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Kostolany


Rappe, kl. St., l. Vf. unreg., r. Vf. u. bd. Hf. w.
geb. 10.12.1984

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16720320.6
volljährig17020.8

Züchter:
Otto Langels, Gestüt Hämelschenburg
Aufzüchter:
ders.

Gekört 1987 in Neumünster (Siegerhengst)

www.gestuet-haemelschenburg.de

Pedigree

Enrico Caruso, Sb. 1978, Dr. S Mahagoni, Db. 1974 Pasteur xx, Db. 1963 Bürgermeister xx
Praline xx
Maharani II, Db. 1969, E. u. Pr.St., L-D Flaneur
Marquise, E. u. Pr.St.
Elchniederung, Db. 1972 Amagun, Db. 1968 Gunnar
Amadine
Elbing, R. 1966 Konsul
Ethies
Kapstadt, Sch. 1980, ZL 3/3 Falke, Sch. 1976, Dr. S Grimsel, F. 1970 Kassio
Griseldis, E. u. Pr.St.
Fawiza, Sch. 1963 Maharadscha
Feine
Karben, B. 1974, ZL 8/7 Ibikus, B. 1976, Dr. M Hertilas
Isolda, E.St.
Kaprice II, Df. 1965 Impuls
Kassandra VI

Hengstlinie des Pasteur xx, Stutenfamilie der T7A1 Kassandra (Hauptgestüt Trakehnen)

Eigentümer

seit 1984: Otto Langels, Gestüt Hämelschenburg, Niedersachsen

Stationierung

seit 1988: Privatbeschäler Gestüt Hämelschenburg Niedersachsen

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung 1989 Medingen, Prüfung wg. Verletzung nicht beendet, aufgrund Trainingsnoten bestanden

Charakter: 9,00 Schritt: 8,00 (T) - (P)
Temperament: 8,00 Trab: 8,00 (T) - (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 8,00 (T) - (P)
Leistungsfähigkeit: 7,00 Springanlage: 8,00 (T), 8,00 (P), 7,75 (FS)
Rittigkeit: 8,00 (T) - 6,67 (P) Geländeprüfung: -
Rittigkeitsindex: - Springindex: -
Gesamtindex: - Leistungsklasse: -

Turniersporterfolge:
Platzierungen im Dressursport bis einschließlich Kl. S - LGS 1.265 €

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
19283115107 120117135114 1170,1


Gekörte Söhne (8): Elfado, Gribaldi, Sanssouci, Showmaster, Silvermoon, Tolstoi, Bertone (ZfdP), Polansky (KWPN)

Töchter (240): Agnelli, Beloved, PS Blue Bajou, PSuSPS Blueberry Hill, PS Carara, ES Kandra, ESuSPS Herzlani, Dakota, Dicosta von der Heide, PS Chamonix, PS Kleo's Beste, PS Shadee, PS Kollina, PS Malva, Eisfee IV, Georgina III, ES Gloriette III, PS Hepburn, Herbstbrise, Holme Park Kremona, Iberia V, Kastanie XIV, SPS Kleo's Double, Kyra XXI, Larissa XXIII, Roanne, Polartänzerin, Räubertochter, PS Sacre Noir, PSuSPS Samira III, PS Schwalbenlady, Sonfonie D, Süntellust, PSuSPS Virginia VI, Zauberblüte II, Vis-a-vis, Kassiopeia, Odessa XI, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:467
davon mit Platzierungen:56 (in 2007)
davon in Klasse M. und S.:18


Unbestritten ist er einer der wichtigsten Vererber in der Trakehner Zucht der letzten zwanzig Jahre – nicht nur nach der Quantität, auch nach der Qualität seiner Nachkommen in züchterischer und sportlicher Hinsicht bemessen. Dennoch: An diesem Trakehner Hengst scheiden sich zuweilen die Geister der Trakehner Freunde: Kostolany. Die eine Seite fordert seit Jahren, den zweifellos verdienten „Grandseigneur der Trakehner Zucht“ endlich auch in den Status eines „Elitehengstes“ zu versetzen, die andere Seite stößt sich daran, dass bei seinen wie bei den Nachkommen seines Vaters Enrico Caruso zuweilen Stimmbandkorrekturen nötig wurden. Trotzdem haben die Nachkommen beider Vererber auch und gerade im Sport vielfach mehr als überzeugt.

Kostolany ist gezogen „nach altem Rezept“, wie Hans Joachim Köhler sich ausdrückte: Das Blut der Vererberlegenden Trakehnens findet sich gehäuft in den hinteren Generationen seiner Abstammung. Impuls, Maharadscha, die Vollbrüder Abendstern und Absinth sowie der aus ihrer Vollschwester gezogene Abglanz, Komet, Perserfürst, … – sie sind die tragenden Komponenten in seiner Abstammung und führen auf Pythagoras, Dampfroß, Tempelhüter und Jagdheld zurück – alles Nachkommen des überragenden Vollblüters Perfectionist xx, der mit durchschlagendem Erfolg als Hauptbeschäler in Trakehnen eingesetzt wurde. Und auch das hochklassige im Pedigree enthaltene Vollblut über Pasteur xx und Pindar xx findet Verbindungen über herausragende Vererber wie Ferro und Herold. Interessanterweise haben die Mütter der besten Kostolany-Nachkommen häufig auch Blutanschluß auf die erwähnten Pedigreekomponenten. Vielleicht erklärt sich dadurch die Vererbungsqualität Kostolanys, den Köhler als „Verkörperung dieses Konzepts“ sah. Köhler weiter: „Diese Erkenntnisse zeigen einmal mehr den ausgewogenen und erfolgreichen Aufbau einer Kulturrasse. Hier ist wenig dem Zufall überlassen. Die Durchschlagskraft des Bewährtesten bestimmt komprimiert den Erfolg.“

Auch ein Blick in die näheren Generationen von Kostolanys Abstammung lohnt sich:

Kostolanys Vater war der Mahagoni-Sohn Enrico Caruso. Der typvolle, große Schwarzbraune, der bis zu seinem Verkauf in die USA vornehmlich auf dem Gestüt Hämelschenburg deckte, zeichnete sich durch eine ausgesprochene Doppelveranlagung aus. Seinen Nachkommen hat er das gern mitgegeben, ebenso wie seinen Typ und zuweilen auch ein leichtes Fundament sowie ein ausgeglichenes Interieur.

Mit den Vollbrüdern Klabautermann und Klavigo wurden zwei weitere Enrico Caruso-Söhne, die wie Kostolany aus der Familie der Kassandra stammten, gekört. Beide waren jedoch Kehlkopfpfeifer und wurden nicht züchterisch eingesetzt und gelegt. Beide wurden als Reitpferde verkauft, Klabautermann ging über die Kranichsteiner Eliteauktion 1987 als eine der Springspitzen in die USA, wo er Hunterchampion wurde. Reservesieger der Körung 1986 wurde der Enrico Caruso-Sohn Trocadero, ein großrahmiger Schimmel, der mütterlicherseits ganz eng verwandt mit Kostolany ist: sein Muttervater Karon stammt aus Kostolanys Großmutter mütterlicherseits, Karben, dann folgt Falke, der bei Kostolany als Muttervater auftritt. Trocadero legte eine sehr gute Hengstleistungsprüfung als Rittigkeitssieger ab und war später, wie auch sein älterer Vollbruder Tylord, im großen Viereck bis Klasse M erfolgreich, bevor er nach Großbritannien verkauft wurde. Züchterisch wurde er wenig genutzt und hinterließ elf eingetragene Töchter und zehn FN-registrierte Sportpferde.

Heinrich der Löwe, Sohn des Enrico Caruso und der Herzblatt III von Seeadler, hat seinen Weg in die Zucht über den Sport geschafft: Der mittelgroße Schwarzbraune war im Rahmen etwas knapp, verfügte aber über gute Grundgangarten und ein hervorragendes Springvermögen. Er legte zunächst eine hervorragende Hengstleistungsprüfung mit gleichmäßig guten Noten in beiden Disziplinen ab, danach kam er zur Springausbildung in den Stall Luther und konnte sich zum Bundeschampionat qualifizieren. Als der Hengst im Alter von nur zehn Jahren einging, konnte er Platzierungen in M-Springen vorweisen. Auch ihm war nur geringer züchterischer Einfluß vergönnt.

Der jüngste gekörte Sohn Enrico Carusos in Deutschland ist der in den USA gezogene Lord Luciano aus der Lily of the valley von Unkenruf, der fünfjährig Erfolge in Dressurpferdeprüfungen vorweisen kann.

Auch in den Vereinigten Staaten lieferte Enrico Caruso einige gekörte Söhne: Der dunkelbraune, aus Deutschland importierte Insterfürst aus der Insterschwalbe II von Schwalbenflug und Larazzi, Sohn der Lilly von Blitzwind, sind bereits aus der Zucht ausgeschieden, ohne viel Einfluß zu nehmen. Incantare aus der Icon von Martini, Tanzeln aus der Tannenelfe von Pregelstrand und Pavarotti aus der Pepper von Donaufürst sind die derzeit verfügbaren Enrico Caruso-Söhne in den USA. Im Dressursport vertritt Syncro aus der Sunset von Habicht die in den USA gezogenen Nachkommen Enrico Carusos auch auf internationalem Parkett.

41 Töchter Enrico Carusos wurden als Zuchtstuten eingetragen; Kassuben ist als eine der qualitätvollsten zu nennen; sie ist aus Kostolanys Großmutter Karben gezogen und brachte den Vererber Kapriolan F von Exclusiv, der mit Dressurerfolgen bis zur Königsklasse aufwartet. Schwalbenlust, Tochter der Schwalbenburg von Ibikus, ist Großmutter des Prämienhengstes Shavalou von Freudenfest und des Siegerhengstes 2006, Songline von Summertime.

Im Sport etablierten sich sieben Enrico Caruso-Kinder in der schweren Klasse: Iwan und Karajan, beide aus Ibikus-Töchtern gezogen, waren langjährige Schleifensammler im Stangenwald, während Karajans Vollbruder Kaskaro, Bolschoi-D aus einer Kontakt-Tochter, Intermezzo aus einer Hessenstein-Mutter sowie die beiden Falke-Enkel Kostolany und Thimur im großen Viereck zu Hause waren.

Enrico Caruso kam 2005 bei einem Brand auf seinem amerikanischen Heimatgestüt ums Leben.

Sein Vater, der bedeutende Pasteur xx-Sohn Mahagoni, wurde bereits in der Abhandlung über seinen Enkel Tuareg besprochen, auf Pasteur xx wird außerdem in Michelangelos Portrait eingegangen.

Die abzeichenlose dunkelbraune Elchniederung war eine knapp mittelgroße, feine Stute. Nach dem lange im ländlichen Dressursport bis L erfolgreichen Prälat-Sohn Empire war Enrico Caruso ihr zweites Fohlen. Ihr Consul-Sohn E chat noir konnte sich dressurmäßig bis Klasse M bewähren. Mit ihrem letzten Fohlen, das sie im Alter von 23 Jahren gebar, gelang ihr ein weiteres Meisterstück: Der Fontainbleau-Sohn El Greco wurde gekört und ist heute in internationalen ***-Vielseitigkeiten sowie in Dressur- und Springprüfungen bis Klasse M hochplatziert. Leider führt er ein züchterisches Schattendasein und bekommt kaum Stuten zugeführt. Trotzdem stellte er mit Athino beim Trakehner Bundesturnier 2005 den Geländepferde- Champion.

Vater der Elchniederung war Amagun, der neben Herzbube wohl der beste Sohn Gunnars war. Gunnar stammte von dem in Schmoel gezogenen Rappen Komet, der das wertvolle Erbgut der bewährten Trakehner Stutenfamilien der Kokette und der Goldelse verband. Mütterlicherseits stammte der im Gestüt Hörem gezogene Dunkelbraune aus der Poll’schen Familie der Gundula, aus der auch der wertvolle Ginster hervorging. Aktuell ist diese Familie über die qualitätvollen Hengste Grafenstolz TSF und Guter Planet im Hengstverteilungsplan vertreten. Amaguns Mutter Amadine war eine Tochter des Vollblüters Traumgeist und entstammte der Familie der Amica, der auch Denis Lynch’ Nachwuchsspringhengst Alaskatraum sowie der für Frankreich startende Grand Prix-Hengst Adenauer zuzurechnen sind.

Amagun deckte zeitweise in Deutschland, vor allem aber in den Niederlanden, wo er sich einen hervorragenden Ruf als Sportpferdevererber machte. Seine KWPN-Nachkommen Courage und Ampère nahmen an den Dressurwettbewerben der Olympischen Spielen teil; Courage gewann unter Tineke Bartels-de-Vries die Mannschaftssilbermedaille in Barcelona 1992 und war u. a. mehrfacher Weltcup-Finalist und zweimaliger erfolgreicher EM-Teilnehmer, Ampère war für die Niederlande 1984 in Los Angeles am Start und wurde später unter Gina Capellmann Mannschafts-Welt- und Europameister. Auch der Trakehner Siegerhengst des Jahres 2000, der mittlerweile in schweren Dressurprüfungen siegreiche King Arthur, geht auf eine Amagun-Tochter zurück. Der letzte lebende Nachkomme des Mannesstammes ist der unter Holger Hetzel in schweren Springkonkurrenzen erfolgreiche Kairos TSF, der über Leonardo-Virgil Urenkel des Amagun ist.

Elchniederung war eine Tochter der Rappstute Elbing, Elbings Erstling Eckstein von Hessenstein wurde in M-Dressurprüfungen eingesetzt, ihrer erste Tochter Ellena, ebenfalls von Hessenstein, erhielt später das Prädikat „Elitestute“, u. a. für ihre beiden in Dressurprüfungen der Klasse S siegreichen Söhne Edelmann von Mahagoni und Eddy’s Magic von Guter Stern. Vater der Elbing war Konsul, der über Komet und Famulus hochinteressant gezogen war, züchterisch jedoch ansonsten bedeutungslos blieb. Einer seiner Söhne, Admiral, wurde für die Trakehner Zucht gekört und brachte die Hengstmutter Galathee, deren Flaneur-Sohn Gajus nur spärlich in der Zucht eingesetzt wurde. Dennoch lieferte er die Spitzenstuten Kelly und Kimora. Kimora ist als Mutter der aktuellen S-Dressur-Sieger und gekörten Hengste Kaiserdom TSF und Kaiserkult TSF sowie des M-Dressurpferdes Kasan inzwischen Elitestute.

Von besonderem züchterischen Wert war Elbings Mutter Ethies, war sie doch eine der wenigen Töchter des Springvererbers Ozean in der Trakehner Zucht. Sein Blut ist in der deutschen Springpferdezucht über seinen Enkel, den Hannoveraner Grannus, längst fest verankert. In der Trakehner Zucht versiegte seine Hengstlinie mit dem Ausscheiden seines im Springsport langjährig hocherfolgreichen Enkels Heimherr von Cesar. Susi V von Cesar brachte der Trakehner Zucht den selbst im Sport erfolgreichen Springvererber Suchard von Kassius, der leider zu früh einging, und den im internationalen Springsport erfolgreichen gekörten Sir Graditz von Inster Graditz.

Ethies stellte mit Edda von Hessenstein und Emir von Uran zwei bis Klasse M erfolgreiche Springpferde und begründete mit ihren sieben Töchtern einen eigenen Zweig innerhalb der Familie ihrer bewegungsstarken Großmutter Ethel. Ethies Halbschwester Erste II von Impuls schenkte der Ethel-Familie die hervorragende Elitestute Etüde IV von Mahagoni, die Mutter bzw. Großmutter der gekörten und in schweren Dressurprüfungen erfolgreichen Hengste Enchanteé von Consul und Epernay von Buddenbrock ist. Auch hier zeigte sich wieder, wie gut Mahagoni mit dieser Stutenfamilie harmonierte.

Kostolanys Mutter Kapstadt brachte nur drei Fohlen, bevor sie ein Jahr vor Kostolanys Körung einging. Kostolanys ein Jahr jüngere Vollschwester Kadenz IV konnte in der Trakehner Zucht keine besonderen Akzente setzen – wohl aber in der Deutschen Reitponyzucht: Ihr Upan la Jarthe AA-Sohn Kastellano wurde in Verden für die Reitponyzucht gekört und stellte mit Keep Cool einen hocherfolgreichen Sohn: Bundeschampion der vierjährigen Reitponies 1998 sowie der fünf- und sechsjährigen Dressurponies 1999 und 2000 sowie der Vize-Europameistertitel 2001 sind seine wichtigsten Erfolge. Kapstadt selbst war eine großrahmige Schimmelstute, die mit der Bewertung Typ 7, Gebäude 6, Regelmäßigkeit des Ganges 6, Schwung 8, Gesamt 7 nicht unbedingt erwarten ließ, dass ihr Sohn ein Vererber mit überdurchschnittlichen Exterieurzuchtwerten in allen Kriterien bis auf das Merkmal „Typ“ werden würde.

Kapstadt war eine Tochter des imposanten, groß aufgemachten Schimmelhengstes Falke, der unter Christian Pläge in schweren Dressurprüfungen siegreich war. Seine Hengstlinie konnte sich in Deutschland nicht erhalten: Eisenerz wurde nach Brasilien exportiert, Egmont in die USA und Maiklang ging dreijährig ein. Neben Spring- und Dressurpferden mit Platzierungen bis Klasse M waren die Falke-Söhne Horaz, Kormoran und Faro Cadiz auch in S-Dressuren erfolgreich. Falke vertrat als Sohn des statiösen Fuchses Grimsel die in der Trakehnerzucht schmale Hengstlinie des Abglanz, die in Hannover noch heute in voller Blüte steht und über Topvererber wie Argentinus bestens abgesichert ist. Der Grand Prix-erfolgreiche Friedensfürst, dessen Nachkommen hohe Doppelveranlagung zeigen, stammt aus einer Tochter von Grimsels Vollbruder Gelria. Falkes Mutter Fawiza war eine Tochter des bedeutenden Maharadscha, dessen Hengstlinie über Arogno weite Verbreitung und Bedeutung vor allem in der Zuchtrichtung Dressur erhielt. Die Maharadscha-Tochter Abiza brachte neben dem Weltklasse-Springpferd Abdullah auch mit Amiego und Aida weitere in der schweren Klasse erfolgreiche Sportpferde. Dr. Reiner Klimke stellte Fawizas Donauwind-Sohn Fabian in Grand Prix-Prüfungen vor.

Der Körjahrgang 1987 wurde dominiert von drei Enkeln der großen und kalibrigen Karben – neben Kostolany, der aus ihrer Tochter Kapstadt gezogen war, waren dies die beiden Hengste aus dem ersten Jahrgang ihres Arogno-Sohnes Karon: Der Prämienhengst Schampus aus der Suleiken IV von Mahagoni sowie der Reservesieger und spätere Grand Prix-erfolgreiche Stempelhengst Caprimond aus der Capri VI von Mackensen. Karon erzielte im Dressursport bis Klasse M Platzierungen, und auch sein Vererbungsschwerpunkt lag in der Dressur. Neben Caprimond stellte er mit Fidelio aus der Fiesta II von Herzbube ein weiteres S-Dressurpferd. In der Rheinischen Warmblutzucht erfreut sich derzeit der Donnerhall-Sohn Don Kennedy großer Beliebtheit, der aus der Trakehner Stute Kilkenny von Kennedy aus der Kiria von Karon gezogen ist. Auch der schon erwähnte Reservesieger Trocadero stammt aus einer Karon-Tochter.

Karons Vollbruder Kronos war ein bewährtes S-Dressurpferd, und auch Karbens Enrico Caruso-Sohn Karuso konnte M-Platzierungen sammeln. Karim von Mozart, das erste Fohlen der Karben, wurde gekört und nach Brasilien verkauft. Neben Kapstadt brachte Karben zwei weitere Töchter: Elitestute Kassuben von Enrico Caruso brachte dem Gestüt Hämelschenburg einige hochdekorierte Stuten und den gekörten Sohn Kapriolan F, der ebenfalls Grand Prix-Erfolge aufweisen kann. Kassandra VIII von Mozart wurde in der Oldenburger Zucht eingesetzt; ihre Weltmeyer-Tochter Wild Rose war Bundeschampioness der dreijährigen Reitpferde und später Grand Prix-Siegerin.

Karben war eine Vertreterin des Patentrezepts „Ibikus mal Impuls“, über dessen Erfolge auch im Portrait des Elitehengstes Van Deyk berichtet wird. Ihre Mutter war die Prämienstute Kaprice II von Impuls, die mehrmals an Ibikus angepaart wurde und von ihm ihre besten Nachkommen brachte: Karneval wurde gekört und stellte mit Kavalier und Oktavian zwei bewährte S-Dressurpferde, wobei Oktavian zusätzlich im Parcours bis M punkten konnte, sowie mehrere M-Dressurpferde, bevor er in die USA abgegeben wurde. Sein Sohn Unkensee konnte sich ebenfalls als Dressurvererber etablieren. Karbens Vollschwester Kapriziöse wurde zweifache Hengstmutter: Die Mozart-Söhne Kapuccino und Kaspareit konnten auch sportlich überzeugen, Kapuccino in Springprüfungen der Klasse S, Kaspareit wurde in den USA in der Dressur eingesetzt. Züchterisch erlangten beide jedoch kaum Bedeutung. Eine weitere Vollschwester der Karben war Kaskade VII, die selbst in M-Springen geprüft war und von Enrico Caruso das S-Dressurpferd Kaskaro sowie das S-Springpferd Karajan stellen konnnte. Kaprice verfügte bei einem Stockmaß von nur 158 cm über sehr viel Tiefe und war mit einem ergiebigen Bewegungsablauf ausgestattet. Sie wurde von Otto Langels von ihrem Heimatgestüt Webelsgrund erworben, ihre Vollschwester Kassiopeia kam über den Marberthof nach Hämelschenburg; beide Stuten wurden zu tragenden Säulen der Hämelschenburger Zucht.

Kaprice und die erwähnte Kassiopeia waren zwei von insgesamt zehn Vollgeschwistern von Impuls aus der Linienbegründerin Kassandra. Sechs davon waren Hengste, darunter der Leistungsvererber Kassius, auf den in der Beschreibung seines springerfolgreichen Sohnes Ulexis eingegangen wurde, Karneol, der hauptsächlich in der Tschechei deckte, Kapitän, der in den Abstammungen so bekannter Vererber wie Kennedy, Elitehengst Latimer oder des international in Grand Prix-Prüfungen erfolgreichen Hengstes Kronjuwel auftaucht und der ebenfalls gekörte Kadett, der als Reithengst verkauft wurde und sich als Dressurpferd bis zur Klasse M bewährte. Der Wallach Kassim wechselte in die DDR und ging als „Imanuel“ bei den Olympischen Dressurwettbewerben in München 1972 an den Start. Kaprice’ Vollschwester Kassia wurde zweifache Hengstmutter durch den Pergamos-Sohn Kaspar und den bereits erwähnten Kassio von Abglanz, der die Abglanz-Linie über Waldzauber in der Trakehner Zucht erhalten konnte. Kassias Tochter Kati III von Händel fohlte mit dem Burnus AAH-Sohn Kim einen in internationalen S-Vielseitigkeiten hocherfolgreichen Sohn. Die vierte Vollschwester Karavelle ist Großmutter von Kiebitz, einem Wie Ibikus-Sohn, dem nur ein kurzes Leben vergönnt war. Mit Banditentraum hinterließ er einen bewegungsstarken Vererber, dessen Nachkommen in großen Viereck bis zur höchsten Klasse erfolgreich waren, allen voran Tochter Kira und Enkel Grandezzo. Auch in anderen Zuchten wurde er erfolgreich eingesetzt, wie die international erfolgreichen Söhne Beethoven (Westfale) und Bernstein (Hannoveraner) belegen.

Hauptsäule der Kassandra-Familie ist jedoch neben Kaprice die Elitestute Kassiopeia, die neben dem Siegerhengst Kastor von Pergamos, der als Marbacher Landbeschäler wirkte und dadurch für die Trakehner Zucht quasi verloren ging, zwei gekörte Söhne von Ibikus stellte: Kastilio brillierte im großen Viereck bis zur schweren Klasse und überzeugte durch Nachkommenerfolge in dieser Klasse sowohl im Springen als auch in der Dressur, bevor er nach Amerika verkauft wurde. Sein Vollbruder Kassiber machte seinen Weg als Vielseitigkeitspferd bis zur schweren Klasse. In der Zucht waren es vor allem die Töchter, die ihm einen guten Ruf verschafften: Elitestute Couleur lieferte mit den gekörten Söhnen Caanitz von Aron, Couleur-Fürst von Sir Shostakovich xx und dessen Vollschwester Contessa drei M-Springpferde, Artillerie hat mit Acrobat von Polargeist ein S-Dressurpferd und mit den Vollgeschwistern A Capella und Amabile von Arogno zwei S-Fahrpferde hervorgebracht. Prince von Flaneur und der Feuerlady von Kassiber gewann im großen Viereck über 11.000 € Lebensgewinnsumme. Der Kassiber-Sohn Amadeus wurde Trakehner Siegerhengst 1976. Amadeus konnte die Hengstlinie jedoch nicht erhalten, seine Tochter Freundin IV sicherte seine Gene durch ihre gekörten Söhne, die Vollbrüder und Siegerhengste Farinelli und Freudenfest. Kassiber zeugte in seiner neuen Heimat Australien zwei international erfolgreiche Dressurpferde, Neversfelde Kudu und Neversfelde Kensington, der für sein Heimatland an Weltmeisterschaften und am Weltcupfinale teilnahm. Kleopatra II, Vollschwester von Kassiber und Kleostro, führte die Familie weiter. Ihre gekörten Söhne Kleostro von Herzbube und Kadre Noir von Upan la Jarthe AA konnten züchterisch wenig Einfluß nehmen – sportlich überzeugten jedoch beide mit S-Platzierungen in der Dressur.

Die Linienbegründerin Kassandra, die Mutter der hier angeführten Impuls-Nachkommen, war eine nur 150 cm kleine Fuchsstute, die dennoch Großes in der Zucht bewirkte. Nicht nur ihre Zuchtleistung – 15 Fohlen in 19 Zuchtjahren –, sondern auch die Qualität der Nachzucht war überragend. Sie war eine Tochter des kompakten, rumpfigen Pythagoras-Sohnes Sporn und der Original-Trakehnerin Kassette. Die Tochter des Arabers Harun Al Raschid begründete die größte und eine der bedeutendsten Stutenfamilien in Westdeutschland. Dem Zweig ihrer zweiten bedeutenden Tochter Kasavit von Aquavit lassen sich die Spitzenhengste K2, Kaiser Wilhelm und Kasparow zuordnen, die alle im Dressursport erfolgreich sind, und die Bundessieger und Elitestuten Karawane II und Kalinka XV zuordnen.

Kostolany wurde am 10. Dezember 1984 auf dem Gestüt Hämelschenburg der Familie Langels geboren. Hier wuchs der Rapphengst zu einem großrahmigen Junghengst heran und wurde auf die Körung vorbereitet. In einem besonders qualitätvollen Hengstjahrgang konnte er die Körkommission durch ergiebige Bewegungen, ein korrektes und harmonisches Gebäude, gute Hufe und viel Geschick und Vermögen beim Freispringen am meisten überzeugen. Als geringe Mängel attestierte die Zuchtleitung einen etwas tiefen Halsansatz und ein etwas schweres Genick. Vor dem typstarken Caprimond wurde der in einem etwas herberen Typ stehende Mahagnoni-Enkel zum Siegerhengst proklamiert. Diese beiden Vererber sollten die Trakehner Zucht in den folgenden Jahren und über ihre Nachkommen bis heute entscheidend mitbestimmen und prägen.

1989 trat Kostolany als Vierjähriger auf dem Klosterhof Medingen zur Hengstleistungsprüfung an. In den Trakehner Heften bemerkte der damalige Zuchtleiter Dr. Eberhard Senckenberg zu seinem Abschneiden: „In Bezug auf die Springanlage sticht der Körungssieger von 1987, Kostolany, ins Auge, der den Abschlußtest allerdings wegen einer Verletzung vorzeitig beenden musste. In der Abschlussprüfung selbst fiel der Hengst aber auch durch ein deutliches Atemgeräusch auf, was sich nicht zuletzt in der Note über die Leistungsfähigkeit negativ niederschlug.“ Kostolanys Prüfungsergebnis wurde hochgerechnet, und die Prüfung gilt als bestanden.

Seine Leistungsfähigkeit konnte Kostolany in späteren Jahren beweisen: Von Otto Langels ausgebildet bis zur schweren Klasse, konnte er auch unter Turnierbedingungen überzeugen und einige Schleifen aus S-Prüfungen mit nach Hause nehmen. Ein besonderes Image schuf er sich durch seine vielen und vielseitigen Showauftritte – besonders Otto Langels’ Interpretation von Lloyd-Webbers „Phantom der Oper“ erlangte nicht nur bei Trakehner Freunden wahren Kult-Status. Vielen ist auch noch sein letzter Auftritt beim Galaabend in Neumünster mit seinem Ausbilder und Züchter – ohne Sattel – in beeindruckender Erinnerung. Nervenstärke, Charakter und Intelligenz bewies der beeindruckende Rapphengst mit diesen Vorstellungen und dürfte so manchen Skeptiker von den Qualitäten seiner Rasse überzeugt haben.

Kostolany wurde von Anfang an von den Züchtern gut angenommen; waren es im ersten Jahrgang noch knapp über dreißig Fohlen, so präsentierte er im folgenden Jahr bereits über sechzig Fohlen und später zeitweise sogar Fohlenjahrgänge von mehr als 100. Bis Ende 2006 wurden 230 Kostolany-Töchter als Zuchtstuten eingetragen, die meisten davon beim Trakehner Verband, darunter zahlreiche Prämien –und Staatsprämienstuten sowie drei Elitestuten. Acht Söhne wurden gekört, davon sechs beim Trakehner Verband und je einer beim ZfdP und für die niederländische Warmblutzucht (KWPN). Ein Sohn wurde zum Elitehengst proklamiert. 454 Kostolany-Kinder wurden als Turnierpferde bei der FN registriert, weltweit sind es noch einige mehr. Die Nachkommenlebensgewinnsumme betrug 2006 in Deutschland 175.278 €. Er ist der einzige Trakehner Hengst, der derzeit in der WBFSH-Weltrangliste Dressur (Stand 30.06.2007) mit drei Nachkommen (ein Sohn und zwei Enkel) unter den Top 50 und einem weiteren Sohn vertreten ist. Die beiden Kostolany-Söhne liefern für den Trakehner Verband derzeit 2.571 von 6.305 Ranglistenpunkte der sechs punktbesten reinen Trakehner Dressurpferde, durch die der Verband derzeit auf dem sechsten Rang weltweit liegt. Besonders gute Vererbungserfolge lieferte Kostolany vor allem mit blutgeprägten Stuten (gerne auch über Arogno) und mit Stuten, die Blutanschluß auf Impuls, Ibikus oder Mahagoni bieten.

Aus seinem ersten Fohlenjahrgang wurde 1991 der leuchtende Fuchs Tolstoi gekört, der aus der Elitestute Tugend III von Burnus AAH-Gunnar gezogen wurde. Seine Nachkommen gelten als spätreif, was auch erklären könnte, dass von fünf gekörten Söhnen zwei bei der Ablegung der HLP an der 90-Punkte-Grenze des Trakehner Verbandes scheiterten (einer wurde ins Ausland verkauft und trat daher nicht zur HLP an); einer davon, Saint Tropez, erfreut sich dennoch Beliebtheit als westfälischer Landbeschäler und kann auch bereits S-erfolgreiche westfälische Nachzucht vorweisen. Zwei Tolstoi Söhne, die Vollbrüder Farinelli und Freudenfest, wurden jeweils Siegerhengst ihrer Körung. Tolstoi-Nachkommen sind im Fahr- und Springsport bis Klasse M erfolgreich, in der Dressur bis S.

1993 verließen zwei Kostolany-Söhne den Schauplatz Neumünster als gekört: Mit der Prämie ausgezeichnet wurde der Schimmelhengst Silvermoon aus der Elitestute Suleiken von Mahagoni-Maharadscha, mit dem Rappen Sans Souci aus der Elitestute Schwalbenburg von Ibikus-Impuls zog ein Trakehner in den Beschälerbestand des Hauptgestüts Graditz ein. Silvermoon wechselte in dänischen Besitz und war Siegerhengst der dänischen Körung 1995. Aus dänischen Warmblutstuten brachte er die international erfolgreichen Grand Prix-Pferde Dansco’s Success und Blue Hors Matiné, die mit einer Silber und einer Bronze-Medaille von den Weltmeisterschaften in Aachen 2006 zurückkehrte. Auch Silvermoon selbst erreichte Platzierungen in schweren Dressuren. Mit Cadeau stellte Silvermoon einen der meistbenutzen Vererber der letzten Jahre, dessen erste Nachkommen auch unter dem Sattel gefallen.

Sans Souci überzeugte bereits bei seiner Körung besonders durch seine Qualitäten am Sprung; der mittelgroße Hengst ist ein beliebter Landbeschäler in Sachsen; der Trakehner Wallach Altenbach TSF und die Sachsenstute Elisa werben in Parcours der schweren Klasse für ihren Vater.

Im Dezember 1993 wurde in Medinger der ein Jahr ältere Vollbruder Sans Soucis gekört: Showmaster, in Rahmen und Gebäude dem Vollbruder überlegen, aber weniger typvoll, hatte zunächst seine HLP abgelegt. Später ging der Hengst unter Christian Pläge erfolgreich in internationalen Grand Prix-Prüfungen. Seine Nachkommen sind bisher dressurerfolgreich bis Klasse M.

Gribaldi aus der Elitestute Gondola II von Ibikus-Flugsand wurde unangefochtener Siegerhengst der Körung 1995 und ist unbestritten der bedeutendste Kostolany-Sohn bisher, sowohl bezüglich Eigenleistung als auch nach der Vererbungsqualität. Der großrahmige und korrekte Rapphengst wechselte in niederländischen Besitz und wurde auch vom KWPN anerkannt. Unter Edward Gal startete er eine glanzvolle Karriere im internationalen Dressursport und ist derzeit achter der Weltrangliste und damit das weltweit beste Trakehner Dressurpferd! Auch züchterisch schlug Gribaldi quasi ein: Acht gekörte Söhne in Deutschland, darunter fünf beim Trakehnerverband, stehen zu Buche: die Reservesieger und Vollbrüder Hofrat und Hoftänzer, Distelzar, Easy Game und Rheinklang; der Hannoveraner Siegerhengst Hotline ist bereits sein Enkel. Auch seine Nachkommen sind bereits in schweren Dressurprüfungen erfolgreich. Die Exterieur-Zuchtwertschätzung 2006 weist Gribaldi mit einem Gesamtzuchtwert von 146 als Spitzenreiter aus –vor dem langjährigen Führenden Michelangelo! Eigenleistung und Vererbung machen Gribaldi zu einem würdigen Träger des Titels „Elitehengst“. In der niederländischen Warmblutzucht wurde er mit dem Qualitätsprädikat „keur“ ausgezeichnet.

Bei der letztjährigen Körung bereicherte Elfado von Kostolany das Körlot. Der Sohn der Eris VI von Roncalli xx-Sastor überzeugte durch lockere und schwungvolle Bewegungen.

Ein Kostolany-Sohn ist beim ZfdP gekört: Der schwarzbraune Bertone aus der Brightness xx von Carvin-Waidmannsheil war zunächst 1993 ebenfalls vom Trakehner Verband gekört worden, scheiterte jedoch an der 90-Punkte-Grenze bei der HLP – der athletische Hengst hat sich mittlerweile über seine Eigenleistung rehabilitiert: 2.907 € gewann er in Springprüfungen bis S und Vielseitigkeiten bis M. Eine erneute Eintragung in das Hengstbuch I des Trakehner Verbandes wurde jedoch nicht beantragt. Sein züchterischer Einsatz ist sehr gering, dennoch qualifizierte sich ein ZfdP-eingetragener Sohn aus einer Vivus-Tochter für das diesjährige Geländepferde-Bundeschampionat.

In den Niederlanden schließlich wurde der 1997 geborene Polansky aus einer KWPN-Stute von Donnerhall-Ulft gekört. Der bewegungsstarke Rappe ist heute in internationalen Dressurprüfungen erfolgreich.

Die Zuchtwertschätzung Exterieur 2006 weist für Kostolany einen Gesamtzuchtwert von 117 auf; besonders in den Grundgangarten erwies er sich als Verbesserer. Unter seinen Töchtern sind zahlreiche Prämien- und Staatsprämienstuten; Carara aus der Countess von Santiago-Kassio siegte bei der zentralen Stuteneintragung im Rheinland 1995 und war Trakehner Jahressiegerstute; sie gewann im selben Jahr das Stutenchampionat in Tarmstedt und das Trakehner Reitpferdechampionat sowie ihre Stutenleistungsprüfung. Ihre Vollschwester Chamonix ist Mutter des im Springsport auf M-Niveau erfolgreichen Vererbers Chateauneuf von Sir Shostakovich xx. In Großbritannien ist der Trakehner Holme Park Krug von Holme Park Solomon aus der Holme Park Kremona von Kostolany-Tenor gekört. Odessa XI aus der Odett von Kurfürst-Impuls stellte mit dem Hohenstein-Sohn Ovaro einen Prämienhengst. Drei Kostolany-Töchter erhielten bisher den Titel „Elitestute“ vom Trakehner Verband: Gloriette III aus der Gavotte IV von Karon-Pregel kann vier Prämien-Töchter vorweisen, alle abstammend von Alter Fritz, darunter die Siegerstute Greta Garbo. Herzlani aus der Herzchen von Ginster-Komet stellt mit Hirtentanz von Axis einen besonders springtalentierten Junghengst und mit dem Hohenstein-Sohn Heinrich der Welfe einen bis S erfolgreichen Dressurhengst. Der Reservesieger Hibiskus von Latimer stammt aus ihrer Tochter Hirtennacht, ebenfalls von Hohenstein. Weitere Töchter sind Prämienstuten. Kandra aus der Kanessa von Schwalbenherbst-Flaneur überzeugt ebenfalls durch sportlich und züchterisch interessante Nachzucht: Der gekörte Sixtus-Sohn Kasparow ist in L-Springen und M-Dressur erfolgreich. Seine Vollschwestern Keep Cool und Kasixta wurden mit der Verbandsprämie ausgezeichnet, Kasixta war Trakehner Reitpferdechampioness 2002. Karisma V von Windfall ist ebenfalls prämiiert und im Dressursport bis M platziert.

Kostolany-Kinder zeigen Veranlagung für die drei klassischen Reitsportdisziplinen – und ob ihrer Nervenstärke kombiniert mit Gangvermögen auch für den Fahrsport. Im Fahren und in der Vielseitigkeit konnten Kostolany-Kinder M-Platzierungen erreichen, im Spring- und im Dressursport bis S, in der Dressur bis hin zur internationalen Weltspitze. Der erwähnte Bertone ist Kostolanys vielseitigster Nachkomme im Springsport wie in der Vielseitigkeit mit Platzierungen in Klasse S bzw. M. Auch Pretty Woman aus der Phantasie von Vincent konnte S-Platzierungen im Parcours sammeln. 14 „Kostolanys“ sammelten in Deutschland Schleifen im großen Viereck in der Klasse S. Weitere 89 direkte Trakehner Nachkommen waren in allen Disziplinen L- und M-erfolgreich. Karlos aus der Kea von Langata Express xx-Erzsand, einer von vielen Kostolany-Kindern, die ihren Vater beim Bundeschampionat vertraten, wurde hier Dritter bei den Geländepferden und platzierte sich später in internationalen **-Vielseitigkeiten in der Schweiz. Erwähnung verdient auch Amazing TSF aus der Astrid II von Kassiber, die zweimal das Trakehner Springchampionat anläßlich des Bundesturniers für sich entschied und am Bundeschampionat teilnahm. Ein weiterer wichtiger Erfolg war der haushohe Sieg beim Youngster Challenge Cup in Wiesbaden.

Im internationalen Dressursport setzten sich einige Kostolany-Kinder durch: Neben Showmaster waren da noch der Westfale Kostolan, der in den Vereinigten Staaten Grand Prix-Platzierungen feierte, oder Koblenz mit Erfolgen in internationalen Prüfungen für Junge Reiter in den Niederlanden, und Angelino aus der Anmut von Feldspat-Herbstglanz, der u. a. beim Young-Neighbours-Meeting in Neubeeren glänzte. Die bekanntesten Kostolany-Söhne im internationalen Dressursport sind Shannon TSF, der von Peter Koch in den Sport gebracht wurde und heute unter dem Ungarn Robert Acs unterwegs ist, und Gribaldi, die aktuelle Nummer 8 der WBFSH-Weltrangliste (Stand: 30.06.2007), siegreich in Grand Prix und u. a. Weltcup-Finalteilnehmer in Las Vegas 2007 unter seinem ständigen Reiter Edward Gal, Niederlande. Shannon TSF aus der Schwarze Maja von Meilenstein belegt Platz 105 in der Weltrangliste, zwei Kostolany-Enkel werden ebenfalls gelistet: Andreas Helgstrands Dänin Blue Hors Matiné von Silvermoon ist derzeit 95., Anky van Grunsvens KWPN-Nachwuchsstar Painted Black von Gribaldi liegt auf Rang 44. Kein anderer Trakehner Vererber war in den letzten Jahren erfolgreicher in der Weltrangliste Dressur vertreten!

„Elitehengst“, „Hengst des Jahres“ – eigentlich braucht Kostolany diese Titel auch gar nicht, er hat seinen eigenen Titel, in Anlehnung an seinen Namensgeber: Der große Kostolany…



Text und ©: Friederike Winkler
Fotos: HVP des Verbandes, HP des Hengsthalters