Trakehnerfreun.de - Treffen im Internet

Caprimond E.H.


Braun, halbmondf.St., l.Hf.hoch schattiert
geb. 14.04.1985

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig1.6329221.3
volljährig1.6721.5

Züchter:
Jürgen Hanke, Hameln
Aufzüchter:
Jürgen Hanke, Hameln

Gekört 1987 Neumünster (Reservesieger)

www.klosterhof-medingen.de

Pedigree

Karon, B. 1981 EH Arogno, Db. 1976 Flaneur, Db. 1965 Maharadscha
Flocke IV
Arcticonius xx, Db. 1968 Apollonius xx
Arctic Gail xx
Karben, B. 1974, ZL: 8/7 Ibikus, B. 1967 Hertilas
Isolda
Kaprice II, Df. 1965 Impuls
Kassandra
Capri VI, R. 1980, SPS, ZL: 21/14 EH Mackensen, Db. 1976 Patron, R. 1967 Tranzyt
Palatka
Maharani II, B. 1969 Flaneur
Marquise
Coer-As, R. 1975, PS, ZL: 17/14 Herzbube, Sb. 1964 Gunnar
Herbstgold
Cora, F. 1965 Loretto
Conny

Hengstlinie des Fetysz ox, Stutenfamilie der O133A2 Coer-As

Eigentümer

seit 1987: Klosterhof Medingen, Bad Bevensen, Nds-H

Stationierung

seit 1987: Klosterhof Medingen - Bad Bevensen Nds-H

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1988

Charakter: 8,0 Schritt: 8,33 (T: 8,0)
Temperament: 8,0 Trab: 9,0 (T: 9,0)
Leistungsbereitschaft: 8,0 Galopp: 9,0 (T: 8,0)
Leistungsfähigkeit: 8,0 Springanlage: P 8,0 FS 5,25 T 6,0
Rittigkeit: 9,5 (T: 9,0) Geländeprüfung: 8,67 (Jagdg. 85 sec)
Rittigkeitsindex: 147,76 Springindex: 98,71
Gesamtindex: 135,35 (1/5) Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
Dressurerfolge bis Grand Prix LGS 11741,-€ Stand 2008

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
153177150104 113115108145 1390,1


Gekörte Söhne (14): EH Hohenstein, Inselmond, Soulman, Sponeck, Tanzmeister I, Tanzmeister II, Chronist, Campari Pur, Canaster I (Old.), Canaster II (Old.), Contucci CWS (Hann.), Charisma (ÖWB), Caprigold (Brdb.), Catani K (Westf.)

Töchter (294): Donaumärchen I, Donaumärchen II, PS, SPS, ES Zaubernacht II, PS, SPS, ES Ruby III, Schöne Capri, Cortina R, PS, SPS Couracia, Lara XII, Käthe Kruse, Kassiopeia III, Dongola III, Herbst-Conny, Herbstlied IV, Carry (Hann.), Championess (Hann.), u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:499 LGS 267142,-€ davon 947,-€ von Turnierponys Stand 2008
davon mit Platzierungen:30 JGS 26693,-€ davon 606,-€ von Ponys Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:


Fragt man einen Außenstehenden nach DEM Trakehner, so kommt mit Sicherheit wie aus der Pistole geschossen die Antwort „Caprimond“. Kein Wunder – der Braune hat nicht nur den Typ, die Ausstrahlung und die Noblesse eines echten Veredlers. Was dem Außenstehenden nämlich bei seiner Antwort wohl bestenfalls im Unterbewusstsein klar ist, dem Insider aber fast schon ein Wink mit dem berühmten Zaunpfahl sein muss: Caprimond hat überzeugt durch Eigenleistung bis zur höchsten Klasse im Turniersport und Caprimond ist trotz Sporteinsatzes und lebenslang überwältigender Nachfrage im Deckeinsatz auch mit jetzt 22 Jahren noch topfit und hat nichts von dieser Ausstrahlung verloren. Genau DAS macht ihn erst zum „echten“ Trakehner …

Zuchtleiter Lars Gehrmann bezeichnete Caprimond anlässlich der Laudatio zu seinem 20. Geburtstag in Ermangelung weiterer Ehrentitel als „Pythagoras der Neuzeit“ – Elitehengst wurde er ja schon als jüngster Hengst der Geschichte mit zehn Jahren, und auch „Hengst des Jahres“ war er schon 1998. Und dieser Vergleich hinkt nicht einmal! Freilich kann Caprimond nicht wie sein Vorbild 70 gekörte Söhne vorweisen – aber wenn man bedenkt, dass heutzutage rund ein Drittel der auf dem Hengstmarkt in Neumünster vorgestellten Hengste auf Caprimond zurückgehen und ebenso ein knappes Drittel der jährlich prämierten Trakehnerstuten Caprimond als Vater oder Muttervater führen, dann darf man wohl behaupten, dass dieser Hengst seine Epoche ebenso stempelte wie Pythagoras die seine.

Unschätzbare Verdienste kommen diesem Beschäler aber für die Außenwirkung des noch immer in weiten Kreisen als „Spinner“ verschrienen Trakehners zu. Insbesondere mit Caprimond und seinem Sohn Hohenstein erlebte gerade die hannoversche Zucht eine Renaissance beim Einsatz des Trakehners als Veredler. Und die beiden Klosterhofer Hauptbeschäler stehen ihren großen Vorgängern Abglanz, Semper Idem und Lateran in nichts nach. Im Gegenteil, spätestens seit His Highness haben die Hannoveraner den Trend zum Trakehner so richtig wiederentdeckt. Die Erfolge vor allem in der Dressur und die damit verbundenen hohen Rittigkeitsindices in der Zuchtwertschätzung geben ihnen Recht.

Aber zunächst einmal zurück zu den Anfängen! Als der heute vor allem als „Motor“ des Trakehner Bundesturniers bekannte Jürgen Hanke 1985 das zweite Fohlen seiner Stute Capri zur Fohlenmusterung im Gestüt Hämelschenburg vorstellte, lautete der kurze, aber knappe Kommentar des inzwischen verstorbenen Klaus Rossdorf: „Klassefohlen, aber gekört wird der nicht.“ Rossdorf sollte sich täuschen …

Caprimond betrat das Körparkett in Neumünster 1987 in einem glanzvollen Jahrgang. Allein sechs spätere Elitehengste sahen Kommission und Zuschauer in jenem Jahr – wohl einmalig in der Nachkriegsgeschichte. Der Hengstmarkt endete für Caprimond mit dem Titel eines Reservesiegers hinter Kostolany und mit folgender Beschreibung des Zuchtleiters: „Hinsichtlich Ausstrahlung und Auftreten von Seltenheitswert, mittelgroß, bildschönes Gesicht mit großem Auge, harmonisch und großzügig liniert, gut aufgesetzter Hals, bedeutende Schulter-, Rücken- und Kruppenpartie, stabiles, korrektes Vorderbein, im Hinterbein etwas auf äußerer Tracht fußend. Der Huf könnte geringfügig breiter angelegt sein. Sehr viel Schwung, Elastizität und Erhabenheit in der Bewegung.“

Dreijährig legte der an den Klosterhof Medingen verkaufte Nachwuchsbeschäler eine überragende Leistungsprüfung in Adelheidsdorf ab. Seine Rittigkeit wurde da bereits mit einer 9,5 bewertet, im Trab und Galopp gab es eine 9,0 – kein anderer der insgesamt 56 Prüfungskandidaten hatte mehr zu bieten, Caprimond hatte seinen ersten wichtigen Sieg errungen. Im selben Jahr musste er sich noch einmal geschlagen geben – und zwar dem Oldenburger Glorieux beim Bundeschampionat des dreijährigen Deutschen Reitpferdes, wo er sich erneut mit dem Titel des Reservesiegers zufrieden geben musste. Vierjährig vertrat er seine Zucht bei der DLG-Ausstellung in Frankfurt und wurde mit einem Ib-Preis ausgezeichnet.

Reitmeister Dolf-Dietram Keller bildete das Ausnahmetalent für den Dressursport aus und führte ihn zu zahlreichen Siegen und Platzierungen in Prüfungen bis zum Grand Prix. Seine Lebensgewinnsumme beträgt 11.741 Euro. Seinen erstklassigen Charakter stellte Caprimond anschließend unter Beweis, als er der seinerzeit gerade mal 16-jährigen Theresa Wahler den Weg in den großen Turniersport ebnete. Und auch heute noch ist es publikumswirksame Schaunummer und Beweis für seinen lupenreinen Charakter in einem, wenn der Grandseigneur des Klosterhofs mit dem jüngsten Wahler-Nachwuchs im Sattel neben seinem Sohn Hohenstein und dem „Chef des Hauses“ im Sattel Lektionen der olympischen Dressur präsentiert …

Auch züchterisch verlief der Start von Caprimonds Karriere angemessen: In seinem ersten Fohlenjahrgang fanden sich bereits zwei gekörte Söhne: Inselmond und Soulman (ex Stechlin). Von da an ging’s unaufhaltsam bergauf – zu einem der aus heutiger Sicht sicherlich erfolgreichsten Trakehner Vererber der Nachkriegszeit. Es gibt nicht viele Hengste, denen man bereits zu Lebzeiten ein Denkmal setzt, aber wer das Areal des Klosterhofs in Medingen betritt, der braucht sicherlich nicht die Namenstafel am Sockel, um zu wissen, welcher Jahrhunderthengst ihn hier begrüßt …

DER VATER

Caprimond gehört zum ersten Fohlenjahrgang seines Vaters. Karon aus der Zucht des Gestüts Hämelschenburg war Prämienhengst seiner Körung und präsentierte sich da noch etwas schmal. Ihn nur als „Verlängerungsschnur“ zwischen seinem Vater Arogno und seinem Sohn Caprimond zu bezeichnen, wie es gelegentlich zu lesen ist, wird dem Hengst absolut nicht gerecht. Er deckte zunächst im Stutenbestand seiner Zuchtstätte und dann von der Station Vorwerk aus vornehmlich in Oldenburg, war zudem im Sport erfolgreich eingesetzt und wurde nur zehn Jahre alt – alles Kriterien, die einer umfassenden züchterischen Nutzung im Wege stehen. Dass er sein eigenes gutes HLP-Ergebnis im Dressursport bis zur Klasse S mit Erfolgen bestätigen konnte, untermauert die Bedeutung, die ihm der Zuchtleiter schon anlässlich der Körung attestierte. Fünf gekörte Söhne – neben Caprimond sind Beaujolais, Gadsby und Schampus von einiger Bedeutung – und 42 Töchter in der Trakehner Zucht sind eine Bilanz, die sich so manch anderer Hengst wünschen würde …

Karon war einer der 14 Söhne des Jahrhundertvererbers und Stempelhengstes Arogno, der seit den 80er Jahren zu den prägenden Hengsten der Gesamtzucht zählt. Die Passerpaarung zwischen dem auch nicht gerade ohne andere Verdienste in der Zucht gebliebenen Flaneur und der irischen Vollblutstute Arcticonius xx hat eine ganze Reihe erstklassiger Hengste und Stuten hervorgebracht, unter denen freilich Arogno das Meisterstück ist.

Karons Mutter Karben entstammte der Dynastie der legendären weißen Hauptgestütsstute Kassette im Zweig der Webelsgrunderin Kassandra v. Sporn. In Anpaarung an den Webelsgrunder Hauptbeschäler Impuls brachte Kassandra nicht nur Karbens Mutter Kaprice II, sondern auch die Beschäler Kadett, Kapitän, Karneol und Kassius sowie die verdienten Mutterstuten Kassia, Kassiopeia und Karavelle. Karben selbst stammt von dem mit Otto Langels in zahlreichen Dressurprüfungen erfolgreichen Ibikus und ist eine rechte Schwester zum Vererber Karneval.

Karben fohlte bereits dreijährig den gekörten Karim v. Mozart, der nach Brasilien ging. Ihre Falke-Tochter Kapstadt ist die Mutter des hochbewährten Kostolany. Ihre Enrico Caruso-Tochter Kassuben ist Mutter des dressurerfolgreichen Kapriolan F v. Exclusiv. Karons Vollbruder Kronos gewann in Dressurprüfungen bis Klasse S knapp 3.000 Euro, und der Hengst Karuso v. Enrico Caruso ging Dressur bis Klasse M.

DIE MUTTER

Die staatsprämierte Capri VI gehört nach neuer Diktion zur Stutenfamilie ihrer Mutter Coeur-As, die wiederum zum schmalen, aber sehr wertvollen alten Stutenstamm der Cajenne gehörte. Diese 1938 geborene ostpreußische Staatsprämienstute war Mutter des Springvererbers Carajan v. Herbstwind, ihre einzige Tochter Cornelia v. Famulus wurde in späteren Jahren zur Gründerstute im Gestüt Schwaighof im bayerischen Nordendorf. Vornehmlich in Anpaarung an den Kokette-Sohn Komet – der ja wie Cornelia von Schmoel nach Bayern ging – entstanden wertvolle Stuten, so auch Caprimonds 4. Mutter Conny. Connys rechte Schwester Corinna II wurde auf dem Schwaighof Mutter des Vielseitigkeitspferdes Campari, aus dem Stamm ihrer Tochter Celestine v. Kassio gingen u.a. die hochdekorierte Stutenfamilie der Countess, das Springpferd Chablis, die Hengste Chabrol, Chateauneuf und Chardonne sowie eine Reihe von Eintragungssiegerinnen, allein vier davon direkte Töchter der Celestine, hervor.

Connys einzige Tochter in der deutschen Zucht, Cora, stammte von Loretto, einem Schmoeler Sohn des harten Vollblüters Pindar xx, der sich in der Trakehnerzucht mit seinem Enkel Ibikus ein Denkmal setzte. Unter Coras sieben Fohlen sind die Familienbegründerin Coeur-As und das internationale Dressurpferd Carobube, beide v. Herzbube, die wichtigsten. Coeur-As, 1975 geboren und mit den Noten 9,8,8/9,8 eingetragen, lieferte mit dem Elitehengst Mackensen vier Vollgeschwister: Coeur-Dame, deren Tochter Colette v. Ravel Mutter des S-Dressurpferdes Cheops v. Guter Planet ist, Coeur-Neuf, den gekörten und über die Kranichsteiner Auktion in die Schweiz verkauften Chantilly und eben Capri VI, die Mutter des Caprimond.

Mackensen, selbst Körsieger von Neumünster 1978 und HLP-Sieger in Warendorf, verband das Blut des großen polnischen Stutenmachers Patron mit dem der hochverdienten Mahagoni-Mutter Maharani II v. Flaneur aus Hoogens bewährter Marke-Familie. Caprimond ist also in 3./4. Generation auf den großartigen Flaneur ingezogen. Auch Komet und Loretto finden wir in seinem Pedigree doppelt, jedoch erst in der 4. und 5. Generation.

Capri VI kam 2-jährig vom Züchterstall Gebauer in Köln in den Stall Hanke und brachte der Zucht 14 Fohlen, vier davon Stuten. Noch heute – 27-jährig – erfreut sie sich auf den Weiden in Hameln bei guter Gesundheit ihres Gnadenbrots. Zu Hankes großem Bedauern blieb keine ihrer Töchter in der eigenen Zucht. Ihr Erstling, eine Stute von Consul namens Coppacabana, ging als eine der Preisspitzen über die Auktion 1989. Auf Caprimond folgten zwei verbandsprämierte Töchter des Poll’schen Elitehengstes Ravel, von denen die große Rappstute Capriola, Mutter des gekörten Carlton v. Polarpunkt, bei Hannelore Martin in Neustadt/Rbge noch züchterisch genutzt wird. Die nur 1.56 m Stock große Rockefeller-Tochter Caprice wurde ebenfalls verkauft; deren Erstlingsfohlen brachte immerhin den stolzen Preis von 18.000 Mark in die Kasse ihrer neuen Besitzer. Die beiden Brüder Capriccio und Capripunkt v. Polarpunkt gingen in die Niederlande und werden dort erfolgreich auf M/S-Niveau im Dressursport vorgestellt. Capripunkt ist zudem in den Niederlanden gekört. Die jüngsten Capri-Kinder, die Vollbrüder Capriteufel, Che Guevara (ex Capris Carl) und Caprifürst v. Buddenbrock sind bisher im ländlichen Turniersport in den Klassen A und L in der Dressur erfolgreich.

NACHZUCHT – Hengste

Vierzehn Caprimond-Söhne geben die Gene ihres Vaters inzwischen in der Zucht weiter. Das mag auf den ersten Blick keine großartige Zahl sein, aber auch ein Stempelhengst-„Kollege“ wie Caprimonds Großvater Arogno hat nicht mehr Söhne in der Zucht. Fünfzehn und mehr männliche Nachfolger waren in der Nachkriegszucht lediglich Flaneur, Donauwind und Impuls vergönnt sowie Carajan und Hansakapitän.

Neben den Söhnen in der Trakehnerzucht hat Caprimond eine Reihe gekörter Söhne und Enkel in und für andere Zuchten hinterlassen. Charisma etwa, 1997 aus der Westfalenstute Rapunzel v. Renoir gezogen, österreichischer Bundeschampion und selbst im Dressursport bis Klasse S erfolgreich, wirkt segensreich in der österreichischen Warmblutzucht. Der hannoversch gebrannte Contucci CWS, 1993 gezogener Dunkelfuchs a.d. Laureen v. Lungau, gilt in den USA als Dressurvererber. Canaster I a.d. Wega Weissena v. Vollkorn xx, selbst siegreich in Dressur bis Intermédiaire I, verfügt über einen Zuchtwert von 137/91 (2005) und lieferte in Oldenburg bereits internationale Sportpferde. Caprigold – 1994 a.d. Primadonna v. Gotland in naher Verwandtschaft zur so tragisch ums Leben gekommenen Millionenstute Poetin gezogen – war Körsieger in Brandenburg und wirkt heute ebenfalls in Österreich.

Hohenstein II, ein 1992 geborener Fuchs a.d. Helena XIV v. Matador, ging nach Ungarn, war dort haushoher HLP-Sieger und kam vor einigen Jahren nach Österreich. Donaukaiser, ein 1996 geborener Vollbruder der Landesschau-Siegerfamilie in Niedersachsen a.d. ElSt. Donauwoge II v. EH Sokrates, trägt das väterliche Renommée in die finnische Zucht. Sponeck, einen 1990 geborenen Dunkelbraunen a.d. Scala Milano v. EH Marduc, verschlug es nach kurzem Intermezzo in Dänemark nach Großbritannien, wo er sicher auf der Grundlage einiger guter Trakehnerstuten engagierter Züchter für weiteren Erfolg seines Vaters sorgen wird. Campari pur a.d. Heureka v. EH Itaxerxes, einer Halbschwester der Hengste Heuriger, Holunder und Husar, machte mit einigen Nachkommen im Ponylager sportlich auf sich aufmerksam. Catani K, 1990 aus bestem Stutenstamm a.d. Calgary v. Rubicon xx u.d. Corona v. Kassiber gezogen, ist in Westfalen gekört.

Inselmond, als Sohn der Innung v. Amagun aus bestem Scharffetter’schem Stutenstamm gezogen, war sehr erfolgreich im Dressursport bis Klasse S, verbrachte sechs Jahre in den Niederlanden und wirkt seit 1999 in Portugal. Soulman (ex Stechlin) a.d. Silhouette v. Komtur ist gekört, leistungsgeprüft und ging 4-jährig als Preisspitze über die Eliteauktion Medingen 1993 in die Schweiz. Der Hengst deckt heute in Frankreich.

Tanzmeister I, 1993 a.d. Traumweise v. EH Tenor im westfälischen Zuchtbezirk gezogen, bewährte sich vom Gestüt Sommerlade aus als patenter Reitpferdevererber. Sein Vollbruder Tanzmeister II ist im Dressursport höherer Klasse erfolgreich. Chronist, a.d. Charisma v. EH Sokrates gezogen, beendete seinen 30-Tage-Test mit der Endnote 8,08 und war bester Trakehner seiner Hengstleistungsprüfung. Auch er sorgte vom Gestüt Sommerlade aus für Nachzucht.

Kronprinz der väterlichen Linie ist ganz ohne jeden Zweifel der lackschwarze, inzwischen ebenfalls zum Elitehengst gekürte Deckstellengefährte seines Vaters, Hohenstein. Bei Harry Bartsch in Göttingen aus der Helena XIV v. Matador gezogen, die auch seinen fuchsfarbenen, ein Jahr jüngeren und oben bereits erwähnten Vollbruder Hohenstein II für die ungarische und österreichische Warmblutzucht lieferte, bewährte sich auch Hohenstein in überzeugender Weise im großen Dressursport. Knappe 9.000 Euro stehen für den Klosterhofer zu Buche.

Mit Söhnen wie Donaukaiser, Heartbreaker, Heinrich der Welfe, I-Punkt, Thalys, Titelheld und dessen Sohn Krönungswalzer, Ovaro, Donaufels und Elfenstein stellte er die Hengstlinie auf eine ganz breite Basis. Herausragend in seiner Hengstnachzucht sind natürlich Hannovers Siegerhengst von 2002, der inzwischen eingegangene His Highness, der derzeit von Erfolg zu Erfolg eilende Insterburg, der designierte Elitehengst Tambour sowie der Körungssieger von 1997 und inzwischen unter dem dritten Reiter zu Grand-Prix-Erfolgen gekommene Elitehengst Münchhausen.

Hohensteins verbandsprämierte Tochter Goldstück a.d. Goldsaar v. Saros xx ist Mutter von Biotops erstem Sohn in der Zucht, Goldschmidt. Kadenz IX a.d. Koka II v. Karwendelstein machte Furore mit ihren Söhnen Karolinger I, Karolinger II und dem Prämienhengst der letzten Körung und ersten Lauries Crusador xx-Sohn in der Trakehnerzucht, Krokant.

Außer den bereits genannten Hengsten Münchhausen und Insterburg sind im Dressursport bis zur Klasse S noch die Hohenstein-Kinder Kanzler Klaus a.d. Kantilene III v. EH Consul, Sea Cloud a.d. Sternfee v. Habicht und Highlander a.d. Herzlani v. Kostolany erfolgreich. Lancelot Blue a.d. Lima v. Marduc geht Dressur und Springen mit Erfolgen bis Klasse M, Märzstrahl a.d. Mariosa v. Sonnenstrahl ist Fahrpferd mit Erfolgen bis Klasse S.

NACHZUCHT – Stuten

Abgesehen von Hohenstein ist Caprimonds Einfluss über seine Töchter fast noch höher zu bewerten als die Hengstlinie, die er begründen konnte. Runde 300 Caprimond-Stuten sind in den Stutbüchern der verschiedenen Warmblutzuchten verzeichnet, 50 davon wurden vom Staat prämiert. Vier seiner Töchter führt das FN-Leistungsstutbuch A, drei das Leistungsstutbuch D. Zaubernacht II a.d. Zauberlicht v. Mahagoni, die Mutter des gerade aktuell beim Bundesturnier so positiv aufgefallenen Prämienhengstes Zauberfürst v. Interconti, und Ruby III a.d. Rama v. Vers tragen Staats- und Verbandsprämie sowie den Elitetitel des Trakehner Verbandes. Eine ganze Reihe von Caprimond-Töchtern konnte sich als Hengstmütter in der Zucht zu Perlen machen.

Schöne Capri a.d. Schöne Heide v. Keith, gerade mal 1.58 m Stock groß, wurde Mutter der gekörten Hengste Schönbrunn v. Ivernel und Sauvignon v. Kennedy. Cortina R a.d. Cordelia v. EH Bartholdy wurde Mutter des gefragten Prämienhengstes Cadeau v. Silvermoon. StPrPrSt. Couracia a.d. ElSt. Couleur v. Kassiber brachte Couracious v. EH Sixtus, Lara XII a.d. Larissa XXI v. EH Sokrates ist Mutter des hochbewährten und im Dressursport bis S erfolgreichen Latimer v. St. Cloud. Die herrliche Donaumärchen wurde Mutter des Donauzar v. Distelzar und über ihre Tochter Donausage v. Kennedy Großmutter des Donaufischer v. Sevillano xx. Ihre Vollschwester Donaumärchen II ist die Mutter des in Hannover, Westfalen und im Rheinland gefragten Donautanz v. De Niro.

Käthe Kruse a.d. Kassetta II v. Memphis – Mutter der doppelt prämierten SLP-Siegerin und Eliteauktionsstute Kielia v. Herzruf, der ebenfalls doppelt prämierten Ia-Preisträgerin der Landesschau Schleswig-Holstein 2001 und Reservesiegerin bei Eintragung und SLP Kampen v. Friedensfürst sowie des teuersten nicht gekörten Hengstes beim Hengstmarkt 2003, Krombacher v. Gribaldi, der nach Kanada zugeschlagen wurde – gehört zu den besten Töchtern des Caprimond. Kate v. Friedensfürst u.d. Kassiopeia III v. Caprimond war 2. Reservesiegerin der letzten Landesschau in Rheinland-Pfalz.

Carry, hannoversch gebrannt, aber rein Trakehner gezogen a.d. Kiks v. Laterit und einer Vollblutstute, ist Mutter des in Hannover und Baden-Württemberg geschätzten Bundes¬champions Dacaprio v. Davignon. Championess a.d. Argentina v. Argentan ist Mutter des beim KWPN anerkannten Nachwuchsbeschälers Zucchero v. Depardieu.

Dongola III a.d. Donaufürstin v. EH Sokrates brachte das M-Dressurpferd Duval v. Herzzauber, der mittlerweile knapp 1.500 Euro auf seinem Gewinnkonto stehen hat. Herbst-Conny ist Mutter des Hengstes Herbstmeister v. Kennedy, der in Spring- und Geländeprüfungen bis zur Klasse M geht und eine Gewinnsumme von 3.623 Euro auf dem Konto hat.

NACHZUCHT im Sport

Caprimonds Kinder machen – der Abstammung und väterlichen Eigenleistung gemäß – vornehmlich im Dressursport von sich reden. Allerdings kein Grund, dass Hollodri a.d. Hortensie II v. Hemmingway mit Erfolgen bis zur Klasse S und fast 5.000 Euro Gewinnsumme zu den erfolgreichsten Trakehner Fahrpferden überhaupt zählt. Kundry a.d. Kina v. Incitatus zieht die bunten Stangen eines Parcours eindeutig vor – sie ist bis zur Klasse M im Springen erfolgreich. Und Banner a.d. Bayonne v. Kassius schickt sich im Vielseitigkeitssport unter Hans-Heiner Held bzw. seiner Tochter Nadine an, in die Fußstapfen seines berühmten Stallkollegen Salino zu treten. Insgesamt haben 472 Caprimond-Kinder im Turniersport mittlerweile eine Gewinnsumme von 212.463 Euro (Stand Ende 2006) errungen, zwölf Trakehner und vier anders gebrannte Nachkommen tummeln sich in der S-Klasse der Dressur.

Inselmond a.d. Innung v. Amagun und Hohenstein a.d. Helena XIV v. Matador sowie den Enkel Latimer v. St. Cloud erwähnten wir ja schon. Aventin a.d. Avantgarde v. Marduc ertanzte sich im Viereck knapp 14.000 Euro, seine Dreiviertelschwester Avoni a.d. Amazone v. Marduc hat schon 6.149 Euro auf dem Konto. Liaison a.d. Ludzyna v. Egmont kam auf 7.144 Euro, Donatus a.d. Donata VII v. Wildfeuer immerhin auf 3.811 Euro. Auch Acardi Z a.d. Abiata v. Gasperone, Dornfelder a.d. Dibana II v. Ibar xx, Falstaff a.d. Flotte v. Istanbul und Altkönig a.d. Amazing Maiden v. Matador sind bis Klasse S erfolgreich.

Das österreichische Warmblut Coronio, der Oldenburger Canaster, die Bayernstute Galiste F und der in Sachsen-Anhalt gezogene Clinten vertreten die Farben ihres Trakehner Vaters Caprimond erfolgreich und werbewirksam ebenfalls in Dressurprüfungen bis zur Klasse S.

Ganz aktuell wird die Caprimond-Dynastie bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Verden am ersten August-Wochenende von zwei Fünfjährigen vertreten: Der Oldenburger Noble Dream v. Caprimond aus einer Donnerhall-Mutter geht für Frankreich an den Start, der Hannoveraner Highlander v. Hohenstein aus einer Hill Hawk xx-Mutter für Schweden.

Text und ©: Karin Schweiger
Fotos: Hengsthalter