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Maizauber E.H.


Fuchs, keilf. Bl. m. St., l. Vf. gefl. w.
geb. 09.11.1984

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16520320.2
volljährig16719521

Züchter:
Georg Liedtke, Lemgo-Brake
Aufzüchter:
Dr. Christian Senn (CH) - Standort Webelsgrund

Gekört 1987 in Neumünster

Pedigree

Bartholdy, B. Mahagoni, Db. Pasteur xx, Db. Bürgermeister xx
Praline xx
Maharani II, Db., E. u. Pr.St., L-D Flaneur
Marquise, E. u. Pr.St.
Balaika II, F., ZL 7/6 Polifax, B., Spr. L Valentin
Pomeranze
Balistyka, F. Celsius
Balustrada
Maiglöckchen III, Sch., ZL 13/10 Tannenberg, B. Sterndeuter, Hlb. Stern xx
Fallerie
Tanjana, F., L-D Abendstern
Tausendschön
Maiglocke, Sch., ZL 6/6 Pregel, Sch. Tropenwald
Peraea, E.St.
Masliebe, Sch. Altan
Martchen

Hengstlinie des Pasteur xx, Stutenfamilie der O181A2 Masliebe (Gestüt Hunnesrück)

Eigentümer

1984-1985: G. Liedke, Lemgo-Brake, Westfalen
seit 1985: Dr. Christian Senn, Mattwill (Schweiz)

Stationierung

1988-1992: Leihhengst Gestüt Webelsgrund Niedersachsen
1992-1996: Leihhengst Gestüt Grünhof Hessen
1995: auch Leihhengst Domäne Neuhaus Baden-Württemberg
1997-2002: Leihhengst Gestüt Gorlo Westfalen
seit 2003: Privatbeschäler Birwinken-Matwill Schweiz

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1988

Charakter: 8,00 Schritt: 7,00 (T 8,00)
Temperament: 8,00 Trab: 8,33 (T 8,00)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 7,67 (T 8,00)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: P 7,33 - T 6,00 - FS 6,00
Rittigkeit: 5,75 (T 8,00) Geländeprüfung: 9,00
Rittigkeitsindex: 105,77 Springindex: 99,82
Gesamtindex: 109,06 (18./56) Leistungsklasse: II

Turniersporterfolge:
Platzierungen im Dressursport bis einschließlich Kl. S

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
60140113111 9713897123 1220,2


Gekörte Söhne (7): Humanus, Amarant, Wolfsprinz (Wurzit), Bellini Go, Harlem Go, Bel Espace Go, Sturmklang

Töchter (70): Adriana, Alice, Allure, Alysa, PS Amadea, Amara, PS u SPS Amazonika, PS April Morning, PS Askia, Bell’ Amica, PS Belle Amie, Belle Madame Go, Belle Mademoiselle Go, Birke Go, Championess, Champs Elysées, PS u SPS Costa Rica, Donaugirl, Euclea, PS u SPS Fabelhafte, PS Flammerie, PS u SPS Freundlichkeit, Früchtchen, Gianna, Hafel Go, Haifa Go, PS Happy End, Hawaii Go, Herbstmarjellchen, PS u SPS Herbstzauberin, Heumaid, Hippo's Ballerina, Hummel, PS Islar, PS Isola, Kathleen III, Kirke, PS Klara, Kokette, Krona, Luna XI, Luna XXI, Maitänzerin, Padua Go, Palmnicken, Papagena Go, Parade Go, PS Parana Go, Pari Go, Passion IV, PS Patrizia Go, Petunie II, Pirouette IX, PS Philharmonie, Rike vom Steinberg, PS u SPS Sturmkind, Venezia, Virginia VII, Winnie Bo, Wolfsliebe, Wonderful, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:76
davon mit Platzierungen:40
davon in Klasse M. und S.:10


Der Körjahrgang 1987 war von ganz besonderer Qualität – nicht weniger als sechs spätere Elitehengste, die auch sämtlich erfolgreich in Dressurprüfungen der Klasse S starteten, gingen aus ihm hervor: Charly Chaplin, Michelangelo, Partout, Tivano, Caprimond und Maizauber.

Maizauber vertritt eine der derzeit umfangreichsten und erfolgreichsten Hengstlinien in der Trakehner Zucht: Die Hengstlinie des Vollblüters Pasteur xx. Dessen Vater war Bürgermeister xx, ein Sohn des legendären Herold. Der Graditzer Herold war bei 9 Starts nur einmal zweiter, ansonsten ungeschlagen; er siegte u. a. im Deutschen Derby und im Deutschen St. Leger. Auch züchterisch erwies er sich als Volltreffer: Sein wichtigster Sohn war wohl Alchimist – diese Hengstlinie ist bis heute eine der bedeutendsten in der deutschen Vollblutzucht und brachte über Birkhahn-Literat die Stempelhengste Surumu und Acatenango. Die Birkhahn-Tochter Sayonara ist Mutter des Swazi xx, der mit Consul den für die Trakehnerzucht so bedeutenden Stempelhengst und Sportpferdemacher Consul zeugte.

Neben der engen väterlichen Verwandtschaft von Bürgermeister und Birkhahn (Ersterer ist ein direkter Herold-Sohn, Letzterer stammt vom Herold-Sohn Alchimist) haben diese beiden Ausnahmevererber mit Bramouse xx auch dieselbe Mutter!

In der Trakehnerzucht der DDR wirkte der Bürgermeister-Sohn Blaubart xx; sein Sohn Grossist war einer der ersten Trakehner Elitehengste und fiel besonders als Springvererber auf.

Pasteurs Mutter Praline vereint über Ticino-Alchimist-Oleander das beste Blut, das die deutsche Vollblutzucht dieser Zeit zu bieten hatte. Oleanders Sohn Raufbold xx war ein geschätzter Leistungsvererber in der Trakehnerzucht Russlands. Auch Ticino überzeugte nach erfolgreicher Rennlaufbahn als Vererber: Er stellte mit Orsini, Niederländer, Lustige und Neckar vier Derbysieger; seine Tochter Liebeslied ist Mutter des Surumu-Vaters Literat, Naxos v. Ticino ist Großmutter des bedeutenden Nebos, während Suleika u. a. die schon erwähnte Swazi-Mutter Sayonara brachte. Nachkommen der Ticino-Söhne Velten, Waldenser, Neckar u. a. m. prägten die deutsche Warmblutzucht.

Der hervorragend gezogene Pasteur konnte ebenfalls auf der Rennbahn überzeugen und siegte in diversen wichtigen Rennen wie der Badener Meile, im Kölner Frühjahrsausgleich oder im Karstadt-Preis Düsseldorf. Als Reitpferd zeichnete sich durch hohe Rittigkeit und besonders durch Geschmeidigkeit sowie erstklassige Bewegungen aus, was er auch an seine Nachkommen weitergab.

Pasteur wirkte im Rheinland auf dem Gestüt Vogelsangshof der Familie Hoogen und hinterließ auch in der rheinischen Warmblutzucht Spuren: Der Warendorfer Landbeschäler Festivo, der mehrfach Mannschafts-Medaillen von der Dressur-EM der Jungen Reiter nach Hause brachte, stammt aus der Prinzessin v. Pasteur xx, die mit Piano ein weiteres S-Dressurpferd stellt; der HLP-Sieger Jacquare ist Enkel einer Pasteur-Tochter, ebenso wie der im Dressursport hocherfolgreiche KWPN-Hengst Jazz Time. Pasteurs Vollbluttochter Bachcantate brachte mit Bunbury und Banteer zwei Töchter, die im internationalen Vielseitigkeitssport erfolgreich waren und mit dem Elitetitel des Trakehner Verbandes ausgezeichnet wurden. Auch in der Trakehner Zucht lieferte Pasteur hervorragende Töchter, wie beispielsweise Elfi V, deren Tochter Ecliptic neben eigenen S-Platzierungen im Gelände die international im Cross unter Frank Ostholt erfolgreiche Eos brachte.

Sieben Pasteur-Söhne wurden für die Trakehner Zucht gekört, unter denen Mahagoni und der Elitehengst Michelangelo es schafften, die Hengstlinie auf eine breite Basis zu stellen. Michelangelo ist seit Jahren der Hengst mit den höchsten Exterieur-Zuchtwert-Indices, aber auch aus sportlicher Sicht können seine Nachkommen überzeugen: Sein Sohn Just Mickey (KWPN) trug zum Gewinn der Mannschafts-Bronzemedaillen für Dänemark bei der Dressur-EM 2005 und bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 bei; Cape Town v. Michelangelo wurde US-Junioren-Champion 2006 in der Dressur; der dänische Warmbluthengst Michellino wird als Dressurvererber geschätzt. Der sehr jung eingegangene Trakehner Siegerhengst Kennedy v. Michelangelo ist dennoch vor allem über seine Tochter Insterfee VII aktuell, die neben dem Siegerhengst In Flagranti, der sechsjährig siegreich in Dressurpferdeprüfungen der Klassen L und M ist, mit In Petto einen weiteren gekörten Sohn und bereits eine Reihe Spitzenstuten brachte.

Der bedeutendste Pasteur-Sohn ist bisher Mahagoni, dessen Großmutter, Elitestute Marquise, einen bedeutenden Zweig innerhalb der qualitätvollen Marke-Familie begründete. Ihre drei gekörten Söhne Marakesch, Markasit und Majoran konnten nur wenig Einfluß nehmen, mit Preußenprinz stellte Majoran jedoch einen Siegerhengst, dessen Nachkommen derzeit im Spring- und Vielseitigkeitssport auffallen. Auch Marquises Tochter, Elitestute Maharani II, wurde dreifache Hengstmutter: Neben Mahagoni brachte sie dessen Vollbruder Marlon und den Siegerhengst Mackensen, der sowohl in der Trakehner- als auch in der Rheinischen Zucht großen Einfluß nahm. Mackensens Nachkommen zeichnen sich durch Rittigkeit und gutes Interieur aus und sind beliebte Dressurpferde. Sein Vollbruder Malesh ist platziert in Dressurprüfungen der Klasse M.

Maharani war eine Tochter des Flaneur, der über seinen Vater Maharadscha ebenfalls Marke-Blut führte. Er war Ausgangspunkt der heute umfangreichsten Hengstlinie der Trakehnerzucht, die besonders über Arogno und dessen Enkel Caprimond weite Verbreitung fand. In jüngster Zeit machen die Nachkommen der Kimora, einer Tochter des Flaneur-Sohnes Gajus, von sich reden: Ihr ältester Sohn Kasan ist in M-Dressuren erfolgreich, die gekörten Vollbrüder Kaiserkult und Kaiserdom waren sechsjährig jeweils Bundeschampions des Deutschen Dressurpferdes; Kaiserkult war 2006 achtjährig Zweiter im Finale des Nürnberger Burgpokals, der ein Jahr jüngere Kaiserdom siegreich in M/A-Prüfungen.

„Mahagoni ist der ideale Veredlerhengst für alle Zuchten in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg“, urteilte der damalige Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, Dr. Eberhard v. Velsen, über dieses Zuchtjuwel. Der schicke, aber spätreife Hengst fiel bei seiner Körung nur wenigen Kennern ins Auge und wechselte in Neumünster zu einem günstigen Kurs den Besitzer – ein Jahr später aber war er überzeugender Sieger seiner Hengstleistungsprüfung und fortan in aller Munde. Seine Nachkommen waren begehrte Reitpferde mit viel Gangvermögen, hoher Rittigkeit und gutem Temperament, dabei jedoch auch spätreif.

Mahagoni wurde Vater einer ganzen Reihe internationaler Spitzendressurpferde: Chronos a. d. Hansa II v. Matador war u. a. Teilnehmer der EM 1995 und belegte dort mit der holländischen Mannschaft Rang sieben, Marlon a. d. Lovedream v. Donauwind war zweimaliger EM-Teilnehmer (dabei einmal Bronzemedaillengewinner mit der französischen Mannschaft) und Olympia-Teilnehmer in Atlanta 1996 (4. mit der Mannschaft), während Peron a. d. Peru II v. Coktail unter Michelle Gibson in Atlanta mit dem US-Team die Bronzemedaille gewann und im Einzel Fünfter wurde. Auch im nationalen Sport wurden Mahagoni-Kinder erfolgreich vorgestellt: Braveur sammelte Schleifen in S-Springen, Ceylon, Feuerzauber, Kronjuwel und Ravel brachten es auf Lebensgewinnsummen von jeweils über 10.000 € im Dressurviereck.

Auch in der Zucht nimmt Mahagoni eine überragende Rolle ein; seine Tochter Felicitas ist Mutter des Siegerhengstes und international im Cross erfolgreichen Fontainbleau, Guayana lieferte neben einigen hervorragenden Töchtern den Siegerhengst Guter Stern und den Reservesieger Guter Planet, acht Töchter wurden vom Trakehner Verband mit dem Titel der Elitestute ausgezeichnet, besonders erwähnenswert ist dabei Kandia III, Mutter des international im Dressursport erfolgreichen Kaiser Wilhelm, der S-Dressurstute Kandela, der M-Dressurpferde Katull, Hippo’s Kardinale und Kasadeur sowie des Kohinoor, der im Busch bis Klasse M platziert war.

Zehn Mahagoni-Söhne wurden gekört, unter denen Enrico Caruso eine führende Rolle einnimmt. Über die Siegerhengste Kostolany und Gribaldi ist dieser Zweig derzeit der vitalste dieser Hengstlinie. Gribaldi selbst ist derzeit im niederländischen A-Kader Dressur und zählt in dieser Disziplin zur Weltspitze. Auch die Mahagoni-Söhne Mahon, Radom und Ravel sind geschätzte Reitpferdemacher. Renaissance Fleur TSF, deren steile Karriere im internationalen Dressursport durch einen tragischen Unfall ein jähes Ende fand, stammt vom Radom-Sohn Tuareg.

1982 wurde ein Mahagoni-Sohn Siegerhengst der Trakehner Hengstkörung: Bartholdy, dessen Mutter Balaika II v. Polifax eine Tochter der aus Polen importierten Stute Balystika war. Balystikas Vater Celsius war, wie auch der Gründerhengst Altan, ein Sohn des Hirtensang. Während die Hirtensang-Hengstlinie über Altan nicht erhalten werden konnte, erhielt der Celsius-Urenkel Trafaret den Mannesstamm in der Trakehnerzucht der DDR; der bereits 24jährige Elkadi II v. Trafaret und der im Dressursport bis S erfolgreiche Mephisto von Trafarets populärem Sohn Sonnenstrahl sind heute die letzten Vertreter dieser Hengstlinie.

Polifax war ein Sohn des S-Springhengstes Valentin, der einer von nur drei für die Trakehnerzucht gekörten Abglanz-Söhne war. Abglanz konnte in Hannover und Oldenburg eine blühende Hengstlinie begründen, die heute besonders über die Zweige der Absatz-Söhne Akzent II (Alabaster) und Argentan I (Argentinus) Sportpferde für alle Disziplinen liefert. Polifax entstammte der Familie der Polarfahrt. Seine Mutter Pomeranze war eine Tochter der berühmten Polaria – damit entstammt Polifax engster mütterlicher Verwandschaft des Solero-Großvaters Polargeist und des Polarpunkt, die ebenfalls Enkel bzw. Urenkel der Polaria sind. Pomeranzes Vater war der bedeutende Vollblüter Traumgeist xx, dessen leider unfruchtbarer Sohn Hirtentraum unter Uwe Sauer Karriere im internationalen Dressursport machte; züchterisch trat Traumgeist xx vor allen Dingen durch seine berühmte Tochter Schwarze Schwalbe hervor, die den bedeutendsten Familienzweig der großen Saaleck-Familie begründete.

Bartholdys Mutter Balaika lieferte vom schon erwähnten Polargeist die Elitestute Baschka, unter deren Nachkommen neben dem gekörten und im Busch bis Klasse M platzierten Black Magic Boy drei Prämienstuten und das M-Dressurpferd Auric Bocelli sind.

„Überragend hinsichtlich Typ, Ausstrahlung und Gesamtbedeutung wie sein Vater“, befand Dr. v. Velsen über Bartholdy. Seine HLP legte Bartholdy „nur“ in Leistungsklasse II mit 103,42 Indexpunkten ab – erst später wurde erkannt, dass er während seiner Prüfung an einer Knochenhautentzündung gelitten hatte.

Häufige Standortwechsel erschwerten den züchterischen Werdegang dieses Vererbers, dennoch lieferte Bartholdy einige hochklassige Stutenmodelle wie z. B. die Siegerstuten Copelia (Großmutter des Hengstes Carel Deak) und Henrietta, oder die in Dänemark gezogene Cordelia, deren Enkel Cadeau derzeit zu den gefragtesten Deckhengsten der jungen Generation gehört. Die Bartholdy-Töchter Ulla IX, Utine und Utopie aus seiner letzten Schaffensperiode im Gestüt Dörfler stellten mit Union Jack, Ultra Chic und Uckermärker je einen gekörten Sohn. Unter dem Sattel waren Bartholdys Kinder vor allem im Dressurviereck erfolgreich und bescherten ihm einen überdurchschnittlichen Zuchtwert Dressur; aufgrund seiner hohen Zuchtwerte sowohl im Bereich Sport als auch in der Exterieurvererbung zählte Bartholdy 1995 zu den ersten Elitehengsten des Trakehner Verbandes. Auch im Fahrsport waren eine Reihe von Bartholdy-Nachkommen erfolgreich, allein drei erreichten Platzierungen in Klasse S, der populärste darunter war Jongleur K mit einer Gewinnsumme von 3.062 €.

Zwei Söhne des Bartholdy erhielten das Prädikat „gekört“: Neben Maizauber war dies der Siegerhengst 1992, Finley M aus der Vollblutstute Fora v. Athenagoras-Orsini. Auch dieser sehr große und rahmige Hengst war aufgrund seiner Blutführung spätreif, entwickelte sich aber später unter dem Sattel zu einem erfolgreichen Dressurpferd mit Erfolgen in Klasse S; einen gekörten Sohn konnte er bisher noch nicht stellen, dafür jedoch einige auffallende Stutenmodelle, wie z. B. Genoveva, die nach Erfolgen in Reitpferdeprüfungen heute unter Heiner Schiergen in der S-Klasse durchstartet.

Maizaubers Mutter Maiglöckchen III entstammt der Familie der Masliebe v. Altan, die auf die Harun Al Raschid-Tochter Martchen (Mack-Althof) zurückgeht. Die Mack’schen Stutenfamilien wurden in Westdeutschland zunächst im Ostpreußengestüt Hunnesrück weitergepflegt – dementsprechend verfügt Maiglöckchen mit Tannenberg-Pregel-Altan über ein typisch Hunnesrücker Pedigree.

Über ihren Vater war Martchen Halbschwester der bedeutenden Kassette, deren Familie eine der tragenden Säulen der heutigen Trakehnerzucht wurde. Über ihre Mutter Masliebchen war sie Halbschwester der Mascotte, deren Familie die bekannten Vererber Magister, Malachit, Magnet und Marduc angehören. Neben Masliebe konnte auch die Martchen-Tochter Martella v. Totilas einen eigenen Familienzweig installieren, dem u. a. der Dressurvererber Mahon (Muttervater u. a. von Christoph von Dähnes unverwüstlichem Donnersberg TSF und der S-Dressurhengste Chardonnay und Lambrusco) zuzurechnen ist. Die Angehörigen der Masliebe-Familie zeichnen sich durch hohe Fruchtbarkeit aus: Masliebe selbst brachte in 17 Zuchtjahren 16 Fohlen, Maiglöckchen III in 13 Zuchtjahren 10 Fohlen.

Zu den bedeutendsten Töchtern der Masliebe zählen Malva II v. Pregel, deren Tochter Marjana v. Tannenberg in den USA den gekörten und bis Grand Prix erfolgreichen Sohn Martini v. Coktail stellte, und Maizaubers Großmutter Maiglocke, ebenfalls vom Leistungsvererber Pregel. Pregels bedeutendste Söhne waren Ginster (u. a. Vater der Elitestute Herzchen, auf die die aktuellen Vererber Herzruf und Hirtentanz zurückgehen), Magnet und vor allem Donauwind, Vater der Springlegende Abdullah, der Grand Prix-Hengste Fabian und Unkenruf sowie des sehr stark genutzten Vererbers Matador. Auch einige Töchter des Pregel wurden bedeutend für die Trakehnerzucht, allen voran Liga, dreifache Hengstmutter über Le Duc (S-Dressur), Lichtenstein (M-Dressur) und Laurel (M-Vielseitigkeit). Besondere Erwähnung gebührt auch Donja (Mutter des gekörten M-Dressurpferdes Donetz und des S-Springers Dakapo) und Donaufahrt, Vollschwester des Donauwind und Mutter des hervorragenden, in den USA gekörten Sohn des oben erwähnten Martini, Donaufürst.

Maiglocke war mit 156 cm Stockmaß eine kleine, edle Schimmelstute, die sich durch besonders schwungvolle Bewegungen auszeichnete. Sie war auch Mutter des Meilenstein, der sich vor allem als Lieferant wertvoller Mutterstuten und rittiger Dressurpferde einen guten Namen machte; sein erfolgreichster Nachkomme war Cornett, der es auf über 23.000 € LGS im Dressursport brachte. Einige seiner Töchter haben beachtliche Vererbungsleistungen vorzuweisen, wie beispielsweise Schönefee, Mutter der M-Dressurpferde Schönrod und Steinway und des S-Fahrpferdes Rondo, oder Kassiola, deren Söhne Karsu und Kassander in M- bzw. S-Springen erfolgreich waren. Schwarze Maja ist Mutter der S-Dressurpferde Shannon TSF und Bonus. Der ebenfalls im Dressurviereck bis Klasse S erfolgreiche Beschäler Schönglanz ist ein Sohn der Schönbrück II, Vollschwester zu Schönefee. Der über seine Eigenleistung in schweren Vielseitigkeitsprüfungen gekörte Oktavio stammt aus der Meilenstein-Tochter Oktave III.

Die Maizauber-Mutter Maiglöckchen III war eine Tochter des Tannenberg, der Reservesieger der Körung 1968 war. Er stammte von dem Stern xx-Sohn Sterndeuter aus der vierfachen Hengstmutter Tanjana. Sterndeuter trat vor allem hervor als Vater der Rositten (Mutter des Friedensfürst-Vaters Rondo) und der Lethargie (Mutter des unter Emiel Hendrix und Anne Kursinski erfolgreichen hervorragenden Springpferdes Livius).

Tanjana gehörte der weit verzweigten Dankeschön III-Familie an, zu der auch die erwähnten Meilenstein-Töchter Schönefee, Schönbrück II und Schwarze Maja zählen. Tanjana war das Produkt einer Inzest-Paarung, denn ihr Vater Abendstern war Vollbruder ihres Muttervaters Absinth. Ein weiterer Vollbruder dieser beiden Hengste war Absalon, Vater der international unter dem Dressursattel erfolgreichen Heraldik und der Abendrot, deren Tochter Abiza tragend mit Abdullah an Gerhard Schickedanz nach Kanada verkauft wurde und dort eine weit verzweigte Familie begründete. Auch Abendluft, die Mutter des in Hannover als Stempelhengst wirkenden Abglanz, war eine Vollschwester dieser Vererber. Tannenberg wurde 1976 auch an Schickedanz verkauft; dort brachte er mit Abiza die bedeutende Alouette, Mutter de Grand Prix-Hengstes Apache und des ebenfalls bei der ATA gekörten Asher. Die nach Florida verkaufte Maranja v. Tannenberg gebar dort den Grand Prix-Hengst Martini.

Maiglöcken III war bei einem Stockmaß von 160 cm und 19 cm Röhre eine elegante, knapp mittelgroße Mutterstute mit leichtem Fundament. Sie stellte bereits 1983 mit dem bildschönen Falke-Sohn Maiklang einen gekörten Sohn – leider musste dieser bereits im darauf folgenden Jahr getötet werden und hinterließ keine Nachkommen. Neben Maizauber gelangten vier weitere Maiglöckchen-Kinder in den Turniersport und erzielten Erfolge in Dressur- und Springprüfungen der Klasse L.

Als Maizauber am 9. November 1984 geboren wurde, war er das erste Fohlen des Siegerhengstes Bartholdy, dessen erster Jahrgang mit Spannung erwartet wurde. Das große, dezent gezeichnete Fuchs-Hengstfohlen ließ bereits hohe Qualität erkennen. Im darauf folgenden Herbst kam Maizauber, damals fast Jährling, als Auktionsfohlen nach Neumünster. Der in diesem Alter eher ungünstige Entwicklungsstand wird wohl dazu beigetragen haben, dass dieser Junghengst damals kein übermäßiges Interesse hervorrief – für 9.000 DM wechselte er unter dem Durchschnittspreis in den Besitz des Schweizer Tierarztes Dr. Christian Senn, der noch heute sein Besitzer ist. Maizauber kam zur Aufzucht in das renommierte Trakehnergestüt Webelsgrund der Familie Bähre und wurde von dort aus 1987 in Neumünster zur Körung vorgestellt. In dem hervorragenden Körlot 1987 wurde er seinerzeit nicht prämiert – heute, 20 Jahre später, weiß man allerdings, dass dieser noble Fuchshengst zu den besten Vertretern dieses besonderen Jahrganges (auch der Siegerhengst und selbst in S-Dressuren erfolgreiche Sportvererber Kostolany gehörte dazu) zählt, und das sowohl hinsichtlich seiner Eigenleistung unter dem Sattel als auch seiner Vererbungsleistung!

1992 wechselte Maizauber von seiner ersten Deckstation Webelsgrund in den Stall von Christian Pläge, unter dessen Obhut er zu einem ausdrucksstarken Dressurpferd heranreifte und Platzierungen bis einschließlich Intermediaire I erreichte.

Bei guter Größe ist Maizauber korrekt fundamentiert und verfügt über große Partien und viel Rumpftiefe. Das etwas lange Mittelstück hindert ihn nicht daran, aus aktiver Hinterhand unter den Schwerpunkt zu fußen und auch eine entsprechende Bewegungsmechanik zu vererben, denn genau in der Verbesserung des Bewegungsablaufs liegt der Schwerpunkt seiner Vererbung; auch Adel und Ausstrahlung lassen die Maizauber-Kinder meist nicht missen.

Maizauber war kein Stutenmagnet mit übervoller Deckliste. Er hat jedoch stets auf renommierten Deckstationen gewirkt, wo er auf eine qualitätvolle Stutenbasis traf, die er weiter verbessern konnte. Seine Vererbungskraft bewies Maizauber mit hervorragenden Bilanzen seiner Fohlenjahrgänge: Von sechs im Jahr 1992 gefallenen Hengstfohlen erhielten vier die Zulassung zum Hengstmarkt in Neumünster, zwei davon wurden auch gekört! Aus 20 Fohlen des Jahrgangs 2000 stammen zwei gekörte Söhne – einer mit Prämie –, drei Siegerstuten und vier weitere Prämienstuten! Häufig waren Maizaubers Fohlen bei Schauen und Championaten auf den vorderen Rängen zu finden.

70 Töchter sind mittlerweile ins Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen, darunter mehr als 20 Prämienstuten, viele davon zusätzlich mit dem Titel der Staatsprämienstute ausgezeichnet. Costa Rica, Freundlichkeit, Belle Mademoiselle, Haifa Go, Belle Madame Go und Hawaii Go waren Siegerstuten ihrer Eintragungen, Patrizia Go, Askia und Pirouette kamen als Reservesiegerstuten heim. Isola, Islar und Belle Madame Go gewannen ihre Stutenleistungsprüfungen, Belle Madame Go und Belle Mademoiselle Go wurden aufgrund ihrer Springbenotung bei der SLP in das Springpferdeprogramm des Trakehner Verbandes aufgenommen. Die Maizauber-Tochter Donaugirl a. d. Donaulady v. Tenor brachte mit Donaudichter v. Excalibur bereits einen in schweren Dressurprüfungen erfolgreichen Sohn.

Auch auf den Trakehner Auktionen in Neumünster und Medingen machten Maizauber-Kinder Furore; ein paar Beispiele: Das Springwunder der Körung 1992 Harvard a. d. Herbata v. Itaxerxes brachte als nicht gekörter Hengst 76.000 DM – seine Zukunft lag jedoch unter dem Dressursattel, wo er Platzierungen in Klasse M erzielte. Fabelhafte a. d. Fiesta v. Herzbube war Debütantin des ersten Maizauber-Jahrgangs und gleich teuerstes Fohlen in Medingen. Drei Jahre später war sie am selben Ort mit 55.000 DM die teuerste Stute. 1999 wechselt der Bewegungekünstler Bellinger Go a. d. Belle Petite v. Habicht in Medingen für 80.000 DM den Besitzer. Bellinger Go ist inzwischen der erfolgreichste Maizauber-Nachkomme im Sport mit Siegen bis Grand Prix Special in den USA unter der Lauren Spriesser.

Mit Arminius, Felix De Luxe (Vollbruder zur Fabelhafte), Handsome und Wolfsprinz sind weitere Nachkommen im Viereck in Klasse M erfolgreich. Doch auch im Parcours wissen Maizauber-Kinder zu überzeugen: Der Prämienhengst Humanus a. d. Heublume II v. Tenor-Kurfürst (Vollbruder zum M-Dressurpferd Handsome) stieg unter Fabian Lipsky in die S-Klasse auf, bevor er nach Italien verkauft wurde. Seine Nachkommen sind heute im Springsport Klasse M und in der Dressur bis S erfolgreich. Bel Espace Go, ebenfalls gekört und aus der Belle Espere v. Rittersporn-Sleipnir stammend, siegte souverän im 30-Tage-Test in Prussendorf, wurde danach von Ingrid Klimke vielseitig ausgebildet (u. a. Bundeschampionats-Finalist bei den Geländepferden), bevor er in den Stall Lipsky wechselte, wo er 2006 erste S-Erfolge im Parcours feierte. In der Schweiz war Herbstzauber a. d. Helvetia v. Schwalbenflug das gewinnreichste Trakehner Springpferd 1997. Auch im Gespann können Maizaubers Nachkommen überzeugen: Kokette und Paaris können auf Platzierungen in der Klasse M verweisen. Insgesamt sind bei der FN 76 Maizauber-Kinder registriert.

Neben den schon erwähnten gekörten Söhnen Humanus und Bel Espace Go wurden bisher fünf weitere Söhne des noblen Fuchshengstes gekört: 1994 wurden mit Amarant a. d. Amazonia v. Polargeist-Tenor und Wolfsprinz (ex Wurzit) a. d. Wolfstränke v. Polargeist-Hessenstein zwei Söhne gekört. Wolfsprinz scheiterte in jungen Jahren an den Anforderungen der HLP, später konnte er sich jedoch in Dressurprüfungen der Klasse M behaupten. Im Jahr 2000 reihte sich mit Harlem Go a. d. Hamamelis v. Pardon Go-Matador ein weiterer Sohn unter die Prämienhengste. Harlem Go stellte mit La Luna die Siegerstute der Eintragung Neue Bundesländer Süd 2006. Bellini Go, Vollbruder zu Bellinger Go, wurde 2001 in Alsfeld gekört. 2006 erhielt Sturmklang das Prädikat „gekört“ anlässlich der Nachkörung in Wickrath.

Seit 2003 verbringt Maizauber seinen wohlverdienten Lebensabend in der Schweiz bei seinem Besitzer Dr. Christian Senn, steht aber den Züchtern weiterhin über Frisch- oder Tiefgefriersamen zur Verfügung, so dass noch mit einigen Nachwuchscracks noch zu rechnen sein dürfte…



Text und ©: Friederike Winkler (2007)
Fotos: www.trakehner-verband.de, Trakehner Hengstbuch 1990, Trakehner Hefte