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Lions-Club


Dunkelfuchs, o.A.
geb. 16.05.1990

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16720221.5
volljährig17221.5

Züchter:
Dr. Nora Christiansen-Weinmann, Inzell
Aufzüchter:
Eberhard Weinmann, Gestüt Kesselfeld

Gekört 24.10.1992 Neumünster

Pedigree

Ferrum, Df. 1983 Wie Ibikus, Db. 1974 Ibikus, B. 1967 Hertilas
Isolda
Wanja, Db. 1966 Carajan
Wachparade
Fema PS, B. 1979 Mahagoni, Db. 1974 Pasteur xx
Maharani II
Feengrund, Sch. 1962 Ilmengrund
Feine
Laika VI, Sb. 1984 Matador, Db. 1974 Donauwind, Db. 1965 Pregel
Donaulied
Maritza, B. 1965 Gobelin
Mata Hari
La Belle III, Roan 1974 Insterfeuer, Roan 1967 Pelion
Insterfreude
Luminiza, 1971 Hartung
Luzern

Hengstlinie des Pindar xx, Stutenfamilie der O64A Lust (Rescheleit-Meschenhof/Meschken)

Eigentümer

seit 1992: Karin Leissing, Pirmasens/RPS

Stationierung

1993: LH Helterberg (S.Winkler) RPS
und: LH Linkenheim-Hochstetten (E.Hammel) BaWü
seit 1994: PrH Pferdehof Gersbach (Leissing) Pirmasens - RPS

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung keine abgelegt

Charakter: Schritt:
Temperament: Trab:
Leistungsbereitschaft: Galopp:
Leistungsfähigkeit: Springanlage:
Rittigkeit: Geländeprüfung:
Rittigkeitsindex: Springindex:
Gesamtindex: Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
Siege in S-Dressuren, Platzierungen bis Inter I, LGS 2.671 €

Nachzucht

Exterieur nicht gelistet, da erforderliche Mindestanzahl von 10 beim Trakehner Verband eingetragenen Töchtern nicht erfüllt.

Gekörte Söhne (0):

Töchter (0):

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:4
davon mit Platzierungen:1 (in 2007)
davon in Klasse M. und S.:-


1992 stand für den damaligen Zuchtleiter Dr. Eberhard Senckenberg zum letzten Mal eine der größten Herausforderungen an, denen Zuchtleiter sich alljährlich stellen müssen. Der Internationale Trakehner Hengstmarkt in Neumünster rief – und alle kamen. Die Züchter und Aufzüchter mit ihren hoffnungsvollen Beschäleraspiranten. Das Fachpublikum, das die Entscheidungen der Körkommission kritisch verfolgte. Die Kaufinteressenten, die auf frisches Blut für die Stationen und junge, sorgsam aufgezogene Nachwuchs-Reitpferde spekulierte. 72 Hengste wetteiferten in den Holstenhallen um die Gunst von Zuchtleiter und Kommission. Elf schließlich wurden für gut genug befunden, die Zucht vorwärts zu bringen.

Dabei: der groß gewachsene Dunkelfuchs Ladakh, den Eberhard und Dr. Nora Weinmann vom baden-württembergischen Gestüt Kesselfeld vorstellten. Er sollte der einzige Sohn des mit viel Hoffnungen aufgestellten Dressurvererbers Ferrum in der Trakehnerzucht bleiben. Die Kurzbeurteilung: „Starker Hengst mit gutem Ausdruck, markantem Widerrist, eher weicher Fessel und nicht ganz trockenen Beinen. Bewegt sich stets elastisch mit aktivem Hinterbein.“ Für 32.000 Mark ging Ladakh als billigster gekörter Hengst dieser Veranstaltung an Karin Leissing nach Pirmasens.

Karin Leissing ließ den auf Lions-Club umgetauften Hengst dreijährig vorsorglich röntgen und die Aufnahmen bewiesen deutlich, dass die Wachstumsfugen noch nicht geschlossen waren; der Tierarzt riet dringend von einer Vorstellung im Rahmen der Hengstleistungsprüfung ab. Auch Eberhard von Senckenberg, dem Leissing den Hengst vorritt, empfahl ihr, ihn ausreifen zu lassen und lieber erst 5-jährig als 4-jährig zur HLP zu schicken. Als reiner Amateur begann Leissing dann mit der Ausbildung des Hengstes, der sich sehr kooperativ und lerneifrig zeigte. Obwohl sie, seit sie Lions-Club reitet, schon viermal Pausen einlegen musste, da sie aufgrund von Bandscheibenvorfällen bis zu elf Monate komplett ausfiel, war der Hengst mit fünf Jahren schon recht sicher in allen M-Lektionen. Diese Tatsache und schlechte Erfahrungen, die Karin Leissing mit Profi-Beritt machte, führten zu ihrer Entscheidung, den Hengst überhaupt nicht mehr in eine Leistungsprüfungsanstalt zu geben, sondern die Anerkennung über den Sport zu holen.

Turniererfolge ließen eine ganze Weile auf sich warten – Karin Leissing ist Dressurreiterin und Amateurin, und da ist es noch immer gang und gäbe, dass man sich zunächst hochdienen muss … Dr. Dietrich Plewa, Grand-Prix-Richter, sorgte schließlich dafür, dass sie in Leistungsklasse 2 starten „musste“. Zudem hatte Leissing das Problem, dass alle Ausbilder, die sie um Hilfe mit diesem Pferd in Form von Unterricht bat, ihr das Pferd am liebsten abgekauft und weitervermittelt hätten. Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz hat Lions-Club inzwischen Siege in Dressuren der Klasse S und Platzierungen bis zur Intermédiaire im Scheckheft stehen.

Viele Stutenbesitzer interessierten sich auch sofort für den Hengst, als er 2004 zum ersten Mal im Rahmen der Trakehner Hengstschau in Münster-Handorf vorgestellt wurde. Das sorgte für einige Ohs und Ahs, denn den kannte man ja nicht (mehr) – und der präsentierte sich mit Nervenstärke, Rittigkeit, Gangvermögen. Und bei nicht wenigen Zuschauern weckte dieser Dunkelfuchs Erinnerungen an seinen Vater Ferrum.

Bemerkenswert am Blutaufbau dieses Hengstes war die bereits im Körkatalog angeführte Häufung des Humboldt-Blutes in den hinteren Generationen. Lions-Club passt am besten zu blutführenden Stuten – wie ja auch im Gestüt Kesselfeld schon beste Erfahrungen mit der Anpaarung von Ferrum-Töchtern an den Vollbüter Elan xx gemacht wurden. „Mindestens Viertelblüter sollte die Stute schon sein, und mit Halbblüterinnen habe ich immer gute Ergebnisse erzielt“, so Hengsthalterin Karin Leissing, die auch schon zwei Fohlen von ihm aus reinen Vollblüterinnen gezogen hat.


DER VATER

Lions-Club hat viel Ähnlichkeit mit seinem Vater, dem er nach Angaben vieler Kenner der Szene wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Zweifelsfrei hat er Ferrums hervorragenden Charakter geerbt.

Ferrum starb zwar nicht ganz so jung wie sein Vater, seine Lebensgeschichte hat aber viele Parallelen zu der seines Vaters. Auch dieser Dunkelfuchs hatte vom Fleck weg seine Freunde – und das waren durchaus nicht alle Trakehnerleute. Er punktete mit exzellentem Charakter und Temperament – und mit seiner Gangstärke, an der Fehlergucker sicher den etwas offenen Winkel im Sprunggelenk monierten. Dennoch wussten Ferrum und seine Nachkommen dieses Hinterbein durchaus zu benutzen; wen wundert’s, dass das auch beim Springen nicht unbedingt hinderlich war?

Ferrum war der erste in Neumünster vorgestellte Hengst, der sein Leben der KB verdankte, und er ging nach abgelegter Hengstleistungsprüfung als erster Beschäler ins Gestüt Falkenhorst zu Gwendolyn Gregorio. Dort „entdeckte“ ihn Holger Heck, der seinerzeit Mitglied der baden-württembergischen Gestütsgemeinschaft aus den Ställen Erfweiler, Zeiner, Weinmann und Heck war. Holger Heck holte Ferrum als Pachthengst ins Gestüt Kesselfeld, wo er zwei viel beachtete Jahrgänge hinterließ. Über den genauen Zeitpunkt und die Art seines Todes streiten sich die Quellen: Während das Trakehner Hengstbuch 1988 und einen Lungentumor angibt, findet sich anderenorts 1989 und ein Herzinfarkt während des Longierens …

Erstaunlicherweise hat Ferrum mit diesen wenigen Nachkommen so viele „Volltreffer“ in der Zucht gelandet, dass er zeitweise (u.a. 1996) über denselben Zuchtwertindex Dressur (> 130) verfügte wie der spätere Elitehengst und anerkannte Dressurvererber Marduc. Dabei waren auch anders gebrannte Nachkommen, z.B. Falke, ein 1989 geborener Dunkelfuchswallach mit württembergischem Brand a.d. Snesha v. Armin, der mit Kathrin Mayerhöfer in L- und M-Dressuren über 3.000 Euro Gewinnsumme erlief. Zwölf Ferrum-Töchter sind im Trakehner Stutbuch eingetragen, darunter Mona Lisa VIII, deren Kostolany-Tochter Moonriver im vergangenen Jahr in Bayern als Seriensiegerin in Reitpferdeprüfungen für Furore sorgte.

Überhaupt gab Ferrum durchschlagend seinen erstklassigen Charakter weiter – und einen phänomenalen Schritt, der so manchen Richter zum Zücken der 10 verleitete. Von diesem Schritt profitieren in vielen Fällen noch die Enkel dieses Beschälers. Ferrums Töchter wurden im Gestüt Kesselfeld bevorzugt an den herrlichen Vollblüter Elan xx angepaart, und noch heute schwärmt Züchterin Dr. Nora Christiansen-Weinmann von diesen Pferden: schöne Oberlinien, schöne Köpfe, der positive Adel des Vollblüters auf der Gangstärke und der Nervenruhe des Ferrum. Eine Elan xx-Tochter hat sie noch heute, und nicht zuletzt aufgrund dieser ausgezeichneten Passerpaarung hat sie sich trotz relativ hohen Verwandtschaftsgrads zu einer Bedeckung mit Lions-Club entschlossen.

Ferrums Vater Wie Ibikus wurde im Herbst 1976 in Neumünster gekört und anlässlich der Auktion in Neumünster von Familie Langels ersteigert. In Hämelschenburg wurde er als Privatbeschäler aufgestellt. Der damalige Zuchtleiter, Eberhard von Velsen, beschrieb ihn folgendermaßen: „Ausgezeichnetes, starkes und korrektes Gebäude für einen Beschäler mit ausdrucksstarkem Hengstgesicht, gut aufgesetztem Hals und starkem Fundament. Ausgeprägter Hengstcharakter. Tiefe Bemuskelung in allen Körperpartien. Im Antritt und Bewegungsablauf weit überdurchschnittlich. Im Ganzen ein leistungsstarker Beschäler von bester Zuchtqualität.“

Wie Ibikus legte dreijährig eine sehr gute Hengstleistungsprüfung in Medingen ab. Im gleichen Jahr gewann er mehrere Materialprüfungen – u.a. auf dem Pfingstturnier in Wiesbaden 1977. Leider ging er 4-jährig in Folge einer Darmverschlingung ein.

Züchterisch hat er in dieser Zeit sehr viel gebracht: Vier gekörte Söhne hat er geliefert – den Siegerhengst der Körung 1980, Santiago, und den Grand-Prix-Sieger Vatout, den Banditentraum-Vater Kiebitz und eben Ferrum, dem auch ein viel zu kurzes Leben zugedacht war. Im Sport waren Wie-Ibikus-Nachkommen sowohl im Dressur- als auch im Springsport über Jahre bis Klasse S erfolgreich.

Wie Ibikus ist ein Sohn des Rittigkeitsgaranten Ibikus, der seinerzeit mit Otto Langels im Sattel zu den sporterfolgreichsten Trakehner Hengsten zählte und dessen Blut ebenso gesucht in der Reitpferdezucht ist, wie seine Hengstlinie schmal geworden ist. Die Mutter des Wie Ibikus, Wanja, hat den Springpferdemacher Carajan zum Vater, dessen auf den großen Pilger zurückgehende Hengstlinie ebenfalls sehr schmal geworden ist – heute stehen bezeichnenderweise nur noch die im hohen Alter noch topfitten beiden Beschäler Bergamo und Sarafan aus der Nachzucht des Carajan in der Zucht.

Wanjas Mutter Wachparade, 1956 von Totilas und Wally geboren, begründete in den Zuchtstätten von Zitzewitz und Theisen einen eigenen, sehr erfolgreichen Zweig des großen Stutenstamms ihrer Mutter. Wally, eine tiefe, rumpfige Rappstute von 1.63 m Stockmaß, kam vor dem Treckwagen ihres Züchters Heinrich Rosigkeit nach Norddeutschland. Sie zeichnete sich unmittelbar nach überstandener Flucht durch Arbeitstreue und Härte in schwerer landwirtschaftlicher Arbeit, in turniersportlichen Zweispännerprüfungen und nicht zuletzt mit ihrer Zuchtleistung von zwölf Fohlen in zehn Zuchtjahren aus. Wally zählte zu den Begründerstuten des neu eingerichteten Gestüts Schmoel der Kurhessischen Hausstiftung, verdientermaßen aufgrund ihrer Qualität und nach ihrer Abstammung, denn ihr Vater Gebhard, typischer Sohn in Rappfarbe des großen Hauptbeschälers Ararad aus der Hauptgestütsstute Gebieterin v. Thronhüter, sowie Großvater Neander (Erzeuger des Dohna’schen Stammhengstes Erhabener) zählten zu den besonders bewährten Landbeschälern im Hochzuchtgebiet des Bezirks Georgenburg.

Wallys Töchter Wachau v. Semper Idem (Gestüt Nannhofen), Willa v. Semper Idem (u.a. Gestüt Meierhof), Wachparade v. Totilas und Waldfee v. Ernest sorgten für eine Verbreitung dieser Familie über fast ganz Deutschland. Die größte Bedeutung kam dabei wohl dem Zweig der Wachau zu, aus deren Nachzucht der herrliche Beschäler Waldzauber, die vielfach prämierte Ausstellungsstute Waldhexe, der bis M-Springen erfolgreiche, gekörte, aber unfruchtbare Wanderer, der Beschäler Waldgeist und sein im Hauptbeschälerformat stehender Vollbruder Waldklee hervorgingen. Heute noch aktiv ist Walzerklang.

Ferrums Mutter Fema war Verbandsprämienstute und wurde im FN-Leistungsstutbuch A geführt. Die 1.66 m Stock große Stute mit 21er-Röhre hat die Eintragungsnoten 8,7,9/8,8 im Papier stehen und ist eine Tochter des legendären Halbblüters Mahagoni. Über diesen Jahrhundertvererber Details auszubreiten hieße wohl, Eulen nach Athen zu tragen. Zu prägend ist der Einfluss dieses zehnfachen Hengst- und über hundertfachen Stutenvaters. Der „Prototyp des Veredlerhengstes im besten Sinne“ (Dr. von Velsen) begann seinen Triumphzug, der leider nur bis zu seinem elften Lebensjahr dauern sollte, als Sieger der Hengstleistungsprüfung von Adelheidsdorf 1977. Söhne wie Enrico Caruso (vornehmlich über Kostolony und dessen Söhne), Radom (über Tuareg), Bartholdy (mit Maizauber und Finley M), und Ravel brachten die Hengstlinie zu großer Blüte, Sporthengste wie Chronos und Peron verschafften ihrem Vater Mahagoni ein Renommee als Legende.

Femas Mutter Feengrund, eine Tochter des Humboldt-Inzestprodukts und Springvererbers Ilmengrund, entstammt der Familie der Mack’schen Stammstute Feodora v. Canino, die auch mütterlicherseits viel englisches und arabisches Vollblut ins Pedigree einfließen ließ. Hengste wie Facetto, Frohsinn, Ferlin, Ferlino, Faharadscha, später Falke und Fabian sind Exponenten dieser Stutenfamilie. Feengrund selbst, eine Halbschwester der Fabian-Mutter Fawiza, ist die Mutter des Facetto v. Prince Rouge xx


DIE MUTTER

Die 1984 geborene schwarzbraune Stute Laika VI gehörte zu den Säulen der Zucht im Gestüt Kesselfeld – was bei der erlesenen Qualität der dort eingesetzten Zuchtpferde schon eine Aussage ist. Sie vertritt die recht schmale Stutenfamilie der Lust (Rescheleit-Meschenhof), aus der neben Lions-Club auch so hervorragende Hengste wie Latimer, Liebestraum, Luzifer, Lucado und Lucito hervorgingen.

Laika hatte Matador zum Vater, jenen nicht ganz unumstrittenen DLG-Siegerhengst, der der Trakehnerzucht in über 20-jähriger Wirkungszeit im Gestüt Birkhausen, im Gestüt Jägerhof und im Gestüt Westhoff neun gekörte Söhne – darunter Tipperary, Pascal und Kronjuwel –, knapp 150 Töchter – darunter die Elitestuten Belle de Jour, Harma und Miami sowie die Mütter des Elitehengstes Hohenstein und des Weltklasse-Vielseitigkeitspferdes Miss Meller TSF – sowie Sportpferde vom Format Till Eulenspiegel, Hurrikan, Kronjuwel, Nawarro, Oskury und Savoy (alle S-Dressur) oder Paulo und Prisma (S-Springen) schenkte. Das „Spitzenmodell der Trakehner Zucht nach dem Zweiten Weltkrieg“ überzeugte mit Typ, Rahmen, Gang, Rittigkeit und Geschmeidigkeit.

Vater Donauwind als Garant für Rittigkeit und als erwiesener Vererber von Doppelveranlagung hat hier sicher das Seine beigetragen, Mutter Maritza, verbandsprämiert und im FN-Leistungsstutbuch D geführt, vertritt die legendäre Hoogen’sche Marke-Familie und kombiniert über den Halbblüter Gobelin (v. Stern xx / Hansakapitän) väterlicherseits und über den Abglanz-„Onkel“ Absalon mütterlicherseits Leistung und Schönheit im Pedigree.

Laikas Mutter La Belle III v. Insterfeuer u.d. Luminiza v. Hartung kam 1982 als 8-Jährige ins Gestüt Kesselfeld. Weinmanns hatten sie aus dem Stall Hudde, Kevelaer, nachdem die Stute Turniererfolge bis zur Klasse M in Dressur und Springen erreicht hatte, aber aufgrund einer Gelenksverletzung nicht mehr einsatzfähig war. La Belle war eine große Persönlichkeit, aber keinesfalls schwierig – sie wurde eingetragen mit den Maßen 1.58/19.8 und der Bewertung 2,2,2/2,2. La Belle brachte Weinmanns noch eine ganze Reihe guter Fohlen (ZL 11/9), bevor sie über 20-jährig wegen zunehmender Blindheit und Problemen mit ihrer alten Gelenksverletzung getötet werden musste.

Als Erbteil ihres Vaters Insterfeuer, der wie seine Tochter in den deutschen Stutbüchern als Rotschimmel bezeichnet wird, aber eigentlich ein Chestnut Roan ist, kamen viele von La Belles Kinder fehlfarben auf die Welt. Sie hatten dunkle Köpfe, dunkle Beine, dunklen Behang und weiße Körper. Später wuchsen sie sich zu ganz normalen Schimmeln aus. La Belle brachte Fohlen der beiden Kesselfelder Hauptbeschäler Ingo und Ferrum.

Laika selbst wurde nie geritten, da sie bereits dreijährig zum ersten Mal gedeckt wurde. Sie war eingetragen mit den Maßen 1.67/20.5 und der Bewertung 8,7,7/8,7 und brachte vier Fohlen, darunter neben Lions-Club die Prämienstute Laska v. Kiebitz und das M-Dressurpferd Lamarck v. Pour le Merite. Einen Tag nach der Geburt von Lamarck fand Eberhard Weinmann die angenehme, charakterlich so tolle Stute tot in ihrer Boxe, vermutlich ist sie inneren Blutungen erlegen.

Laska, die ihre Stutenleistungsprüfung mit der Wertnote 7,78 ablegte, ist eine der wenigen Töchter des Kiebitz in der Trakehner Zucht. Kiebitz, der ja väterlicherseits nicht nur Halbbruder seines Vorgängers auf Kesselfeld, des großartigen Ferrum, war, sondern auch zum Siegerhengst Santiago und zum Grand-Prix-erfolgreichen Vatout, hat sich züchterisch mit seinem Elitesohn und HLP-Sieger Banditentraum ein Denkmal geschaffen. Laska war turniersporterfolgreich und wurde siegreich in Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen vorgestellt. Zu ihrer Nachzucht gehörten die Verbandsprämienstute Laska’s Charly v. EH Charly Chaplin, die in der Zucht der Bluewood Farm in Großbritannien wirkt, die in Bayern beheimatete Laska’s Fritzi v. Alter Fritz, die anlässlich ihrer Stutenleistungsprüfung 2006 in Kreuth nur der haushohen Tagessiegerin Vara den Vortritt lassen musste, sowie ein württembergisch gebrannter Sir-Oldenburg-Sohn.

Laskas Tochter Laska’s Lantana v. Elan xx steht noch heute in der Zucht von Dr. Nora Christiansen-Weinmann. Sie wartet täglich auf ein Fohlen des Lions-Club aus dieser Stute. Das ist recht enge Blutführung, denn auf Laika treffen wir in 2./3. Generation, und sowohl Matador als auch Wie Ibikus begegnen uns in 3./4. Generation zweimal – aber Dr. Nora Christiansen-Weinmann ist überzeugt, dass diese Paarung „einfach passt“.


NACHZUCHT

Viel Nachzucht gibt es von dem in Pedigree und Eigenleistung so überzeugenden Dunkelfuchs Lions-Club noch nicht. Aus seinem ersten Deckeinsatz 1993 wurden zwei Stuten tragend, eine davon hatte tote Zwillinge. Aus der La Bohème v. Halali/Ordensglanz fiel ein Hengstfohlen, das unter dem Namen Lion d’Or unter seiner Züchterin Karin Leissing in Dressurprüfungen bis Klasse M erfolgreich auf Turnieren ging. Bei einem Stallbrand verletzte sich der Wallach so schwer, dass er nicht mehr im Sport eingesetzt werden konnte. Er ist heute Spazierenreitpferd für Karin Leissings Lebensgefährten.

Auch die Stute Monroe v. Bergsturm hatte Karin Leissing für Lions-Club zugekauft. Sie wurde aber ganz offensichtlich nicht tragend, sodass Leissing sie als zuchtuntaugliches Reitpferd verkaufte. Ziemlich überrascht war dann die neue Besitzerin, als Monroe ihr ein wunderschönes Fohlen präsentierte, das seinerzeit für viel Geld über die Auktion in die USA verkauft wurde. Heute heißt der Fuchswallach Mondlicht und hat in Florida unter Anne Scrivner vornehmlich in Kür-Prüfungen Turniererfolge bis Klasse M.

Aus dem Jahrgang 2001 stammt Jazz Club a.d. Intermediaire v. Bukephalos, ebenfalls aus der Zucht von Karin Leissing. Sie stellte den Wallach bisher mit Erfolgen bis Klasse L auf Tunieren vor.

Seit Ende 2003 ist Lions-Club aufgrund seiner Eigenleistung wieder für die Trakehnerzucht anerkannt. 2004 bekam er dann – wie viele Hengste, die im Natursprung decken – eine ganze Reihe von Problemstuten, sodass seine Bilanz von vier Trächtigkeiten und drei lebenden Fohlen bei zehn gedeckten Stuten nicht brillant aussieht. Seither lässt Karin Leissing ihren Crack nur bis zum 30. April jeder Saison decken und kommt so auch an zuchtgesunde Stuten.

Viel Hoffnungen gelten einer jetzt dreijährigen Stute aus Luxemburg, die wir in diesem Jahr hoffentlich bei der Eintragung sehen werden. In Dressurreiterhände verkauft wurde die ebenfalls jetzt dreijährig werdende Stute Rusalka a.d. Räuberbraut v. Stradivari/Habicht, die im Gestüt St. Vitus in Günzburg/Bayern das Licht der Welt erblickte.

2008 ist von Lions-Club bereits ein Stutfohlen aus einer Assistent-Mutter zur Welt gekommen, und Lions-Clubs Züchterin Dr. Nora Christiansen-Weinmann wartet täglich auf die Geburt ihres Fohlens aus der Laska's Lantana.


Text und © Karin Schweiger 2008
Fotos: Jutta Bauernschmitt, online-HVP des Verbandes, Hengstmarktkatalog