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Vivus


Schwarzbraun, r. Vfsl. unreg., l. Hf. unreg. gefl., r. Hf. unreg. w.
geb. 14.04.1987

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16318920.2
volljährig16821

Züchter:
Heinrich Gonzoreck, Otzberg
Aufzüchter:
ders.

Gekört 1989 in Neumünster

www.trakehnerhof-gordemitz.de

Pedigree

Habicht, R., VS Burnus AAH, B., VS Lapis A., Sch. 561 Siglavy II-22
Phaenomen 16 A
68 Fenék V, F. AA Fenék V A
66 Major
Hallo,R., ZL 12/8 Goldregen, B. Creon
Goldelse
Handschelle, R. Polarstern
Handelskammer
Valise, B., L/D, ZL 10/7 Kassiber, F., VS Ibikus, B. Hertilas
Isolde
Kassiopeia, Df., L/D Impuls
Kassandra
Valjoscha, B., ZL 11/8 Gunnar, Db. Komet
Gudrun
Valona, Hb. Maigraf xx
Valeska

Hengstlinie des Burnus AAH, Stutenfamilie der O6A1 Vallada (v. Zitzewitz - Katharinenthal)

Eigentümer

1987-1989: Heinrich Gonzoreck, Otzberg
1990-1997: Erwin Schulz, Offenbach
1998-2002: Elmar Ernst, Altenrade Schleswig-Holstein
seit 2003: Ulrich Buschmann, Jesewitz, Sachsen

Stationierung

1990-1993: Privatbeschäler Offenbach Hessen
1994-1996: LeihhengstGestüt Altenrade Schleswig-Holstein
1997: Privatbeschäler Offenbach Hessen
1998-2001: Privatbeschäler Gestüt Altenrade Schleswig-Holstein
2002: Leihhengst Hagenburg (Auhagen) Niedersachsen
seit 2003: Privatbeschäler Trakehnerhof Gordemitz Sachsen

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1990

Charakter: 8,00 Schritt: 8,00 (T), 7,00 (P)
Temperament: 7,00 Trab: 8,00 (T), 6,67 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 8,00 (T), 7,33 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 7,00 (T), 6,33 (P), 5,25 (FS)
Rittigkeit: 8,00 (T), 7,00 (P) Geländeprüfung: 7,67
Rittigkeitsindex: 114,30 Springindex: 96,71
Gesamtindex: 112,60 (19./70) Leistungsklasse: II

Turniersporterfolge:
Platzierungen in der Dressur bis einschließlich Kl. M und im Springen bis einschließlich Kl. L

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
3410412089 9711313297 109-0,8


Gekörte Söhne (1): Impetus

Töchter (40): PSuSPS Alsterfee, Baccara, Beautiful, Carla, Comtess, Davina J, Goldblume II, H.C.Vrizzante Benz, Herzsinfonie, Hoviera, Idemona, Ikebana, Impatie, Ingelwood, Inster Queen, Ipanema V, Isodora S, Kaja M, Karla Kolumna, La Jana, Lavina, PS Lucera, Märchenelfe, Morning Go, Polarluft, Schöne Sina, Schöne Vivan, Valente, Way Of Life, Why Not III, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:75
davon mit Platzierungen:
davon in Klasse M. und S.:6


Im Jahr 2007 ist Vivus bereits zwanzig Jahre alt geworden. Der mit 44,9 % Spezialblutanteil hoch im Blut stehende typvolle Schwarzbraune entstammt einer bewährten Blutführung: Er verbindet das Leistungsblut seines Vaters Habicht mit dem des Reitpferdevererbers Ibikus, der sein Urgroßvater mütterlicherseits ist – nach diesem „Rezept“ ist auch der Elitehengst Sixtus von Habicht-Ibikus gezogen.

Vivus ist ein Sohn des in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen siegreichen Rapphengstes Habicht, der eine der zur Zeit bedeutendsten Hengstdynastien innerhalb der Trakehner Zucht begründete. 12 seiner Söhne wurden für die Trakehner Zucht gekört. Der Habicht-Sohn Parforce wurde bereits in dieser Hengstdatenbank vorgestellt. Sixtus von Habicht setzt die Hengstlinie fort und konnte sie hauptsächlich über seine Söhne Kasparow, Axis und den designierten Elitehengst Buddenbrock auf eine breitere Basis stellen. Weniger bekannt ist Orlof von Habicht aus der Candy von Auftakt, ein Trakehner Hengst, der ausschließlich in der niederländischen Warmblutzucht wirkte. Auf ihn gehen die international erfolgreichen KWPN-Springpferde Newton und Maroon (Wout Jan van der Schans) sowie Markus Fuchs’ Siegerpferd vom Großen Preis von Aachen 2004 und Weltcupsieger 2001, Tinka’s Boy, zurück. Die Habicht-Hengstlinie zeichnet sich durch hohe Sportlichkeit und vielseitige Veranlagung aus; unter seinen Nachkommen finden sich immer wieder Top-Pferde für alle Disziplinen.

252 Habicht-Kinder wurden bei der FN-registriert, darunter allein 48 Trakehner-Nachkommen mit Erfolgen in Klasse M und S. Auch in der bayerischen Warmblutzucht wurde Habicht eingesetzt und stellte dort den gekörten Sohn High Life, der in Dressurprüfungen bis zur schweren Klasse erfolgreich war und mit Nachkommen im internationalen Dressursport vertreten ist. Zu den erfolgreichsten Habicht-Nachkommen in der Trakehner-Zucht zählen der ehemalige Vize-Bundeschampion Korofino aus der Komtess III von Catarakt, Sixtus aus der Stradelle von Ibikus und natürlich der im internationalen Spitzensport etablierte Livius aus der Lethargie von Sterndeuter im Springen sowie Windfall aus der Wundermädel xx von Madruzzo xx in der Vielseitigkeit.

Auch unter den insgesamt 143 zuchtaktiven Habicht-Töchtern waren viele verdiente Vererberinnen, deren Nachkommen in Zucht und Sport erfolgreich sind: Die vierfache Hengstmutter Arwetta ist hier zu nennen, deren Sohn Argonaut von Ordensglanz in M-Springen eingesetzt wurde, während sein Vollbruder Argument vor allem als Vater von Isabell Werths langjährigem Grand Prix-Pferd und Weltcup-Teilnehmer Anthony (Hannoveraner) von sich reden machte; Arsenal von Waldzauber war in schweren Dressurprüfungen platziert und wirkte auch in der dänischen Trakehnerzucht, die Hengstlinie führt heute sein Urenkel, Elitehengst Manrico, fort; der Lucado-Sohn Aron ging früh ein; seine Nachkommen sind bis M platziert.

Zweifache Hengstmutter wurde die Elitestute Serenade XVI, die von Beg xx die gekörten Söhne Sky Walker und Sky Dancer brachte. Letzterer ist im Springsport bis S erfolgreich. Auch Domina VI wurde mit dem Elitetitel ausgezeichnet; ihr gekörter Sohn Donaufeuer von Shannon war im mittelschweren Parcours erfolgreich, Donaukönig von Königspark xx scheiterte an der Hengstleistungsprüfung, rehabilitierte sich aber später – als Wallach unter dem Namen Dernier Cri - durch langjährige Erfolge im Grand-Prix-Dressursport unter verschiedenen Reitern. Zwei Tolstoi-Söhne der Domina wurden gekört, einer davon erreichte nicht die Mindestpunktzahl bei der Leistungsprüfung, während der andere ins Ausland verkauft wurde und nicht leistungsgeprüft wurde. Die dritte Elitestute von Habicht war Donauflamme, die mit sportlicher Nachzucht auffiel; ihr Karneol-Sohn Donauzauber war im Springsport bis M platziert, Donauprinz von Erlkönig und Devil’s Pride von Waldzauber siegten im Viereck bis Klasse M; ihr erfolgreichster Nachkomme war Diabolo von Tarino, der in schweren Dressurprüfungen siegreich war.

Burnus AAH, selbst im internationalen Vielseitigkeitssport erfolgreich, brachte mit Kim ein weiteres im schweren Vielseitigkeitsprüfungen erfolgreiches Sportpferd, den in S-Springen platzierten Schwalberich sowie die S-Dressurpferde Haniola, Iwan, Traumgeist und Bariton. Drei seiner Söhne wurden für die Trakehner Zucht gekört, jedoch konnte sich nur Habicht auch etablieren. Burnus-Töchter machten als Leistungsvererberinnen von sich reden – Die Elitestute Tugend III zum Beispiel stellte von Flaneur die S-Springpferde Tiflis und Trenk Quatro, der auch international erfolgreich war, und von Kostolany den gekörten Tolstoi. Blinklicht II, ebenfalls Elitestute, ist Mutter des S-Dressur-Platzierten Elitehengstes Benz von Rockefeller, des M-Springpferdes Baltensee von Siegbert und der Elitestute Ballerina XXV von Diamant, Mutter des in 3. Generation auf Burnus AAH ingezogenen designierten Elitehengstes Buddenbrock von Sixtus und der Jahressiegerstute 2003, Bandera von Friedensfürst. Burnus’ Vollschwester Amsel AAH konnte eine kleine Stutenfamilie innerhalb der Trakehner Zucht begründen, zu deren derzeit populärsten Vertretern die Bundessiegerstute 2000 Lantana V von Tycoon und ihr Sohn, Siegerhengst der Körung 2004 Le Rouge von Pret a Porter gehören (um exakt zu sein, gehören diese zum Familienzweig der Amsel-Tochter Luna IV).

Habichts Mutter war Hallo, deren Vater Goldregen als Sohn des Creon die erfolgreiche Pythagoras-Hengstlinie mit dem wertvollen Erbe seiner Mutter, der Original-Trakehnerin Goldelse von Polarstern, verband und aus der ebenfalls in Trakehnen gezogenen Polarstern-Tochter Handschelle stammte. Goldelse und Handschelle waren Vertreterinnen der berühmten Trakehner Rappherde. Vielseitige Veranlagung hat Hallo nicht nur Habicht mitgegeben: Ihr erstes Fohlen, Hakim von Totilas, startete in M-Parcours und in L-Vielseitigkeiten, und Halys von Komet, der ebenfalls ein Sohn des Goldregen war, war siegreich und platziert in schweren Springen und Dressurprüfungen der Klasse L. Auch die erfolgreichen S-Springpferde Pasadena von Primo und Halifax A von Flugsand gehen mütterlicherseits auf Hallo zurück.

Vivus’ Mutter war die typvolle und antrittsstarke Braune Valise, die sein Züchter Heinrich Gonzoreck von ihrer Züchterin Dr. Ingrid Godau erwarb. Heinrich Gonzoreck paarte die Stute mit blutgeprägten Hengsten an: Das erste Fohlen stammte vom Dämon ox-Sohn Polargeist: Valipolar legte in Medingen ihre Stutenleistungsprüfung ab und wurde ins FN-Leistungsstutbuch Abteilung A eingetragen. Ihr erfolgreichster Nachkomme ist Vasall von Arsenal, der in Dressurprüfungen der Klasse L eine Lebensgewinnsumme von 1.610 € zusammentrug. Vom Maharadscha-Sohn Schwärmer brachte Valise das A-Springpferd Valladeur, Vivus’ älterer Vollbruder Vagabund wurde ebenfalls in A-Springen eingesetzt. Vom Pasteur xx-Sohn Testarossa stellte Valise die Zuchtstute Valeri, die ebenfalls im Hause Gonzoreck für Nachwuchs sorgte und mit der Lehndorff’s-Tochter Viskaria auch eine Nachfolgerin stellte. Aufgrund ihrer Fruchtbarkeit wurde Valise 1989 mit der Zuchtleistung 5/5 ins FN-Leistungsstutbuch Abteilung D eingetragen.

Vater der Valise war der Dunkelfuchs Kassiber, der auf dem Gestüt Hämelschenburg der Familie Langels gezogen wurde. Er präsentierte sich bei seiner Körung 1973 als korrekter, typvoller und großrahmiger Hengst bei nur mittlerer Größe. Seine vielseitige Veranlagung stellte er bereits bei der Hengstleistungsprüfung in Medingen, die er mit „sehr gut“ und gleichmäßig hohen Bewertungen für Grundgangarten, Rittigkeit, Springanlagen, Geländeprüfung und Fremdreitertest abschloß. Auch im Turniersport bewies er immer wieder seine Vielseitigkeit: Platzierungen in Dressur- und Springprüfungen der Klasse L sowie in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse M in Deutschland, Teilnahmen an Vielseitigkeits-Championaten der Junioren und Jungen Reiter unter Züchtertochter Beate Langels und auch Erfolge in der schweren Klasse, unter anderem der Sieg in der nationalen Meisterschaft, in seiner späteren Heimat Australien stehen für Kassiber zu Buche.

Kassibers einziger gekörter Sohn war Amadeus, Siegerhengst der Körung 1977, der aus dem ersten Fohlenjahrgang des Vererbers stammte. Der vor allem in der Bewegung und Rittigkeit bestechende, korrekte Hengst wurde ebenfalls Vater nur eines gekörten Hengstes, Messalla, mit dem dieser Zweig der väterlichen Linie erlosch. Sowohl Amadeus als auch sein Vater Kassiber schufen sich jedoch einen hervorragenden Ruf als Väter hervorragender Zuchtstuten und veranlagter Reitpferde. Unter Amadeus’ Töchtern sind besonders Patience vom Klosterhof, Mutter des S-Dressurpferdes Palladino von Swazi xx, und Freundin IV herauszustellen; Freundin ist Mutter der Vollbrüder und Siegerhengste Farinelli und Freudenfest von Tolstoi; Farinelli überzeugte im großen Viereck bis zur schweren Klasse, Freudenfest liefert jedes Jahr hochbonitierte Töchter.

Kassibers Elite-Tochter Couleur ist Mutter der gekörten Hengste Caanitz von Aron und Couleur-Fürst von Sir Shostakovich xx, die beide auch in Parcours der mittelschweren Klasse erfolgreich waren, Couleur-Fürst wurde ebenfalls in M-Dressurprüfungen platziert. Couleurs doppelt prämiierte Caprimond-Tochter Couracia lieferte den qualitätvollen, noch jungen Sixtus-Sohn Couracius. Astrid von Kassiber stellte den gekörten Ith-Sohn Antares und die Trakehner Springchampioness Amazing TSF von Kostolany, während Artillerie von Kassiber die S-Fahrpferde A Capella und Amabile von Arogno sowie den im Dressursport der schweren Klasse hocherfolgreichen Polargeist-Sohn Acrobat, der auch beim ZfdP gekört ist, brachte. Kassibers direkte Nachkommen waren in Spring- und Dressurprüfungen bis zur Klasse L bzw. M erfolgreich.

Kassiber entstammt dem alten Erfolgsrezept des Gestüts Hämelschenburg: Ibikus x Impuls-Tochter, hier aus dem bedeutenden Stutenstamm der Kassandra, der aus der Kassette-Familie des Hauptgestüts Trakehnen hervorging und die einflussreichen Vererber Kostolany und Karon hervorbrachte. Über die Erfolge dieser Blutkombination wurde bereits in der Beschreibung des Kostolany eingegangen.

Die beiden züchterisch eingesetzten Vollgeschwister des Kassiber stehen ihm in nichts nach: Kastilio wurde 13jährig nach einer erfolgreichen Karriere im Dressursport bis zur Klasse S in die USA abgegeben; obwohl er züchterisch nicht allzu stark genutzt wurde, konnte er den gekörten Sohn Katapult stellen, der Dorothee Schneiders erstes Erfolgspferd in S-Dressuren wurde, sowie erfolgreiche Sportpferde mit Platzierungen im Dressur- wie im Springsport bis zur schweren Klasse. Auch unter den nur 21 eingetragenen Töchtern des Kastilio waren erfolgreiche Sportpferde-Mütter, wie beispielsweise Kaskade IX, ¾-Schwester zu Katapult, die außer Katago von Kennedy den aktuell für den Stall Schneider in schweren Dressuren startenden Kasparov von Consul stellte.

Kleopatra II, Vollschwester zu Kassiber und Kastilio, erhielt die Staats- und Verbandsprämie sowie den Elitetitel und war Reservesiegerin der Landesschau in Niedersachsen. Ihre gekörten Söhne Kleostro von Herzbube und Kadre Noir von Upan la Jarthe AA waren beide im großen Viereck erfolgreich, Koh-i-noor von Enrico Caruso wurde bis zur Klasse M gefördert. Eine Reihe ihrer Töchter wurden mit der Verbandsprämie ausgezeichnet.

Valise war eine Tochter der Valjoscha, deren erstes Fohlen ein ¾-Bruder der Valise war: Der große, wuchtige dunkelbraune Vatout vom Ibikus-Sohn Wie Ibikus absolvierte erfolgreich die Körung sowie die Hengstleistungsprüfung und startete anschließend unter Michael Fassbender eine beachtliche Karriere im Dressursport, die in über 50 Siegen und Platzierungen innerhalb von 6 Jahren in der Klasse S bis einschließlich Grand Prix Special gipfelte. Trotz seiner sportlichen Erfolge wurde er nur zögerlich in der Zucht eingesetzt, bevor er 1991 nach Großbritannien verkauft wurde. Unter seinen wenigen Nachkommen war Va-Tout aus der Fidel-Berta von Burnus AAH in M-Dressuren erfolgreich, ebenso wie Darino von Finley M aus der Donna Diana von Vatout. Darinos Vollschwester Dana von der Heide ist Großmutter des 2006 in Neumünster gekörten K 2-Sohnes Dorkas aus der Dakota von der Heide von Partout. Die Sporterfolge seiner Nachkommen bescherten Vatout einen Dressur-Zuchtwert von über 120, was ihm den Titel des Elitehengstes des Trakehner Verbandes einbrachte.

Valjoschas Tochter Valdez stammte vom Kassiber-Sohn Amadeus und wurde Mutter der L-Dressurpferde Visconti von Amatcho und Valissa von Banditentraum.

Vater der Valjoscha war der Komet-Sohn Gunnar, der als dessen bester Sohn angesehen wird. Seine Mutter Gudrun von Abendstern stammt aus einer Tochter des auch in Hannover geschätzten Springvererbers Lateran und gehörte der Pollschen Gundula-Familie an, der auch bekannte Vererber wie Ginster, Guy Laroche, Guter Stern und Guter Planet zuzuordnen sind. Bei seiner Hengstleistungsprüfung fiel er durch Härte und Rittigkeit auf, was er auch an seine Nachkommen weitergab. „Im Ganzen gesehen ein wertvolles Element für die Zucht“ lautete seine abschließende Bewertung im Hengstbuch. Seine bedeutendsten Söhne waren Herzbube, Mozart und Amagun, die sich besonders durch talentierte Sportpferde und qualitätvolle Töchter hervortaten. Gunnars Kinder konnten Platzierungen in Dressurprüfungen bis Klasse S (Pardubitz aus der Pentogramma von Paks) sowie im Springen und im Fahren bis Klasse M verbuchen. Jenny III von Gunnar aus der Jane von Tannenfels erhielt den Titel Elitestute, nachdem sie von Bartholdy die Prämienstuten Jasmin IX und Jokaste sowie den in Fahrprüfungen der Klasse S erfolgreichen Jongleur K gebracht hatte. Auch die Prämienstute Herzkammer aus der Herbstgold von Totilas verdient besondere Erwähnung: Aus ihr stammen der in M-Dressuren platzierte Hermes von Erzsand sowie die vielseitige Herzdame von Schwalbenflug mit Erfolgen in A-Vielseitigkeiten, L-Dressuren und M-Springen und der in Dressurprüfungen der Klasse S erfolgreiche Harlequin von Radom. Hermes’ Vollschwester Hela VII ist Urgroßmutter der Reservesieger der Körungen der Jahre 2000 und 2001, Hofrat und Hoftänzer von Gribaldi, die inzwischen beide siegreich in Dressurprüfungen der schweren Klasse sind.

Die Mutter der Valjoscha war Valona, eine im Verbandsgestüt Hunnesrück gezogene kleine, zierliche hellbraune Stute mit knappem Rahmen. Neben Vatout wurde auch ihr Sixtus-Sohn Vitus im Dressursport eingesetzt und kann Platzierungen bis Klasse L vorweisen. Unter Valjoschas sieben Fohlen waren zwei Töchter, die beide in der Zucht genutzt wurden; neben Valjoscha war das Valetta, eine Dunkelfuchsstute vom Traumgeist xx-Sohn Kampfgeist, die wie ihre Mutter nur 1,55 m groß war. Sie brachte nur zwei Fohlen, darunter die Tochter Viola III von Vespucci, die jedoch züchterisch bedeutungslos blieb. Valjoschas Nachkommen führen diesen Familienzweig daher heute allein weiter.

Vater der Valona war der im Gestüt Waldfried gezogene Vollblüter Maigraf xx, der seine Härte in neun Jahren auf der Rennbahn, zumeist über Hindernisse, bewiesen hatte. 28 Siege, unter anderem im Westdeutschen Haupthürdenrennen in Mülheim-Ruhr 1955 sowie im Westfalia-Jagdrennen Gelsenkirchen 1953 und 1955, und zahlreiche Platzierungen gehen auf sein Konto. Sein Vollbruder Mangon war ebenfalls ein erfolgreiches Rennpferd und erzielte große Siege, unter anderem im Galoppderby 1952. Er wirkte in der Vollblutzucht, wo er unter anderem den Derbysieger Alarich und dessen ebenfalls auf der Rennbahn erfolgreiche Vollschwester Ascona stellte, die die Großmutter des bedeutenden Derbysiegers Alpenkönig war. Eine Vollschwester dieser beiden Vererber war Mainburg, deren Söhne Makuba von Goody und Marsilio von Masetto in der Warmblutzucht eingesetzt wurden. Nur zwei Marsilio-Töchter, beide von Familie Poll gezogen, wurden in das Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen: Guranda, Großmutter der Buddenbrock-Tochter Gute Nacht, Preisspitze der zweijährigen Stuten bei der Eliteauktion im Oktober 2006 in Neumünster und Siegerstute der Eintragung im Zuchtbezirk Rheinland 2007, und Cecilie, Großmutter des in S-Dressuren siegreichen gekörten Rockefeller-Sohnes Chardonnay. Der Celler Landbeschäler Marcio xx von Aventin, in Hannover hochgeschätzt als Dressurvererber, ist ein Halbbruder mütterlicherseits zu Maigraf xx.

Maigrafs gekörte Söhne Goldgraf und Garbenbinder waren wenig einflussreich, hinterließen jedoch ein paar hervorragende Töchter, wie beispielsweise die zweifache Hengstmutter Themse II von Goldgraf, die die Condus-Söhne Tempelritter und Tarim brachte, oder Perlenfischerin von Garbenbinder, deren Söhne Piet von Baron und Halunke von Habicht beide in M-Springen erfolgreich waren. Auf die Goldgraf-Tochter Baltin, deren auf Goldgraf ingezogene Tempelritter-Tochter Belle Rose neben L-Dressur-Platzierungen im Fahrsport bis Klasse S erfolgreich war, geht auch der viel beachtete, zum Reitpferde-Bundeschampionat 2007 nominierte Junghengst Ballzauber von Axis zurück.

Auch einige direkte Maigraf-Töchter wurden Hengstmütter; bekannte Vererber wie Index oder Karwendelstein seien stellvertretend genannt. Insgesamt trat Maigraf durch die Lieferung wertvoller Zuchtstuten und bewegungsstarker Reitpferde hervor.

Valona war das erste Fohlen der Altan-Tochter Valeska, die später als Mutter des Vererbers Valentin von Abglanz bekannt wurde. Valentin wurden bei seiner Hengstleitungsprüfung überragende Reitpferdeeigenschaften bescheinigt, die er später mit Erfolgen in schweren Springparcours bestätigte. Valentin ist der bisher bedeutendste Vererber, der aus der Familie der Vallada (v. Zitzewitz-Katarinenthal), hervorging. Seine Kinder bestachen vor allen Dingen durch sehr gute Bewegungen, Rittigkeit und Leistungsfähigkeit. Seine vier gekörten Söhne konnten die Hengstlinie nicht weiterführen, Polifax erreichte jedoch als Muttervater des Siegerhengstes Bartholdy eine gewissen Bedeutung. Auch unter seinen Töchtern waren nur wenige, die sich nachhaltig profilieren konnten, wie zum Beispiel Parchim mit dem in den USA gekörten Sokrates-Sohn Prinz Sokrates und dessen Vollschwester Pontressina, die den Le Rouge-Vater Pret a Porter brachte. Unter Valeskas Kindern waren weitere Sportpferde wie die Cornelius-Tochter Vabienne mit M-Erfolgen im Fahrsport, Vagant von Schwalbenflug mit L-Platzierungen in der Dressur und Valerian von Kampfgeist mit Platzierungen im Parcours bis L.

Valeska war eine Stute mit hochinteressanter Abstammung über Altan-Tropenwald-Suomar-Hirtensang-Bulgarenzar, ingezogen auf Dampfroß und Hirtensang. Sie war eine Enkelin der Vallada, die einen Zweig in der Familie ihrer Mutter, der berühmten Weederner Velegue begründete. Gute Reitpferde- und Charaktereigenschaften werden dieser Familie nachgesagt.

Vivus wurde am 14. April 1987 bei seinem Züchter und Aufzüchter Heinrich Gonzoreck geboren. Der spätreife, mittelgroße Schwarzbraune hatte bei seiner Körung 1989 noch viel Entwicklung vor sich, bestach allerdings durch Typ, Schönheit und ein harmonisches Gebäude. „Die Hufe sind enger und steiler als normal. Im Gang im Sprunggelenk leicht angedrückt; solide und geschmeidig in der Bewegung. Im Springen mit guter Basküle und Tecknik“, schrieb ihm der damalige Zuchtleiter ins Protokoll.

Nach der Körung wurde Vivus für 45.000 DM an Erwin Schulz aus Offenbach in Hessen zugeschlagen. Für die nächsten Jahre stand die reiterliche Förderung für Vivus im Vordergrund: Dreijährig wurde er mehrfach in Materialprüfungen gestartet und beendeten viele als Sieger – Glanzstück war sein Sieg im Süddeutschen Reitpferde-Championat 1990. Im Herbst 1990 trat er in Adelheidsdorf zur Hengstleistungsprüfung an und konnte sich hier als 19. unter 70 Teilnehmern mit einer soliden Leistung behaupten. Anschließende wurde er in Aufbauprüfungen vorgestellt und erzielte Siege in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M und in Springpferdeprüfungen der Klasse L. Seine Lebensgewinnsumme im Turniersport beläuft sich auf 645 €.

Der Wechsel in das schleswig-holsteinische Gestüt Altenrade der Familie Ernst 1994, zunächst als Leihhengst, brachte Vivus vermehrte züchterische Beachtung. 1997 deckte er nochmals für ein Jahr in Offenbach, bevor er in den Besitz der Hengstgemeinschaft Altenrade überging und von 1998 bis 2001 auf dem Gestüt Altenrade deckte. Er traf hier vornehmlich auf Töchter von Lucado, Beatos, Impulsivo xx, Giorgio Armani und später auch seines langjährigen Boxennachbars Feingeist. In dieser Zeit auf Altenrade zeugte er auch die meisten seiner bisher erfolgreichen Nachkommen.

2003 wechselte Vivus nach einer Saison als Leihhengst im niedersächsischen Hagenburg bei Familie Auhagen in den Besitz von Ulrich Buschmann, der seit 2001 den Trakehnerhof Gordemitz in Jesewitz in Sachsen betreibt. Aus seinen ersten Fohlenjahrgängen in Sachsen, deren älteste Vertreter in diesem Jahr dreijährig sind, gingen mehrere Teilnehmer an den Fohlenchampionaten des Zuchtbezirks Neue Bundesländer hervor. Beim Trakehner Freispringcup 2007 auf dem Trakehnerhof Gordemitz wurden ein Hengst aus einer Dämmerschein xx-Tochter und eine Stute aus einer Remus-Tochter mit Teilnoten zwischen 8 und 8,5 Zweiter und Dritte in der Abteilung der Dreijährigen.

Der bisher im Sport erfolgreichste Vivus-Sohn trägt den ZfdP-Brand: Vendor Go stammt aus der Evita von Zilvester; er ist aktuell hocherfolgreich in der schweren Klasse und gewann unter anderem alle drei Wertungsprüfungen in der Junge-Reiter-Tour bei den hessischen Landesmeisterschaften in Alsfeld 2007 und nahm an den Deutschen Jugend-Meisterschaften der Dressurreiter teil. Weitere Nachkommen sind in Klasse M erfolgreich: Flintstone aus der Famina IV von Athlet-Malachit, Gaylord aus der Garbensonne von Impulsivo xx-Beatos, Rolex aus der Ronja VI von Radom-Hortus und Bremer aus der Baronia von Idol-Schwalbenfürst erzielen ihre Gewinnsummen in der Dressur, Idemona aus der Iris XII von Lucado-Karwendelstein und die Holsteiner Stute Lady Eileen aus der Eilika II von Los Alamos werden in Springprüfugen bis Klasse M eingesetzt. 2001 siegte Halvi aus der Holey Pasadena von Primo-Sleipnir im Trakehner Bundes-Reitpferdechampionat der 3jährigen Stuten und Wallache. Karla Kolumna aus der Karisma II von Ravel-Sacramento Song xx war Finalistin beim Bundeschampionat der 5jährigen Geländepferde 2003; im Jahr 2007 haben sich ein direkter Vivus-Nachkomme und ein Enkel für das Bundeschampionat der 5jährigen Geländepferde qualifiziert: Der Trakehner Karlos Santana aus der Kaprice VIII von Consul-Sacramento Song xx und der ZfdP-Wallach Bervitos Go von Bertone (Trakehner von Kostolany) aus einer Vivus-Tochter. Die FN registrierte bis Ende 2006 insgesamt 75 Vivus-Nachkommen, die eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von 14.320 € zusammentrugen. Die FN-Zuchtwertschätzung Sport führte 2006 für ihn einen Spring-Zuchtwert von 90 und einen Dressur-Zuchtwert von 101.

2004 wurde in Neumünster ein Vivus-Sohn gekört: Der dunkelbraune Impetus aus der Inessa III von Feingeist-Lucado präsentierte sich typvoll, dabei groß und rahmig, wobei er seinen Rahmen im Alter von zweieinhalb Jahren noch lange nicht ausfüllte. Beim Freispringen gehörte Impetus zu den auffälligen Erscheinungen. Nach einem guten 30-Tage-Test im Herbst 2005 überzeugte der weit gereifte Hengst knapp ein Jahr später als Sieger im 70-Tage-Test in Schlieckau mit Top-Noten nicht nur für die Grundgangarten und die Rittigkeit, sondern auch für seine Springanlagen.

41 Töchter des Vivus wurden bisher als Zuchtstuten eingetragen; 2005 wurde Impatie aus der Inkalilie von Langata Express xx-Vincent höchstbewertete Stute der 4jährigen und Älteren der Eintragung in Schleswig-Holstein, bei der Stuteneintragung des Zuchtbezirks Niedersachsen/Hannover 2006 wurde Herzsinfonie aus der Hippi von Parforce-Erzsand Reservesiegerstute; beste 4jährige Stute in Schleswig-Holstein wurde 2006 Ipanema V aus der Idemara von Giorgio Armani-Lucado. 2007 war die Vivus-Enkelin Lusien von Feingeist aus der Lucera von Vivus beste Vierjährige in Schleswig-Holstein. Die Prämienstute Lucera aus der Lucinda II von Lucado-Sultan hat im Jahr 2000 eine Leistungsprüfung auf dem Söderhof abgelegt und wurde 2004 mit der Zuchtleistung 3/3 in das FN-Leistungsstutbuch Abteilung A eingetragen. Bei der Eintragung des Zuchtbezirks Neue Bundesländer/Süd 2007 kam Valente von Vivus aus der Virgoli von Remus-Königsruf auf den Ring der Prämien-Anwärterinnen.

Neben den beiden Nachkommen, die sich für die Bundeschampionate qualifizieren konnten, werden im Herbst 2007 zwei weitere Vivus-Enkel für den Habicht-Sohn Reklame machen: Luceras 2005 geborener Long Deal-Sohn wurde für den Trakehner Hengstmarkt 2007 in Neumünster zugelassen, ebenso wie ein El Greco-Sohn aus der doppelt prämiierten Alsterfee von Vivus und der Apachi von Gasparone-Seeadler!




Text und ©: Friederike Winkler 2007
Fotos: www.trakehner-verband.de, www.trk-base.com, HP des Hengsthalters, Trakehner Hefte, Hengstbuch