Trakehnerfreun.de - Treffen im Internet

Biotop


Dunkelbraun, unreg.St., mel.Nasstr., 4 F.unreg.w.
geb. 08.03.1985

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig
volljährig17119522.5

Züchter:
Gestüt Kirow, Rostov/Russland
Aufzüchter:
Gestüt Kirow, Rostov/Russland

Gekört 21.2.1995 Münster

www.hengststation-ruescher-konermann.de

Pedigree

Blesk, R. 1972 Eol, Db. 1971 Ostrjak, Db. 1955 Ossian
Sportfreude
Etelka, R. 1964 Ekspromt
Teorema
Bespetschnost, R. 1967 Pamir, R. 1958 Piligrim
Mechanika
Britwa, B. 1960 Bielgorod
Tarusa
Plaska, B. 1978 Hockey, B. 1973 Pomeranets ox, F. 1952 Priboj ox
Mammona ox
Hasa, B. 1957 Hrisolit
Sapadnja
Peptona Paks, B. 1958 Akcjonariusz
Partenita
Pechota, R. 1962 Piligrim
Chrestomatija

Hengstlinie des Pilger, Stutenfamilie der S23 Domra (Gestüt Kirow)

Eigentümer

1993 - 1999: Dr. Reiner Klimke, Münster, Westfalen
seit 2000: Ruth Klimke, Münster, Westfalen

Stationierung

1995-1997: im Sport
1998-1999: Leihhengst Senden (Deckstelle Kappel) Westfalen
seit 2000: Leihhengst Greven (Hengststation Rüscher-Konermann) Westfalen

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung aufgrund von Turniersporterfolgen

Charakter: Schritt:
Temperament: Trab:
Leistungsbereitschaft: Galopp:
Leistungsfähigkeit: Springanlage:
Rittigkeit: Geländeprüfung:
Rittigkeitsindex: Springindex:
Gesamtindex: Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
internationale Erfolge bis Grand Prix Spécial und Kür LGS 125254,-€ Stand 2008

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
2981115126 112121133125 1211,1


Gekörte Söhne (1): Goldschmidt

Töchter (31): StPrSt. Shakira, SPS/PS Revue, SPS/PS Romanik, SPS/PS Resume, SPS/PS Scarlett, PrSt. Kagari, PrSt. Phalanx, PrSt. Herztop, PrSt. Hamdam, PrSt. Herzflimmer, PrSt. Goldiva, Borgia, Harare, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:72 LGS 8054,-€ Stand 2008
davon mit Platzierungen:23 JGS 2196,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:


Genie und Wahnsinn wird ja gemeinhin eine enge Nachbarschaft nachgesagt. Das geniale russische Dressurpferd Biotop ist eines der Pferde heutiger Zeit, die dafür nicht selten als Beispiel zitiert werden. Seine spektakuläre Bewegungsmanier in Verbindung mit selten erreichter Elastizität und Taktsicherheit auf der einen Seite standen durchaus eigenen und nicht immer mit denen des Reiters konform gehenden Vorstellungen über die Gestaltung großer Dressurprüfungen auf der anderen Seite gegenüber.

Biotop, den Dr. Reiner Klimke siebenjährig in Belgien entdeckte, war das Pferd, für das die Reiterlegende aus dem westfälischen Münster die reiterlichen Rentenpläne auf Eis legte. Bis dato hatte Klimke keinen adäquaten Nachfolger seines Ahlerich gefunden und einen Rückzug aus der internationalen Dressurreiterei nicht nur in Erwägung gezogen. Biotop warf diese Pläne gründlich über den Haufen.

Dr. Reiner Klimke hat den Hengst oft als größte Herausforderung seines Reiterlebens bezeichnet. Genauso wenig ließ er aber Zweifel daran, dass Biotop zu seinen absoluten Lieblingen gehörte. Biotop hat in seiner Sportkarriere unter Dr. Reiner Klimke und im letzten Jahr nach Klimkes Tod unter Tochter Ingrid fast 60 Siege und Platzierungen in Prüfungen ab Klasse S errungen, darunter zahlreiche Grand Prix und Grand Prix Spécial, die Führung der Westeuropa-Liga für die Volvo-Weltcups 1994 und 1995 sowie mehrere deutsche Vizetitel. Ein olympischer Einsatz blieb ihm wohl durch gelegentliche Unzuverlässigkeiten verwehrt. 125.000 Euro stehen als Lebensgewinnsumme auf dem Konto des Dunkelbraunen.

1997 beendete Biotop seine Sportkarriere, wurde vom Trakehner Verband, später auch vom Westfälischen und Oldenburgischen Zuchtverband sowie vom niederländischen KWPN-Verband anerkannt – und startete durch zu einer viel beachteten Zuchtkarriere, die ihn bis heute zu einem der gefragtesten Dressurvererber der Trakehnerzucht macht. Bereits jetzt – seine ersten Kinder werden in diesem Jahr acht – hat er Jahressiegerstuten, gekörte Söhne und Bundeschampionats-Qualifikanten vorzuweisen. Selbst wenn man bedenkt, dass diesem Hengst – allein schon aufgrund seiner Decktaxe – für gewöhnlich nur überdurchschnittlich gute Stuten zugeführt werden, hat er damit doch so manchem hochgelobten Kollegen einiges voraus …

Biotops Pedigree ist geprägt von den herausragenden Vererbern der russischen Trakehnerzucht – Beschäler, deren Namen synonym für Leistung, Ausdauer, Härte und auch Fruchtbarkeit stehen. Und wie so viele ganz große russische Leistungsträger hat auch Biotop diese faszinierende Ausstrahlung, der sich kaum ein Pferdefreund entziehen kann. Blut spielt alles andere als eine große Rolle in der Abstammungstafel des Kirowers – ganze 28,11% Vollblutanteil lassen sich da errechnen, und der basiert auf dem arabischen Erbe von Pomeranets ox. Auch Linienzuchten finden wir erst ab der 4. Generation – Piligrim und sein Vater Pythagoras begegnen uns zwei- bzw. dreimal, die Markasit-Tochter Mechanika und der Abglanz-Vater Termit sind ebenfalls zweimal vertreten.

Der Vater

Biotops Vater Blesk macht seinem Namen alle Ehre – er bedeutet nämlich im Russischen „Brillanz“. Adel, Ausstrahlung, Rittigkeit und Charakterstärke werden dem schwarzen Hengst ebenso nachgesagt wie hervorragende Gänge und außergewöhnliches Springtalent. Er dürfte fraglos das beste unter den acht Fohlen seiner Mutter Bespetschnost gewesen sein, deren Wurzeln über den Vollblüter Belgorod xx und Termit auf die Dunkelschimmelstute Polomba v. Fetysz ox zurückführen, die in Russland unter dem Namen Pulen züchterisch eingesetzt wurde.

Blesk selbst wurde nach einem Jahr als Deckhengst in Springausbildung genommen. Er bewies sich als mutiges Pferd mit kraftvoller Springmanier, die ihm 1981 den Meistertitel der UdSSR einbrachte. Eine Verletzung im folgenden Jahr vereitelte den weiteren Sporteinsatz und führte Blesk zurück in die Zucht. Aufgrund seiner attraktiven Nachzucht – es gibt kaum einen Blesk-Nachkommen, der nicht hübsch wäre – erfreute der Hengst sich von Anfang an großer Beliebtheit im Gestüt Kirow. Obschon springbetont gezogen und selbst auch im Springsport erfolgreich, fielen doch zahlreiche Dressurpferde von Blesk.

Neben Biotop fielen als Dressurpferde vor allem auf: Alebastr, ein 1986 geborener Rapphengst a.d. Automatika v. Wympel unter dem Ukrainer Yury Kovshov; die 1985 in Kirow geborene Fuchsstute Balta a.d. Toska v. Almanach I, deren Gangvermögen schier grenzenlos war und die mit Inessa Poturaeva erfolgreich war, bevor sie an einen deutschen Amateurreiter verkauft wurde. Baltas Vollbruder Tabor ging für Russland international als „Russian Dance“ unter Svetlana Knyazeva und war später in Österreich unter der russischen Teamreiterin Elena Sidneva als „Romanov“ erfolgreich. Ulla Salzgeber ritt zeitweise Oblik a.d. Onega v. Almanach I und Ebor a.d. Etikettka v. Hockey, der nach einem Beinbruch eingeschläfert werden musste. Sein Vollbruder Erbit war unter Lyudmila Amineva erfolgreich auf St.-Georgs- und Inter-I-Ebene. Der dunkelbraune Hengst Quixotte Priboy a.d. Prjacha v. Hockey ist Grand-Prix-erfolgreich unter der Französin Mariette Almasy.

Blesk-Söhne gehören inzwischen in russischen Gestüten zum guten Ton, zu den hoffnungsvollsten zählen Obruch a.d. Olcha v. Hockey in Kirow, Boprit a.d. Posa v. Opyt, Boets a.d. Opechatka v. Ech-Ma in Litauen, der inzwischen nach Deutschland verkaufte Bor a.d. Oratorija v. Almanach I und vor allem der in Kirow stationierte Bug a.d. Gitara v. Papirus, zu dessen Nachzucht das Springpferd Barbaris und der Dressurhengst Buben gehört.

Blesks zweifellos beste Tochter ist die dunkelbraune Obitel a.d. Olcha v. Plafon xx, Mutter des Spring- und Zuchthengstes Oreol v. Espadron und des bei der ATA gekörten Fuchses Oskar v. Hockey.

Der dänische Trakehnerzüchter Palle Thisted importierte 1994 die drei Kirower Starhengste Hockey, Topki und Blesk, was letzterer in seinem 19. Lebensjahr nicht lang überlebt hat.

Blesks Vater Eol gilt als tragende Säule der russischen Trakehnerzucht. Der Vater Ostrjak ist ein Pilger-Enkel a.d. Sporn-Vollschwester Sportfreude v. Pythagoras und gilt für das Gestüt Kirow als Linienbegründer. In jungen Jahren bewährte sich der 1955 geborene Hengst in 17 Rennen, von denen er drei gewann und in zehn weiteren hoch platziert war. Bis zum Alter von neun Jahren wurde Ostrjak in Springprüfungen gezeigt, anschließend ging er in seine Zuchtstätte zurück. Unter seinen Söhnen haben Egoist, Eol und der Olympionike Topki Weltgeltung erlangt. Abstammung, Eigenleistung und Vererbung waren mehr als Grund genug, Ostrjak mit dem höchsten Ehrentitel des russischen Trakehnerverbandes auszuzeichnen, er ist Elitehengst.

Eols Mutterlinie geht zurück auf die Stute Teorema, die 1952 in Kirow als Tochter des Termit u.d. Mechanika v. Markasit geboren wurde. Sie war eine Dunkelfuchsstute mittlerer Größe und stand deutlich im Typ der von ihrem Großvater Hyperion begündeten Linie: Schönheit, Eleganz und große Intelligenz prägten seine Nachzucht. Teorema gehörte zur alten Stutenfamilie der Kiewitt/Haleb, ihre Mutter Mechanika hatte sich mit ihren Piligrim-Söhnen Pamir und Predmet einen Namen gemacht. Ersterer galt als bester Sohn des Pepel-Vaters Piligrim, war von 1966 bis 1975 Hauptbeschäler in Kirow und wurde als Vater des Mannschaftsgold- und Einzelsilbermedaillengewinners der Olympiade Moskau 1980, Espadron, bekannt, sein Sohn Papirus ist mütterlicher Großvater von Ulla Salzgebers Weltklasse-Dressurpferd Perechlest. Predmet wurde 1964 nach Deutschland abgegeben, wo er zwei Töchter hinterließ, und 1969 in die Niederlande weiterverkauft.

Zu Teoremas neun Fohlen gehörten der Spring- und Zuchthengst Tantal v. Topol ox und die beiden überragenden Zuchtstuten Etelka und Etual, beide v. Ekspromt. Die schwarze Etelka wurde Mutter des legendären Eol, Etual fohlte 1974 den Hengst Egoist v. Ostrjak, der in kurzer Wirkungszeit in Deutschland u.a. die Fuchsstute Achtsame hinterließ, die Mutter des S-Springpferdes Allenstein v. Nerv und des Nachwuchsspringers Austerlitz v. Schenkendorf.

Ekspromt, von dem Teorema ihre Töchter fohlte, war ein Dunkelbrauner und hatte den als Eifel bekannt gewordenen ehemaligen Torero zum Vater – den Vollbruder des nach dem Krieg in Westdeutschland zu Stempelhengst-Meriten gekommenen Totilas. Ekspromts bekanntester Sohn dürfte Ech-Ma sein, der eine Reihe guter Sportpferde hinterließ, u.a. auch den vom deutschen Trakehnerverband anerkannten Fuchs Abrek, der nach erfolgreicher Springkarriere heute in Österreich deckt.

Eol war ein Ausnahmehengst – mittelrahmig und auf mittelstarkem Fundament, bestach er durch seine exzellenten Bewegungen und seine Persönlichkeit. Ihm war ein langes Zuchtleben vergönnt, das ihn u.a. auch nach Ganschow führte, wo er den gekörten, aber bereits 4-jährig ohne Trakehner Nachzucht eingegangenen Odysseus a.d. Osterfest v. Tower und die Mutter des jungen Oxford v. Arogno, Odysseus’ Vollschwester Odyssee II, zeugte. Schon aus Eols erstem Fohlenjahrgang stammten zwei Beschäler von Weltrang: Blesk und Holl. Mit der Elitestute Hasa v. Chrisolit zeugte Eol nicht nur das Vielseitigkeitspferd Holodok (Holod), sondern auch den überragenden Herson, 1987 Springmeister der UdSSR und Vater des in Deutschland sehr gefragten Heops. Mit Per a.d. Prima v. Ripon xx und Park Avenue (Pompey) a.d. Poema v. Oreol kamen weitere springerfolgreiche Eol-Söhne nach Deutschland.

Erst 26-jährig musste Eol von der züchterischen Bühne abtreten, er galt als einer der erbsichersten russischen Trakehnerhengste – nicht zu Unrecht gebührt ihm der Status einer tragenden Säule für die russische Trakehnerzucht.

Die Mutter

Biotops Mutter Plaksa, bei der Geburt ihres berühmten Sohnes sieben Jahre alt, hat wahrlich ein Pedigree zum Zungeschnalzen aufzuweisen – und das nicht nur wegen ihres weltberühmten Vaters Hockey, auch auf der Mutterseite finden wir mit Akcjonariusz, Piligrim und Hellespont Hengstnamen, die auch in Deutschland einen guten Klang haben.

Hockey ist zweifellos ein Jahrhunderthengst, aber er ist kein Zufallsprodukt, sondern strikt nach dem „Goldenen Rezept“ der russischen Trakehnerzucht gezogen. Als Rennpferd eine Katastrophe, als Zuchthengst unersetzlich – könnte man in Anlehnung an einen Ausspruch von Altbundespräsident Johannes Rau sagen. Hockey hatte eine vorzügliche Samenqualität, in seinem Leben zeugte er etwa 350 Nachkommen – alle im Natursprung, ein Beweis größter Vitalität.

Bei aller Ausstrahlung und allem energischen Temperament war Hockey doch zeitlebens sehr umgänglich. Er hatte einen gutmütigen Charakter, war auch beim Decken lammfromm, sodass selbst siebenjährige Kinder mit dem Hengst umgehen konnten. In seiner Vererberleistung ist Hockey nahezu unerreicht. Insgesamt 40 Grand-Prix-Pferde im Springen und in der Dressur hat Hockey der Welt als Vater oder Muttervater hinterlassen – Elmar Gundels Klassespringer Almox Prints J, Ulla Salzgebers langjähriges Erfolgspferd Perechlest, der Publikumsliebling der Körung Neumünster 2003, Lowelas, der hocherfolgreiche Springhengst Long Deal und nicht zuletzt Dr. Reiner Klimkes Biotop sind nur ein paar Namen, die auch in Deutschland in aller Munde sind.

Hockeys arabischer Vater Pomeranets ox wies gute Größe auf, verfügte über gute Grundgangarten und stand klar im Koheilan-Siglawi-Typ. Seine russischen Araber-Championatstitel von 1955 und 1956 unterstreichen seine Bedeutung für und innerhalb der Araberzucht – und ganz offensichtlich wussten sich Russlands Trakehnerzüchter dieses Leistungsblut zu Nutze zu machen. Die Verbindung kam nicht von ungefähr, denn der polnische Hengstlinienbegründer zu Pomeranets ox und seinem nicht minder legendären Vater Priboj ox, Piolun ox, stammte aus einer Tochter des Bakszysz ox – und der wiederum war nicht nur der Vater des in Trakehnen zu bestem Ruf gekommenen Fetysz ox, sondern auch der Muttervater des ebenfalls in Trakehnen erfolgreich eingesetzten Lowelas ox.

Die Mutter des Pomeranets ox, Mammona v. Ofir, legte eine Leistungsprüfung der besonderen Art ab: Um zu Kriegsbeginn der Gestütsbesetzung zu entgehen, brachte man Mammona als Saugfohlen zusammen mit ihrer Mutter 1.800 km weit nach Tersk – zu Fuß!

Pomeranets ox wurde in Kirow in mehreren Pachtzeiten Vater des Elitehengstes Paket, eines der erfolgreichsten russischen Vielseitigkeitspferde. Tropa – Mutter des Olympioniken Topki – und Epika – Mutter des Olympioniken Espadron – waren nur zwei von zahlreichen mit dem Elitetitel geadelten Pomeranets-Töchtern.

Pomeranets’ Halbbruder Topol ox hat sich, wie Vater und Bruder, ein Denkmal als Leistungsvererber gesetzt. Von ihm stammt nicht nur Naftalin ox, auf den unter anderem die in der deutschen Trakehnerzucht geschätzten Hengste Normativ ox und Kosmonaut ox zurückgehen, Topol ox selbst ist auf der Mutterseite des interessanten jungen Brioni ebenso zu finden wie in der Abstammung des Trafaret und damit beim erfolgreichsten Trakehnerhengst der ehemaligen DDR, Sonnenstrahl.

Hockeys wertvolle Mutter Hasa vermachte der Kirower Zucht sechs Elite-Töchter und vier Elite-Söhne. Neben Hockey fohlte sie auch den UdSSR-Spring-Champion, Olympia- und WM-Teilnehmer Herson – den Vater von Heops –, zudem Haymat, einen Elitehengst, der in der Ukraine im Sport und in der Zucht eingesetzt wird, sowie Eskort, einen Elitehengst im Gestüt Niitvälja in Estland. Hasas bedeutendste Tochter ist Tichonja, Mutter des vor allem in der früheren DDR hochgeschätzten Sonnenstrahl-Vaters Trafaret und des internationalen Dressurpferdes Topot.

Hasas Mutter Sapadnja v. Sund, eine ostpreußische Stute, hat in Russland eine eigene Familie begründet, sie ist auch die Großmutter des bei Gottfried Hoogen stationierten Hengstes Sapros.

1994 begleitete Hockey als 21-jähriger Hengst seine Gestütskollegen Topki und Blesk nach Dänemark – auch er überlebte diesen Transport nur wenige Monate …

Biotops Großmutter Peptona ist eine Enkelin der Beschäler Akcjonariusz und Piligrim. Ersterer, ein Halbbruder des Achmad v. Celsius, ist in Deutschland vor allem mit seinem Sohn Patron bekannt geworden. Der große, schwarze Pole von der Station Hoogen, Kervenheim/Rhld., zählt mit über 150 eingetragenen Töchtern und kaum noch zählbaren turniererfolgreichen Kindern zu den Stempelhengsten der westdeutschen Nachkriegszucht. Piligrim besitzt in Russland als Vater des Weltpferdes Pepel geradezu Legendenstatus. Peptona geht auf die 1954 geborene Fuchsstute Chrestomatija zurück, die v. Hellespont u.d. Tuberosa stammt. Hellespont ist auch Vater der westdeutschen Familienbegründerin Suska, heute vor allem mit ihrem taufrisch auch für die bayerische Landeszucht anerkannten Nachfahren Silvermoon bekannt.

Die Nachzucht

Biotops erster Fohlenjahrgang wurde mit Spannung erwartet – und er stellte nicht nur alle Zweifler ruhig, sondern sorgte wirklich für Aufsehen. Alle fünf vorgestellten Töchter wurden mit der Verbandsprämie ausgezeichnet. Shakira a.d. Shira v. Königspark xx / Marsuk ox, die mit ihrem Bewegungspotenzial und ihrer Sportlichkeit neue Akzente setzte, war 2002 in Neumünster Jahressiegerstute.

2003 wurde bei der Frühjahrskörung in Leverkusen bereits der erste Sohn gekört: Goldschmidt a.d. Goldstück v. EH Hohenstein / Saros xx. Der Hellbraune aus der Zucht und dem Besitz von Antoon van Osch (Niederlande) wurde beim Bundeschampionat der 3-Jährigen vorgestellt und hat zwischenzeitlich Siege und Platzierungen in Dressurprüfungen bis einschließlich Klasse L.

Dios von der Heide a.d. Dicosta v. Kostolany aus der Zucht von Manfred Rüter war als Bundeschampionats-Qualifikant – und mittlerweile erfolgreich bis Klasse M/B in der Dressur – nur die Spitze des Eisbergs, es wachsen vielversprechende Dressurpferde heran. Biotops Nachkommen fallen durch die Bank mit hohen Rittigkeitswerten und Höchstnoten für Temperament und Charakter auf.

Kein Wunder, dass Biotops Kinder auch auf Auktionen gut bezahlt werden. Die Staats- und Verbandsprämienstute Scarlett, zwei Jahre jüngere Vollschwester der Shakira aus der Zucht des Gestüts Westhoff, Oelde-Ennigerloh, etwa wechselte zum Höchstpreis der Stutenauktion Neumünster 2004 in die USA.

Inzwischen verzeichnet das Stutbuch der Trakehnerzucht 31 Töchter des Biotop, vier davon sind doppelt prämiert, sechs weitere tragen den Titel einer Verbandsprämienstute, eine ist staatsprämiert, eine weitere außerdem im Leistungsstutbuch A der FN eingetragen. 41 Biotop-Kinder wurden bisher als Turnierpferde bei der FN registriert. In der Zuchtwertschätzung Dressur liegt Biotop bei einem Wert von 121 mit einer 81%igen Sicherheit.

Soweit man schon jetzt ein Urteil fällen kann, gibt Biotop wohl dominant seine sportlichen Attribute mit und verbessert Kraft und Raumgriff der Bewegungen. Es ist keine Überraschung, dass der Hengst besonders gut zu blutgeprägten Stuten passt – wie ja viele russische Hengste trotz edler eigener Erscheinung Vollblut auf der Mutterseite brauchen, um überzeugende Fohlen bringen zu können.

Text und ©: Karin Schweiger
Fotos: Frieler, Finke, Hengstbuch (Ernst), www.rustrakehner.ru