wurde keiner seiner Söhne für die Trakehner Zucht zugelassen, in den USA wurde jedoch mit dem in Hunnesrück gezogenen Martini aus der Maranja von Tannenberg ein Sohn gekört, der selbst im Grand Prix Dressursport erfolgreich war und dessen Nachkommen auch diesen Zweig der Habicht-Hengstlinie weiterführen. Immerhin wurden 31 Töchter des Coktail beim Trakehner Verband eingetragen, darunter Peru II aus der Perdita IV von Schwalbenflug, die den Bronze-Medaillengewinner in der Dressur in Atlanta 1996, den gekörten Peron von Mahagoni, brachte, und auch Urgroßmutter des mittlerweile S-Dressur-erfolgreichen Vererbers Peron Junior von Sixtus ist. Raikah aus der Randi von Postmeister wurde Mutter des gekörten Rastenberg von Van Deyk. Coktails Vater Habicht ist in dieser Hengstdatenbank mit Vivus und den Elitehengsten Parforce und Sixtus bereits vertreten, seine Mutter Corvina war mit Coktail, Corvin von Schwärmer und Cornelius von Donauwind dreifache Hengstmutter und außerdem Großmutter der Elitestute Couleur, die mit ihrem gekörten Sohn Couleur-Fürst von Sir Shostakovich xx ebenfalls in dieser Datenbank vertreten ist.

Gothewind und ihre Mutter Goldstück wurden im Ostpreußengestüt Hunnesrück gezogen. Goldstück war eine große, dennoch eher feine Rappstute, die in fünf Zuchtjahren fünf Fohlen gebar. Zwei ihrer Töchter wurden in der Zucht eingesetzt, neben Gothewind war das die in A-Springen platzierte Goldica von Schwalbenflug. Goldstück war eines von vier Fohlen des beliebten Vererbers Hessenstein und der Hansakapitän-Tochter Goldküste. Hessenstein, der über Komet-Famulus bestes Blut führte, konnte seine züchterischen Chancen jedoch nicht in vollem Umfang nutzen und hat heute nicht mehr allzu große Bedeutung. Goldstücks Vollschwester Goldige war die züchterisch Bedeutendere, den sie stellte nicht nur das S-Dressurpferd Goldoni von Schwalbenflug, sondern auch dessen hervorragende Vollschwester Goldene Au, Mutter von Ingrid Klimkes langjährigen Buschpartner Grand Prix von Swazi xx, der später aufgrund seiner Eigenleistung gekört wurde, und der Prämienstute Güldene II von Unkensee. Diese wiederum kann mit Genoveva, einer Tochter des Elitehengstes Finley M, bereits eine in Prix St. Georges platzierte Tochter vorweisen,

Auch Goldküste stammte aus einer mehrfach erfolgreich praktizierten Anpaarung, die des stark genutzten Hansakapitän und der Goldelse. Hierbei wurde eine Linien- oder gar Inzucht auf zwei Vorfahren vorgenommen: Goldelses Großmutter Hanna war zugleich Urgroßmutter des Hansakapitän, der schwere Rappe Waldjunker trat bei den beiden außerdem als Großvater und bei Goldelse zusätzlich auch als Urgroßvater auf.

Goldelse, berühmte Vertreterin der Gurdzener Rappherde, die im Ostpreußengestüt Hunnesrück eine neue Heimat fand, war auch Mutter des Goldregen von Creon, der als Vater des statiösen Rappen Komet und auch als Muttervater des Leistungsvererbers Habicht Zuchtgeschichte schrieb. Goldelses Sporn-Tochter Goldmark war unter anderen die Stammutter des Gajus von Flaneur, der in den letzten Jahren als Muttervater der mittlerweile S-erfolgreichen Dressurpferde-Bundeschampions und gekörten Hengste Kaiserkult und Kaiserdom von Van Deyk in das Bewußtsein der Züchterschaft trat. Der aktuelle Siegerhengst des Araberzuchtverbandes VZAP, Kronprinz von Normativ ox, ist außerdem ein Sohn der Kelly, Vollschwester zur „Kaiser-Mutter“ und Elitestute Kimora. Aus dem Zweig der Goldmark kommen auch zahlreiche Leistungspferde wie Gaylord von Pregel und Gospel von Elfenglanz (S-Dressur) sowie Goldkorn von Istanbul, Goldzauber von Zauberklang sowie Gazelle XVI von Eleve (S-Springen). Goldküstes Vollschwestern Godiva und Goldelfe wurden ebenfalls als Zuchtstuten eingesetzt; Godiva brachte den gekörten Gobelin von Stern xx, dessen bedeutendste Tochter die Staatsprämien- und Elitestute Maritza war, Mutter des stark frequentierten Donauwind-Sohnes Matador. Aus Goldelfes Familienzweig stammt die Elitestute Goldlack von Donauwind, die in M-Springprüfungen platziert war.

„Die Verbindung von Adel und Kaliber, die der bedeutende Prämienhengst Solero selbst so vorbildlich verkörpert, gibt es auch an seine Nachkommen weiter. Die Fohlen (…) präsentieren sich im klaren Typ mit viel Aufsatz und sehr guter Aufteilung des Gebäudes mit positiver Oberlinie. Die Fundamente sich trocken und korrekt, aber nicht immer so kräftig wie vielleicht erwartet. Die Bewegungsabläufe sind ergiebig, könnten phasenweise noch schwungvoller sein, fallen aber durch besondere Antrittsstärke auf.“ Diese Nachzuchtbewertung des Zuchtleiters, die im Frühjahr 2000 in den Trakehner Heften veröffentlicht wurde,

26 Töchter des Solero wurden bei deutschen Pferdezuchtverbänden eingetragen, 16 davon beim Trakehner Verband. Die Exterieur-Zuchtwertschätzung 2008 weist Solero mit Zuchtwerten von jeweils über 130 als deutlichen Verbesserer des Typs und der Galoppade aus, auch der Gesamtzuchtwert von 121 stellt Solero als überdurchschnittlichen Vererber dar. Die später prämiierte Olivia von Solero und der Orissa II von Hyllos – eine sehr eng auf Hyllos ingezogene Stute also – war Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Bayern 2004. Über die Eliteauktion in Neumünster 2005 wechselte sie nach Spanien. Val Nigra aus der Val Gardena von Justinian xx war beste Vierjährige der Eintragung in Westfalen 2007 und legte ihre Stutenleistungsprüfung als beste Vierjährige ab; sie wurde ebenfalls mit der Verbandsprämie ausgezeichnet. Die Caprimond-Tochter Hawaii G brachte in Anpaarung an Solero den Fuchshengst Helios, der 2005 für die Körung zugelassen und als Nicht-Gekörter nach England verkauft wurde, und die Stute Hot Chocolate II, deren Lowelas-Sohn Hachez im Körlot 2007 stand. Hachez wurde nicht gekört, fand aber über die Auktion einen neuen Besitzer in den USA. 2008 absolvierten mit Kaluna aus der Karlotta von Lehndorff’s und Florentine VII aus der Fea II von Giorgio Armani zwei Solero-Töchter eine hervorragende Leistungsprüfung auf Station in Schlieckau, die sie auf den Plätzen zwei und vier beendeten.

Bisher war es Solero nicht vergönnt, einen Nachfolger für die Weiterführung von Hyllos‘ schmalem Hengstlinien-Zweig zu stellen; zwar wurde mit Maxwell aus der Monabelle von Caprimond 2006 der erste Solero-Sohn in Neumünster gekört, doch Maxwell mußte nach einer Operation getötet werden, bevor er in den Zuchteinsatz genommen werden konnte. 2007 trat mit Maxim ein Vollbruder des Maxwell in Neumünster an; er schaffte jedoch nicht das Klassenziel und wurde auf der Auktion an den Tannenhof zugeschlagen. Ein Jahr später bereicherte Maxim die Reitpferdekollektion am selben Ort und fand eine neue Heimat in den USA. Ein bisher nicht gekörter hannoverscher Sohn des Solero legte 2007 seinen 70-Tage-Test in Schlieckau mit Erfolg ab; mit 101,78 Indexpunkten in der Dressur und 108,39 Indexpunkten im Springen sowie einem Gesamtergebnis von 106,69 Punkten zeigte der Sohn der Libelle von Longchamp gleichmäßig gute Leistungen und belegte Platz 8 im 25köpfigen Starterfeld.

54 Turnierpferde von Solero wurden bei der FN bislang registriert, davon konnte etwa die Hälfte bisher Platzierungen verbuchen. Solero-Nachkommen haben erfolgreich an A-Springen, Fahrpferdeprüfungen und Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse A sowie an Reitpferdeprüfungen teilgenommen; der Vererbungsschwerpunkt scheint erwartungsgemäß auf der Dressur zu liegen. Bisher haben zwei Solero-Kinder S-Erfolge, fünf weitere können Platzierungen und Siege in Klasse M aufweisen. Der rheinischen Stute Solero’s Greta aus der Greta von Gropius gelang als erste der Vorstoß in Klasse S, 2008 folgte mit Marinetty aus der Memelau von Itaxerxes der zweite Nachkomme: Der Braune siegte fulminant im „Hoefslag Dressuur Cup 2008“ beim CDI im niederländischen Maastricht, einer Musikkür der Klasse S. Zuvor hatte sich der in niederländischem Besitz stehende Wallach jeweils mit Siegen in seiner Qualifikationsprüfung und im Halbfinale als Favorit für diese Prüfung empfohlen. Die in Klasse M erfolgreichen Solero-Nachkommen sind der Westfale Scotch aus der Delight von Damokles und die Trakehner Bocelli RBS aus der Bea VIII von Achat, Forint aus der Fea II von Giorgio Armani, Polarkönig RBS aus der Polarkönigin III von Mahagoni sowie Reno aus der Rheia von Partout.  Soleros Dressurzuchtwert 2008 wird von der FN mit 138 angegeben, der Zuchtwert Springen beträgt 89 Punkte.

Solero unter Anja Ploëzke

© Friederike Winkler 2009
Fotos: Alexandra Gräfin Dohna, HP des Gestüts Tannenhof