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Artistic-Rock


Braun, bd.Hfsl.unreg.w.
geb. 12.04.1992

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16219820
volljährig16421

Züchter:
Willi Holz, Loxstedt/Niedersachsen
Aufzüchter:
Hubertus Poll, Hörem/Niedersachsen

Gekört 1994 in Neumünster (Prämienhengst)

www.artisticrock.nl

Pedigree

Rockefeller, Db., S-Dr. Consul, Db. Swazi xx, Db. Herero xx
Sayonara xx
PS u. E.St. Cornau, B. Lothar
Corry
Rauhe, Df., ZL 13/12 Donauwind, B. Pregel
Donaulied v. Sch.
PS Rastenburg, R., L/D Isländer
Regina
Akazie VI, Db., ZL 2/2 Seeadler, R. Habicht, R. 1967, VS Burnus AAH, VS
Hallo
Syoni, R. Impuls
Syringa
Astamaris, B., ZL 1/1 Italiener, B. Anteil
Ilona
Akelei IV, F. Pergamos
Almuth

Hengstlinie des Teddy xx (Eclipse xx), Stutenfamilie der T20F Alwina

Eigentümer

1992: Willi Holz/Loxstedt, Niedersachsen
1993-1994: Hubertus Poll/Hörem, Niedersachsen
1995-1999: Hippo Assekurantien/P. Smeets, Niederlande
seit 1999: Alwiene Nuy/Olst, Niederlande

Stationierung

1995: Leihhengst Dallahn (Bescht) Niedersachsen
1996-1998: Leihhengst Teyendorf(Bescht) Niedersachsen
seit 1999: Privatbeschäler Olst Niederlande

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Warendorf 1995

Charakter: 8,00 Schritt: 7,50 (T) - 8,00 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 8,00 (T) - 8,00 (P)
Leistungsbereitschaft: 7,50 Galopp: 8,00 (T) 8,00 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 7,50(T) - FS7,88(P) - Parc.7,50 (P) - Parc.7,25(FR)
Rittigkeit: 8,00(T) - 7,50(P) - 8,00(FR) Geländeprüfung: 8,25 (Gal.) - 7,25 (Spr.)
Rittigkeitsindex: 108,63 Springindex: 100,75
Gesamtindex: 106,38 (9./19) Leistungsklasse: I

Turniersporterfolge:
Siege und Platzierungen im Dressursport bis Prix St. Georges und Intermediaire I in den Niederlanden E LGS in D 378,-€

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
149810281 124130127114 1140,4


Gekörte Söhne (0):

Töchter (14): Cira-Rock, PS Donna-Diva, PS Evita IX, Fenetzia, PSuSPS Heavenly, PSuSPS Hippos Hillary, Honeymoon III, Kara Mia TW, PS Morgana, Primadonna, Ricarda VII, Salinka III, Strategie, Toujours

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:14 LGS 5131,-€ Stand 2008
davon mit Platzierungen:1 JGS 18,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:1


Am 12. April 1992 brachte die dunkelbraune Akazie VI bei ihrem Besitzer Willi Holz im niedersächsischen Loxstedt ein braunes Hengstfohlen vom Elitehengst Rockefeller zur Welt. Rockefellers Besitzer Hubertus Poll vom Gestüt Hörem sicherte sich den kleinen Hengst, der vor allem durch den mit viel Knieaktion ausgestatteten Bewegungsablauf auffiel. Im Oktober 1994 trat der Braune unter dem Namen Artistic-Rock zur Körung in Neumünster an. „Der stolz auftretende Artistic-Rock verkörpert trotz mittleren Maßes einen großen Rahmen. Korrekt und zum Körper passend fundamentiert. Ein erstklassig repetierender Galopp, enorme Mechanik mit auffallender Knieaktion im Trab und ein geregelter, guter Schritt ergeben höchste Bewegungsreferenzen.“ Mit diesem positiven Urteil der Körkommission wurde Artistic-Rock nicht nur gekört, sondern auch mit der Prämie ausgezeichnet. Über die anschließende Auktion wurde er für 75.000 DM an Familie Smeets in die Niederlande zugeschlagen.

Artistic-Rock erhielt das Prefix „Hippo’s“, blieb jedoch zunächst in Deutschland; er bezog seine Beschälerbox in Dallahn bei Helmar Bescht und zog im folgenden Jahr mit dem Stall Bescht innerhalb Niedersachsens um nach Teyendorf, wo er für weitere drei Jahre stationiert war.

1995 trat Artistic-Rock zur Hengstleistungsprüfung in Warendorf an und lieferte dort gute Leistungen ab. Charakter, Temperament, Leistungsvermögen, Rittigkeit, Trab und Galopp im Training sowie alle Grundgangarten in der Abschlussprüfung wurden mit „gut“ – 8,0 – bewertete, der Geländegalopp mit 8,25 noch etwas höher. Insgesamt erreichte Artistic-Rock mit 106,38 Indexpunkten insgesamt – 108,63 Punkten in der Dressur und 100,75 Punkten im Springen – ein sehr ausgewogenes Ergebnis und platzierte sich als 9. unter 19 Teilnehmern.

Beim Trakehner Bundesturnier in Köln trat Hippo’s Artistic-Rock 1996 in der Reitpferdeprüfung für Vierjährige an; vorgestellt von Felicitas von Dammann, belegte er hier den 3. Platz.

Mitte des Jahres 1998 wurde der jetzt sechsjährige Hengst an die Niederländerin Alwiene Nuy verkauft. Aus Hippo’s Artistic-Rock wurde Boxberger Artistic-Rock, nach dem neuen Domizil des Hengstes, dem Zucht- und Dressurstall Boxbergen im niederländischen Olst, wo er seither aufgestellt ist. Unter dem Sattel seiner neuen Besitzerin stieg Artistic-Rock bis zu Platzierungen und Siegen in Dressurprüfungen Prix St. Georges und Intermédiaire I auf. Beim Hengstturnier in Zwolle 2001 siegte er in der Klasse der siebenjährigen Hengste. Weitere Erfolge in schweren Prüfungen folgten, beispielsweise bei den niederländischen Meisterschaften in Nijmwegen 2003, wo sich das Paar an 5. Stelle in der „ZZ-Dressur“ behaupten konnte. 2004 belegten Alwiene Nuy und ihr Artistic Rock beim Hengstturnier in Zwolle den 9. Platz in der Qualifikation der Tour „Promising Stallion“, einem Prix St. Georges. In der Finalprüfung, einer Intermédiaire-I-Kür, kam dann keiner mehr an dem ausdrucksstarken Braunen mit der auffallenden Trab- und Galoppaktion vorbei – mit 68,08% holte sich Artistic-Rock unter seiner damals schwangeren Reiterin den Sieg! Seine hervorragenden inneren Eigenschaften bewies der Hengst in den folgenden Monaten, in denen Alwiene Nuy ihren Hengst weiterhin regelmäßig bis kurz vor der Geburt ihres Kindes ritt. Bei der Trakehner Hengstschau in Münster im Februar 2005 stellte Alwiene Nuy Artistic-Rock bereits wieder in einer eindrucksvollen Kür auf S-Niveau vor.

Artistic-Rock führt in den ersten fünf Generationen über Swazi xx in 3. Ahnenreihe und Stern xx, der zweimal in 5. Ahnenreihe erscheint, 18,75% englisches Vollblut und über Burnus AAH in 4. Ahnenreihe zusätzlich 6,25% angloarabisches Blut, so dass er insgesamt auf 25% Spezialblutanteil kommt. Neben dem schon erwähnten Stern xx findet man auch den Stempelhengst Impuls zweimal in den vorderen Ahnenreihen, nämlich in der 4. und 5., zusätzlich tritt seine Vollschwester Ilona in 4. Generation auf.

Der Vater des Artistic-Rock ist der S-Dressur-erfolgreiche Elitehengst Rockefeller, auf den bereits in den Portraits seiner ebenfalls mit dem Elitetitel ausgezeichneten und in S-Dressurprüfungen erfolgreichen Söhne Benz und Chardonnay eingegangen wurde.

Die Mutter von Artistic-Rock, Akazie VI, war eine zierliche dunkelbraune Stute von 1.58 m Stockmaß und 19 cm Röhrbeinumfang, die aufgrund einer Verletzung nicht in der Bewegung beurteilt werden konnte. So wurde sie jeweils mit der Note 6 für Typ, Gebäude und Gesamteindruck eingetragen. Artistic-Rock war ihr zweites Fohlen, ein Jahr später fiel die Vollschwester Adrina. In Anpaarung an Polarpunkt brachte diese Stute Archimedes, der unter Eliza Wild derzeit regelmäßig in Dressurprüfungen bis Prix St. Georges und Intermédiaire I platziert ist.

Akazies Vater Seeadler war ein interessant gezeichneter Rappe, der bei mittlerer Größe über viel Rahmen und Ausdruck verfügte und besonders in der Bewegung überzeugte. Seine Körung verließ er 1973 als Siegerhengst. Seeadler wurde in Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen bis zur Klasse L erfolgreich eingesetzt und erzielte eine Lebensgewinnsumme von 370 Euro. Nach zehn Jahren im Zuchteinsatz musste er 1983 nach einem Wirbelbruch getötet werden. Einen gekörten Sohn konnte Seeadler nicht stellen, 48 seiner Töchter wurden beim Trakehner Verband eingetragen. Mit Katanga VI aus der Kama II von Rosenberg und Regatta II aus der Ramona X von Igor zeichnete der Trakehner Verband zwei seiner Töchter mit dem Elitetitel aus. Regatta ist als Mutter des aufgehenden Grand-Prix-Sterns Renaissance Fleur von Tuareg unter Monica Theodorescu sicherlich die bekannteste; tragischerweise verletzte sich Renaissance während ihrer ersten Weltcup-Saison, die so hoffnungsvoll mit Siegen und hohen Platzierungen verlief, auf gefrorenem Boden so unglücklich, dass ihre Karriere im Viereck beendet werden musste und lange Zeit auch das Leben der faszinierenden Schimmelstute auf der Kippe stand. Heute ist die doppelt prämiierte Renaissance Zuchtstute. Ihr Vollbruder Romancero startet bereits international unter der Dänin Nathalie Sayn-Wittgenstein, ihre Vollschwester Rendezvous ist ebenfalls doppelt prämiiert. Mit dem Leonardo-Sohn Rialto und seinem Vollbruder Renardo lieferte Regatta zwei weitere Sportpferde mit Erfolgen bis M-Dressur bzw. L-Vielseitigkeit; auch als Schaustute überzeugte Regatta mit dem Reservesieg und der Siegerfamilie bei der Landesschau in Schleswig-Holstein und dem Ia-Preis bei der Bundesstutenschau 1994 in Warendorf. Katanga wurde Mutter der M-Dressurpferde Agapi Mou und Kostolany von Tuareg sowie von deren Vollgeschwistern, dem gekörten Königsmarck und der Prämienstute Karibik. Erwähnenswert ist auch die Staatsprämienstute Herzblatt III, deren Enrico-Caruso-Sohn Heinrich der Löwe einer der wenigen Trakehner ist, die sich für das Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes qualifizieren konnten. Der Hengst wurde nach einer hervorragenden Hengstleistungsprüfung gekört, ging jedoch leider früh ein. Arena IV aus der Artige von Hessenstein ist Mutter der Agatha Christie II von Kokoschka, deren gekörter Sohn Alter Fritz vom Elitehengst Chardonnay im Dressursport bis zur Klasse M siegreich ist. Elvira III aus der Esche von Kämpfer brachte Eloquent, einen bisher züchterisch wenig beachteten Vererber von Saint Cloud, der als Sieger in S-Springen sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

66 Nachkommen von Seeadler waren bei der FN als Turnierpferde registriert, deren Lebensgewinnsummen sich auf 42.772 Euro summierten. Herausragend waren sicherlich die Leistungen von Talismann aus der Taktik II von Loretto und Bellevue aus der Bergflocke IV von Helianthus, die in schweren Parcours mehr als 16.000 bzw. 11.000 Euro zusammensprangen. Auch Talismanns Vollschwester Taiga XIX und Tundra aus der Technik von Schabernack und der Taktik II waren im Springsport bis zur Klasse M platziert. Hephaistos Ingo aus der Honda von Hessenstein war in Dressurprüfungen der Klasse M erfolgreich am Start.

Seeadlers Vater war der Leistungsvererber Habicht, dessen Söhne Elitehengst Parforce, Vivus und Elitehengst Sixtus bereits in dieser Hengstdatenbank beschrieben wurden. Mutter des Seeadler war Syoni vom Stempelhengst Impuls, dessen Familie in der Rubrik „Stutenfamilien“ im Detail beschrieben wurde. Seeadler entstammte der Familie der Syringa, die einen eigenen Zweig innerhalb der großen Familie der Schwindlerin begründete. Ein weiterer gekörter Sohn der Syoni war der Hartung-Sohn Symbol. Karin Schweiger charakterisierte diesen Hengst und seine Abstammung bereits im Portrait seines einzigen gekörten Sohnes Heldenberg.

Akazie VI war das einzige Fohlen ihrer Mutter Astramaris. Die abzeichenlose Braune wurde nach dem Absetzen des Fohlens als Reitpferd veräußert. Sie wies bei einem Stockmaß von 1.59 m einen Röhrbeinumfang von 19,8 cm auf und wurde mit 7, 6, 6 / 6 ,6 eingetragen. Gezogen wurde sie von Gottfried Maracke im Gestüt Pohlsee bei Kiel.

Astramaris war eine der wenigen Töchter des Italiener, der unter seinem FN-Namen Be Careful in Dressurprüfungen der Klasse M platziert war und 261 € Lebensgewinnsumme vorzuweisen hat. Der von Franz Scharffetter gezogene Braune war Vollbruder der gekörten Hengste Ilex und Imperial, die jedoch beide züchterisch bedeutungslos blieben. Bei mittlerer Größe war er dennoch großrahmig und zeichnete sich durch schwungvolle Grundgangarten, Rittigkeit und auch Springvermögen aus. In vier Decksaisons zeugte er neun FN-registrierte Sportpferde und zehn eingetragene Töchter. Seine Nachkommen gewannen 1.728 €, von denen seine Tochter Kokette aus der Kostprobe von Isländer mit Erfolgen in M-Springen den Löwenanteil von 1.009 € beitrug. 488 € in Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen gehen auf das Konto von Italieners Tochter Fantasie, einer Vollschwester der Zuchtstute Cressia, deren Tochter, die Scheckstute Colored Beauty von Elvis, Mutter eines der wenigen vom Trakehner Verband anerkannten Scheckhengste ist: Camaro von Le Duc zeichnet sich jedoch nicht nur durch seine aparte Rappscheckung aus, sondern auch durch seine Sportlichkeit, die er als Bundeschampionats-Finalist der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde 2002 und inzwischen mit Siegen und Platzierungen in Vielseitigkeitsprüfungen der Klassen A und L sowie in Springprüfungen von A bis M unter Beweis stellt. Seine Halbschwester Chanell II von Memelruf ist inzwischen Hengstmutter. Ihr Michelangelo-Sohn Contrieu, der sich fürs Bundeschampionat der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde 2006 qualifizierte, wurde im April 2008 vom Trakehner Verband anerkannt.

Fantasie und Cressia waren Töchter der Vollblutstute Cresta Star xx, die von Gestüt Pohlsee aus über ihre Seeadler-Töchter Conny III und Simona sowie die erwähnte Italiener-Tochter Cressia eine kleine, aber feine Stutenfamilie begründete. Interessant ist, dass die größten Zuchterfolge aus dieser Familie in Anpaarung der Seeadler-Tochter Simona an Rockefellers Vater Consul stammen und somit ein ähnliches „Blutbild“ aufweisen wie Artistic-Rock. Cara Amada von Consul ist Mutter des gekörten Canzler von Amatcho, der vierjährig Trakehner Vize-Reitpferdechampion wurde und am Bundeschampionat teilnahm. 2008 konnte sich Canzler für das Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde qualifzieren. Canzlers Vollschwester Cara Fina wurde mit Prämienqualität eingetragen. Cara Feliz von Heraldik xx und der Cara Amada war beste Halbblutstute der Eintragung in Niedersachsen 2007 und mit 21.000 Euro Preisspitze der Stutenauktion in Neumünster 2007. Seeconda, eine Vollschwester der Cara Amada, feierte 2007 zwei Zuchterfolge, zunächst mit dem Reservesieger-Titel ihrer Connery-Tochter Skyline IV in Niedersachsen, danach mit ihrem Buddenbrock-Sohn Sir Arthur, der mit 55.000 Euro den Spitzenpreis bei der Reitpferdeauktion des Trakehner Verbandes in Neumünster wurde.

Italiener war ein Sohn des Anteil. Dieser Braune, der zeitweise auch als Landbeschäler in Zweibrücken und Marbach wirkte, konnte die Erwartungen in züchterischer Hinsicht nicht ganz erfüllen. Auch in seiner Zeit als Privatbeschäler im Gestüt der Familie Scharffetter, aus der auch Italiener stammte, wurden ihm hochklassige Stuten zugeführt, wobei die Nachkommen jedoch nicht immer an die Qualität ihrer Eltern heranreichten. Zehn Söhne, die die Hengstlinie jedoch nicht auf lange Sicht erhalten konnten, und 65 eingetragene Töchter brachte er der Trakehner Zucht. Einige seiner Töchter erwiesen sich als gute Zuchtstuten, so zum Beispiel die Scharffettersche Indra, eine Enkelin von Italias Totilas-Tochter Ideale, die Mutter der Elitestute Inderin von Karwendelstein wurde. Auf Inderin baut der heute erfolgreichste Zweig der Italia-Familie auf, aus dem unter anderen der S-Dressur-erfolgreiche Siegerhengst In Flagranti von Buddenbrock und der Grand-Prix-Hengst Inspekteur von Mahagoni hervorgingen. Auch der Grand-Prix-Hengst Elfenglanz von Magnet stammte aus einer Anteil-Tochter, der Elitestute Elfenglück. Anteil stammte vom Vollblüter Stern xx, der in den 1950er und 1960er Jahren einer der populärsten Vollbluthengste in der deutschen Trakehner Zucht war. Seine Hengstlinie ist heute erloschen, doch viele Töchter des Stern xx und seiner Söhne verankerten sein Blut in der Population. Sterndeuter, unter anderem auch Muttervater von Anne Kursinskis Livius von Habicht, war der einflussreichste Stern-Sohn, der sich hauptsächlich als „Damenschneider“ etablierte. Rittigkeit und angenehme Charaktereigenschaften wurden den Nachkommen des Stern xx nachgesagt. Anteils Mutter Amaryllis hatte mit Altan und Hannibal zwei Hirtensang-Söhne als Vater und Muttervater. Altan zählte zu den dominierenden Vererbern der Trakehner Zucht seiner Zeit.

Die Mutter der Astramaris war Akelei IV, eine kleine, feine Fuchsstute mit der Bewertung 2, 3, 3 / 2, 2, die in zehn Zuchtjahren neun Fohlen brachte. Zwei ihrer vier Töchter wurden in der Zucht eingesetzt, neben Astramaris war dies die Seeadler-Tochter Aleika II. Akelei stammte von Pergamos, der selbst in der Erscheinung sehr elegant, aber knapp im Rahmen war. Dennoch waren viele seiner Kinder großrahmig, dabei wie er sehr ausdrucks- und bewegungsstark. Pergamos brachte sechs gekörte Söhne und 28 eingetragene Töchter beim Trakehner Verband sowie 32 Zuchtstuten in den Landeszuchten Rheinland und Württemberg. Sein Vater war Ernest, ein großrahmiger und stämmiger Dunkelbrauner, dessen Blut heute vor allem über seinen Sohn Ozean verbreitet ist. Ozean fand als Muttervater des Oldenburger Springvererbers Grannus Eingang in fast alle deutschen Warmblutzuchten, außerdem wurde seine Tochter Ethies Urgroßmutter des Enrico Caruso, des Vaters von Kostolany, der einer der gefragtesten Vererber der Trakehner Zucht in den letzten zwanzig Jahren ist. Pergamos’ Mutter Pepita war eine Tochter des Sector aus der Familiengründerin Peraea, aus deren Dynastie der Leistungsvererber Pregel hervorging. Pergamos’ Vollschwester Patricia ist Urgroßmutter des sowohl in M-Springen als auch in M-Dressur erfolgreichen gekörten Poker E von Kokoschka, und auch die Ernest-Tochter Perlmuschel stammt aus der Pepita-Tochter Perlenreihe von Pik As xx. Dieser Zweig der Peraea-Familie etablierte sich auf dem Klosterhof Medingen bei Familie Wahler; bekannte Repräsentanten sind der Le Rouge-Vater Prêt à Porter von Ivernel sowie die im Busch erfolgreiche Elitestute Pavlova vom Elitehengst Sokrates mit ihrem Sohn Paul vom Gäu vom Elitehengst Beg xx, einem international platzierten Eventer, und Burkhard Wahlers Deutscher Vielseitigkeitsmeister Prätorius von Brandy xx.

Akelei IV stammte aus der Almuth, einer edlen und bewegungsstarken Fuchsstute mit 1.59 m Stock und 18,8 cm Röhrbeinumfang, die mit 2, 2, 3 / 1, 2 eingetragen wurde. Gezogen wurde Almuth im berühmten Gestüt Webelsgrund im niedersächsischen Springe, das Fritz Bähre wegen Almuths Vater Impuls gegründet hatte. Almuth wirkte einige Jahre als Zuchtstute in ihrem Heimatgestüt und kam danach in einigen weiteren Zuchtstätten zum Einsatz; insgesamt gebar sie neun Fohlen in 14 Zuchtjahren. In Webelsgrund wurde sie insgesamt viermal Pergamos zugeführt; die beiden Söhne Albatross und Aladin konnten sich jeweils in Dressurprüfungen bis zur Klasse M platzieren, Albatross war auch gekört, wurde allerdings nach der Körung in die Niederlande verkauft und dort ohne Zuchteinsatz gelegt. Almuths Töchter Alpina und Akelei IV wurden als Zuchtstuten genutzt. Alpina wurde Mutter des S-Springpferdes Alptraum von Kurfürst. Mit der Haselhorst-Tochter Arktis und der Cesar-Tochter Arlette II gingen zwei weitere Töchter der Almuth in die Zucht. Die Arktis-Tochter Arabess von Kantstein war Mutter der in L-Springen erfolgreichen Arabell von Mustafa, deren Vollbruder Aladin in L-Vielseitigkeiten und in M-Springen platziert war. Unter der Nachzucht der Arlette II ist Antonio von Rubin erwähnenswert, der in schweren Fahrprüfungen erfolgreich war.

Almuth war eine der sechs Töchter der Alwina, die noch im Hauptgestüt Trakehnen gezogen worden war. Alle sechs wurden in der Zucht eingesetzt, eine davon, Arcona von Cornett, begründete einen eigenständigen Familienzweig. Zu den bekannten Vertretern dieses Familienzweigs zählen der gekörte und inzwischen in der S-Dressur etablierte Axis von Elitehengst Sixtus, der Siegerhengst Auftakt von Impuls, die Elitestute Arlette von Etong mit Elite-Tochter Arabica von Marduc und deren gekörter Sohn Arc de Triomphe von Mandant. Alwinas Töchter Alma Mater von Takt und Alice von Gobelin blieben ohne größeren Einfluß auf die Zucht. Neben Almuth brachte Alwina zwei weitere Töchter von Impuls, Arnika und Aurikel. Auf Arnika geht die hervorragende Habicht-Tochter Alte Zeit zurück, die mit springbegabter Nachzucht von Abdullah auf sich aufmerksam macht: Alessio ist bis zur Klasse M platziert, während Allegro und Alaskatraum auch schon in der S-Klasse Erfolge vorzuweisen haben. Alaskatraum ist gekört und konnte mit dem vielbeachteten Hope of Heaven 2007 den besten Springhengst der Trakehner Körung in Neumünster stellen. Zwei Söhne der Alwina wurden im Turniersport vorgestellt, darunter der in L-Dressuren platzierte Gobelin-Sohn Alkazar. Insgesamt brachte die Dunkelfuchsstute elf Fohlen in 15 Zuchtjahren. Alwina war die einzige Tochter des bedeutenden Hauptbeschälers Hyperion, die in die Bundesrepublik gelangte. Ihre Mutter Liebling kam Ende 1944 im Fußmarsch von Trakehnen nach Georgenburg und wurde dort nach Graditz verladen. Alwina wurde im Dezember 1945 im Evakuierungsort Graditz-Neubleesern geboren; 1953 machte Landstallmeister a. D. Dr. Wilhelm Uppenborn sie in Hessen ausfindig. Auf welche Weise die Stute in die Bundesrepublik gekommen ist, ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Alwina stand zwei Jahre bei Familie Tummescheit in Eschwege, danach gehörte sie fünf Jahre lang der Stutenherde im Gestüt Webelsgrund an. Die letzten acht Jahre ihres Lebens verbrachte sie auf dem Hofgut Dankerode bei Bebra.

Artistic-Rock hat die meiste Zeit im Natursprung gedeckt, so dass es trotz seiner sportbetonten und nicht unmodernen Abstammung, gutem reiterlichen Management einschließlich spektakulärer Auftritte bei Schauen und Dressurerfolgen bis zur schweren Klasse nicht allzu viele Nachkommen gibt, die aber beachtenswerte Erfolge zusammentrugen.

Antrittsstärke, gute Schwungentfaltung, hohe Taktsicherheit, häufig eine überdurchschnittlich gute Galoppade sowie solide Gliedmaßen mit guten Gelenken waren die positiven Eigenschaften, die Lars Gehrmann den ersten Artistic-Rock-Jahrgängen in der in den Trakehner Heften publizierten Nachzuchtbewertung attestierte. In der Typausprägung trat gern der etwas herbe Typ der Consul-Hengstlinie hervor. Manchem Fohlen hätte der Zuchtleiter ein etwas fleißigeres Hinterbein gewünscht, was er in einem etwas zurückliegenden Kniegelenk begründet sah.

Vierzehn Töchter des Artistic-Rock wurden bisher beim Trakehner Verband als Zuchtstuten eingetragen, zwölf davon wurden auch erfolgreich in Stutenleistungsprüfungen vorgestellt. Vier Töchter wurde sowohl mit der Staats- als auch mit der Verbandsprämie ausgezeichnet, eine weitere „nur“ mit der Verbandsprämie. Die Exterieur-Zuchtwertschätzung auf Basis der Eintragungsnoten seiner vierzehn Töchter weist Artistic-Rock vor allem als einen Vererber zur Verbesserung der Grundgangarten aus – hier liegen seine Zuchtwerte mit 124 im Schritt, 130 im Trab sowie 127 im Galopp durchweg klar überdurchschnittlich, wohingegen er Typ und Fundament nicht zu verbessern scheint.

Die Vollschwestern Hillary und Heavenly zählen zu den zweifach prämiierten; beide sind Töchter der Elitestute Habsburg von Fahnenträger II und sorgten schon mehrfach für Furore: Heavenly trat als 1997 unter dem Namen Heavently in Neumünster zur Fohlenauktion an und wurde mit 26.000 DM als teuerstes Stutfohlen und zweitteuerstes Fohlen der Auktion zugeschlagen, wechselte jedoch nicht den Besitzer und kam drei Jahre später, nach einer hervorragenden Eintragung, dem Sieg in ihrer Stutenleistungsprüfung auf Station mit der Gesamtnote 8,4 und 8,67 für die Grundgangarten, hoch platziert im Tarmstedter Stutenchampionat und als frisch gekürte Vize-Jahressiegerstute des Jahres 2000, erneut in Neumünster zur Auktion: 100.000 DM legte das Gestüt Meyerhof für die mit überragender Mechanik ausgestattete Schimmelstute an. Bei der Trakehner Fohlenauktion im Rahmen des Bundesturniers 2008 wechselte eine Tochter des designierten Meyerhofer Elitehengstes Hofrat aus der Heavenly für 10.000 Euro als viertteuerstes Fohlen ins Gestüt Tasdorf der Verbandspräsidentin Petra Wilm. Heavenlys Vollschwester Hillary, Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Niedersachsen/Bremen in Großburgwedel, wurde ebenfalls mit Bestnoten leistungsgeprüft; ihre Interieurnote kommt mit 9,67 dem Optimum nahe, auch die Rittigkeit mit 8,67 und das Freispringen mit 8,0 wurden von den Richtern klar überdurchschnittlich bewertet, insgesamt beendete Hillary die Stationsprüfung mit der Note 8,5. Sie verblieb im Besitz ihres Züchters Pieter Smeets. Im Rahmen des GP-Programms des Trakehner Verbandes brachte sie 2005 ein Hengstfohlen vom Elitehengst Lehndorff’s, das 2007 als Hengstanwärter nach Neumünster kam. Der auffallende Schimmel avancierte zum Publikumsliebling, konnte aber die Körkommission nicht restlos überzeugen. Für 20.000 Euro wechselte der nicht gekörte Hengst in den Besitz des Gestüts Wiesenhof in Krefeld. 2008 wurde er mehrfach in Reitpferdeprüfungen vorgestellt und platziert. Hillary und Heavenly bilden zusammen mit ihrer Mutter die amtierende Trakehner Bundessiegerfamilie, die im Rahmen der im siebenjährigen Turnus stattfindenden Trakehner Bundesstutenschau 2004 in Neustadt/Dosse gekürt wurde.

Auch Morgana IV aus der Mohamanda von Sixtus gehört zu den prämiierten Artistic-Rock-Töchtern; die Reservesiegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Rheinland/Pfalz/Saar punktete bei ihrer Stutenleistungsprüfung vor allem im Freispringen, welches mit 8,5 bewertet wurde.

Donna Diva aus der Dolce Vita II von Donaufeuer wurde ebenfalls prämiiert; sie war nach erfolgreich abgelegter Leistungsprüfung beste Vierjährige der Eintragung im Zuchtbezirk Neue Bundesländer Nord 2004. Ihre zwei Jahre ältere Vollschwester Doris Day war im Jahr 2000 teuerste zweijährige Stute der Auktion in Neumünster; sie wurde für 50.000 DM verkauft.

Die aus der Mohammed-Tochter Estelle gezogene Evita IX wurde auch erfolgreich leistungsgeprüft und mit der Prämie ausgestattet.

1996 kam Fenitza aus der Fee XXIV von Kostolany als Repräsentantin des Premierenjahrgangs von Artistic-Rock als Auktionsfohlen nach Neumünster und wechselte für 6.000 DM den Besitzer. Drei Jahre später wurde sie eingetragen und erfolgreich leistungsgeprüft.

Im Jahr 1998 war Cira-Rock aus der Cira xx von Windwurf als Auktionsfohlen in Neumünster. Sie erzielte einen Zuschlagspreis von 8.000 DM. Ihr Buddenbrock-Sohn Corleone konnte sich vierjährig in einer Reitpferdeprüfung und fünfjährig in einer Springpferdeprüfung der Klasse A** platzieren. Eine Vollschwester zu Corleone qualifizierte sich 2006 für das Fohlenchampionat des Zuchtbezirks Schleswig-Holstein.

Shakira von Kaiser Wilhelm aus der Toujours von Artistic-Rock und der Träumerei vom Elitehengst Caprimond konnte sich in Reitpferdeprüfungen platzieren und ist Siegerin einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A.

Vierzehn bei der FN registrierte Artistic-Rock-Nachkommen haben bis einschließlich 2007 5.113 Euro Gewinngelder verdient. Die FN-Zuchtwertschätzung 2007 gibt für Artistic-Rock einen Zuchtwert von 123 für die Sparte Dressur und von 86 für die Sparte Springen an.

Der erfolgreichste Nachkomme ist Sunday-Rock, ein Sohn der Souffle vom Klosterhof von Narew xx, der sich als vielseitiges und leistungsbereites Reitpferd bewährt hat. Der Wallach kann Platzierungen in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse A, in Springprüfungen der Klasse L und in Dressurprüfungen bis M/B sowie 2.228 Euro Eigengewinnsumme vorweisen.

Mont Royal FR aus der Martinique von Santiago, ein Dreiviertelbruder der erwähnten Morgana IV, legte 2001 als nicht gekörter Hengst einen 30-Tage-Test in Schlieckau ab, den er mit einer dressurbetonten Endnote von 7,38 und einer springbetonten Endnote von 7,25 erfolgreich beendete. Der Hengst hat bisher 1.141 Euro gewonnen; er war Sieger in Gelände- und Springpferdeprüfungen der Klasse L und platziert in Vielseitigkeitsprüfungen der Klassen A und L sowie in L-Dressuren.

Daidalos FR aus der Darling V von Inster Graditz gewann bisher 383 Euro in A-Dressur-Prüfungen.


Text und ©: Friederike Winkler 2008
Fotos: Trakehner Hefte, HP der Hengsthalterin, Online-HVP, Beate Langels