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Cornus


Braun, St., l.Vfsl, r.Hfsl unreg.w.
geb. 18.05.1988

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig1.6119120.5
volljährig1.6521

Züchter:
Volker Landwehrmann, Schmallenberg
Aufzüchter:
Volker Landwehrmann, Schmallenberg

Gekört 1990 Neumünster

Pedigree

Ravel E.H., B. 1981 Mahagoni, Db. 1974 Pasteur xx, Db. 1963 Bürgermeister xx
Praline xx
Maharani II, PS, B. 1969 Flaneur
Marquise
Rauhe, Df. 1970 Donauwind, B. 1965 Pregel
Donaulied
Rastenburg, R. 1965 Isländer
Regina
Cornu, B. 1983 Illuster, Db. 1977 Osterglanz xx, Db. 1970 Neckar xx
Osterblume xx
Indiana, B. 1970 Kurfürst
Isolda
ElSt. Cornau, B. 1971 Lothar, Df. 1960 Julmond
Loge
Corry, B. 1955 Altan
Corrida

Hengstlinie des Pasteur xx, Stutenfamilie der T14L2 Corry (Gestüt Hunnesrück)

Eigentümer

1990-1992: Gestüt Heinen-Bönninghardt, Issum/Rheinland
seit 1993: Hengstgemeinschaft Cornus

Stationierung

1991-1992: Pb Gestüt Heinen-Bönninghardt - Issum Rheinland
1993-1996: Pb Gestüt Aichen - Neudrossenfeld Bayern
1997: im Sport
1998: LH Gestüt Neuhof - Duggendorf Bayern
1999-2003: LH Gestüt Majenfelderhof - Bosau Schleswig-Holstein
seit 2004: Pb Gestüt Untere Mühle - Goldkronach Bayern

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Warendorf 1991

Charakter: 9,0 Schritt: 7,0 (T 9,0)
Temperament: 9,0 Trab: 6,33 (T 7,0)
Leistungsbereitschaft: 8,0 Galopp: 6,67 (T 7,0)
Leistungsfähigkeit: 7,0 Springanlage: 7,0 (FS 6,5 / Parc. 6,0)
Rittigkeit: 7,33 (T 7,0) Geländeprüfung: 6,67 (Jagdg. 101,0 sec)
Rittigkeitsindex: 111,77 (6.) Springindex: 99,10 (8,)
Gesamtindex: 109,79 (7./20) Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
in Springprüfungen bis zur Klasse M LGS 51,-€ Stand 2008

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
33128112122 118112111131 1250,6


Gekörte Söhne (1): Ursprung

Töchter (33): ElSt. Urbanita, PS Usambara VII, Ulmenfee, PS Umsel, Dare, Jokehmen, Kalima, PS Sabra II, SPS Flamenca III, PS/SPS Ulanka XI, PS Lacorna, Galatea, Caro Sieben, Ukele, Undine, PS/SPS Utina IV, Uljana, Jana, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:62 LGS 16076,-€ Stand 2008
davon mit Platzierungen:12 JGS 2237,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:Dre. S 2 in 2008


Cornus erschien unter dem Namen Cocon zum erstenmal anlässlich der Körung Neumünster 1990 im Rampenlicht. So grundsolide wie seine Abstammung erschien der Körkommission auch der Hengst selbst – nicht spektakulär, aber er konnte überall überzeugen. „Mittelgroßer, dabei relativ ausgereift wirkender Ravel-Sohn aus der Vollschwester der Bundeschampionatssiegerin und in der Dressur erfolgreichen Corna, mit schönem Gesicht und guter Halsung, mit solidem Körper in guter Aufteilung und korrekten, stabilen Beinen, eifrig und elastisch in der Bewegung und mit guter Bascule und Technik über dem Sprung.“

Züchter Volker Landwehrmann, der die Hunnesrückerin Cornau einige Jahre in seiner Zucht haben durfte, freute sich über das positive Körurteil – und sicher noch mehr darüber, dass sein Edelstein mit dem Gestüt Heinen-Bönninghardt im rheinischen Issum einen Käufer fand, auf dessen renommierter Station dem Hengst wohl eine schöne Karriere bevorstand.

Die Hengstleistungsprüfung in Warendorf absolvierte Cornus 1991 im vorderen Drittel, wobei Charakter und Temperament besonders hoch benotet wurden. Seine ersten beiden Fohlenjahrgänge im rheinischen Zuchtbezirk ließen sich gut an.

Der inzwischen verstorbene Adolf Dörfler, tierzüchterisches Genie aus dem Raum Bayreuth, wurde auf den Hengst aufmerksam. Im Rahmen einer Hengsthaltergemeinschaft kaufte er den Hengst an und stellte ihn als Nachfolger für Bartholdy in seinem Gestüt Aichen in Neudrossenfeld auf. Drei Jahrgänge mit hervorragender Nachzucht schlossen sich aus züchterischer Sicht an, bevor Adolf Dörfler aus der Gemeinschaft ausstieg und Cornus seinen Partnern überließ.

Als große Verfechter des Leistungsgedankens in der Zucht beschlossen die, dass der eigene Hengst da mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Vom Pedigree her überwogen bei Cornus sicher die Dressurgene, doch angesichts seiner nicht minder guten Veranlagung zum Springen kam der Hengst in den Beritt von Klaus Krüp. Er stellte Cornus bis zur Klasse M im Turniersport vor. „Bei drei sehr guten Grundgangarten prädestiniert die Rittigkeit und raumgreifende Galoppade Cornus für das Springen, wobei er auch sehr gutes Springvermögen, rasche Lernfähigkeit und Technik zeigt“, so lobte der bayerische S-Springreiter seinen Schützling.

Nach einem einjährigen Intermezzo im Gestüt von Dr. Annette Wyrwoll in Duggendorf ging Cornus als Leihhengst und zur dressurmäßigen Weiterbildung auf den Majenfelderhof von Stephanie Herken-Wendt in die Holsteinische Schweiz. Herken-Wendt bildete den Hengst dressurmäßig ebenfalls bis Klasse M aus, stellte ihn aber nicht auf Turnieren vor. Auch in Holstein konnte Cornus einige gute Töchter und Sportpferde zeugen.

2004 schließlich kehrte er zurück nach Bayern und steht seither im Gestüt Untere Mühle in Goldkronach bei seinem Mitbesitzer Dr. Friedrich Nüssel im Natursprung auf Station. Seinen einmaligen Charakter und seine gute Veranlagung wie Ausbildung in beiden Sparten der Reiterei stellt der Hengst noch im 20. Lebensjahr bei Schaubildern vor Publikum unter Beweis. So urteilt auch Dr. Annette Wyrwoll, Olympia-Vielseitigkeitsreiterin, über diesen Hengst: „Cornus besitzt bei vorbildlichem Interieur und natürlicher Rittigkeit eine sehr gute Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit bei taktreiner Bewegungsmanier.“

Cornus führt 39,05% Vollblut in seinen Adern, das hauptsächlich über Pasteur xx und Osterglanz xx kommt, jedoch auch über Stern xx. Arabische Elemente fließen über Maharadscha und Pregel ein. In den ersten fünf Generationen finden wir den großen Ticino xx zweimal in der 5. Ahnenreihe – nämlich als väterlichen Großvater von Osterglanz und als mütterlichen Großvater von Pasteur. Zudem treten die herausragenden Trakehner Vererber Pregel und Altan jeweils in 4./5. Ahnenreihe auf. Ansonsten ist das Pedigree von überragenden Vererbern väterlicherseits und grundsolidem alten Trakehner Hauptgestütsblut mütterlicherseits geprägt.


DER VATER

Der dunkelbraune Ravel ist einer der Hengste, die ihren Elitetitel mit Fug und Recht tragen. Er überzeugt nicht nur mit seiner erlesenen Abstammung, die schon beim Betrachten außergewöhnliche Rittigkeit verspricht, er wusste auch mit seinem Gebäude und seinen Bewegungen zu überzeugen. Dazu kam eine lupenreine Eigenleistung, die mit dem exzellenten Ergebnis der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf begann und ihn unter dem Sattel von Kathrin Poll zu Erfolgen bis Klasse S in der Dressur führte. Nebenbei stehen in Ravels Erfolgsbilanz auch Platzierungen in Springprüfungen bis zur Klasse L zu Buche. Noch 18-jährig präsentierte er sich frisch im Sport unter den Poll-Söhnen. Last, but not least, hat Ravel als Vater wahrlich überzeugen können. Vier Söhne wurden gekört und rund 70 Töchter allein im Trakehner Stutbuch eingetragen.

Der Vater Mahagoni ist Legende – zehn Söhne und über 100 eingetragene Stuten in der Trakehner Zucht sowie Sportpferde vom Format eines Olympia-Dressurpferdes Peron stempeln diesen Halbblüter zu einem Jahrhundertvererber. Neben Ravel selbst und dem erwähnten Peron sind allein elf weitere Trakehner Kinder des Mahagoni im Dressursport bis Klasse S erfolgreich, darunter die Hengste Kronjuwel und Radom. Braveur (bis Klasse S) und Bajar (bis Klasse M) haben Erfolge im Springparcours. Der „Prototyp des Veredlerhengstes im besten Sinne“ (Dr. von Velsen) begann seinen Triumphzug, der leider nur bis zu seinem elften Lebensjahr dauern sollte, als Sieger der Hengstleistungsprüfung von Adelheidsdorf 1977. Söhne wie Mahon, Enrico Caruso, Radom, Bartholdy, Inspekteur und eben Ravel erhalten das Blut dieses herrlichen Hengstes in der weltweiten Zucht.

Auf Mahagonis Vater Pasteur xx sind wir bereits bei der Besprechung seines Halbbruders Michelangelo eingegangen. Mahagonis Mutter war keine Geringere als Gottfried Hoogens legendäre Marquise-Tochter Maharani II. Sie führte mit Flaneur und Altan zwei weitere Beschäler mit Stempelhengstqualität in Ravels Pedigree. Selbst Halbschwester der Beschäler Markasit v. Hartung, Marakesch v. Patron (Niederlande) und Majoran v. Rubin (den wir als Vater des Körsiegers Preußenprinz schon kennen gelernt haben) sowie der Landesschau-Preisträgerin Mona Lisa II v. Spielhahn xx, der Großmutter des im vergangenen Jahr gekörten Maxwell und seines in diesem Jahr zur Vorstellung kommenden Vollbruders, bewährte sich Maharani II trotz gerade mal sechs lebender Fohlen bis zu ihrem Ausscheiden aus der Zucht als eine der elitärsten Stuten, die im Zuchtbuch der Trakehner geführt werden.

Mit Marlon v. Pasteur xx lieferte sie einen auch in Belgien gefragten Beschäler, mit Mahagoni v. Pasteur xx einen Jahrhundertvererber und mit Mackensen v. Patron einen Elitehengst. Zur weiteren Nachzucht dieser Ausnahmestute zählen das M-Dressurpferd Malesh v. Patron sowie ihre beiden einzigen Töchter Marina VII v. Insterfeuer und Mahedia v. Pasteur xx.

Ravels Mutter Rauhe ist eine Tochter des nicht minder verdienstvollen Donauwind. Der Pregel-Sohn aus der Krebs’schen Donaulied hinterließ der Zucht trotz vieler „Ausflüge“ ins Ausland 16 gekörte Söhne und 125 eingetragene Töchter. Zu den Aushängeschildern seines züchterischen Einsatzes gehören der olympische Goldmedaillengewinner Abdullah und Dr. Reiner Klimkes Grand-Prix-Dressurpferd Fabian. Rauhe entstammt der Familie der Reni, mit der die Zucht des Gestüts Neversfelde (Veronika von Schöning) ihren Ausgang nahm. Rauhe, eine Halbschwester des gekörten Ricardo v. Index, der auf Turnieren Dressur bis L und Springen bis M erfolgreich ging, eine Halbschwester des S-Dressurpferdes Samur v. Schwarm und des M-Dressurpferdes Rombinus v. Karneval, brachte der Zucht neben dem L-Springpferd Ranke v. Schwarm und dem A-Dressurpferd Robert W v. Herbststurm vor allem die beiden überragenden Hengste Ravel und Rockefeller v. Consul. Beide Hengste haben Erfolge im Dressursport bis Klasse S und beide Hengste haben sich mit hervorragender Nachzucht in Szene setzen können.

Ravels Töchter bewährten sich auch als Mütter erfolgreicher Sportpferde: Hilka ist Mutter des S-Dressurpferdes Lemon v. Amiego und von Carola Koppelmanns hoffnungsvollem Nachwuchscrack für die ganz große Tour, Hinnerk TSF v. Buddenbrock, Hinnerks Vollbruder Hulian wurde im vergangenen Jahr gekört. Colette III ist Mutter des S-Dressurpferdes Cheops v. Guter Planet, Marli brachte das S-Dressurpferd Maximiliane v. Consul und das M-Dressurpferd Mogli v. Guter Planet, Markesa brachte das M-Dressurpferd Maquisar v. Kostolany. Kavallinas Sohn Kaiserwalzer v. Consul geht Dressur und Springen bis Klasse L, Geländeprüfungen bis Klasse M erfolgreich; Karisma II schließlich wurde bei Sybille Michalski Mutter des L-Vielseitigkeitspferdes Konja M v. Machandel, das dazu Springen bis Klasse M erfolgreich geht.

Ravels Tochter Capriola, eine Halbschwester der Klosterhofer Vererberlegende Caprimond, wurde Mutter des seinerzeitigen Prämienhengstes Carlton v. Polarpunkt, der aber rasch wieder von der Bildfläche verschwand. Gute Laune a.d. Guranda v. Marsilio xx ist Mutter der Reservesiegerin der diesjährigen Rheinischen Eintragung, Gute Nacht v. Buddenbrock. Ravels Tochter Eichenblüte a.d. Elsbeere v. Louidor war Trakehner Reitpferdechampionesse, Bundeschampionatsteilnehmerin und wechselte über die Reitpferdeauktion in Neumünster 2006 den Besitzer.

30 Trakehner Kinder und Enkel des Ravel tummeln sich in den Königsklassen M und S in allen Disziplinen erfolgreich auf deutschen Turnierplätzen. Am erfolgreichsten, nämlich bis Klasse S sind seine Söhne Playback a.d. Perconia v. Consul, Harlekin a.d. Hasel II v. Ferlino, Cavalieri a.d. Cara Mia v. Horace und Rocky Racoon a.d. Opposition v. Schiwago im Dressurviereck unterwegs. Rehmus a.d. Mira XI v. Kant legt für seinen Vater in Springparcours bis Klasse S Ehre ein. In Vielseitigkeitsprüfungen bis Klasse M erfolgreich sind Mein Polli a.d. Marussja v. Habicht, der auch Springerfolge bis zur selben Klasse verbucht, und Windson a.d. Wolissa v. Sigurd. Im Fahrsport bis zur höchsten Klasse erzielte Irabell a.d. Intarsia II v. Consul ihr Gewinngeld.

Tequila Sunrise a.d. Topsi v. Consul wurde von der American Trakehner Association als erfolgreichstes Prix-St-Georges-Pferd geehrt. Ravellina v. Ravel verhalf ihrer Reiterin zur westfälischen Dressurmeisterschaft der Junioren.


DIE MUTTER

Die Cornus-Mutter Cornu ist eine der zahlreichen Trakehner Stuten, die sich in direkter weiblicher Linie auf die älteste in Trakehnen begründete Stutenfamilie zurückverfolgen lassen, nämlich die der 1787 eingestellten türkischen Araberstute Fatme ox. Die im Hauptgestüt gezogene Nachfahrin Corrida v. Bussard u.d. Corinna v. Ararad, eine für damalige Verhältnisse große Stute, die deutlich vom schweren Rappenblut der Gurdzener Herde geprägt war, begründete nach dem Krieg im Westen eine umfangreiche Stutenfamilie über ihre Töchter Ceres v. Neuling und Corry v. Altan.

Der schmale Zweig der Ceres, stets recht blutbetont angepaart, ist heute noch über einige wenige Stuten und den Dressurhengst Chardonnay v. Rockefeller lebendig. Sehr starke Verbreitung erfuhr der Zweig der Corry, einer Vollschwester des Beschälers Cornett, die denn auch von ihrer Hauptwirkungsstätte, dem Gestüt Hunnesrück, aus eine eigene Familie gründete. Über Corrys Tochter Corvina und ihre großen Verdienste in der Zucht wurde schon bei der Besprechung des jüngst eingegangenen Couleur-Fürst ausführlich geschrieben. Als wohl jüngster interessanter Hengstzugang dieses Zweigs der Corry-Familie sorgt der jetzt 6-jährige Carel Deak, abstammend vom ungarischen Vollblüter und Celler Landbeschäler Markus Deak xx u.d. Calliope v. Arogno vom Landgestüt Prussendorf aus für auffällige erste Fohlenjahrgänge. Calliope ist eine Tochter der inzwischen im englischen Gestüt Holme Grove wirkenden, schon in Deutschland auf Schauen hoch prämierten Copelia II v. Bartholdy und Hans Werner Pauls bewährter, doppelt prämierter Cordula v. Schiwago, deren Mutter Coretta v. Auftakt als beste Tocher der dreifachen Hengstmutter Corvina v. Boris gilt.

Von der Bedeutung her ihrer Halbschwester Corvina sicher ebenbürtig ist die ebenfalls mit dem Elitetitel des Verbandes geadelte Cornau v. Lothar. Der solide Dunkelfuchs Lothar war einer der Söhne des Marbacher Stempelhengstes Julmond, seine Mutter Loge begründete im Haupt- und Landgestüt Marbach eine eigene Stutenfamilie. Sie war nicht nur dreifache Hengstmutter und brachte dem Gestüt vier Nachfolgerinnen in die Zuchtherde, ihr Einfluss ist heute auch in der Trakehnerzucht über ihre grandiose Enkelin Liga v. Pregel aktueller denn je, unter deren fünf gekörten Söhnen drei mit großer Bedeutung für die Trakehner Zucht sind: Lichtenstein v. Chinatown xx, Le Duc v. Anduc und Laurel v. Stan the Man xx.

Cornau, 1.64 m Stock groß und von Dr. Fritz Schilke mit den Noten 1,2,2/1,1 eingetragen, wurde 1974 anlässlich der DLG-Ausstellung in Frankfurt mit einem I. Preis bedacht, war Ic-Preisträgerin der 1. Trakehner Bundesschau in Verden 1975 und erhielt bei der 1. Bundesschau des Deutschen Reitpferdes in Münster-Handorf 1979 einen Ii-Preis. Die Stute wurde 26 Jahre alt, brachte verschiedenen Züchtern in 17 Zuchtjahren zwölf lebende Fohlen, das letzte im Alter von 24 Jahren. Nur ein einziges ihrer Fohlen war ein Hengst – und was für einer!

Consul v. Swazi xx war der letzte gekörte Hengst aus der Zucht des Trakehner Verbandes, der im Gestüt Hunnesrück gezogen wurde. Vom Gestüt Hörem der Familie Poll aus revolutionierte er die Zucht – er gilt als einer der größten Leistungsvererber, und das nicht nur in der Trakehner, sondern auch in der Hannoveraner und Oldenburger Zucht. 1983 und 1984 gewann Consul das Reitpferde-Championat in Wiesbaden, 4-jährig war er zudem DLG-Sieger in Frankfurt. Seine Karriere als Deckhengst eröffnete Consul mit einem Paukenschlag: Gleich mit seinem ersten Fohlenjahrgang lieferte er 1986 bei der Körung in Neumünster neben dem Siegerhengst Seigneur und dem Reservesieger Rockefeller noch zwei weitere gekörte Hengste (Onassis und Inkognito). Auch in späteren Jahren stellte Consul immer wieder bedeutende Söhne in Neumünster vor, so etwa den Reservesieger von 1987 Guter Planet und den 1996 geborenen Kaiserwalzer. Zugleich nahm Consul über seine weiblichen Nachkommen erheblichen Einfluss auf die Zucht: Allein zehn gekörte Hengste, darunter die Celler Landbeschäler Don Vino und Don Frederico, gingen aus Consul-Töchtern hervor. In der Trakehner Zucht begründete Consul mit seinen Söhnen Rockefeller und Guter Planet zwei wichtige Hauptlinien. Legion sind die Namen seiner Nachkommen, die es in den großen Dressurvierecken im In- und Ausland zu Rang und Namen gebracht haben. Bei den Trakehnern fallen einem da spontan Namen ein wie Donnersberg, Harlem, Hatari, Haute Volée und viele, viele andere.

Cornaus Tochter Caro-Dame II v. Karo As, die leistungsgeprüft und im FN-Leistungsstutbuch A eingetragen war sowie auf einer Landesschau gezeigt wurde, wurde vor allem als Mutter des Höremer Beschälers Connery bekannt.

Cornaus Tochter Corna v. Illuster, eine zwei Jahre ältere Vollschwester der Cornus-Mutter Cornu, legte eine Bilderbuchkarriere hin. Unter Miriam Henschke war sie die erste Trakehner Bundeschampionesse, unter Julia Westphal gewann die Stute in Dressurprüfungen bis zur Klasse S mehr als 43.500 Mark, und in der Zucht setzte sie mit dem Prämienhengst Checkpoint v. Polarpunkt, der für gutes Geld bei der Stutenauktion Neumünster 2006 verkauften, doppelt prämierten und tragenden Corné v. Buddenbrock und dem mittlerweile in Aufbauprüfungen erfolgreichen Check in v. Buddenbrock Zeichen.

Cornaus Tochter und Cornus’ Mutter Cornu, 1983 geboren, war selbst Reservesiegerin der Zentralen Stuteneintragung. Ihr Vater Illuster war ein Halbblüter v. Osterglanz xx aus der Stutenfamilie der Isola Longa. Mütterlicherseits war der als großrahmig mit viel Volumen und großen Körperpartien beschriebene Dunkelbraune nach typischem Webelsgrunder Muster gezogen: Seine Mutter war eine Tochter des Pregel-Sohnes Kurfürst, der ja auch für andere erstklassige Webelsgrunder Mutterstuten gesorgt hat, und einer Impuls-Tochter. Illuster deckte nur wenige Jahre, bevor er nach Großbritannien abgegeben wurde, hinterließ der deutschen Zucht aber einen gekörten Sohn und acht eingetragene Töchter. Pomona wurde Mutter von Österreichs erster Elitestute Pochette v. Abdullah, die Sporterfolge in Dressur und Springen bis Klasse M hat. Ihr Vollbruder Pinot de Pinot geht Springen bis Klasse M. Illusters Sohn Idealist a.d. Regula II v. Insterruf eifert seiner Halbschwester Corna aus gleicher Züchterfamilie mit Dressurerfolgen bis Klasse M nach. Regulus v. Illuster war Bundeschampionatsfinalist.

Cornu vertrat die Zucht der Familie Landwehrmann auf einer Landesschau und brachte der Zucht neben dem gekörten Cornus noch das S-Dressurpferd Chapeaurouge C.F.S., einen 1990 geborenen Wallach v. Rockefeller, der 1996 seine Karriere beim Bundeschampionat startete und mittlerweile 4.771 € Gewinnsumme in seinem Scheckheft stehen hat. Der Wallach wurde zunächst von Dr. Christiane Schmidt vorgestellt und ging dann unter Thorsten Dietz erfolgreich.

Auch der Familienzweig von Corridas Halbschwester Pika v. Piligrim konnte mit wahren züchterischen Highlights in der Trakehnerzucht auf sich aufmerksam machen. Pikas Tochter Opushka v. Oplot ist Mutter der internationalen Springstute Date Up, Siegerin der PanAmerikanischen Spiele und Norwegische Landesmeisterin. Opushkas Sohn Fleetwater Oppidan siegte nicht nur im Busch von Gatcombe Park, sondern war auch in Dressur- und Springprüfungen bis mittlerem Niveau erfolgreich.

Opushkas Trakehner Sohn Fleetwater Opposition trägt den Elitetitel der englischen Pferdezucht wegen seiner hohen Eigenleistung in allen klassischen Disziplinen und seiner erstklassigen Nachzucht, darunter das französische WM-, EM- und Olympia-Vielseitigkeitspferd (1996) Yarlands Summer Song, das internationale Springpferd Utopian Opposition und das von Sarah Millis in Spanien und Deutschland vorgestellte Ausnahmedressurpferd Royal Opposition.

Pikas Tochter Pawana v. Welt wurde Mutter des erst kürzlich eingegangenen internationalen Springhengstes und Olympiapferdes Almox Prints.


NACHZUCHT

Aus seiner Zeit im bayerischen Gestüt Aichen bei Adolf Dörfler stammen nicht nur eine ganze Reihe hervorragender Sportpferde und glänzend bewährter Mutterstuten, sondern auch Cornus’ bisher einziger gekörter Sohn – und was für einer! Ursprung a.d. Utimor v. Istanbul wurde 1998 gekört und ging in den Besitz des Niederländers Bert Wesseloo. Ursprungs Mutter Utimor ist eine rechte Schwester der Elitestute Ulrike, brachte der Zucht neben Ursprung das S-Dressurpferd Ulan v. Cornus, das M-Springpferd Ulandus v. Rockefeller und die bewährte Zuchtstute Uruquay II v. Bartholdy. Über Uruquay ist Utimor Großmutter der frisch gekürten Elitestute Urbanita.

Ursprung legte seine Hengstleistungsprüfung mit passablem Ergebnis in Redefin ab und blieb dann bis 2001 als Landbeschäler im Landgestüt Moritzburg. Auch einige Fehlschläge beim Beritt hielten Bert Wesseloo nicht davon ab, zum einen die Sportkarriere seines Hengstes weiter zu verfolgen und zum anderen an ihn zu glauben. Der Erfolg sollte ihm Recht geben. Im Beritt von Dorothee Schneider stellte sich dann eine unaufhaltsame Siegesserie ein, die mit dem Trakehner Dressurchampionat anlässlich des Bundesturniers 2002 ihren Ausgang nahm und heute mit Siegen und hohen Platzierungen bis hin zur Intermédiaire noch kein Ende gefunden hat. Seit zwei Jahren fungiert auch Ursprung als Werbeträger für seine Rasse, indem er auf Turnierprüfungen mit dem „Nachnamen“ TSF der Trakehner Sportpferdeförderung startet.

Dass die züchterische Karriere des Hengstes dabei ein wenig ins Hintertreffen geriet, ist verständlich – dennoch gibt es jetzt schon einige hoffnungsvolle Nachkommen des Ursprung. Seiner Abstammung und auch Eigenleistung gemäß vererbt Ursprung sich ganz offensichtlich nicht als reiner Gangvererber, die meisten seiner Kinder – vor allem aus der Zeit im Osten der Republik – verfügen über ordentliches Springvermögen. Am erfolgreichsten im Sport ist bisher die jetzt 6-jährige Stute Filea a.d. Freigabe v. Opal, die in Springprüfungen der Klasse L platziert ist.

Cornus stellte der Zucht mittlerweile über 30 eingetragene Töchter. Ganz im Stil ihres Vaters und dessen mütterlicher Linie sind es meiste keine brillanten „Schauköniginnen“, sondern eher Stuten, die erst auf den zweiten Blick mit Solidität und Zuverlässigkeit überzeugen. Urbanita a.d. Uruquay II v. Bartholdy wurde kürzlich nach Erfolgen im Dressursport bis Klasse M zur Elitestute gekürt; Ulmenfee a.d. Usambara III v. Rockefeller war haushohe Siegerin des bayerischen Freispringcups 2001. Die doppelt prämierte Utina IV a.d. Uttica II v. Karon war Siegerstute der Zentralen Eintragung Bayern 1999, war auf der Landesschau 2001 Klassensiegerin und stellte mit Ulena v. Michelangelo die Beste Vierjährige der Eintragung 2005.

Die Staatsprämienstute Flamenca III a.d. Fortune IV v. Camelot wurde Mutter des M-Springpferdes Fleur Rouge v. Houston; die doppelt prämierte Ulanka XI a.d. Uppsala v. Goldino war nicht nur selbst im Dressursport bis Klasse M erfolgreich, sondern auch unangefochtene Klassensiegerin anlässlich der baden-württembergischen Landesschau 2005; Prämienstute Lacorna a.d. La Native xx v. Native Guile xx ebnet nach ihrem ersten Fohlen gerade dem Buschnachwuchs des Hauses Wyrwoll den Weg in den größeren Sport; Galatea wurde Mutter des M-Dressurpferdes Georgio Fin v. Finley M; die mächtige Umsel wurde Mutter der viel beachteten Unica v. Sabary, die nicht nur Klassensiegerin bei den 2-Jährigen auf der bayerischen Landesschau 2001 wurde, sondern in souveräner Manier dreijährig den Freispringcup gewann.

Auch im Sport tummeln sich einige Cornus-Kinder, die ihre Schleifen vornehmlich im Dressursport sammeln. Neben Ursprung und seinem Vollbruder Ulan, die beide bereits in der S-Klasse erfolgreich sind, konnten sich Una Lavinja a.d. Utine v. Bartholdy, die schon erwähnte Ulanka XI und Kordon a.d. Kordelia IV v. Mackensen in der Klasse M behaupten.

In ihre Fußstapfen folgen mit Schleifen aus der Klasse L die Dressurpferde Ups a.d. Ullissa v. Bartholdy, Gina a.d. Giroma v. Bartholdy, Isotop S a.d. Ikone v. Mahagoni, Julia a.d. Jenny v. Gunnar, Karausche a.d. Kordia v. Mazagran und Kalvin a.d. Karina v. Arogno. Mit L-Erfolgen im Springparcours warten Unica a.d. Urtica IV v. Bartholdy und die schon erwähnte Lacorna auf. Der imposante Ricordiamo a.d. Ritzy Pitzy xx v. Kuwait Beach xx, einer Vollschwester zu Ingrid Klimkes Sleep Late xx und Mutter der aktuellen besten 4-Jährigen im Rheinland, konnte mit L-Geländeerfolgen punkten, bevor er als Jagdpferd nach Herrenchiemsee verkauft wurde – und heute das wohl meistfotografierte Jagdpferd Bayerns ist. Mit bayerischem Brand auf dem Hinterschenkel ist die jetzt 10-jährige braune Ben’s Bluechip, von Angelika Anders in Litzendorf aus einer Ben Faerie-Tochter gezogen, im Busch bis Klasse M erfolgreich unterwegs.


Text und ©: Karin Schweiger
Fotos: Hengstbuch, Hengstverteilungsplan, Hengsthalter