Trakehnerfreun.de - Treffen im Internet

Benz E.H.


Dunkelbraun, Sth., schat.. Schn.
geb. 04.12.1987

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16619820.8
volljährig16821

Züchter:
Horst Ebert, Neckarsteinach
Aufzüchter:
Katrin Poll, Hörem

Gekört 1990 in Neumünster

www.hoerem.de

Pedigree

Rockefeller, Db., S-Dr. Consul, Db. Swazi xx, Db. Herero xx
Sayonara xx
PS u. E.St. Cornau, B. Lothar
Rauhe, Df., ZL 13/12 Donauwind, B. Pregel
Donaulied v. Sch.
PS Rastenburg, R., L/D Isländer
Regina
PSu E.St. Blinklicht II, F., L/D, ZL 18/12 Burnus AAH, B., VS Lapis A, Sch. 561 Siglavy II-22 A
Phänomen A
68 Fenék V, F. Fenék V
66 Major
Blitzlicht II, F., ZL 15/13 Pindar xx, F. Abendfrieden xx
Perle xx
E.St. Blitzrot, F. Hirtensang
Blitzmädel

Hengstlinie des Teddy xx (Eclipse xx), Stutenfamilie der T6A1 Blinklicht (Gestüt Schmoel-Panker)

Eigentümer

1987-1988: Horst Ebert, Neckarsteinach (Baden-Württemberg)
seit 1988: Katrin Poll, Hörem (Niedersachsen)

Stationierung

seit 1991: Privatbeschäler Hörem Niedersachsen

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1991

Charakter: 8,00 Schritt: 9,00 (T) - 8,33 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 8,00 (T) - 9,00 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 8,00 (T) - 7,67 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 6,00 (T), 5,33 (P), 6,25 (FS)
Rittigkeit: 9,00 (T) - 9,00 (P) Geländeprüfung: 7,33
Rittigkeitsindex: 145,08 Springindex: 93,00
Gesamtindex: 132,58 (4./72) Leistungsklasse: I

Turniersporterfolge:
Siege und Platzierungen im Dressursport bis Prix St. Georges/Intermediaire I, LGS 8437,- € Stand 2008

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
4510073132 109132124110 1150,9


Gekörte Söhne (1): Emerson

Töchter (61): Alexa, Ally McBeal, Allyson, Arosa Blue, Ashana, Ballina, Bellamie, Cornetta, Editha, Eichmedien, PSuSPS Eldana, PSuSPS Elita II, PSuSPS Esprit IV, Eva IV, Felicia VI, Fontäne, Gute Aussicht, Gute Wahl, Hansebrise, Juditten, Karma, Keep It Up, Kibia, Kimberley, Korika, Marjell, Mercedes VI, Raschuli, PSuSPS Samland IV, Sammina, Shila, Tanzfee, Tanzlied, Tosca, Weichsel, Wildblüte, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:109 LGS 25427,-€ Stand 2008
davon mit Platzierungen:14 JGS 2401,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:1 Dr. S in 08


Benz war eines des ersten Fohlen, das der später mit dem Elitetitel ausgezeichnete Hengst Rockefeller zeugte. Rockefeller selbst gehörte dem ersten Jahrgang des Elitehengstes Consul an, der 1986 zur Körung antrat – diese Körung ging unter dem Titel „Das Jahr des Consul“ in die Hengstmarkt-Geschichte ein, denn von elf (!) zur Körung zugelassenen Söhnen wurden vier gekört, darunter der Siegerhengst Seigneur aus der Burgschwalbe von Mozart-Ibikus, und der Reservesieger: Rockefeller zeichnete sich durch Größe, Kaliber und Großrahmigkeit sowie durch losgelassene Bewegungen mit guter Mechanik aus.

Der abzeichenlose Dunkelbraune verblieb als Consuls Boxennachbar bei seinem Aufzüchter Hubertus Poll in Hörem. 1987 trat er in Adelheidsdorf zur Hengstleistungsprüfung an, die er als Vierter von 45 Teilnehmern in Leistungsklasse I beendete. Ein Jahr später vertrat Rockefeller die Trakehner Farben beim Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes in Schenefeld: Er schaffte den Einzug ins Finale und wurde Vizechampion! In den folgenden Jahren wurde Rockefeller züchterisch stark frequentiert – seine Sportpferdekarriere wurde zunächst „auf Eis gelegt“. Erst als Zehnjähriger, nach dem Verkauf an das Gestüt Domselshof im rheinischen Kerken, wurde er wieder im Sport herausgebracht und konnte zwei Jahre später seine ersten S-Dressursiege vermelden. Mit Platzierungen bis Grand Prix konnte er seine Lebensgewinnsumme auf 5.044 € hochschrauben.

84 eingetragene Töchter aus den nordrhein-westfälischen Landeszuchten und der Trakehnerzucht, sechs gekörte Söhne und 150 registrierte Sportpferde, die bis Ende 2006 eine Nachkommen-Lebensgewinnsumme von 103.412 € erreichten: Dies ist die züchterische Bilanz Rockefellers, der 2001 getötet wurde.1996 wurde Rockefeller zum Elitehengst des Trakehner Verbandes aufgrund seiner Eigenleistung und der überdurchschnittlichen Exterieur-Zuchtwertschätzung ernannt.

Nach Benz, der 1990 aus dem ersten Fohlenjahrgang gekört wurde, stellte Rockefeller 1991 mit Chardonnay aus der Cera II von Mahon-Marsilio xx einen Prämienhengst. Auch er wurde als Vierjähriger Vizebundeschampion des Deutschen Reitpferdes, um danach einen fulminanten Karrierestart im Großen Viereck hinzulegen – 1996 war er der gewinnreichste 7jährige Hengst im Dressursport mit zahlreichen Siegen in Klasse S! Mit Alter Fritz lieferte Chardonnay bereits einen gekörten Sohn. Auf dem Trakehner Hengstmarkt 2007 wurde Chardonnay ebenfalls zum Elitehengst gekürt.

Unumstrittener Sieger der Körung 1993 war Fontainbleau von Rockefeller aus der Felicitas V von Mahagoni-Delaroche xx, der durch hohe Elastizität in der Bewegung und ein vorzügliches Interieur überzeugen konnte. Nach einer eher durchschnittlichen HLP kam Fontainbleau unter den Sattel von Andreas Dibowski und startete von nun an durch: 1999 wurde Fontainbleau im französischen Le Lion D’Angers Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde und war später hocherfolgreich auf 3*-Niveau. Leider ging dieser Leistungshengst bereits zwölfjährig ein; seine vielseitigen Qualitäten vererbte er sicher weiter, seine Nachkommen sind bereits in 3*-Prüfungen erfolgreich. Einer davon ist der gekörte El Greco TSF, der die Hengstlinie fortsetzt.

1994 war Artistic-Rock im Prämienlot der Trakehner Körung in Neumünster; er ist ein Sohn der Akazie VI von Seeadler-Italiener, der durch Großrahmigkeit und Korrektheit sowie beste Bewegungsqualitäten brillierte. Wie die anderen drei für die Trakehner Zucht gekörten Rockefeller-Söhne kann auch Artistic-Rock auf Platzierungen in der schweren Klasse verweisen – er wird bis Intermediaire I vorgestellt.

Zwei weitere Rockefeller-Söhne sind bei anderen Zuchtverbänden in Deutschland gekört: Aristo aus der Amona II von Mahon-Peer Gynt beim ZfdP und Chopard aus Chardonnays Großmutter Cecilie von Marsilio xx-Gunnar in Oldenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Auch unter Rockefellers Töchtern sind eine Reihe Ausnahmepferde zu finden, wie die Jahressiegerstute 1992 Klassik Rock aus der Karmah von Mahagoni-Schwalbenflug, die Jahressiegerstute 1993 Gute Welt aus der Guayana von Mahagoni-Trautmann oder Henriette III aus der Hirsa II von Patricius xx-Schabernack, Mutter der Jahressiegerstute 1998 Helia X von Elan xx.

Sportliche Aushängeschilder lieferte Rockefeller für alle drei reitsportlichen Disziplinen: In der Vielseitigkeit ist neben Siegerhengst Fontainbleau besonders Eos zu nennen, eine Tochter der Ecliptic von Sastor-Pasteur xx, die unter Frank Ostholt vielfach erfolgreich in CIC und CCI 3* war. In der Dressur waren neben den gekörten Söhnen Benz, Chardonnay und Artistic-Rock unter anderem Chapeau Claque aus der Capri von Idol-Habicht und Rhythmus aus der Hyjana von Mahon-Komet vielfach platziert in der schweren Klasse, im Springen waren Rockefellers Nachkommen bis M erfolgreich, so zum Beispiel Gaucho aus der Guave von Mahagoni-Lord xx.

Vater von Rockefeller war der Swazi xx-Sohn Consul, über den bereits im Porträt seines Sohnes Guter Planet berichtet wurde; Informationen über Consuls mütterliche Abstammung liefert die Beschreibung des Cornus , der ein Enkel von Consuls Mutter Cornau von Lothar ist.

Rockefellers Mutter Rauhe war eine kleine, eher unscheinbare Tochter des vielseitigen Sportvererbers Donauwind (Springlegende Abdullah unter Conrad Homfeld und das Grand-Prix-Pferd Fabian unter Dr. Reiner Klimke sind unvergessene Trakehner Sportheroen) und der DLG-Siegerstute Rastenburg. Zwölf Fohlen gebar Rauhe in dreizehn Zuchtjahren - die besten Vererbungserfolge hatte sie in Anpaarung an Halbbluthengste Mahagoni von Pasteur xx und Consul von Swazi xx: Die Prämienstute Rastenau wurde in die USA verkauft, wo sie den gekörten Hennesy-Sohn Rondel stellte, ihr Vollbruder Ravel von Mahagoni erhielt ebenso wie sein Halbbruder Rockefeller aufgrund seiner Eigenleistung im Dressursport bis zur Klasse S und seiner Vererbung den Elitetitel des Trakehner Verbandes. Der ein Jahr jüngere Vollbruder zu Ravel wurde in zweijährig in die USA exportiert und dort unter dem Namen Royal Ransum bei der ATA gekört. Rockefellers Vollschwester Rockefellina brachte mit dem Donaumonarch-Sohn Ruprecht ein international auf 2*-Niveau erfolgreiches Vielseitigkeitspferd.

Rauhes Mutter, die Prämienstute Rastenburg, war eine bewegungsstarke und bildschöne Rappstute. Sie wurde ebenfalls in dreizehn Jahren züchterisch genutzt und brachte neun Fohlen zur Welt. Nur zwei Töchter waren darunter, neben Rauhe war dies die Karneval-Tochter Resonanz, die züchterisch ohne Bedeutung blieb. Von Schwarm stammte Rastenburgs in schweren Dressurprüfungen erfolgreicher Sohn Samur, der während seiner Laufbahn über 3.300 € gewann. Zwei ihrer Söhne wurden gekört, erhielten aber keine züchterischen Chancen: Ricardo von Index deckte nur vier Jahre und wurde dann mit Platzierungen in M-Springen in die USA verkauft, der Karneval-Sohn Rombinus wurde nach einer Decksaison aus der Zucht abgemeldet und war später in Dressurprüfungen bis zur Klasse M erfolgreich.

Rastenburgs Mutter Regina von Lausbub war die einzige Tochter der Familienbegründerin Reni, die aus der ostpreußischen Privatzucht stammte. Neben Rastenburg war Rositten von Sterndeuter ihre wichtigste Tochter. Rositten wurde Mutter des gekörten Schabernack-Sohnes Rondo, der selbst in M-Springen erfolgreich war. Sein bekanntester Sohn war der im internationalen Dressursport hocherfolgreiche Friedensfürst, der leider zu früh abtrat. Friedensfürst zeichnete sich durch vielseitige Vererbung aus; seine Nachkommen sind bisher im Springen bis S, in der Dressur und in der Vielseitigkeit bis M erfolgreich, wobei viele junge Nachwuchshoffnungen erst am Beginn ihrer Karrieren stehen. Rosso von Escon aus der Rositten war in schweren Dressurprüfungen erfolgreich, die Ferlin-Tochter Roma II zeichnete sich durch hohe Fruchtbarkeit aus und brachte neben den gekörten Hengsten Rombus und Römer die doppelt prämiierte Rauschwe – eine Vererbungsleistung, mit der sie sich den Elitetitel verdiente. Eine weitere erwähnenswerte Rositten-Tochter ist Romanze XXI von Istanbul, deren Starway-Tochter Rominze für die Oldenburger Zucht den Nachwuchsvererber Faustinus von Fürst Heinrich stellt. Faustinus war Sieger seines 70-Tage-Tests 2006 mit Höchstnoten in der Rittigkeit.

Mütterlicherseits basiert Benz’ Abstammung auf einer der besten Stutenfamilien der Zucht, die auf eine der wenigen in den Westen geretteten in Trakehnen gezogenen Stuten zurückgeht: Die 1942 geborene Fuchsstute Blitzrot entstammt der Trakehner Fuchsherde. Sie gelangte über Georgenburg und Schlesien nach Schleswig-Holstein und wurde in Schmoel (später Panker) und Birkhausen züchterisch genutzt. Sie stammte von Hirtensang aus einer Kupferhammer-Tochter. Diese Hauptbeschäler waren zwei der besten Söhne des Parsival, dessen Vererbung durch Größe und Großrahmigkeit gekennzeichnet war - eine Eigenschaft, die in der Familie der Blitzrot bis heute verankert ist. Auch der hervorragende Vererber Obelisk, der korrekte und starke Fundamente vererbte, erscheint zweimal in vierter Generation im Pedigree der Blitzrot.

Die mit dem Titel „Elitestute“ vom Trakehner Verband ausgezeichnete Blitzrot war eine sehr typvolle, mittelgroße Stute mit kräftigem Fundament, deren Bewegungsablauf sich durch hohe Schwungentfaltung auszeichnete. Sie brachte in 18 Zuchtjahren 16 Fohlen, darunter die gekörten Hengste Carajan II, Blitz und Blickfang, die alle Carajan zum Vater hatten und aus ihren letzten Zuchtjahren in Birkhausen stammten. Alle drei wurden kaum in der deutschen Trakehnerzucht eingesetzt: Der mit schwungvollen und elastischen Bewegungen ausgestattete Blitz war Zweibrücker Landbeschäler und musste bereits achtjährig infolge eines Beinbruchs getötet werden, Blickfang beeindruckte bei seiner HLP durch Leistungsbereitschaft und seine hervorragende Galoppade; achtjährig wechselte er nach Österreich. Carajan II ging direkt nach seiner Körung in die USA. Eine der beiden bedeutendsten Blitzrot-Töchter war die Vollschwester dieser drei Vererber, Blizza, die unter anderem Mutter des Vererbers Blitzwind von Donauwind wurde, der nur kurz in Deutschland deckte und dann über die Niederlande in die USA verkauft wurde, wo er erfolgreich im Dressursport eingesetzt wurde. Blizzard, ein Vollbruder zu Blitzwind, war in M-Springen erfolgreich. Blizza war eine sehr großrahmige Stute mit viel Typ, kräftigem Fundament und überragendem Schwung.

Die andere bedeutende Tochter der Blitzrot war die in Schmoel gezogene Blitzlicht II, die den bedeutenden Vollblüter Pindar xx zum Vater hatte, von dem sie Härte und Trockenheit erbte. Blitzlicht II war eine harmonische, korrekte Fuchsstute mit viel Gang, die in 15 Zuchtjahren 12 Fohlen gebar. Gleich ihr erstes Fohlen, das von dem mächtigen Rappen Komet stammte, sollte ein züchterischer Volltreffer werden, wobei sein Karrierestart etwas holprig war: 1964 nahm der Hellbraune an der Trakehner Körung teil, erhielt jedoch, obwohl ihm Prämienqualität zugesprochen wurde, keine Anerkennung, da ihm periodische Augenentzündung attestiert wurde. Später wurde er in die Niederlande verkauft, wo er unter dem Namen Doruto gekört wurde und zu großem Ruhm als Dressurvererber kam. Unter seinen Nachkommen waren Weltklasse-Dressurpferde, wie beispielsweise Barbria unter Tineke Bartels-de Vries und Imke Schellekens-Bartels, Chevalier unter Anne van Olst oder Ideaal unter Jo Hinnemann sowie Sven und Gonnelien Rothenberger, mehrfache Teilnehmer an Weltcup-Finals, Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften.

Der zwei Jahre jüngere Bernstein vom Komet-Sohn Gunnar aus der Blinklicht II wurde Landbeschäler in Warendorf; er wurde hauptsächlich in der rheinischen Zucht eingesetzt und war ein recht beliebter Vererber. Wyatt Earp, mit dem Clarissa Anna Klemp 2004 Team-Gold und den fünften Platz im Einzel bei der Junioren-Europameisterschaft in der Dressur in Aarhus holte, ist ein im Rheinland gezogener Bernstein-Urenkel. Auch die Warendorfer Landbeschäler Lamoureux I und II von Landadel, deren Nachkommen vornehmlich im Springsport bis zur schweren Klasse Schleifen sammeln, stammen aus einer Bernstein-Enkelin.

Vier der sechs Töchter aus der Blitzlicht II wurden auch züchterisch eingesetzt: Die Loretto-Tochter Blitzmaid war das Produkt einer engen Inzucht auf Pindar xx, der in ihrem Pedigree sowohl auf der Vater- als auch auf der Mutterseite als Großvater erscheint. Ihr Hartung-Sohn Berry war ein bis zur Klasse M erfolgreiches Springpferd, während der Patron-Sohn Burgunder durch konstante Leistungen im großen Viereck auf sich aufmerksam machte und eine Lebensgewinnsumme von gut 6.600 € zusammentrug.

Die Bernstein-Vollschwester Blinkfeuer und die Himalaja-Tochter Blockade (Lichtfang) konnten die Familie nicht weiterführen.

Die fraglos bedeutendste Tochter der Blitzlicht II war die Prämienstute Blinklicht II, die einen eigenen Zweig innerhalb der Familie der Blitzrot-Familie begründete. Als Tochter des Angloarabischen Halbblüters Burnus und Enkelin des Pindar xx war sie eine hochedle Stute, die die positiven Eigenschaften des Edelbluts perfekt mit den Vorzügen ihrer durchgezüchteten Stutenfamilie. Besonders auffällig war das Gangvermögen dieser Ausnahmestute, die in den Zuchtstätten Panker, Flenker (Berlin) und Ebert (Neckarsteinach) hervorragende Töchter hinterließ. Da Blinklicht zunächst nicht tragend wurde, kam sie unter den Sattel und überzeugte durch hohe Rittigkeit. Bei drei Starts in Materialprüfungen verließ sie die Bahn immer als Siegerin. Später erwies sie sich als züchterischer Volltreffer; in 18 Zuchtjahren schenkte sie zwölf Fohlen das Leben, darunter das L-Springpferd Baltensand von Erzsand und der vielseitige Siegbert-Sohn Baltensee, der neben Erfolgen in A-Dressuren und L-Vielseitigkeiten vor allem in Springprüfungen der Klasse M Platzierungen holte und eine Lebensgewinnsumme von gut 3.000 € erzielte.

Sieben der neun Stutfohlen aus der Blinklicht wurden ins Hauptstammbuch des Trakehner Verbandes eingetragen: Die in Materialprüfungen erfolgreiche Prämienstute Balerna von Erzsand lieferte qualitätvolle Töchter, die die Familie weiter verbreiteten, darunter die Radom-Tochter Ballade XI, Mutter des im Dressursport bis zur Klasse S hochplatzierten Bernini von Tivano.

Die doppelt prämiierte Baronesse X von Baron aus der Blinklicht wurde zweifache Hengstmutter; Belsazar wurde in die Schweiz verkauft und konnte sich in internationalen S-Dressurprüfungen behaupten, Baluster deckte zwei Jahre auf dem Gestüt Nannhofen, ging allerdings bereits siebenjährig ein. Die Anpaarung der Baronesse X an Radom hat sich hoch bewährt: Balalaika II wurde mit der Verbandsprämie ausgezeichnet und war später im Dressurviereck bis zu Klasse M erfolgreich, die doppelt prämiierte Balance lieferte von Tivano die mit der Staats- und Verbandsprämie ausgezeichneten Töchter Barbarina und Bellaria. Die Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Niedersachsen Nord-West war die Hofrat-Tochter Bitter Lemon, die aus der Bellaria stammte. Bitter Lemon war bereits als Zweijährige Klassensiegerin und Reservesiegerin (!) der Landesschau 2005. Die Donauwind-Tochter Blitzgold aus der Baronesse X stellte den ersten gekörten Sohn des Saint Cloud, Bellheim, der mit einer sehr guten Hengstleistungsprüfung auf sich aufmerksam machte. Er wurde züchterisch nur wenig genutzt; sein erfolgreichster Nachkomme im Sport ist Jardin aus der Junon Latina von Arogno, der in Dressurprüfungen bis Saint Georges hochplatziert ist. Blitzgolds Lehndorff’s-Sohn Brasil war ebenfalls im Dressursport bis zur schweren Klasse erfolgreich.

Blinklichts Schwalbenflug-Tochter Ballerina XXI wurde als Zuchtstute in die Schweiz abgegeben; in der Zuchtstätte Flenker lieferte Blinklicht drei weitere Töchter, die Staatsprämienstute Belissa und Bella Belinda, beide von Maifeuer, sowie die Baron-Tochter Blanka V.

Den Höhepunkt ihrer züchterischen Laufbahn erreichte Blinklicht jedoch eigentlich erst in der Zuchtstätte von Horst Ebert in Neckarsteinach, der sie als Neunzehnjährige erwarb. Ein Jahr später gebar sie ein Hengstfohlen von Rockefeller, das unter dem Namen Benz gekört wurde. Das letzte Fohlen der Blinklicht, das die Stute im Alter von 22 Jahren gebar, war die Elitestute Ballerina XXV von Diamant, Mutter des designierten Elitehengstes Buddenbrock von Sixtus und zahlreicher Spitzenstuten, darunter die Jahressiegerstute Bandera von Friedensfürst. 1995 wurde Blinklicht aufgrund ihrer Vererbungserfolge als Elitestute des Trakehner Verbandes ausgezeichnet.

Am 4. Dezember 1987 wurde der dunkelbraune Rockefeller-Sohn Benz bei seinem Züchter Horst Ebert im schwäbischen Neckarsteinach geboren; zur Aufzucht wechselte der hoffnungsvolle Junghengst in den Besitz von Katrin Poll, die mit ihrem Mann Hubertus die renommierte Deckstation Hörem betreibt, von der aus schon sein Vater Rockefeller und dessen Vater Consul großartige Vererberkarrieren starteten.

Im Herbst 1990 trat Rockefellers erster Fohlenjahrgang zur Körung an, und Benz sollte der erste gekörte Sohn des zu großen Hoffnungen berechtigenden Beschälers sein. „Groß im Rahmen und großliniert, sehr ansprechend in Typ und Formation von Hals, Schulter und Sattellage, wogegen man sich den Lendenbereich etwas geschlossener wünschte; korrektes Fundament mit gut geformten Hufen; raumgreifender Bewegungsablauf in allen drei Grundgangarten“ – so lautete seine Beschreibung durch den Zuchtleiter. Von Beginn an erwies Benz sich als Volltreffer, unter dem Reiter ebenso wie in der Zucht.

1991 qualifizierte sich Benz mit dem Sieg im „Preis der Nürnberger Versicherungen“ in Hagen, der offiziellen Sichtungsprüfung des Trakehner Verbandes, für das Bundeschampionat des dreijährigen Reitpferdes. Hierzu trat er allerdings nicht an, denn die Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf stand an. Dort überzeugte Benz als hochveranlagtes Nachwuchsdressurpferd: Zweimal die 9,0 für die Rittigkeit sowie für Schritt und Trab im Training und weitere hohe Wertnoten für die Grundgangarten sicherten ihm mit einem beeindruckenden Rittigkeitsindex von 145,08 den Sieg in dieser Sparte. Insgesamt belegte er Platz vier in einem 72köpfigen Starterfeld!

Auch 1992 hieß Benz’ Saisonziel Bundeschampionate – mit der Wertnote 7,8 und dem 3. Platz in der Sichtungsprüfung beim 1. Trakehner Bundesturnier in Vornholz wurde er, diesmal mit Hans-Heinrich zu Strohen im Sattel, nominiert. Benz schaffte den Einzug ins Finale, wo er den siebten Platz belegte.

1993 gelang Benz zum dritten Mal die Qualifikation zum Bundeschampionat; Hermann Goesmeier hatte ihm den letzten „Championatsschliff“ gegeben und zog mit Benz mit dem Sieg im „kleinen Finale“ ins Finale ein. Hier war Benz der einzige Trakehner am Start; leider unterliefen dem Paar einige größere Fehler, so dass es mit der Wertnote 7,2 nicht für eine Platzierung ausreichte.

In den folgenden Jahren bildete Katrin Poll den rittigen Dunkelbraunen weiter aus. 1997 und 1998 gelangen dem Paar Platzierungen in Dressurprüfungen der Klasse M, im folgenden Jahr wurden sie Seriensieger in M-Dressuren und holten erste Schleifen auf S-Niveau. Später konnte das harmonische Paar in Prix St. Georges und Intermediaire I-Prüfungen oft brillieren.

Auch in der Zucht wusste Benz zu überzeugen; seine Fohlen wurden als harmonisch gelobt, besonders jedoch gefielen ihre lockeren, über den Rücken schwingenden Grundgangarten. Wegen der überdurchschnittlichen Fohlenbewertungen und seines hervorragenden HLP-Ergebnisses wurde Benz bereits 1995 Elitehengst-Anwärter.

Seine Nachzucht konnte diese ersten Eindrücke später eindrucksvoll untermauern – Aus der Elitestute Etana von Falke-Magnet kamen die Siegerstuten der Eintragungen im Zuchtbezirk Niedersachsen/Hannover 1995 Esprit IV und 1997 Eldana sowie die Reservesiegerin 1998 Elita. Mit Editha erreichte eine weitere Vollschwester den Prämienstatus. Auch Emerson, der einzige bisher gekörte Hengst von Benz, stammt aus der Etana. Der korrekte und bewegungsstarke, knapp mittelgroße Fuchshengst wurde nach der Körung als Reitpferd verkauft und hat nie gedeckt. Der Qualität ihrer Benz-Töchter verdankt Etana zum größten Teil ihren Elitetitel. Bei der Trakehner Bundesstutenschau 1997 erhielten mit Esprit, Eldana und der Amiego-Tochter Europa drei Töchter der Etana den Ib-Preis der Familiensammlungen, bei der Bundesstutenschau des Deutschen Reitpferdes im darauffolgenden Jahr wurden die drei Benz-Töchter aus der Etana mit dem Ib-Preis der Familiensammlungen aller deutschen Reitpferderassen ausgezeichnet. Esprit war Siegerin ihrer Klasse und 2. Reservesiegerin der Trakehner Bundesstutenschau 1997, hoch platziert auf der Bundesstutenschau 1998 und Gesamtsiegerstute der Trakehner Landesschau in den Neuen Bundesländern 1999. Die Benz-Tochter Eichmedien aus der oben erwähnten Europa von Amiego startete ihre Karriere als Verlosungsfohlen beim Hengstmarkt in Neumünster 1997. Zehn Jahre später wurde an der selben Stelle ihr Sohn Ettinger von Connery Reservesieger der Körung 2007. Der Fuchshengst bestach vor allem durch Elastizität und Bewegungsmechanik.

Die ebenfalls hoch bewertete Gute Wahl von Benz aus der Gute Sitte von Tarim-Mahagoni stellte mit der Polarpunkt-Tochter Gute Reise die Siegerin der Stuteneintragung in Ganschow 2002. 2005 stammte die Siegerstute des Zuchtbezirks Niedersachsen/Hannover ebenfalls aus der Gute Wahl: Good Night von Connery überzeugte vor allem mit gewaltiger Bewegungsmechanik im Trab und Galopp, die jeweils mit 9,5 benotet wurden!

Mercedes VI von Benz aus der Marani II von Arogno-Marlon ist die erste Benz-Tochter, die als Hengstmutter firmiert: Mit dem Partout-Sohn Maserati stellte sie den Reserversiegerhengst der Körung 1999, der im Dressursport bis zur Klasse M platziert war.

Insgesamt sind bisher 61 Töchter des Benz in die Stutbücher deutscher Pferdezuchtverbände eingetragen. Die Exterieur-Zuchtwertschätzung bescheinigt den Benz-Töchtern überdurchschnittliche Qualität insbesondere hinsichtlich des Fundaments sowie in den Bewertungen für Trab und Galopp.

Benz, der väterlicherseits auf zwei Generationen Elite-Hengste verweisen kann und dessen Mutter ebenfalls mit dem Elitetitel ausgezeichnet wurde, wurde 1999 aufgrund seiner Eigenleistung und der Exterieur-Zuchtwertschätzung über seine Töchter vom Elite-Anwärter zum Elitehengst ernannt.

Die FN verzeichnete 2006 insgesamt 101 als Turnierpferde registrierte Kinder des Benz. Hopkins von Benz aus der Harmonia II (Zw.) von Atlas I-Schabernack ist der erste Benz-Nachkomme, der seinem Vater mit Platzierungen in S-Dressuren nacheiferte. Vier weitere waren in M-Dressurprüfungen erfolgreich: Sunny SL aus der So-Nett von Inselkönig-Gunnar, Galileo aus der Grazia von Isotop-Ciecieruk, Chronometer aus der Lenette von Long Fellow xx-Komet und Gute Aussicht, die Vollschwester der Gute Wahl. Mit Tristan aus der Tamara XVI von Flaneur-Himalaja kann Benz auch auf einen im Fahrsport bis M erfolgreichen Sohn verweisen. Sieben weitere Trakehner von Benz haben Platzierungen in Spring- und Dressurprüfungen der Klasse L. Hannoversch gebrannte Benz-Kinder sind in allen Disziplinen in Klasse L erfolgreich. Die Nachkommen-Lebensgewinnsumme von Benz belief sich 2006 auf 19.814 €, sein Dressur-Zuchtwert 2006 von 125 wies ihn als überdurchschnittlichen Vererber aus.

Benz bringt über seine Urgroßväter Swazi xx und Pindar xx insgesamt 25 % englisches Vollblut und über seinen Großvater Burnus weitere 25 % angloarabsiches Halbblut ein und verbindet das Blut der wertvollen Familie der Reni mit den durchgezüchteten Hauptgestütsfamilien der Corry und der Blinklicht; gute Größe, ein passendes Fundament und schwungvolle Bewegungen sind die Eigenschaften, die fest in seiner Abstammung verankert sind. Er hat bewiesen, dass er sie getreu weitergibt.



Text und ©: Friederike Winkler 2007
Fotos: Hengstbuch, Hengsthalter, Archiv Trakehner Hefte