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Tuareg E.H.


Schwarzbraun, gr. dchg. Schn. i. bd. Nüst., bd. Vfsl., l. Hfsl. gefl., r. Hf. unreg. w.
geb. 10.12.1985

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16320020.6
volljährig16520.7

Züchter:
Kurhessische Hausstiftung, Gutsverwaltung Panker
Aufzüchter:
Kurhessische Hausstiftung, Gutsverwaltung Panker

Gekört 1988 in Neumünster (Prämienhengst)

Pedigree

Radom, Schwbr., Dr. S Mahagoni, Db. Pasteur xx, Db. Bürgermeister xx
Praline xx
Pr. u. E.St. Maharani II, Db., L/D Flaneur
Pr. u. E.St. Marquise
Rega, Sch., L/D Kassius, F. Impuls
Kassandra
Ramie, Sch., L/D Frohsinn
Ramina
E.St. Tilsit III, Db. 1973, ZL: 16/12 Herzbube, B. 1964 Gunnar, Db. 1966 Komet
Gudrun
Herbstgold, R. 1957 Totilas
Herbstzeit
PS Tip-Top, Db. 1965, ZL: 13/12 Totilas, Db. 1938 Pythagoras
Tontaube
PS Tatiana, Hb. 1958 Komet
Tapioka

Hengstlinie des Pasteur xx, Stutenfamilie der T17A1 Tatiana (Gestüt Schmoel-Panker)

Eigentümer

1985-1989: Kurhessische Hausstiftung/Gutsverwaltung Panker, Schleswig-Holstein
seit 1989: Interessengemeinschaft Tuareg (Elke von Lingelsheim und Ehepaar Hollenbach, Kanada)

Stationierung

1989-2001: Privatbeschäler Rondeshagen Schleswig-Holstein
2002-2006: Leihhengst Gestüt Grönwohldhof Schleswig-Holstein
seit 2007: Privatbeschäler Rondeshagen Schleswig-Holstein

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1989

Charakter: 8,00 Schritt: 8,00 (T), 7,33 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 8,00 (T), 7,67 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 7,00 (T), 7,00 (P)
Leistungsfähigkeit: 7,00 Springanlage: 7,00 (T), 6,33 (P), 5,00 (FS)
Rittigkeit: 6,00 (T7,00) Geländeprüfung: 7,33
Rittigkeitsindex: 96,27 Springindex: 88,55
Gesamtindex: 95,31 (38./66) Leistungsklasse: III

Turniersporterfolge:
Platzierungen im Dressursport bis einschließlich Kl. S

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
67111119137 114112132112 126-0,5


Gekörte Söhne (3): Kancún, Königsmarck, Henryk (ZfdP)

Töchter (79): PSuSPS Renaissance, Koloratur, Anastasia, Hochzeit II, Turana, Marla, Audrey, PS Karma II, PSuSPS Pretty Flower, Kornelia von C, Anastasia, Amidala, Argentina III, Katania IV, PS Krönung, Kainda, Rendezvous, Riviera III, Pandora XI, Killarney, Winnetouch, Dolce Vita IV, Emily II, Ronja XIV, Marguitta, Dark Tune, Palencia, Levante, Laetitia, Vision, Alpina, Marimba, Madita, Ma Mona, Amira, Ma Jolie, Isabell, Witney, Korona, Antonie, Tara, Malaika, Athene, Laconda, Isabo, Isolde, Karina, Korabelle, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:149
davon mit Platzierungen:
davon in Klasse M. und S.:18


Tuareg wurde am 10. Dezember 1985 auf dem Gestüt Panker der Hessischen Hausstiftung geboren. Auf diesem renommierten Gestüt, nahe der Ostseeküste in der Ostholsteinischen Schweiz gelegen, wuchs er auf und wurde 1988 in Neumünster zur Körung vorgestellt. Hier konnte er durch seinen auffallenden Rasse- und Geschlechtstyp, schön liniertes Exterieur mit großzügiger Schulter- und Kruppenpartie und viel Tiefe bei mittelstarkem Fundament punkten und schaffte es unter die fünf Prämienhengste seines Jahrgangs. Der Berichterstatter der Körung, Dr. Friedrich Maharens, Zuchtleiter des westfälischen Pferdestammbuchs, beschrieb Tuareg damals wie folgt: „Als fünfter Hengst wurde … Tuareg mit einer Prämie bedacht. Der aus einer Herzbube-Tochter gefallene Sohn des Radom konnte auch alle Vorzüge seiner Rasse zeigen, wobei vor allem sein Hengstausdruck und die Modellierung seiner einzelnen Körperpartien ansprach. Dieser Hengst hätte allerdings in den Bewegungen, vor allem im Galopp, noch mehr Schwung entfalten können.“

Diese Beschreibung, ebenso wie die eher mäßige Hengstleistungsprüfung, die Tuareg 1989 in Adelheidsdorf ablegte, belegen, dass sowohl Körung als auch HLP nur Momentaufnahmen in der Entwicklung eines Hengstes sind, die nicht immer uneingeschränkt den Tatsachen entsprechen. Rückblickend kann man feststellen, dass Tuareg zusammen mit Lehndorff’s der bedeutendste und erfolgreichste Vererber dieses Körjahrgangs geworden ist.

Bei der Auktion der gekörten Hengste wurde Tuareg nach seiner Körung für 96.000 DM an ein Konsortium, bestehend aus Elke von Lingelsheim und dem Ehepaar Hollenbach aus Kanada, zugeschlagen. Tuareg erhielt seine reiterliche Grundausbildung bei Silke Buck, die ihn erfolgreich in Reitpferdeprüfungen und in Dressurprüfungen bis Klasse M vorstellte. Danach bekam er von Klaus-Martin Rath den „letzten Schliff“ und stieg mit ihm in die S-Klasse ein; insgesamt verbuchte er in seiner Turnierlaufbahn eine Lebensgewinnsumme von 2.498 €.

Der Vater des Tuareg ist der schwarzbraune Radom, ein in Österreich gezogener Sohn des bekannten Dressurvererbers Mahagoni, dessen Abstammung und Vererbung bereits in der Beschreibung des Hengstes Maizauber E.H. angerissen wurde. Radom wurde 1981 in Neumünster gekört und von der Hessischen Hausverwaltung angekauft. Bis zu seinem Tod 1990 deckte er auf dem Gestüt Panker und wurde von Heinrich Donatus von Hessen im Sport vorgestellt. Nach Erfolgen in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse A wurde er ausschließlich dressurmäßig vorgestellt und war hier bis S erfolgreich.

Radoms Mutter Rega war eine Tochter des Kassius, der über seinen Vater Impuls und seine Mutter Kassandra zwei der wertvollsten Stutenfamilien der Trakehner Zucht vereinte: die der Italia und der Kassette-Tochter Kassandra. Kassius wurde bereits bei der Vorstellung seines letzten zuchtaktiven Sohnes Ulexis besprochen.

Regas Mutter Ramie war eine Tochter des Frohsinn, der vor allem als Stutenmacher hervortrat. Insbesondere in Verbindung mit Mahagoni-Blut, wie ja auch bei Radom, lieferten seine Nachkommen Spitzenprodukte für die Trakehner Zucht, wie z. B. die Siegerin der Bundesstutenschau des Trakehner Verbandes, Prämien- und Elitestute Kalinka XV von Mahagoni-Frohsinn, die zugleich Großmutter des gekörten Key West und des Siegerhengstes und S-Dressur-Siegers K2 ist, oder Kandia III von Mahagoni-Erzsand-Frohsinn, die neben einigen Prämienstuten auch das S-Dressurpferd Kandela und deren Vollbruder Kaiser Wilhelm brachte, der seine Körung als Prämienhengst verließ und in diesem Jahr den Sprung in die internationale Grand-Prix-Klasse schaffte.

Ramie war eine Tochter der Ramina, die vom Dampfroß-Enkel Illing stammte. Illing war typmäßig von seinem Großvater geprägt und vererbte sich entsprechend; sein züchterischer Einfluß war jedoch gering. Nach dem Krieg wurde er im Hamburger Zoo Hagenbeck in der Freiheitsdressur sowie als Reit- und Jagdpferd eingesetzt, später war er in zahlreichen schweren Dressurprüfungen erfolgreich.

Als Mutter der Ramina folgt in der Ahnenreihe die Halbblutstute Rosina. Ihr Vater war der über Ferro-Herold und die legendäre Familie der Antwort äußerst wertvoll gezogene Alabaster xx. Reihenweise gingen aus dieser Mutterlinie für die Reitpferdezucht bedeutsame Veredlerhengste hervor, so zum Beispiel Alchimist, Adlerschild (Hannover), Anblick (Holstein) oder Abendfrieden, der über seine Söhne Manometer, Perser und Pik As sowie speziell in der Trakehnerzucht über Pindar xx, aus dessen Hengstlinie der Dressurvererber Ibikus hervorging, großen Einfluß nahm.

Der dunkelbraune, in Graditz gezogene Blüter hinterließ nur dreizehn eingetragenen Töchter in der Trakehner Zucht, dennoch gibt es über seine Nachkommen einiges zu berichten: Seine Tochter Treue stellte in dem Flaneur-Sohn Troubadour einen gekörten Hengst, der vierjährig in die USA verkauft wurde. Später war er unter Christine Stückelberger international für die Schweiz erfolgreich und reiste als Reservepferd zu den Olympischen Spielen 1988 nach Seoul. Aus seinen drei Zuchtjahren in Deutschland stammen 24 FN-registrierte Sportpferde, drei davon waren in M-Springen platziert, einer in mittelschweren Vielseitigkeitsprüfungen, seine Tochter Pacca gewann 4.542 € in Springen bis einschließlich Klasse S. Tänzerin von Alabaster xx wurde ebenfalls Hengstmutter: Hartenstein von Handelsherr wurde Vater von zehn M-erfolgreichen Sportpferden (eines daraus war wiederum aus einer Alabaster-Tochter gezogen), dem S-Fahrpferd Contessa und dem S-Dressurpferd Antares. Hartensteins Vollschwester Tollkirsche wurde in Fahrprüfungen der Klasse M eingesetzt, ebenso wie zwei ihrer Abkömmlinge.

Die Alabaster xx-Tochter Rosina stammte aus der Rhenania, die über ihren Vater Tropenwald Halbschwester des Stempelhengstes Pregel war. Neben Rosina wurden sechs weiter Töchter der Rhenania ins Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen, darunter Renette von Donauwind, die in 3.-2. Ahnenreihe auf Tropenwald ingezogen war. Ihr Sohn, der Rappe Rittersporn von Mazagran wurde gekört und war Hauptexponent der kleinen Hengstlinie des Ciecieruk-Sohnes Mazagran. Rittersporn konnte auf Eigenleistung im Dressursport bis Klasse L, Vielseitigkeit bis Klasse M und Springen bis Klasse S verweisen, bevor er 1986, erst zehnjährig, tragisch einging. Seine züchterische Bilanz weist vier gekörte Söhne und sieben eingetragene Töchter auf, unter denen Belle Espere Go als Mutter des gekörten und siebenjährig bereits in S-Springen hochplatzierten Bel Espace Go von Maizauber hervorragt. Unter 25 FN-registrierten Sportpferden waren die S-Dressurpferde Hippo’s Belissimo und Belluno, sowie Humboldt, der es im Springsport auf eine Lebensgewinnsumme von mehr als 25.000 € brachte und das M-Springpferd Sommerwind.

Rhenanias Mutter war die Gründerstute Renette; deren Vater Piquekönig war ein in Beberbeck gezogener Sohn des Irrlehrer von Perfectionist xx und damit Halbbruder des Oxyd, der ebenfalls aus Beberbeck stammte. Oxyd machte in der Nachkriegszeit Furore durch seine mehrfach mit olympischem Gold in der Dressur dekorierten Kinder Adular und Afrika sowie als Muttervater des Dressur-Olympiasieger Mariano und von dessen Vollbruder Radetzky, der eine bis heute wichtige und sportlich erfolgreiche Hengstlinie in Westfalen begründete. Auch Perseus, auf den der westfälische Springvererber Pilot zurückgeht, führt in dritter Ahnenreihe den im legendären Gestüt Vornholz wirkenden Oxyd. Renette war Mutterstute im Landgestüt Marienwerder und wurde von Erich Specht mit auf den rettenden Treck in den Westen genommen. Später wirkte sie als Mutterstute im Ostpreußengestüt Hunnesrück. In fünf Zuchtjahren brachte sie drei Fohlen; ihr Sohn Redakteur von Absalon wurde als Dressurpferd bis Klasse M genutzt, auf ihrer einzigen Tochter Rhenania baut die Familie der Renette auf.
Radom machte sich als Dressurvererber und Stutenmacher einen guten Namen. Neben Tuareg wurden noch die Vollbrüder Belsazar und Baluster aus der Baronesse X von Baron-Burnus AAH gekört; Belsazar wurde in die Schweiz verkauft, wo er im internationalen Dressursport Erfolge sammelte, Baluster ging bereits siebenjährig ein und hinterließ nur sehr wenige Nachkommen. In jüngster Zeit profiliert sich sein Sohn Limor-L in internationalen CCI*-Vielseitigkeitsprüfungen als interessantes Nachwuchspferd.

Weitaus größer ist der Einfluß der teilweise hochdekorierten Radom-Töchter: Die Prämien-, Staatsprämien- und Elitestute Herzminze dürfte die Bekannteste sein; ihr Marduc-Sohn Herzzauber war strahlender Sieger seines Körjahrganges, ihr Tivano-Sohn Herzopal konnte sich bis M-Dressur platzieren, während Hippokrates von Sokrates auch in Klasse S Erfolge sammelte. Ihre Tochter Herzflocke II, ebenfalls von Tivano, ist bereits zweifache Hengstmutter: Nach dem Angard-Sohn Herzfunke stellte sie auch den vielbeachteten einzigen gekörten Schiffon-Sohn, Herzglanz. Der Siegerhengst Herzensdieb von Tambour, der HLP-Sieger Herzog von Tambour und der Goldino-Sohn Herzkristall gehen auf die Radom-Tochter Herzsolo zurück, die neben der Staatsprämie auch den Elite-Titel erhielt.

67 Radom-Kinder wurden bei der FN als Turnierpferde registriert, davon platzierten sich 27 in Dressurprüfungen der Klasse L und höher, sieben Nachkommen können Erfolge in Klasse S vorweisen. Neben den schon erwähnten gekörten Söhnen Tuareg und Belsazar waren dies Bariton aus der Balerna von Erzsand, Herzgold aus der Herzröschen von Erzsand, Harlequin aus der Herzkammer von Gunnar und Radom 8 aus der Istia von Primo.

Die Mutter des Tuareg ist die Elitestute und dreifache Hengstmutter Tilsit III von Herzbube, die bereits von Tümmler die Elitehengste Tenor und Tivano stellte. Auf Tilsit wurde bereits im Portrait des Tivano E.H. eingegangen.

Tuareg deckte zunächst auf der Station von Elke von Lingelsheim und machte schon bald durch hervorragende Zuchtprodukte auf sich aufmerksam, oftmals aus der Zucht seiner Mitbesitzerin; Tuaregs bekanntester und erfolgreichster Nachkomme ist die Schimmelstute Renaissance Fleur TSF, ihr erster Erfolg war der Sieg in der Klasse der Zweijährigen bei der Landesschau des Zuchtbezirks Schleswig-Holstein 1994 in Bad Segeberg, wo sie auch Mitglied der siegreichen Familie der Regatta war; ein Jahr später wurde sie Siegerstute ihrer Eintragung an selber Stelle mit überragenden 60 Punkten als höchstbewertete Stute dieses Jahrgangs, außerdem qualifizierte sie sich für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes und wurde in Neumünster Jahresreservesiegerstute. Vierjährig legte sie eine überragende Stutenleistungsprüfung ab und trug auch hier den Sieg davon. Nach zahlreichen Erfolgen in Aufbauprüfungen wechselte sie in den Stall von Monica Theodorescu, wo ihr kometenhafter Aufstieg am Dressurhimmel begann; siebenjährig war Renaissance Fleur TSF bereits platziert in Klasse S; als sich Renaissance Fleur TSF im Februar 2003 einen Trümmerbruch an der Fessel zuzog, war sie längst eine feste Größe im internationalen Dressurzirkus und galt als eines der talentiertesten Nachwuchspferde weltweit, mit Siegen und Platzierungen in wichtigen Prüfungen, darunter z. B. Weltcup-Qualifikationen. Knapp elfjährig hatte sie eine Lebensgewinnsumme von 89.726 € allein in Deutschland erreicht! Diese Weltklassestute konnte soweit wieder hergestellt werden, dass sie sich heute als Zuchtstute ihren Hafer verdienen kann.

Renaissance Fleur ist eine Tochter der Seeadler-Igor-Tochter Regatta, die ebenfalls der Familie der Renette angehört und auf Raminas Vollschwester Rosilie von Illing zurückgeht. Mit Tuareg brachte Regatta noch weitere Spitzenpferde, so z. B. Rendezvous, die Reservesiegerin der Eintragung Schleswig-Holstein 1993 wurde und den Ia-Preis der 4-5jährigen Stute bei der Landesschau in Bad Segeberg 1994 davontrug; mit ihrer Vollschwester Renaissance und ihrer Mutter bildete sie die Siegerfamilie dieser Schau und war später erfolgreich in L-Dressur, die ebenfalls bis L-Dressur platzierte Riviera oder Romancero, der als Nachwuchspferd an Nathalie Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ging. Diese hatte bereits Tuaregs Halbbruder Tivano in seiner Zeit in Dänemark erfolgreich unter dem Sattel. Siebenjährig konnte sie Romancero bereits beim ersten gemeinsamen Turnierstart in einem internationalen Prix St. Georges in die Platzierung reiten.

Auch mit der Seeadler-Rosenberg-Tochter Katanga VI konnte Tuareg hervorragende Zucht- und Sportpferde stellen, wie die M-Dressur-Pferde Agapi Mou und Kostolany oder die Prämienstute Karibik sowie den gekörten Hengst Königsmarck. Beide Seeadler-Töchter, Regatta und Katanga, verdanken ihre Elite-Titel größtenteils ihren Tuareg-Nachkommen.
Die in den neuen Bundesländern gezogene Ader von Atreus-Vers I konnte ebenfalls höchst erfolgreich mit Tuareg angepaart werden: Neben je einem L-Dressur- und Springpferd sammelt Athene Schleifen in M-Dressuren, während Alpina der Aufstieg in die S-Klasse gelang.

Ebenfalls interessante Ergebnisse brachten Anpaarungen mit Consul-Töchtern: Hightec aus der Herbstharmonie von Consul-Donauwind kann Platzierungen in Prix St. Georges vorweisen, während Sotheby’s aus der Saalburg II von Consul-Mozart derzeit im Grand Prix Special Fuß fasst und mit einer bisherigen Lebensgewinnsumme von 10.585 € der zweiterfolgreichste Nachkomme seines Vaters ist.

Der Tuareg-Sohn Summersby aus der Schatzinsel II von Inselfürst-Traumulus war eines der ersten Tuareg-Kinder, die S-Erfolge in der Dressur vorweisen konnten, ebenso wie Idol aus der Insterna von Leonardo-Siegbert.

Damit fehlt unter den acht Tuareg-Nachkommen mit S-Erfolgen nur noch einer, dessen Geschichte auch wieder etwas Besonderes ist: Henryk, Sohn der Heiderose VII von Baron-Jamajka. Dieser nur 1,61 cm große Hengst wurde 1999 siebenjährig beim ZfdP gekört und begründete dort die Zuchtrichtung „Kleines Deutsches Reitpferd“. Er legte seinen 30-Tage-Test mit Topnoten ab und sammelte Schleifen in allen drei Disziplinen des klassischen Reitsports: Er ist platziert und siegreich in A-Springen, Vielseitigkeit Klasse L und eben auch in Dressurprüfungen bis Klasse S, 4.073 € Lebensgewinnsumme stehen bisher zu Buche. Auch als Vererber kann er Erfolge verbuchen: Von fünf eingetragenen Zuchtstuten wurden drei mit (ZfdP-)Verbands- und Staatsprämien ausgezeichnet.

Sehr interessant sind auch die Ergebnisse der Anpaarungen Tuaregs an seine Halbschwester Arcona III von Radom-Ginster und an die Radom-Halbschwester Primavera von Mahagoni-Troubadour: Letztere ist Mutter von Palamos, der mit M-Platzierungen in der Dressur aufwarten kann, die erfolgreichsten Tuareg-Kinder aus der Arcona sind die jeweils mit M-Dressur-Platzierungen ausgestatteten Anastasia und Amidala sowie die eindrucksvolle Reservesiegerin der Stuteneintragung Schleswig-Holstein 2007, Argentina III.
Tuaregs Vererbungsschwerpunkt liegt eindeutig in der Dressur; im Springen und in der Vielseitigkeit sind seine Kinder jedoch auch bis Klasse L erfolgreich; insgesamt 36 Nachkommen haben Platzierungen von L aufwärts, davon acht in Klasse S und weitere zehn in Klasse M. Nachkommen aus Tuareg-Töchtern sind bisher bis Klasse M erfolgreich; Koriolan von Hohenstein aus der Katania IV von Tuareg-Arogno und Kinley BS von Pyatt Charly aus der Karma II von Tuareg-Argument vermelden Erfolge in M-Dressurprüfungen, während Hoheit von Donaumonarch aus der Hochzeit II von Tuareg-Athlet mit Erfolgen in Springprüfungen Klasse M ihren Hafer verdient.

1999 sorgte Tuareg durch seine Tochter Krönung aus der Kaminja von Arogno-Inselkönig für Aufsehen; die Rappstute gewann mit 61 Punkten die Eintragung des Zuchtbezirks Niedersachsen/Hannover und wurde nach einer sehr guten Stutenleistungsprüfung mit der Verbands- und Staatsprämie ausgezeichnet. 2004 wurde ihr Titelheld-Sohn Krönungswalzer in Neumünster gekört. Kainda, Vollschwester der Krönung, wurde ebenfalls mit der Verbandsprämie ausgezeichnet. Im Jahr 2003 wurde mit Kancun ein Vollbruder dieser beiden Stuten gekört, der, wie zuvor seine beiden Schwestern, an das Gestüt Sommerlade verkauft wurde. Ein Jahr zuvor wurde in Neumünster mit Königsmarck, einem Sohn der schon erwähnten Katanga VI von Seeadler, der erste Tuareg-Sohn gekört, der neben großzügigen Partien durch gleichmäßig gute Grundgangarten gefiel und beim 30- und beim 70-Tage-Test in Radegast Höchstnoten in der Rittigkeit erzielte. Auch dieser Hengst ging in den Besitz des Gestüts Sommerlade über, so dass beiden bisher gekörten Tuareg-Söhnen leider eine weitere reiterliche Förderung bisher verwehrt blieb.

Mit der Verbands- und Staatsprämie versehen wurde auch Pretty Flower von Tuareg aus der Pretty Daughter von Sir Shostakovich xx-Kurfürst; im Jahr 2006 stellte sie mit der Van Deyk-Tochter Prettiness die Eintragungs-Siegerin des Zuchtbezirks Rheinland, die über die Zuchtstuten-Auktion in Neumünster nach Großbritannien zugeschlagen wurde.
Beim amerikanischen Trakehnerverband (ATA) wurde der in Dänemark gezogene Kougar von C von Gribaldi aus der Kornelia von C von Tuareg-Roots xx gekört.

Heute blickt Tuareg auf eine beeindruckende Vererbungsbilanz zurück: Drei gekörte und leistungsgeprüfte Söhne (davon zwei beim Trakehner Verband), 78 eingetragenen Töchter, darunter zahlreiche Prämien- und/oder Staatsprämienstuten, sowie 149 FN-registrierte Nachkommen, die bis 2006 eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von 143.109 € vornehmlich im Dressursport erzielten. Die FN-Zuchtwertschätzung Sport veröffentlichte für Tuareg 2006 einen Spring-Zuchtwert von 72 (Sicherheit 87 %) und einen hervorragenden Dressur-Zuchtwert von 128 (Sicherheit 94 %). Und auch die Exterieur-Zuchtwertschätzung des Trakehner Verbandes anhand der Eintragungsnoten der Töchter stellt Tuareg als einen in allen Kriterien klar überdurchschnittlichen Vererber dar, wobei besonders die Zuchtwerte für Fundament und Galopp Bestmarken erreichen.

Aufgrund seiner Eigen- und Vererbungsleistung wurde Tuareg 1996 im Alter von erst zehn Jahren der Titel „Elitehengst“ des Trakehner Verbandes verliehen, ein Jahr zuvor erhielten bereits seine Halbbrüder Tenor und Tivano v. Tümmler diesen Titel. Im Jahr 2000 zeichnete der Trakehner Verband Tuareg in Neumünster mit dem Titel „Trakehner Hengst des Jahres“ aus, mit dem „… einflußreiche Hauptvererber noch zu Lebzeiten den interessierten Züchtern vorgestellt werden“. Tuareg hat seine Chancen in der Trakehner Zucht erhalten und wusste sie zu nutzen.

Text und ©: Friederike Winkler