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Van Deyk E.H.


Dunkelfuchs, schm. Bl., l. Hf. w.
geb. 15.04.1984

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16619820.8
volljährig16819522.2

Züchter:
Hans-Eberhard Schneider, Mechthildshausen
Aufzüchter:
ders.

Gekört 1986 in Neumünster (Prämienhengst)

www.gestuet-st-stephan.de

Pedigree

Patricius xx, Db. Kaiseradler xx, Db. Nebelwerfer xx, Schwbr. Magnat xx
Newa xx
Kaiserwürde xx, R. Bubbles xx
Katinka xx
Pura Plata xx, F. Zank xx, Db. Neckar xx
Zacateca xx
Punta Gorda xx, F. Birkhahn xx
Pustamädel xx
St.Pr.St. Vanessa, F., L/A & L/D, ZL 29/22 Ibikus, B., Dr. M Hertilas, Db., Dr. S Loretto
Herbstgold
Isolda, F. Impuls
Isola Madre
Valerie, F., ZL 14/9 Impuls, B. Humboldt
Italia
Vilja, F. Julmond
Vera

Hengstlinie des Patricius xx (Eclipse xx), Stutenfamilie der O373 Vera (Brinkhaus-Hohenheide)

Eigentümer

seit 1984: Hans-Eberhard Schneider, früher Mechthildshausen/heute Framersheim

Stationierung

1987 - 1989: Privatbeschäler Mechthildshausen Hessen
seit 1990: Privatbeschäler Framersheim Rheinland-Pfalz/Saarland

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Klosterhof Medingen 1988

Charakter: 8,00 Schritt: 8,00 (T), 7,33 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 8,00 (T), 7,33 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 8,00 (T), 6,67 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 8,00 (T), 5,00 (P), 6,5 (FS)
Rittigkeit: 8,00 (T) - 8,00 (P) Geländeprüfung: 8,00
Rittigkeitsindex: 118,32 Springindex: 90,74
Gesamtindex: 112,29 (21./73) Leistungsklasse: II

Turniersporterfolge:
Siege und Platzierungen im Dressursport bis Grand Prix Special, LGS 19.399 €

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
56116104102 12498115114 1130,3


Gekörte Söhne (8): Feingeist, Handryk, Kaiserdom, Kaiserkult, Polarion, Pomerol (ex Prager Frühling), Rastenberg, Vakallo

Töchter (82): Bavaria, Britanie II, Celine, Cinderella IX, Doreen, Galine, Gina, Gloria XIV, Haiti, Hela, Herbstfee XII, Honeymoon, Hydrea, Kameyka, Kara Mia, Kapriole, Kassandra, Komtess, Lava IV, Levade, Maleen, Mazurka Gräfin, Melisande, Morgenrot, Nadja, Nicosia, Panja, Paradiesperle, Passionata, Pastorale, Polarfee, Polartraum, Prettiness, Quenja, Quiepsy, Ravenna, Taiga, Umbra, Viky S, Xanadu, Zarina, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:192
davon mit Platzierungen:37 (in 2006)
davon in Klasse M. und S.:18


Es schien bereits ein einmaliger Vererbungserfolg – noch dazu aus einer zahlenmäßig kleinen Population wie der Trakehner Zucht heraus – für den Elitehengst Van Deyk, als 2004 sein Sohn Kaiserkult das Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde gewann und sein Enkel Grafenstolz, der sich für alle drei Disziplinen qualifiziert hatte, den Titel bei den sechsjährigen Geländepferden holte und kurz darauf auch Weltmeister der 6jährigen Vielseitigkeitspferde wurde. Doch im folgenden Jahr setzte Van Deyk noch eins drauf: Kaiserdom, der jüngere Vollbruder zu Kaiserkult, holte das Championat der sechsjährigen Dressurpferde erneut! Nie zuvor ist es Vollgeschwistern gelungen, zweimal den Championatstitel zu gewinnen! Die Sportkarrieren der genannten Van Deyk-Nachkommen verliefen gradlinig weiter: 2006 gelang Grafenstolz ein fulminanter Einstieg in die internationale Buschszene mit internationalen ***-Platzierungen, Kaiserkult wurde zweiter im Nürnberger Burgpokal 2006 und feiert 2007 Erfolge in der St. Georges/Inter I-Tour, Kaiserdom war 2007 bereits siegreich in Klasse S.

Van Deyks Vererbungserfolge, besonders in der Dressur, kommen nicht von ungefähr; selbst im Grand Prix Sport auch international erfolgreich, führt er als Halbblüter einen gehörigen Schuß besten und vererbungssicheren Vollbluts und entstammt einer durchgezüchteten Dressurdynastie! Seine Mutter Vanessa ist in 2.-3. Ahnenreihe auf den Gründerhengst Impuls ingezogen und führt durch ihren Vater Ibikus den Stempelhengst Pythagoras in 4./5. Ahnenreihe.

Van Deyk ist ein Sohn des Patricius xx. Dieser Vollblüter aus der Zucht des Gestüts Quellenhof (Waltraud Richter) galoppierte auf der Flachrennbahn bei 36 Starts – u. a. im Deutschen Derby - 100.000 DM zusammen und erzielte ein höchstes GAG von 92 kg. 1978 fand er sechsjährig Eingang in die Trakehner Zucht und deckte in diesem Jahr bei B. Langmann in Heidelberg. Von 1980 bis 1982 stand er bei Holger Heck, danach kam er zu Hans-Eberhard Schneider, der ihn 1985 an Maas J. Hell verkaufte. Im Juli desselben Jahres verunglückte er beim Decken durch einen Tritt tödlich. In 6 Deckjahren hinterließ er zwei gekörte Söhne und 9 eingetragene Töchter für die Trakehner Zucht. Der auch für die Holsteiner, Württemberger und Araber-Zucht anerkannte Vererber stellte außerdem für diese Verbände insgesamt 8 Töchter und einen Sohn.

Patricius war ein dunkelbrauner, abzeichenloser Hengst, der sich durch seine Unkompliziertheit und gelassenes Temperament, korrektes Exterieur sowie bedeutende Partien auszeichnete. Bei einem Stockmaß von 171 cm und 21 cm Röhrbeinumfang gehörte er nicht zu den zierlichen Vertretern seiner Rasse. Was ihn außerdem noch auszeichnete war seine hohe Rittigkeit und qualitätvolle Grundgangarten, aufgrund derer er in der Dressur ausgebildet und in Schauprogrammen in Küren auf M-Niveau vorgestellt werden konnte.

Neben Van Deyk wurde auch der ein Jahr jüngere Patricius-Sohn Goldino gekört, der wie Van Deyk aus einer Ibikus-Tochter stammt, nämlich aus der Elitestute Gondola II v. Ibikus-Flugsand. Unter seiner Besitzerin Ingeborg Galow war dieser elegante Halbbluthengst im großen Viereck in der S-Klasse platziert. Goldinos ein Jahr jüngerer Vollbruder Godin schaffte dies bis Klasse M. Hakuna aus der Hortina von Elfenglanz und Colani aus der Corinna IX von Kohinoor bewiesen ihre Vielseitigkeit mit Platzierungen in A-Dressuren, L-Springen und im Busch bis Klasse M.

Eine der besten, wenn nicht gar die beste Tochter des Patricius, dürfte die aus der Cordula VII von Schiwago-Auftakt gezogenen Siegerstute der Eintragung Schleswig-Holstein 1989 sein: Costarica, eine großrahmige, vom Vater geprägte dunkelbraune Halbblutstute, die besonders durch hohe Bewegungsqualität zu überzeugen wusste. Mit Sangria aus der Simone von Abendregen-Komet hatte Patricius bereits 1984 eine Eintragungssiegerin im Zuchtbezirk Bayern gestellt. Auch Limona II aus der Lanca von Cornelius-Sandsturm machte von sich reden: Ihr bildschöner Sixtus-Sohn Lafayette wurde gekört und im Dressursport bis zur Klasse M herausgebracht, während ihre Able Albert xx-Tochter Lana Luna Reservesiegerin der Eintragung in Bayern 1994 und Preisspitze der Stutenauktion in Neumünster im selben Jahr war. Ebenfalls durch hochbonitierte Nachzucht fiel Patricius’ Tochter Hirsa II auf, die aus der Hirsa von Schabernack-Hessenstein gezogen wurde. Herausragend unter ihrer Nachzucht ist die Jahressiegerstute 1998, ihre Enkeltochter Helia von Elan xx-Rockefeller.

Die Abstammung des Patricius weist beste Blutführung auf: Sein Vater, der große Zoppenbroicher Kaiseradler, war gleichermaßen erfolgreich als Rennpferd und als Deckhengst. Zu seinen größten Erfolgen zählten die Siege im Fürstenberg-Rennen und im Großen Preis von Düsseldorf sowie die zweiten Plätze im Deutschen Galoppderby oder im Hansa-Preis. Der Kaiseradler-Sohn Windwurf wurde Derbysieger und Champion-Vererber; zahlreiche Kaiseradler-Nachkommen fanden auch den Weg in die Warmblutzucht – mit großem Erfolg:

Die Kaiseradler-Tochter Atitlana xx z. B. ist Mutter des dunkelbraunen Amerigo Vespucci xx, dessen Sohn Air Jordan aktueller Sieger des CIC3* in Aachen unter Andreas Ostholt ist; mit Nebelwerfer ist ein weiterer Nachkomme international im Busch erfolgreich. Dem Kaiseradler-Sohn Madruzzo verdankt die Trakehner Zucht die Elitestute Wundermädel xx, die nach eigenen Buscherfolgen bis M unter anderem den in internationalen Prüfungen überragenden Eventer Windfall von Habicht brachte und eine noch junge, aber immer wieder mit neuen Buschpferden aufwartende Stutenfamilie begründen konnte. Mehr über Wundermädels Stutenfamilie und die daraus hervorgegangen Elitestuten Wundermädel xx und Windspiel II ist unserem Portal zu finden.

Auf Kaiseradlers Vollschwester Kaiserkrone gehen zahlreiche bekannte Vertreter der Zoppenbroicher K-Familie zurück, die sich zum Teil auch in der Warmblutzucht einen guten Namen machten: Kronprinz, Kronenkranich, Kronzeuge oder der Triple-Crown-Sieger Königsstuhl.

Patricius’ Mutter Pura Plata ist eine Tochter des Neckar-Sohnes Zank, der sowohl das Deutsche als auch das Österreichische Derby für sich entscheiden konnte. Über seinen Vater, den Derbysieger Neckar, und seinen Urgroßvater mütterlicherseits, Son-in-law, führt er auch in der Warmblutzucht bewährtes Blut. Pura Platas Mutter Punta Gorda ist eine Tochter des bewährten Birkhahn, der sowohl das Deutsche Derby als auch das Derby der DDR gewann. Auch seine Nachkommen vererbten sich positiv in der Warmblutzucht; in der Trakehnerzucht wurde sein Enkel Swazi zu einem bedeutenden Veredler.

Die Mutter des Van Deyk ist die hoch dekorierte Fuchsstute Vanessa, Staatsprämien- und Prämienstute mit Eintragung in die FN-Leistungsstutbücher A und D und Reservesiegerstute der hessischen Landesschau 1992. Vanessa war eine typvolle, elegante Stute von mittlerer Größe, die sich durch schwungvolle Bewegungen auszeichnete. Auch ihre Zuchtleistung war beachtlich: In 29 Zuchtjahren brachte sie 22 Fohlen! Van Deyks Züchter Hans-Eberhard Schneider kaufte sie von ihrem Züchter Otto Langels, und sie erreichte bei ihm das biblische Alter von 35 Jahren.

Vater der Vanessa war der Reitpferdevererber Ibikus, dessen Vater Hertilas von Loretto, einem Sohn dem harten Blüter Pindar xx, stammte. Die Mutter von Loretto war eine in der dritten Ahnenreihe auf den Hauptvererber Pilger ingezogene Perserfürst-Tochter. Perserfürst entstammt der Scharffetterschen Stutenfamilie der Islamitin, aus dem nach dem 2. Weltkrieg die Italia-Familie hervorging, der auch Impuls angehörte. Über seinen Sohn Herbstwind, der wie Hertilas aus der Herbstzeit-Familie stammt, und dessen Sohn Carajan begründete Perserfürst eine springbetonte Hengstlinie. Auch Loretto machte als Vater bzw. Muttervater hocherfolgreicher S-Pferde für Dressur und Springen von sich reden: Seine gekörten, züchterisch kaum genutzten Söhne Hagedorn II und Gleichklang, der recht früh gelegt wurde, waren im Parcours zu Hause, die Loretto-Tochter Taktik II brachte von Seeadler die M-Springpferde Taiga und Taktiker, sowie Talismann, der über 16.000 € im Stangenwald verdiente. Rückblickend muß Cora als bedeutendste Loretto-Tochter bezeichnet werden; ihr Sohn Carobube war in schweren Dressuren erfolgreich, und auf dessen Vollschwester Coeur As führt der Grand-Prix-erfolgreiche Elitehengst Caprimond zurück.

Hertilas’ Mutter war die qualitätvolle Totilas-Tochter Herbstgold, deren Enkel Hirtentraum unter Uwe Sauer eines der international erfolgreichsten Dressurpferde seiner Zeit war. Auf diese bedeutende Vererberin gehen so bekannte Vererber wie Herzzauber, Hoftänzer, Hofrat und Herzensdieb zurück. Hertilas selbst war klein und etwas knapp im Rahmen, wusste dies aber wettzumachen, wenn er sich in Bewegung setzte. So wurden ihm nur drei Stuten zugeführt – sein einziger Sohn Ibikus wurde gekört, Tochter Hymna wurde in Hämelschenburg zur Zucht eingesetzt und stellte dort das S-Dressurpferd Horaz von Falke und den auf Hertilas rückgekreuzten Hymnatus von Ibikus, der in M-Dressurprüfungen Schleifen sammelte. Hymnas Enkelin, Staatsprämien- und Prämienstute Habiana von Fabian, wurde mit dem Elitetitel ausgezeichnet, nachdem ihr Sohn Handryk von Van Deyk gekört wurde, dessen Vollbruder Hattrick siegreich aus Dressurprüfungen der Klasse S hervorgegangen und einige ihrer Töchter prämiiert worden sind. Hertilas selbst wurde als Reitpferd verkauft und war lange Jahre im Dressursport bis Klasse S siegreich unterwegs.

Ibikus’ Mutter Elitestute Isolda entstammte der vererbungssicheren Hauptgestüts-Familie der Isola Longa und führte über Impuls und Pythagoras zwei der bedeutendsten Vererber der Nachkriegszeit. Isolda stellte außerdem die gekörten Söhne Intimus, Indus und Infant, letzterer mit Erfolgen in S-Springen. Ihre hochbonitierten Töchter trugen zur Ausbreitung der Familie in der Zucht bei.

Ibikus selbst überzeugte unter dem Reiter als vierfacher Championatssieger und mit einer hervorragenden Hengstleistungsprüfung. Später sammelte er im Viereck Schleifen in M-Prüfungen. Züchterisch eingesetzt wurde er in Deutschland und in Dänemark, wo er sich ebenfalls einen guten Namen als Dressurpferdevererber machte; sein Sohn Midt West Ibilight wirkte nach einer internationalen Dressurkarriere in der dänischen Warmblutzucht und lieferte viele Dressurpferde internationalen Formats. Auch in der Trakehnerzucht wurde eine ganze Reihe von Ibikus-Söhnen gekört – trotzdem gibt es heute nur noch wenige Vertreter dieser Hengstlinie, wohl auch, weil viele seiner Söhne recht früh ins Ausland abgegeben wurden. Wesentlich mehr Einfluß erlangte Ibikus über seine Töchter. Herausragende Zuchtstuten von Ibikus waren die Elitestuten Schwalbenburg und Kleopatra sowie Karben, auf die so bedeutende Vererber wie Schwadroneur oder Kostolany zurückgehen. Besonders bewährt hat sich die Anpaarung von Ibikus an Töchter oder Enkelinnen des großen Impuls; die drei genannten Stuten entstammen ebenfalls diesem „Anpaarungsrezept“.

Vanessas Mutter Valerie stammte vom Gründerhengst Impuls, über dessen Wirken bereits in der Beschreibung seines Enkels Ulexis berichtet wurde. Valerie gebar in 14 Zuchtjahren 9 Fohlen, darunter die in Fahrprüfungen der Klasse S erfolgreiche Rosenberg-Tochter Valera und den gekörten Hengst und Vollbruder zu Vanessa, Valerian. Der imposante Fuchshengst deckte zunächst sechs Jahre und wurde danach ausschließlich im Sport eingesetzt. Als erfolgreiches S-Dressurpferd wurde er 1986 als Sportpferd in die USA abgegeben. Valerians Vererbung war vielseitig, er lieferte sowohl mit Paritz und Ganove S-Springpferde als auch mit Schwarm und Topas Dressurpferde mit Erfolgen in der S-Klasse, weitere Nachkommen waren bis Klasse M in allen Disziplinen unterwegs. Die Valerian-Tochter Saskia VII ist Großmutter des Hämelschenburger Vererbers Summertime, der 2006 mit Songline den Trakehner Siegerhengst stellte. Auch Schalmei XIII, Vollschwester des S-Dressurpferdes Schwarm, konnte mit überdurchschnittlicher Nachzucht überzeugen: Ihre Nachkommen waren in den drei Reitsportdisziplinen M-erfolgreich: Shasa von Maquisard xx in der Dressur und im Busch, Scharina von Sir Shostakovich xx im Springen. Ihre Michelangelo-Tochter Schneeflocke brillierte mit herrlichem Typ und überragenden Grundgangarten; mit 160.000 DM war sie nach der oben erwähnten Lana Luna lange die Preisrekordhalterin der Stutenauktion in Neumünster. Ihr King Arthur-Sohn Sir Arthur wurde gekört.

Alle sechs Töchter der Valerie wurden züchterisch eingesetzt; die oben erwähnte Valera hatte mit Valerus von Etong einen Sohn, der ihr vor der Kutsche bis Klasse M nacheiferte, Vanessas Vollschwester Valke kann mit Espoir von Amagun ein M-Springpferd vorweisen; Vahlbruch, ebenfalls von Ibikus, stellte mit dem Mozart-Sohn Mac Donald ein S-erfolgreiches Springpferd.

Die Mutter der Valerie war Vilja, eine Tochter des Fuchshengstes Julmond, der weniger vom Exterieur her überzeugen konnte als durch seine inneren Eigenschaften: Seine Leistungsfähigkeit hatte er als Leitpferd des Georgenburger Trecks in den Westen unter Beweis gestellt, seine hervorragenden Charakter- und Temperamentseigenschaften retteten ihm später das Leben, als er als ausrangierter Warendorfer Landbeschäler zum Schlachter sollte, denn die Gestütswärter legten zusammen und finanzierten seinen Lebensunterhalt, bis er durch glückliche Umstände ins Haupt- und Landgestüt Marbach gelangte und dort zum Gründerhengst der Nachkriegszeit wurde. Seine Hengstlinie konnte sich weder in der Trakehner- noch in der Württemberger Zucht erhalten, die qualitätvollen Töchter Julmonds und seiner Söhne haben jedoch bis heute Einfluß, so zum Beispiel die berühmte Elitestute Cornau, Mutter des Stempelhengstes Consul und der Bundeschampioness und Grand-Prix-Stute Corna, außerdem Großmutter der aktuellen Vererber Checkpoint, Cornus und Connery. Cornau war eine Tochter des bedeutendsten Julmond-Sohnes, Lothar. Linde III war eine Tochter des Julmond-Sohnes Ikarus; ihre Tochter Liga wurde Mutter dreier auch sportlich überzeugender Vererber durch den Grand-Prix-erfolgreichen Le Duc, den in der Dressur bis M platzierten Liechtenstein und den auf M-Niveau im Busch überzeugenden Laurel.

Otto Langels begründete sein Gestüt Hämelschenburg mit Vilja, die seiner Frau als Reit- und Jagdpferd diente. Vier Töchter stellte Vilja der Zucht: Viljana, Tochter des Admiral xx, kann mit Verdi von Impuls und Vitellus von Ibikus zwei M-Dressurpferde und mit Verdis Vollbruder Vulkan ein M-platziertes Springpferd vorweisen. Valeries Vollschwester Viktoria II ist Mutter des gekörten Ibikus-Sohnes Vincent, der nach sechs Zuchtjahren in die USA abgegeben wurde. Unter seinen direkten Nachkommen fanden sich einige Pferde mit Sporterfolgen bis Klasse M in allen Disziplinen. Die herausragende Tochter des Vincent ist die Elitestute Marcia II, deren Tochter Manjana im Fahrsport bis zur höchsten Klasse brillierte; Marcias Ecuador xx-Sohn Märchenprinz wurde Prämienhengst, Manrico von Gipsy King erhielt 2006 den Titel des Elitehengstes des Trakehner Verbandes. Diese Nachzuchten untermauern den Passereffekt des Impuls- und Ibikus-Blutes mit Viljas Töchtern.

Viljas Mutter Vera war eine große Fuchsstute mit leichtem Fundament. Ihre Abstammung war durch die Kriegswirren verloren gegangen. Sie brachte zwei Stuten, die beide auch züchterisch genutzt wurden, aber Verena von Geymin xx und ihre Nachkommen erreichten bisher nicht die Bedeutung der Vilja, die sicherlich auch durch das züchterische Gespür ihres Besitzers Otto Langels profitierte.

Es war ein besonders blutgeprägter Körjahrgang, der sich 1986 in Neumünster präsentierte: Von 15 gekörten Hengsten stammten 9 von Vollblut- oder Halbbluthengsten ab. Zur Spitzengruppe der Prämienhengste zählte Van Deyk, den die Zuchtleitung wie folgt charakterisierte: „Edel aufgemachter Vollblutsohn in sehr gutem Rasse- und Sportpferdetyp, sehr geschlossen wirkend, mit guter Oberlinie, ausreichend starkes, korrektes Fundament. Sehr locker und elastisch in der Bewegung.“ Insgesamt wurde er als „Spitzenhengst, der unter reiterlichen Gesichtspunkten besonders hoch einzuschätzen ist“ bereits damals in seinem Wert erkannt.

Van Deyk kehrte nach seiner Körung in seinen Heimatstall bei Familie Schneider zurück und wurde schonend als Sportpferd aufgebaut. Seine Hengstleistungsprüfung legte er 1988 als Vierjähriger ab und landete dort im vorderen Mittelfeld. Dressurmäßig wurde er zunächst von seinem Züchter Hans-Eberhard Schneider und später von dessen Tochter Dorothee vorsichtig aufgebaut und altersgemäß vorgestellt. Bereits sechsjährig war er Sieger in Dressurprüfungen der Klasse M, achtjährig schaffte er dasselbe in der S-Klasse, neunjährig setzte das Paar seine Erfolgsserie in Prix St. Georges- und Intermediaire I-Prüfungen fort. Zusammen mit seiner ständigen Reiterin gelang der Aufstieg bis zum Grand Prix Special, so folgten in den nächsten Jahren auch schöne Erfolge in internationalen Prüfungen, beispielsweise beim Wiesbadener Pfingstturnier. Im Juli 1996 hätte ein dramatischer Unglücksfall beinahe das Leben des Elitehengstes viel zu früh beendet: Nur knapp konnte Van Deyk aus seinem brennenden Stall gerettet werden! Er erlitt schwere Verletzungen, die jedoch erstaunlich gut ausheilten – ein halbes Jahr konnte er nicht geritten werden, danach baute Dorothee Schneider Van Deyk wieder auf und schaffte ein glänzendes Comeback mit ihm. 19.403 € gewann er im Laufe seiner langjährigen Sportkarriere.

Ähnlich erfolgreich verlief auch die züchterische Karriere des Van Deyk: Gleich mit seinem ersten Decksprung zeugte er mit Vakallo einen später in Hessen gekörten Sohn, der interessanterweise aus einer hessischen Tochter des Trakehners Kastilio (von Ibikus-Impuls) gezogen war. Gleich zwei Hengstfohlen aus seinem ersten Fohlenjahrgang schafften die Qualifikation zum Deutschen Fohlenchampionat 1989 und platzierten sich dort auf den Plätzen 6 und 18 unter 40 Hengstfohlen aller deutschen Warmblutrassen. Die Fohlen stammten aus der Habiana von Fabian (also ein Vollbruder zu Handryk) und aus der Odette II von Amadeus.

Nicht nur als schicke und bewegungsstarke Fohlen macht die Nachzucht Van Deyks auf sich aufmerksam, auch unter dem Sattel halten viele seiner Nachkommen, vornehmlich in der Dressur, was sie versprechen. Sechs sind bisher in die Königsklasse vorgedrungen: Neben den beiden „Kaiserbrüdern“ sind das der bereits erwähnte Handryk-Vollbruder Hattrick, Intimus aus der Isola Tannja von Tannenzweig xx sowie die gekörten Hengste Pomerol aus der Parsienne von Mormone xx-Grimsel und Polarion TSF aus der Polaried von Insterruf-Habicht. 12 weitere „Van Deyks“ können M-Platzierungen in der Dressur vorweisen, 15 weitere L-Platzierungen in den drei klassischen Reitsport-Disziplinen. Auch Van Deyk-Enkel sind im gehobenen Dressursport erfolgreich: Seine Tochter Galine aus der Gaudia von Patron-Kongo kann mit dem Gribaldi-Sohn Gegenwind einen S-erfolgreichen Nachkommen vorweisen, eine weitere Van Deyk-Tochter stellt einen bis M platzierten Sohn. 192 FN-registrierte Van Deyk-Kinder trugen bis einschließlich 2006 eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von 70.841 € zusammen.

Insgesamt neun Söhne von Van Deyk sind bisher gekört worden; der erste war der schon erwähnte Hesse Vakallo. In der Trakehner Zucht betrat 1991 der erste Van Deyk-Sohn die züchterische Bühne: Handryk, mittelrahmiger Schimmelhengst aus der Habiana von Fabian-Ibikus, erhielt das Prädikat „gekört“. Er zeichnet sich durch einen schwungvollen und geregelten Bewegungsablauf sowie geschicktes Springen aus. Sein Vererbungsschwerpunkt liegt in der Dressur, wo seine Nachkommen bereits S-erfolgreich sind.

Zwei Jahre später war es der dunkelbraune Pomerol, aus der Halbblutstute Parsienne von Mormone xx-Grimsel gezogen und damit selbst quasi Halbblüter, der die Körung in Neumünster mit der Zuchtzulassung verließ. Der spätreife Hengst stand nur vier Jahre im Deckeinsatz, bevor er kastriert und über die Eliteauktion in Medingen zum Spitzenpreis als Reitpferd verkauft wurde. 1.873 € gewann er in Dressurprüfungen bis Klasse S, sein Vollbruder Patrick war übrigens bis M erfolgreich. Im Jahr 2000 wurde mit Powerpoint ein weiterer Vollbruder zu Pomerol gekört und nach Frankreich verkauft. Als 5jähriger legte Powerpoint seinen 70-Tage-Test ab und verfehlte knapp die 90-Punkte-Marke, weshalb er aus dem Zuchtprogramm ausschied, ohne Nachzucht zu hinterlassen. Von nur 17 FN-registrierten Nachkommen Pomerols konnten immerhin zwei Platzierungen in Dressurprüfungen der Klasse M erreichen.

Prämienhengst der Körung 1994 wurde der braune Feingeist aus der Fire Lady von Matador-Maharadscha, der mit dem Preis für den besten Trakehner Typ ausgezeichnet wurde. Der große, langbeinige Vererber wurde zunächst in Schleswig-Holstein aufgestellt; Ende 2003 wurde Feingeist nach Kanada verkauft. Seine Nachkommen in Deutschland konnten sich bisher in allen drei Reitsportdisziplinen bis Klasse L platzieren.

Im nachfolgenden Jahr war es der Polarion, der den Körplatz Neumünster als auffallender Van Deyk-Sohn bereicherte. Der sich antrittsstark und taktsicher in der Bewegung präsentierende, sehr rahmige Dunkelbraune stammt aus der Polaried von Insterruf-Habicht. Polarion geht erfolgreich international Grand Prix. Seine Vererbung zeichnet sich durch vielseitige Veranlagung aus – herausragend unter seinen Nachkommen der gekörte Grafenstolz mit M-Erfolgen in Dressur und Springen und Siegen in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse S.

Im Frühjahr 1996 wurde in Alsfeld der Fuchs Rastenberg gekört, der vierjährig seine Hengstleistungsprüfung trotz Altersabzug gewonnen hatte. Rastenberg ist ein Sohn der Raikah von Coktail-Postmeister und Vollbruder zu Rhamina S, die in Dressurprüfungen der Klasse M platziert war. Rastenberg wurde züchterisch bisher kaum eingesetzt.

Beim Amerikanischen Trakehner Verband (ATA) wurde der 1996 geborene Schimmelhengst Magritte aus der Mischka von Donaufürst-Polarmond gekört, der in Kanada durch den Einsatz von importiertem Tiefgefrier-Samen gezeugt wurde.

Kaiserdom, der jüngere der beiden „Kaiserbrüder“, wurde 2001 in Neumünster gekört. Bereits bei seiner Körung fiel die enorme Bewegungsqualität in allen drei Grundgangarten auf. Für 200.000 DM wurde er als zweitteuerster Hengst über die Auktion verkauft. Seine Hengstleistungsprüfung legte er in Leistungsklasse I ab. Kaiserdom wurde 2006 erstmals in der Zucht eingesetzt. 2007 gelangen ihm achtjährig erste S-Siege in der Dressur.

Sein ein Jahr älterer Bruder Kaiserkult erhielt die Zuchtzulassung 2005 in Seligenstadt, nachdem er die erforderliche Anzahl S-Platzierungen im Viereck gesammelt hatte. Auch er präsentierte 2007 seinen ersten Fohlenjahrgang.

Beide Hengste stammen aus der Elitestute Kimora von Gajus-Gunnar, die jedes Jahr erneut ein Spitzenfohlen von Van Deyk bringt; das erste Ergebnis dieser Anpaarung ist Kasan, erfolgreich in Dressurprüfungen der Klasse M, danach folgten Kaiserkult und Kaiserdom. Auf den Werdegang der „nachwachsenden“ Vollgeschwister darf man wohl gespannt sein!

Auch die Qualität der inzwischen 84 eingetragenen Töchter Van Deyks unterstreicht seine Vererbungskraft; 2006 beispielsweise gewann seine Tochter Prettiness aus der Pretty Flower von Tuareg-Sir Shostakovich xx die Stuteneintragung des Zuchtbezirks Rheinland, 2007 stellte er mit Kameyka aus der Karonja von Arogno-Tannensee erneut eine Siegerstute, diesmal für den Zuchtbezirk Baden-Württemberg. Die Exterieur-Zuchtwertschätzung 2006 weist ihn als überdurchschnittlichen Vererber aus, der vor allem hinsichtlich Typ, Schritt und Galopp verbessernd wirkt.

1997 wurde Van Deyk der Titel „Elitehengst“ zuerkannt. 2005 wurde seine Vererbungsleistung mit der Verleihung des Titels „Trakehner Hengst des Jahres“ noch einmal gewürdigt. Der inzwischen dreiundzwanzigjährige Vererber konnte sich in der Trakehner Zucht manifestieren, obwohl er nie zu den Hengsten mit den meisten Bedeckungen gezählt hat. So ist es ihm umso höher anzurechnen, dass die besonders für die Zucht von Dressurpferden wertvolle Patricius xx-Hengstlinie heute auf einer recht sicheren Basis ruht.

Text und ©: Friederike Winkler
Fotos: HVP des Verbandes, HP des Hengsthalters