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Bazar Sh.A.


Schimmel, l. Hf. unreg. gefl. w.
geb. 20.04.1986

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16018020
volljährig16120

Züchter:
Wolfgang Carl, Gut Ludwigsburg, Waabs
Aufzüchter:
Wolfgang Carl, Gut Ludwigsburg, Waabs

Gekört 1990

www.gut-ludwigsburg.de

Pedigree

Bajar Sh.A., Sch., Spr. M Suakim Sh.A., Sch. Sultan Sh.A., Sch. O'Bajan VII Sh.A.
82 Shagya XXII Sh.A.
Gama Sh.A., Sch. Landsknecht ox
Ipomea
Gazelle I Sh.A., Schw. Sultan Sh.A., Sch. O'Bajan VII Sh.A.
82 Shagya XXII Sh.A.
Gama Sh.A., Sch. Landsknecht ox
Ipomea
Sabrina Sh.A., Sch. Radautz Sh.A., B., Spr. M Shagya XX Sh.A., Sch. Shagya XIII Sh.A.
664 Shagya X Sh.A.
730 Shagya XII Sh.A., Sch. Shagya XII Sh.A.
603 Shagya VII Sh.A.
Safra I Sh.A., Sch. Gazal VII Sh.A., Sch. Gazal II Sh.A.
129 Shagya XXV Sh.A.
153 Shagya XXXV Sh.A., Sch. Shagya XXXV Sh.A.
20 Kuhaylan Zaid Sh.A.

Hengstlinie des Bajar Sh.A., Stutenfamilie der E5 The Massey Mare xx

Eigentümer

seit 1986: Kurt-Jürgen Carl, Gut Ludwigsburg, Waabs, Schleswig-Holstein

Stationierung

1991 - 1998: Privatbeschäler Gut Ludwigsburg (K.-J. Carl) Schleswig-Holstein
1992: Leihhengst Gestüt Arco-Araber in Moos Bayern
1999 - 2001: Leihhengst Hauptgestüt Neustadt-Dosse Brandenburg
seit 2002: Privatbeschäler Gut Ludwigsburg (K.-J. Carl) Schleswig-Holstein
:

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung 1990 in Medingen

Charakter: 8,00 Schritt: 8,00 (T), 7,00 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 9,00 (T), 8,00 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 9,00 (T), 7,33 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 8,00 (T) - FS 7,25 - Parcours 7,00
Rittigkeit: 8,00 (T) - 8,00 (P) Geländeprüfung: 7,33
Rittigkeitsindex: 124,20 (3.) Springindex: 114,47 (4.)
Gesamtindex: 121,93 (3./15) Leistungsklasse: I

Turniersporterfolge:
Platziert in Springen Kl. A, LGS 15 € Stand 2008

Nachzucht

Exterieur nicht gelistet, da erforderliche Mindestanzahl von 10 beim Trakehner Verband eingetragenen Töchtern nicht erfüllt.

Gekörte Söhne (1): Baikal Sh.A.

Töchter (60): Alize du Midi, Babsi L, Candy AA, Prophezeiung, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:62 LGS 15151,-€ davon 527,-€ von Turnierponys Stand 2008
davon mit Platzierungen:11 JGS 1891,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:


Ende des 18. Jahrhunderts entstanden – ähnlich wie in Ostpreußen bereits knapp 50 Jahre zuvor mit der Gründung Trakehnens und in Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des Hauptgestüts Pompadour für die Zucht der Angloaraber – in der osterreich-ungarischen k.u.k.-Monarchie mit Kotzmann (später Radautz) und Bábolna (im heutigen Ungarn) erste Staatsgestüte, die die Aufgabe hatten, ein besonders robustes, hartes und ausdauerndes, vielseitig verwendbares Pferd für die militärische Nutzung und den Einsatz in der Landwirtschaft zu liefern. Die 40 Gründerstuten (19 Vollblutaraberstuten, zwei englische Vollblutstuten und 19 weitere) wurden mit Originalaraberhengste angepaart. Durch konsequente Selektion entstand eine eigenständige Zuchtrichtung des arabischen Pferdes, deren Vertreter in der Regel über mehr Kaliber verfügen und kräftiger gebaut sind als Vollblutaraber und meist auch größer sind. Sowohl als Reitpferd als auch als Wagen- und Zugpferd hatte diese Rasse bald einen hervorragenden Ruf. Seit über 200 Jahren wird die Shagya-Rasse mittlerweile in Reinzucht weiterentwickelt. Einzig arabische Vollblüter dürfen zusätzlich eingekreuzt werden, so dass der „Fremdblutanteil“ mittlerweile verschwindend gering ist.

Durch die Folgen des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde die Population erheblich dezimiert und versprengt – nach 1945 gelangten erste Vertreter dieser Rasse nach Deutschland. Hier erlebte die Zucht einen Boom, so dass Deutschland heute, auch qualitativ, führend ist in der Zucht von Shagya-Arabern. Erst 1978 erhielt die Rasse ihren heutigen Namen „Shagya-Araber“; der Originalaraber Shagya wirkte Anfang des 19. Jahrhunderts in Bábolna und war einer der Gründerhengste, auf den fast alle heutigen Shagya-Araber zurückgehen.

In der Sportpferdezucht haben Shagya-Araber einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf viele deutschen Reitpferderassen genommen – die Shagya-Stute Jordi brachte in Janow Podlaski ein Hengstfohlen vom Vollblüter Rittersporn, das von Freiherr von Nagel nach Deutschland importiert wurde und dort unter dem Namen Ramzes AA in die Zuchtgeschichte einging. Ramzes begründete bedeutende Hengstlinien in Westfalen und Holstein und konnte auch in der Trakehner Zucht über den Sohn Condus und einige Töchter Einfluß nehmen. Unter Ramzes’ Nachkommen waren Weltklassepferde in allen Disziplinen. In der Trakehner Zucht erlangte der Shagya-Hengst Lapis besondere Bedeutung: Sein Sohn Burnus AAH, selbst international in der Vielseitigkeit erfolgreich, wurde durch seinen Sohn Habicht Begründer einer eigenen Hengstlinie, die ebenfalls für alle Disziplinen Spitzenpferde mit internationalen Erfolgen hervorbrachte. Burnus’ Vollschwester Amsel gründete eine Stutenfamilie, deren derzeit populärster Vertreter der Siegerhengst 2004 Le Rouge ist.

Zu den berühmtesten Shagya-Arabern der letzten 50 Jahre zählen zweifelsohne Gazal VII und vor allem Bajar, der rassenübergreifend als Springvererber hochgeschätzt wird. Die Verbindung dieser beiden bedeutenden Vererber brachte schon mehrfach Spitzenpferde hervor – eines davon ist Bazar Sh.A., der in diesem Jahr sein 21. Lebensjahr vollendet.

Bazar – wie alle Bajar-Kinder ein Schimmel – wurde am 20. April 1986 auf Gut Ludwigsburg, das idyllisch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste in der Nähe von Elmshorn liegt, geboren. Sein Züchter Wolfgang Carl betrieb eine erfolgreiche Trakehner- und Shagya-Araber-Zucht, die heute von seinem Sohn Kurt-Jürgen Carl fortgeführt wird.

Bazars Vater ist Bajar, der vom Araberzuchtverband VZAP mit dem Elitetitel ausgezeichnet wurde. Bajar überzeugte als durchschlagender Vererber, und das rasseübergreifend: Neben der Shagya-Araber- und Angloaraber-Zucht hatte er Nachkommen bei den Trakehnern, Holsteinern und auch in der Reitponyzucht Schleswig-Holsteins.

Der Bajar-Sohn Billy Bandit war beispielsweise in den 1980er-Jahren ein populäres Springpony in Holstein und trug so manchen Junioren zu Championats-Ehren, u. a. Sebastian Rhode, der heute international im Springsattel erfolgreich ist. Über den Bajar-Sohn Aldan entwickelte sich in der holsteinischen Reitponyzucht eine kleine springbetonte Hengstlinie, deren Angehörige mit Erfolgen bis zur Klasse M/A aufwarten. Beim Bundeschampionat 2006 belegte Avalon N, in 3.-4. Ahnenreihe auf Bajar ingezogen, den sechsten Rang im Finale der sechsjährigen Springponies.

Neben einem außergewöhnlichen Springvermögen vererbte der Ausnahmehengst Bajar auch ein hervorragendes Interieur, das seine Nachkommen nicht nur für Profis interessant machte, sondern eben auch für Freizeitreiter und Kinder. Und auch die Holsteiner Zucht, die nicht verschwenderisch mit der Anerkennung arabischer Hengste umgeht, ließ sich dieses Blut nicht entgehen und konnte über Bachus, der jahrelang erfolgreich unter Bo Kristoffersen und Jos Lansink im internationalen Springsport ging, eine eigene kleine Hengstlinie in Holstein installieren, die schon mehrere Bundeschampionats-Finalisten und international erfolgreiche Springpferde hervorbrachte .

Besonders weite Verbreitung fand das Bajar-Blut in der Shagya- und Angloaraber-Zucht, wo Bajar über 20 gekörte Söhne brachte. Neben Bazar erhielten zwei weitere Shagya-Araber von Bajar die Anerkennung des Trakehner Verbandes:

Pamino a. d. Pamina v. Amor – Gazal VII ist Vater der Brisbane a. d. Britannia v. Hartung, die selbst im Parcours bis Klasse M erfolgreich war und die mit Brissago auch einen in S-Springen erfolgreichen Sohn brachte, sowie des S-Dressurpferdes Orpheus a. d. Olympia III v. Grimsel. Der aktuelle Einzel-Weltmeister im Distanzsport, der Shagya-Araber Hungares, stammt aus einer Pamino-Tochter. Der Shagya-Hengst Puschkin v. Pamino ist neben Bazar der einzige Shagya-Araber im Trakehner Hengstverteilungsplan 2007.

Ghazzir v. Bajar a. d. Galina v. Gazal VII-Shagya-36 war ebenfalls für die Trakehner Zucht anerkannt. Selbst im Busch erfolgreich bis zur Klasse M, lieferte er mit Herakles TSF a. d. Hera XXXIV v. Consul einen Sportler höchster Qualität: neben Platzierungen in L-Dressur und im Springsport bis zur Klasse M ist er im Cross international erfolgreich auf ***-Niveau unterwegs und konnte 2006 eine Lebensgewinnsumme von 13.418 Euro vorweisen.

Auch der für die Trakehner Zucht anerkannte Angloaraber Bouquet v. Bajar a. d. Märchenfee xx v. Vierzehnender-Magnat war im Springsport auf M-Niveau erfolgreich. Sein Sohn Benedict N AA a. d. Dynastie AA v. Hill Anwar AA-Honoured Guest xx ist ebenfalls ein ***-Eventer. In dieser Königsdisziplin war er 1999 Vizemeister in Belgien und 2004 Vizemeister in den Niederlanden. 2005 konnte er sich für die EM qualifizieren.

Der Trakehner Bajar-Sohn Le Bajar a. d. La Strada v. Patron wurde 1988 gekört und konnte sich auch in Springparcours der Klasse M platzieren. Seine wenigen Nachkommen zeigten jedoch mehr Dressur- als Springveranlagung.

Vornehmlich mit Nachkommen der Bergfriede-Familie und der daraus hervorgegangenen Bergsicht-Familie brachte Bajar eine ganze Reihe hocherfolgreicher Trakehner Parcours- und Buschspezialisten, wie z. B. Karen Wissers Erfolgspferd Baghal, dessen Vollbruder Brilliant, beide a. d. Berguen v. Donauwind, der in Springen Kl. M und Gelände auf S-Niveau erfolgreich war. Auch Alcatrac a. d. Aster VII v. Prince Condé sprach ein gewichtiges Wörtchen in S-Parcours mit, während Kentucky Basilisk a. d. Ballade VI v. Karwendelstein und Bajonara a. d. Emanze v. Schiwago im Busch bis Klasse S Erfolge sammelten. Blücher, ehemalige Kranichsteiner Autionselite a. d. Bergell v. Rosenberg-Gabriel, startete für die Schweiz in internationalen Dressurprüfungen. Der bekannteste Trakehner Bajar-Nachkomme jedoch dürfte ohne Zweifel White Girl a. d. Wiga v. Marengo sein, Peter Thomsens unerschrockenes Championatspferd, das allein in Deutschland eine Lebensgewinnsumme von 13.478 € zusammengaloppierte.

26 eingetragene Töchter lieferte Bajar in der Trakehner Zucht, hervorragend darunter sicherlich die Elitestute Patricia XVI a. d. Psychiatrie v. Tannenberg-Traumgeist xx, deren Söhne Poor Grey v. Prints und Perhaps v. Herzzauber in ländlichen Parcours Klasse M Schleifen sammeln, während Potzblitz v. Donaumonarch im Busch auf M-Niveau unterwegs ist. Vier weitere Nachkommen sind bzw. waren in Prüfungen Klasse A und L erfolgreich. Die Staatsprämienstute Babuschka a. d. Bergamo v. Donauwind-Gabriel fohlte Kentucky Baccara von Ludwigsburg v. Eichendorf, die Siegerstute der Landesschau in Baden-Württemberg 2005. Bergliebe II a. d. Bergkette v. Gabriel-Totilas ist Mutter des gekörten Sir Shostakovich xx-Sohnes Best Before Midnight, der abstammungsgemäß über beachtliches Springvermögen verfügt; dennoch erbringt er seine Eigenleistung unter dem Dressursattel, wo er M-Platzierungen vorweisen kann. Sein Sohn Invincible Sir wurde Prämienhengst der Körung des Araber-Zuchtverbandes ZSAA im März 2007. Im Vorjahr wurde bereits mit Virginian Sky ein Sohn des „BBM“ beim ZSAA gekört.

Bajar war das Produkt einer Inzestpaarung: Seine Eltern Suakim und Gazelle waren Vollgeschwister. Suakim stand in einem recht derben Typ; er war ein Quadratpferd mit kurzer, abfallender Kruppe. Gazelle war eine arabisch geprägte, mittelrahmige und harmonische Stute.

Bajar, 1969 geboren, wurde 1972 gekört und nahm anschließend an der HLP in Medingen teil, in der er in Konkurrenz zu Warmbluthengsten zweiter wurde. Vierjährig wurde er an Manfred Hansen, Großenwiehe, verkauft, wo er bis zu seinem Tod 1986 blieb. Unter jungen Mädchen nahm Bajar erfolgreich an Springprüfungen Kl. L und M in Konkurrenz zu Holsteinern teil. Mit Rittigkeit, Mut, Springvermögen und Kampfgeist erarbeitete er sich sein hohes Ansehen auch in der Züchterschaft und legte damit den Grundstein für seine großen Zuchterfolge. Insgesamt gab es mehr als 800 Bajar-Kinder, von denen 170 bei der FN angemeldet wurden, die eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von über 228.000 Euro zusammentrugen. Weitere zahlreiche Nachkommen waren beliebte als Freizeitpartner.

Bajars Großmutter Gama stammte vom Koheilan I-Enkel Landsknecht ox aus einer Tochter der Dziewanna ox. Der in Janow Podlaski gezogene Piolun ox ist ein direkter Sohn von Koheilan I und Dziewanna. In der Trakehner Zucht gewann dieser Vollblutaraber vor allem Bedeutung über seinen Sohn Priboj ox. Dessen bekanntester Sohn aus Trakehner Sicht dürfte Pomeranets ox sein, der Vater des legendären Leistungsvererbers Hockey II, der über Prints, Lowelas und Perechlest auch Zugang zur deutschen Trakehner Zucht fand. Reiner Klimkes letzter Grand Prix-Crack Biotop und der S-Springhengst Long Deal stammen ebenfalls aus Hockey-Töchtern. Naftalin ox, der über seinen Vater Topol v. Priboj und seinen Muttervater Pomeranets in der 3.-2. Ahnenreihe auf Priboj ingezogen ist, lieferte für die Trakehner-Zucht Kosmonaut ox und mit Bagdad ox den Muttervater des Hengstes Brioni v. Friedensfürst. Die doppelt prämiierte Kosmonaut-Tochter Marchesa II, Eintragungssiegerin im Zuchtbezirk Rheinland, brachte v. Sapros den gekörten, durch beste Springanlagen auffallenden Marcato, der in die USA verkauft wurde und im Springsport herausgebracht werden soll. Der schon erwähnte Topol ox ist auch Muttervater des Vollblutarabers Normativ, der immer wieder mit hochklassigen Fohlen auch in der Trakehnerzucht aufwartet. Auch Topki, der selbst im internationalen Springsport erfolgreich war, stammte aus einer Pomeranets-Tochter.

Auch Bazars Mutter Sabrina stammt aus bestem Hause: Ihr Vater ist der VZAP-Elitehengst Radautz, der ebenfalls in M-Parcours in Konkurrenz zu Warmblütern Schleifen sammelte. Radautz war auch für die Trakehner Zucht anerkannt; seine Tochter Laila war ebenfalls im Springsport der Klasse M erfolgreich. Der Radautz-Sohn Raon Sh.A. (dessen Mutter übrigens eine Bajar-Tochter war) legte seine HLP mit einem Springindex von 130,95 ab. Die Angolaraberstute Desert Sun v. Raon erreichte über 240 Siege und Platzierungen in A-Dressur- und Vielseitigkeitsprüfungen sowie im Springsport bis zur Klasse M/A und erreichte in acht Sportjahren eine Lebensgewinnsumme von 5.711 Euro. Marina AA v. Radautz ist die Mutter des in Holstein gekörten Don-Caster AA v. Dorpas AA, der derzeit unter dem Sattel von Andre bzw. Dirk Schröder in internationalen S**-Parcours Erfolge sammelt.

Sabrinas Mutter Safra war eine Tochter des berühmten Gazal VII. Aus der Verbindung von Bajar mit der Gazal VII-Tochter Galina stammt auch der schon erwähnte Ghazzir Sh.A.. Der Gazal VII-Sohn Gazal Ar. fand auch eine gewisse Verbreitung in der Trakehner Zucht: Sein Sohn Intakt aus der Inis v. Helianthus kann Erfolge im Springsport der Klasse S aufweisen, während Garant a. d. Aenn II v. Kompass, der gekörte Heidedorn a. d. Heimweh v. Carajan und Romeo a. d. Ribanna v. Carajan in M-Parcours platziert waren. Heimische v. Gazal Ar. a. d. Heimweh-Vollschwester Heimliche ist Mutter des ATA-gekörten Hansel v. Merkur, während ihre Tochter Hantel v. Grimsel den als Springvererber geschätzten Honeur v. Leonardo lieferte, der selbst im Springsport bis Klasse M erfolgreich eingesetzt wurde. Auch Heimchen III, Vollschwester zu Heimische, kann Nachkommenerfolge im Springsport aufweisen: Ihr Parforce-Sohn Phantom TSF firmierte jahrelang als erfolgreichstes Trakehner Springpferd Deutschlands, sein Vollbruder Hurrican war ebenfalls bis Klasse M platziert. Ihre Tochter Heimfee III v. Matador stellte mit Hidalgo v. King Arthur einen qualitätvollen Sohn für die Zucht. Der Gazal-Sohn Polarschnee a. d. Polarrose v. Rosenberg wurde zunächst nach Australien exportiert, wo er im Springsport bis hin zu Großen Preisen überzeugte. Wegen einer Drahtverletzung wurde er aus dem Sport genommen und nach Neuseeland verpachtet, wo er züchterisch genutzt wurde. Neben einer Reihe im Dressur- und Springsport erfolgreicher und aufgrund ihrer inneren Werte auch beliebten Sportpferde lieferte er mit Jägermeister II aus einer Vollblutstute sein Meisterstück: Unter Andrew Nicholsen war Jägermeister II 1996 das weltweit erfolgreichste Militarypferd von einem in Deutschland gezogenen Hengst; das Paar gehörte zu der neuseeländischen Mannschaft, die in Atlanta 1996 die olympische Mannschafts-Bronzemedaille erhielt.

Sabrina, Elitestute beim VZAP aus der bekannten Zucht der Elisabeth von Kleist, lieferte neben Bazar noch weitere nennenswerte Nachkommen: Der ein Jahr jüngere Bazar-Vollbruder Babel wurde zwar gekört, aber züchterisch kaum eingesetzt; dafür war er im Parcours um so erfolgreicher: Neben Siegen in M-Springen kann er auf S-Platzierungen verweisen und erreichte ein Lebensgewinnsumme von fast 3.000 Euro. Der dritte gekörte Sabrina-Sohn ist Suheil von Ludwigsburg, ein Sohn des Sulayman Sh.A., der siegreich A-Dressurprüfungen absolvierte und im Springen bis Kl. M/B platziert ist.

Bazar wurde 1989 in Kranichstein Siegerhengst der Araberkörung, 1990 absolvierte er in Medingen seine HLP in Konkurrenz zu 14 weiteren Araberhengsten. Diese Prüfung war ein wahres Bajar-Festival: Es siegte Bendigo AAH v. Bajar aus einer Holsteiner Stute vor Bouquet AA v. Bajar, der oben schon erwähnt wurde. Bazar selbst belegte mit einem Gesamtindex von 121,93 Punkten einen hervorragenden dritten Rang. Auf dem fünften Rang folgte mit Belcano AH der vierte Bajar-Sohn im Prüfungslot, diesmal aus einer hannoverschen Stute. Kurz nach der HLP wurde Bazar auch beim Trakehner Verband anerkannt.

„Sehr gefälliger Shagya-Araber mit besten Referenzen hinsichtlich Abstammung und Hengstleistungsprüfung. Im mittleren Rahmen stehend, verfügt er über eine gute Dreiteilung des Körpers, wobei im Fundament, besonders im Vorderfuß, bezüglich der Korrektheit einige Wünsche offen bleiben. Drei gleichmäßig gute Grundgangarten bei sehr vertrauensvollem Auftreten“, so beurteilte ihn der Zuchtleiter des Trakehner Verbandes anlässlich der Anerkennung.

In der Trakehner Zucht wurde Bazar nur zurückhaltend eingesetzt, so dass hier die Anzahl seiner Nachkommen begrenzt blieb. In der Araberzucht wurde er jedoch gut genutzt und erhielt aufgrund der Qualität seiner Nachkommen den Titel des Elitehengstes des VZAP; außerdem erhielt er die Anerkennung für Holstein, Hannover, Pferdestammbuch Schleswig-Holstein, ZfdP, Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Bis auf einen einjährigen Aufenthalt im bekannten bayerischen Gestüt Arco-Araber und drei Jahre als Leihhengst im Hauptgestüt Neustadt/Dosse wirkte Bazar zeitlebens auf seinem Heimatgestüt Ludwigsburg. Das FN-Jahrbuch vermeldet 60 eingetragene Töchter aus allen Rassen, von denen fünf mit der Staatsprämie ausgezeichnet wurden. Die FN registrierte 55 Nachkommen als Turnierpferde: neben Trakehnern Brandenburger, Sachsen-Anhaltiner, Shagya-Araber und Ponies des Pferdestammbuchs Schleswig- Holsteins, die hauptsächlich im ländlichen Spring- und Vielseitigkeitssport erfolgreich sind; Berti von Ludwigsburg a. d. Bayda v. Eichendorff konnte sich in M-Springen platzieren und kann auf eine Lebensgewinnsumme von 2.937 Euro verweisen.

2005 wurde beim Araberzuchtverband ZSAA mit Baikal Sh.A. ein Bazar-Sohn gekört und erhielt zusätzlich die beste Note für das Freispringen. Baikal überzeugte nicht nur durch seine Sportlichkeit und guten inneren Werte, sondern auch mit Höhepunkten im Schritt und Galopp sowie ein „hervorragende Ergebnis" - so die Körkommission - beim Freispringen: „Man sieht, dass dem Hengst das Springen viel Freude bereitet", verkündete der Sprecher der Körkommission.

Bazars Kinder sind deutlich vom Shagya-Araber geprägt: Sie sind meist mittelgroß und in mittlerem Rahmen stehend, wobei die anzupaarende Stute genügend Größe und Rahmen mitbringen sollte. Das arabische Flair ist unverkennbar, und auch die positiven Temperaments- und Rittigkeitswerte, gute Grundgangarten, Sportlichkeit und vor allem Springveranlagung, für die die Bajar-Nachkommen stehen, gibt er treu weiter.

Bleibt also zu hoffen, dass dieser hochklassige letzte Bajar-Sohn in der Trakehner Zucht noch einen würdigen Nachfolger liefern kann, der diese wertvolle Sportpferdelinie in der Trakehner Zucht zu erhalten vermag.



Text und ©: Friederike Winkler
Fotos: HVP Trakehner Verband, HP Neustadt-Dosse, HP des Besitzers