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Parforce E.H.


Braun, bd.Hfsl. unreg. gefl. w.
geb. 08.05.1982

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16319020.7
volljährig16720.8

Züchter:
Jörg Freiherr von Imhoff, Schloss Reichenberg
Aufzüchter:
Jörg Freiherr von Imhoff, Schloss Reichenberg

Gekört 1984 Neumünster

www.trakehner-parforce.de

Pedigree

EH Habicht, R., VS Burnus AAH, B., VS Lapis Ar., Sch. Siglavy II-22
Phänomen
Fenék V, F. Fenék V
Major
Hallo, R. Goldregen, B. Creon
Goldelse
Handschelle, R. Polarstern
Handelskammer
Punchestown Lady xx, F., VS Wily Trout xx, F. Le Sage xx, B. Chammossaire xx
Miss Know All xx
Luggeen xx Panorama xx
Delage xx
Actina xx, Db. Fortina xx Formor xx
Bertina xx
React xx Glendrostan xx
Queen of the Swallow Tails xx

Hengstlinie des Burnus AAH, Stutenfamilie der E11 Sedbury Royal Mare

Eigentümer

1982-1984: Jörg Freiherr von Imhoff, Reichenberg/Bayern
1985-1996: Karl-Heinz Schulenburg, Gestüt Griebeler Höh, Kasseedorf/Schleswig-Holstein
1997 bis heute: Hans Magers, Wöllriederhof, Rottendorf/Bayern

Stationierung

1985-1988: Leihhengst Langniendorf (Trepkau) Schleswig-Holstein)
1989: Privatbeschäler Kasseedorf (Schulenburg) Schleswig-Holstein
1990: Leihhengst Birkhausen (Olze) Rhld-Pfalz-Saar
1991: Privatbeschäler Kasseedorf (Schulenburg) Schleswig-Holstein
1992: Leihhengst Gestüt Birkenstein RPS
1993: Privatbeschäler Kasseedorf (Schulenburg) Schleswig-Holstein
1994: Leihhengst Ribbeckshorst (Bangert) Brandenbg-Sa-Anhalt
1995: Leihhengst Ranz (Prieros) Brandenbg/Sa-Anhalt
1996: Leihhengst Gestüt Webelsgrund (Erdsieck) Niedersachsen
1997-2000: Privatbeschäler Rottendorf (Magers) Bayern
2001-2005: Privatbeschäler Rottendorf (Magers)und Leihhengst Kaufbeuren (Hörmiller) Bayern
2006: Privatbeschäler Rottendorf (Magers)und Leihhengst Duggendorf (Dr. Wyrwoll) Bayern
2007: Privatbeschäler Rottendorf (Magers)und Leihhengst Delmenhorst (Strojek-Baunack) Bayern/Nds.NW

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1985

Charakter: 8,00 Schritt: 7,67
Temperament: 8,00 Trab: 6,84
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 6,17
Leistungsfähigkeit: 7,00 Springanlage: 6,25
Rittigkeit: 4,88 Geländeprüfung: 6,00
Rittigkeitsindex: 82,31 Springindex: 95,51
Gesamtindex: 85,82 (38./56) Leistungsklasse: III

Turniersporterfolge:
im Springsport bis Klasse M/A (LGS: 1.354 €) - N-JGS 2008: 3.612 €, N-LGS bis 2008: 97.211 €

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
137310891 13296104111 103+0,7


Gekörte Söhne (1): Advent (HUN)

Töchter (24): (23)Lajument, StPrElSt. Ilexa III, SrPrSt. Tussi, ESt. Hippi LStB/D, Fantasy, Tiffany VIII, Herbstfee VI, Blarney, StPrPrElSt. Bunbury LStB A+B, ElSt. Banteer, Odett III, Osterode, Ortelsburg, Lea-H, Nobless IV, StPrPrSt. Honeymoon, Lerche VII, Bernice, Sahara, Kassandra, Ivory (ZfdP), Waldprinzessin, Sappalotti (Bay.), Mainzauber

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:79
davon mit Platzierungen:45
davon in Klasse M. und S.:11


Woran misst man die Qualität eines Vererbers? – In jungen Jahren an seinem Exterieur, den Grundgangarten und dem Springvermögen, und man hofft, dass er dem gerecht wird, was seine Abstammung verspricht. Später muß er sich unter dem Sattel beweisen, und danach sind es seine Nachkommen, die auf Zuchtschauen und im Sport geprüft werden. – Ein Hengst, der all diese Kriterien mit Bravour erfüllt, ist unser erster Hengst des Monats: Parforce!

Der braune Sohn des Elitehengstes Habicht aus der irischen Vollblutstute Punchestown Lady xx wurde 1982 geboren. Anläßlich seiner Körung 1984 präsentierte er sich antrittsstark in der Bewegung und mit vermögendem Springen – auf dieser Körung konnten die Kandidaten erstmals, damals noch freiwillig, ihr Springtalent unter Beweis stellen. Als Dreiviertelblüter stand er dabei noch stark in der Entwicklung. In den folgenden Jahren hat der Hengst deutlich ausgelegt und sich zu einem Hengst von bedeutendem Format entwickelt.

Vater Habicht war in den 70er Jahren eines der erfolgreichsten Trakehner Vielseitigkeitspferde unter Martin Plewa. Einer seiner größten sportlichen Erfolge war der Sieg in der internationalen Vielseitigkeit Kl. S in Achselschwang 1977. In dieser Prüfung gab es nur sechs fehlerfreie Runden in einem außergewöhnlich schweren Cross – außer Habicht gelang das z. B. Punchestown Lady mit ihrem Besitzer Jörg Frhr. v. Imhoff. Dieses Paar belegte in der Endabrechnung Rang 10 in dem hochkarätigen Teilnehmerfeld!

Habicht stammt von dem angloarabischen Halbblüter Burnus, der mit Dr. Reiner Klimke vor dessen Dressurkarriere im Busch internationale Erfolge sammelte. Habicht war und ist eine Säule der Trakehner Leistungszucht in der Nachkriegszeit. Seine Nachkommen sammeln seit Ende der 70er Jahren bis heute Erfolge in allen Disziplinen auf internationalem Niveau: Livius v. Habicht und Ann Kursinski (USA) waren in den 80er Jahren hocherfolgreich im Springen, Windfall v. Habicht war 2003 laut WBFSH-Weltrangliste der beste Eventer weltweit, um nur zwei herausragende Nachkommen zu nennen!

Mit den beiden im internationalen Vielseitigkeitssport erfolgreichen Eltern verfügt Parforce über eine Leistungsabstammung, wie man sie nicht nur in der Trakehner Zucht selten findet. Und Parforce hat die Ansprüche, die man an den Nachkommen solcher Eltern und ihre Vererbung stellt, in jeder Hinsicht erfüllt!

Nach der HLP begann er seine Karriere im Springsport zunächst unter Gerhard Westphal auf ländlichen Turnieren in Schleswig-Holstein. Später wechselte er in den Beritt von Gilbert Böckmann, der den Beschäler bis zur Klasse S herausbrachte!

Aber auch seine leider wenigen Nachkommen machen ihrem Vater alle Ehre: Sein Sohn Advent aus der Armina von Lucado-Habicht wurde in Ungarn gekört; 4 Töchter wurden beim ZfdP und anderen Zuchtverbänden registriert, 20 Töchter sind bisher beim Trakehner Verband eingetragen, davon wurden vier mit der Staatsprämie ausgezeichnet, zwei davon zusätzlich mit der Verbandsprämie; Sahara VIII a. d. Susi v. Cesar war beste vierjährige Stute ihrer Eintragung. Bei Stutenleistungsprüfungen erhielten Parforce-Töchter stets überdurchschnittliche Noten für die Springveranlagung – hier verdient seine Tochter Tussi Erwähnung, die ihre SLP gewann und in Konkurrenz zu Holsteiner-Stuten die Springnote 10,0 erhielt! Außerdem stellt Parforce mittlerweile vier Töchter, die den Titel „Elitestute“ aufgrund hervorragender Eigen- und Nachkommenleistungen erhielten – das schaffte bisher kein anderer Vererber!

E.St. Ilexa II a. d. Immortelle v. Herzbube stellte mit Italia und Iluna (beide v. Caprimond) die Siegerstuten der zentralen Eintragungen des Zuchtbezirks Schleswig-Holstein 1998 und 2003 – allein das ein einmaliger Vererbungserfolg! Ilexas Hohenstein-Sohn Incello ist in M-Dressur erfolgreich.

E.St. Hippi a. d. Herzblume v. Erzsand brachte zwei Nachkommen mit Erfolgen in Klasse M: Hetty-Hou v. Donaumonarch (Springen) und Heartbreaker v. Ivernel (Dressur). Ihre Töchter Havanna Sunrise v. Preußenprinz und Happyness v. Michelangelo wurden prämiiert. Mit der Zuchtleistung von neun Fohlen in zwölf Zuchtjahren wurde sie 2005 in das FN-Leistungsstutbuch Abt. D eingetragen. Hippis Vollbruder Hertilas war in M-Springen erfolgreich.

E.St. Banteer TSF a. d. Bachcantate xx v. Pasteur xx war unter Dr. Matthias Baumann in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen auf ***-Niveau sowie in L-Springen erfolgreich (Lebensgewinnsumme 3.305 €) und brachte nach ihrem Abschied aus dem Sport bisher zwei Fohlen.

Banteers Vollschwester St.Pr., Pr. & E.St. Bunbury gewann ihre Stutenleistungsprüfung und war unter Michael Jung ebenfalls in internationalen ***-Vielseitigkeitsprüfungen erfolgreich. Sie war das erfolgreichste Trakehner Buschpferd 2003. Zudem erreichte sie Placierungen in Dressur und Springen Kl. L – die beachtliche Lebensgewinnsumme von 11.463 € spricht für sich, zumal in der Vielseitigkeit nicht die höchsten Gewinnsummen erzielt werden. Vor ihrem Sporteinsatz brachte sie bereits Bargello v. Kanudos xx der bisher in Vielseitigkeit bis Kl. M erfolgreich ist. Nach der Geburt ihres zweiten Fohlens 2006 wurde Bunbury in die FN-Leistungsstutbücher Abt. A und B eingetragen.

Trotz des eher spärlichen Zuchteinsatzes ist es Parforce gelungen, eine ganze Reihe hocherfolgreicher Pferde für alle Disziplinen zu bringen, wobei der Schwerpunkt beim Springen liegt. Somit nimmt er in der Phalanx der zuchtaktiven Trakehner Hengste eine besondere Stellung ein! Bis 2006 wurden 67 Nachkommen bei der FN registriert, 44 davon waren placiert, 9 davon in Kl. M und S. Vier Nachkommen seiner Töchter sind bisher bis M placiert.

Neben den Vielseitigkeitserfolgen seiner beiden Elitetöchter ist als erstes Phantom TSF zu nennen. Der Schimmelwallach war über vier Jahre hinweg das erfolgreichste Trakehner Springpferd Deutschlands und wurde sogar in Nationenpreisen eingesetzt. Im Lauf seiner langen Karriere sprang er 65.717 € zusammen! Sein Vollbruder Hurrican ging M-Springen. Die Mutter dieser beiden Sportler stand bezeichnenderweise auch sehr hoch im Blut: Heimchen III war eine Tochter des Shagya-Arabers Gazal.

Besondere Erwähnung verdient auch Malvino a. d. Malve XIII v. Marlo, der in Dressur und Springen M-Erfolge hatte und auf eine Lebensgewinnsumme von 3.772 € kam.

2007 wird das wertvolle Blut des Parforce noch einmal einer breiteren Züchterschaft angeboten: vom 15. März bis zum 15. August steht er auf dem Gestüt Equiset bei Dr. Strojek-Baunack. Der Service dieser innovativen Deckstation umfasst neben Frischsamen auch die Bereitstellung von TG sowie Embryotransfer.

Text und ©: Friederike Winkler 2006