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Spirding


Schwarzbraun, l.Hkr.u.Bln.w.
geb. 27.04.1990

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16319120
volljährig16620

Züchter:
Peter Elxnat, Hohenkirchen
Aufzüchter:
Peter Elxnat, Hohenkirchen

Gekört 24.10.1992 Neumünster

www.heise-trakehner.de

Pedigree

Katamaran xx, B. 1981 Priamos xx, Db. 1964 Birkhahn xx, Sb. 1945 Alchimist xx
Bramouse xx
Palazzo xx, Sb. 1950 Dante xx
Edifice xx
Katharina xx, Db. 1975 Frontal xx, B. 1964 Le Haar xx
Favreale xx
Kiss me Kate xx, Db. 1967 Khalkis xx
Touraileen xx
Auxinne S SPS, Sb. 1984 Schwertträger, Db. 1980 Hilarius, Sb. 1976 Tümmler
Herzliebchen
Schleppjagd, Db. 1975 Kunzit
Schwindlerin II
Skungirren, R. 1976 Incitatus, Sb. 1969 Donauwind
Isabel IV
Sommernacht PS, R. 1966 Herbststurm
Stelldichein

Hengstlinie des Herold xx über Birkhahn xx, Stutenfamilie der O170A3 Stelldichein (Elxnat-Hohenkirchen)

Eigentümer

1993-1998: Dr. D. Bock, Gernsbach/BaWü
1999-2003: Landgestüt Prussendorf/Sa-Anh
2004-2006: Claus Schermer, Otterberg/RPS
seit 2007: Beate Heise, Seeon/BAY

Stationierung

1993 (bis April): LH Gestüt Panker S/H
1994-1996: Reitausbildung - TG
1997-1998: LH Gestüt Hörem (Poll) Gilten - Nds
1999-2003: Ldb. Prussendorf Sa-Anh
2004-2006: Pb. Wallonenhof (Schermer) Otterberg - RPS
seit 2007: Pb. Gestüt Meierhof (Heise) Seeon - BAY

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung 1993 in Warendorf

Charakter: 8,5 Schritt: 6,83 (T 8,0)
Temperament: 9,0 Trab: 6,83 (T 8,0)
Leistungsbereitschaft: 9,0 Galopp: 7,0 (T: 8,5)
Leistungsfähigkeit: 9,0 Springanlage: Anl 8,5 FS 8,75 Parc 8,75/6,33
Rittigkeit: R 4,83 FR 8,75 T 8,5 Geländeprüfung: G 7,0 Spr 6,33
Rittigkeitsindex: 104,95 (7.) Springindex: 117,4 (3.)
Gesamtindex: 110,28 (5./18) Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
in Springen und Vs bis Klasse L, LGS 250 €

Nachzucht

Exterieur nicht gelistet, da erforderliche Mindestanzahl von 10 beim Trakehner Verband eingetragenen Töchtern nicht erfüllt.

Gekörte Söhne (0):

Töchter (9): StPrPrSt. Corinna XII, Sokallen, Cinderella, Herzogin P, Colline, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:14
davon mit Platzierungen:5 (in 2007)
davon in Klasse M. und S.:1


Der Körjahrgang 1992 in Neumünster war ganz extrem von Vollbluteinflüssen geprägt. Von den elf gekörten Hengsten waren allein vier Halbblüter, darunter der Siegerhengst Finley M. Hinzu kam noch der Viertelblüter Andre Agassi. Da mag sich mancher Vollblutfreund heute nach diesen Zeiten zurücksehnen – aber täglich Brot war das auch damals nicht …

Spirding, der patente Schwarzbraune mit den wenigen weißen Haaren am linken Hinterfuß, befand sich also in bester Gesellschaft. Züchter Peter Elxnat hatte den Hengst schon vor der Körung an den mittlerweile verstorbenen Dr. Dietrich Bock aus Gernsbach veräußert. Und er gehörte in dem 72-köpfigen Lot von Köraspiranten zu der schmalen Spitze, die schließlich das positive Körurteil erhielt. „Patenter, sehr harmonisch geformter Vollblut-Sohn aus hoch bewährtem Mutterstamm mit viel Ausstrahlung, korrektem Köperbau und mit viel Geschmeidigkeit ausgestatteten Bewegungen“, so lautete der Kommentar.

Spirding wechselte als Pachthengst bis zum April 1993 ins Gestüt Panker nach Schleswig-Holstein. Dann stand die Vorbereitung zur Leistungsprüfung an, die der Hengst in Warendorf mit guten Noten ablegte. In dem 18 Hengste starken Prüfungsfeld lag er nach Dressurnoten an 7., nach Springnoten an 3. Stelle und nach der Gesamtnote an 5. Stelle. Besonders hohe Noten gab es übrigens für Charakter, Temperament, Leistungsbereitschaft und Rittigkeit.

Dr. Dietrich Bock entschied sich, den Hengst zunächst in den Sporteinsatz zu schicken, und sorgte dafür, dass Andreas Dibowski in seinem Sattel Platz nahm. Der Hengst erwies sich als eisenhartes und stets leistungsbereites Sportpferd; er konnte Siege und Platzierungen in Vielseitigkeits- und Springprüfungen bis zur Klasse L verbuchen. Seine Lebensgewinnsumme beläuft sich auf insgesamt 251 €, eine Qualifikation zum Bundeschampionat des Deutschen Vielseitigkeitspferdes unterstreicht seine sportlichen Qualitäten.

1997 kehrte Spirding zurück in den Deckeinsatz, und zwar im renommierten Gestüt Hörem der Familie Poll im niedersächsischen Gilten. Zwei Jahre später wechselte der Hengst in den Besitz des sachsen-anhaltinischen Landgestüts Prussendorf und erhielt dort vornehmlich Stuten der Landeszucht. 2004 sicherte sich Claus Schermer den Edelstein für seinen Wallonenhof – und Spirding brillierte bei der IV. Hengstparade des Zuchtbezirks Rheinland-Pfalz-Saar gleich mit jugendlicher Reiterin im Sattel.

Seit 2007 verbringt Spirding einen umsorgten Lebensabend auf dem Gestüt Meierhof von Beate und Wolfgang Heise im bayerischen Kloster Seeon am Chiemsee.

Spirdings Pedigree lässt sich – zumindest in den ersten fünf Generationen – fast als outcross bezeichnen. Zusätzlich zum Vater Katamaran xx bringt Kunzits Vater Welsh Minstrel xx noch weiteres Vollblut in die Ahnentafel. Linienzuchtelemente finden sich genau die, die Peter Elxnat zur Festigung auf die Eigenschaften seiner Stammstute Schwindlerin bei Auxinne S bewusst gewählt hat: Herbststurm begegnen wir in 4./5. Generation zweimal, seine Mutter Herbstgold tritt in 5./5./6. Ahnenreihe auf – Schwindlerin knüpft ihre beiden Töchter Schwindlerin II und Stelldichein in die 4. Generation von Spirdings Pedigree ein.

Man hätte sich vor dem Hintergrund der Abstammung, die väter- und mütterlicherseits mit besten Genen angereichert war, auch angesichts der Eigenleistung, die ja auf demselben Niveau und in denselben Disziplinen auch von Spirdings Vollschwester Saalau erbracht wurde, vielleicht mehr Kinder dieses Hengst erwartet, die züchterisch und sportlich von sich reden machen. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass Spirding nie zu den Hengsten mit voller Deckliste gehört hat, und dass ihm zudem einige Deckeinsatzjahre fehlen. Auch heute findet er kaum Zulauf, obwohl der Hengst noch eine reelle Chance verdient hätte.


DER VATER

Katamaran xx war ein Zuchtprodukt des Gestüts Nehmten in Plön und kehrte 4-jährig mit 84,5 kg GAG von der Rennbahn zurück, wo er nicht zu den großen Siegern gehörte. Er stand im Besitz von Rieke Lemberg, war ab 1986 für die Trakehner und die Oldenburger Zucht im Hengstbuch I eingetragen und deckte insgesamt 13 Jahre, bevor ein Weideunfall seinem Leben 1999 ein Ende bereitete. Drei gekörte Söhne, davon mit Spirding einer im Hengstbuch I, und insgesamt 30 Töchter sind in den verschiedenen Stutbüchern verzeichnet, darunter die Trakehner PrSt Saalau, Xenia, Traumfee P und Sierra sowie die Mutter des hessischen Körsiegers von 2002, Avec Plaisir.

Auf einem Einzelkörtermin im Mai 2002 wurde in Hessen außerdem Kaisertanz v. Katamaran xx – Caprimond anerkannt.

Knapp 14.000 € gewannen Katamaran-Kinder im Sport, sein erfolgreichster Nachkomme ist der Oldenburger Kir Royal, der in Dressuren der Klassen M/A, S und St. Georg unter Ute Borkenfeld startet. Aus Trakehner Reihen sind vor allem Herbstfürst a.d. Herbstgold II v. Hyalit (Z: Ulrich Greving, B/R: Nicole Schreiber) und Kronprinz a.d. Kronjuwel zu nennen.

Auf der Körung stellte Katamaran xx sich seinerzeit noch recht unreif dar, wuchs sich in den folgenden Jahren jedoch zu einem imposanten Beschäler aus und galt bald – nicht nur aufgrund seiner erlesenen Abstammung – als klassischer Repräsentant seiner Rasse. Gerade genetisch führte der Braune gehäuft Vollblutahnen, die auch Warmblutzüchter zum Schwärmen brachten.

Sein Vater, der 1964 geborene Schlenderhaner Priamos, zählt zu den besten Rennpferden und Vatertieren seiner Zeit in Deutschland. Der Hengst war ein Spitzenzweijähriger und überzeugte vor allem mit seinem Sieg im Zukunfts-Rennen in Baden-Baden. Dreijährig konnte Priamos nur einmal, im November in Belgien, herausgebracht werden – er hatte eine ganze Saison, noch dazu die wichtigste im Leben eines Vollblüters, verloren. Trotz der langen Pause gelang Priamos als Vierjähriger ein Comeback. Es zeigte sich jedoch bald, dass es Priamos am letzten Stehvermögen mangelte, sodass er sich als Vier- und Fünfjähriger in den großen deutschen Rennen, die fast ausschließlich über die Derbydistanz führen, oft nur platzieren konnte.

Da der Birkhahn-Sohn als Pferd, dessen beste Strecke zwischen 1600 und 2000 Metern lag, im deutschen Rennsystem kaum Gelegenheit erhielt, sein wahres Können zu zeigen, entschloss man sich, den sechsjährigen Priamos speziell auf Aufgaben in Frankreich vorzubereiten. Das Ergebnis waren zwei großartige Siege im Prix Dollar in Longchamp (1950 m) und im Prix Jacques le Marois in Deauville (1600 m), mit dem Priamos seine Rennlaufbahn abschloss. Mit diesen Erfolgen machte der Hengst sich zum unwidersprochen „Besten Meiler Europas“ 1970.

Seine Gesamtbilanz: 30 Rennen, 14 Siege, 8 Plätze, Gewinnsumme 514.299 DM. Priamos wurde von Heinz Jentzsch trainiert und meist von Fritz Drechsler zu seinen Siegen geritten.

John Aiscan bescheinigt Priamos Charakter und Rennherz und bezeichnet ihn als guten Kämpfer. „In seinem Exterieur zeigt er Ähnlichkeit mit seinem Erzeuger Birkhahn. Er ist ein elegant aussehender dunkelbrauner Hengst. In seinem Körperbau ist Priamos ein wenig flach, sein Erzeuger Birkhahn hatte die bessere Rippenwölbung. Priamos besitzt eine gute Oberlinie. Er hat gute, schräge Schultern und einen langen Widerrist. Seine Hinterbeine sind gewinkelt und stehen etwas weg von ihm, ähnlich wie bei seinem Vater Birkhahn und seinem Großvater Alchimist. Außerdem hatte Alchimist noch Hasenhacke, Priamos’ Sprunggelenke sind sauber. Er hat eine ziemlich schräge Kruppe.“

Priamos’ Mutter Palazzo stammte vom Derbysieger und Nearco-Sohn Dante, gewann vier Rennen in England und war zudem Vierte im renommierten Brighton Autumn Cup. Sie hat eine neue, bedeutende Familie im Gestüt Schlenderhan gegründet. Ihr Sohn Pantheon v. Borealis, einer der bestaussehenden Hengste in Deutschland, siegte in sieben Rennen, darunter im Großen Preis von Westfalen, und hat als Vererber gut eingeschlagen. Palazzos zwei andere Söhne, beide wie Priamos v. Birkhahn stammend, sind Pamino, zu dessen acht Siegen der Preis der Stadt Mülheim und der Preis von Schlenderhan zählen, sowie Pallasch, zu dessen neun Siegen das Landgrafen-Rennen und der Kölner Frühjahrs-Ausgleich gehören. Beide haben sich bereits in der Zucht bewährt. Mit Orsini vererbte Palazzo die gute Palucca, die das Rudolf-Oetker-Rennen gewann und Zweite im Schwarzgold-Rennen war.

Priamos’ Großmutter Edifice v. Monument gewann ein Rennen und erzeugte vier Sieger. Priamos’ Urgroßmutter Phalconia v. Diomedes lieferte sieben Sieger, darunter Boissier v. Bois Roussel, Aegithus und Sharnbrook. Priamos’ fünfte Mutter Princess Charming v. Phalaris gewann die Dalham Stakes, ihr bester Nachkomme ist der 17-fache Sieger Shalfleet.

Seine Zuchtkarriere begann Priamos 1971 im Union-Gestüt Merten, und bereits im ersten Jahrgang stellte er mit Logos aus Lombards Mutter Promised Lacy v. Prince Chevalier, Brigida, deren Mutter Bisbaine vom Dschingis-Khan-Sohn Dhaulagiri stammte, Babylone a.d. Berna v. Erdball und Salzburg a.d. Sagitta v. Erdball vier Sieger. Dazu gesellten sich in späteren Jahren Altagracia (MV Chief), Tannenmädel (MV Orsini), Warmelo (MV Masetto), Night Music (MV Right Boy), Königsalpen, Stuyvesant und viele andere.

Eine Reihe von Priamos’ Söhnen und Enkeln hatte große Bedeutung für verschiedene Warmblutzuchten Deutschlands. So wurde sein Sohn Anatas Vater von Alantas xx. Priamos’ Sohn Roncalli xx zählt zu den gefragten Warmblutvererbern. Roncallis Vollschwester Rafale ist Mutter des Beschälers Don Roncalli v. Donnerhall. Aus einer Vollschwester zu Roncallis Mutter stehen die Stuten Rarita xx (Gestüt Neuhof, Duggendorf) und Regazza xx (Landgut Lisse, Saldenberg) in der deutschen Trakehnerzucht. Priamos ist Vater von Columbus xx, der in der schwedischen Warmblutzucht wirkt, von Ildefonso xx, der im Gestüt Altefeld Nachzucht hatte, von Liliom xx, der die Anerkennung für das Rheinland und Mecklenburg besitzt, von Severus xx, der in Sachsen-Anhalt stand, und von Zwickau xx im Rheinland.

Die bereits erwähnte Siegerin Brigida wurde Mutter des Bueno xx, der erwähnte Stuyvesant hat die Anerkennung des KWPN. Priamos’ Tochter Albenga xx war mit der Traumbewertung 10.8,8/9,9 ins Trakehner Stutbuch eingetragen. Sie brachte den gekörten Albarrano v. Fontainbleau, der an seiner HLP scheiterte und nur wenige Nachkommen zeugte, darunter Ornamento, der in Mecklenburg gekört ist und im vergangenen Jahr 7-jährig Dressurpferde-M gewann sowie mehrfach M- und S-platziert war. Seine erste S-Platzierung war gleich ein 2. Platz! Albenga xx wurde bei Manfred Lessenich auch Mutter der Julienne v. Buddenbrock, die anlässlich der letzten Landesschau in Rheinland-Pfalz-Saar die Zweijährigen-Klasse für sich entschied. Priamos’ 1982 geborener Sohn Mendocino xx war unter Claus Erhorn Bundeschampion der Vielseitigkeitspferde.

Katamarans Mutter Katharina hat keinerlei Rennerfolge aufzuweisen. Sie punktet mit einer für Trakehner Ohren ungemein wertvollen Abstammung, stammt sie doch vom Charlottenhofer Frontal aus einer Tochter des Khalkis.

Katharinas Vater Frontal wurde von Baron Guy de Rothschild gezogen, zwischen seinem zweiten und vierten Lebensjahr geprüft, hatte bei zwölf Starts fünf Siege, einen 2., zwei 4. und einen 5. Platz zu verzeichnen. John Aiscan schildert ihn wie folgt: „Frontals Kopf und Vorderbeine sind typisch für seinen Großvater Vieux Manoir. Er hat einen etwas starken Hals, dies wieder ist der Einfluss von Le Haar. Seine Hinterhand aber lässt Brantome-Vieux-Manoir-Eigenschaften vermissen. Er hat eine starke Hosenmuskulatur. Sein rechtes Sprunggelenk ist etwas gerader als das linke.“ Frontals Mutter Favreale v. Borealis war eine gute Rennstute mit Siegen und zweiten Plätzen; seine Großmutter La Favourita war auf der Bahn nur mäßig, lieferte aber drei Sieger.

Schon in seinen ersten Jahrgängen lieferte Frontal beste Rennpferde – die Stute King’s Story a.d. Königskrone v. Neckar, Benedikt a.d. Blaue See v. Goody und seine Jahrgangsgefährtin Thaila a.d. Typhaine v. Pan seien stellvertretend genannt. Von großer Bedeutung war die Nachzucht des Frontal jedoch für die deutsche Warmblutzucht. Den Anfang machte der wunderschöne DLG-Sieger von 1976, Windesi xx a.d. Windlette v. Windfields, der eine Beschälerbox im Landgestüt Warendorf bezog – er hatte sich übrigens mit seiner Jahrgangsgefährtin und väterlichen Halbschwester King’s Story zweijährig einen Kampf um die Spitzenplätze im Hamburger Criterium 1972 bei tiefem Boden geliefert.

Der in Röttgen gezogene Königstreuer xx deckte von der Station Vorwerk aus im Oldenburger Zuchtgebiet. Feuerfunke xx folgte seinem Halbbruder Windesi ins Landgestüt Warendorf. Frontals Tochter Ich Dien (Gestüt Schlenderhan) ist Mutter des im Vogelsangshof aufgestellten Irish Stew xx; Frontals Tochter Bavura xx ist die Mutter von Bormio xx. Frontals Tochter Incarvillea xx wird in der Trakehnerzucht genutzt, ist über ihre Tochter Idea xx v. Motley xx Großmutter des Beschälers Iffland v. EH Tenor und ist Mutter der Resevesiegerstute von Neumünster 2006, Incar’s Tochter v. King Arthur.

Katharinas Mutter Kiss me Kate war in ihrer Rennlaufbahn Dritte im Deutschen Stutenpreis Bremen. Die in Irland gezogene Stute brachte neben Katharina noch den 1976 geborenen Khan in Khan v. Dschingis Khan.

Kiss me Kates Vater Khalkis verdiente sich seinen Gruppe-I-Sieg 1963 in den Eclipse Stakes in Sandown. Im Epson Coronation Cup war der Hengst 1964 Zweiter. Der in Irland gezogene Wild-Risk-Enkel galt als eines der besten Pferde des 1960er-Jahrgangs, obwohl er wegen seiner problematischen Hufe und Beine nicht richtig trainiert werden konnte und nur auf weichem Boden wirklich gut lief. Khalkis konnte mehr Einfluss über seine Töchter in der Zucht nehmen als über direkte Nachkommen im Rennsport. Der Trakehnerzucht ist der Name dieses Vererbers vor allem als Vater der Istanbul-Halbschwester Inkarnation geläufig. Inkarnation, die in Großbritannien sehr alt wurde, fohlte u.a. die Stute Ithaka v. Koran, die die Mutter des Weltcup-Vielseitigkeitspferdes Muschamp Impala v. Muschamp Maestro (Ruth Edge) ist.

Kiss me Kates Mutter Touraileen v. Le Levandon war in Großbritannien gezogen und brachte außer Kiss me Kate noch den 1964 geborenen Hengst Quartette v. Quorum, der 1968 Dritter im Ebor Handicap in York wurde.


DIE MUTTER

Spirdings Mutter Auxinne S zählte lebenslang zu den Aushängeschildern der alten bäuerlichen Zucht von Peter Elxnat, der sich mit ihrer Stammmutter Schwindlerin aus dem ostpreußischen Skungirren ins ostfriesische Hohenkirchen retten konnte. Auxinne S, die in Aufmachung, Rahmen und Bewegungsstärke zu den besten Stuten ihrer Zeit zählte, ist aufgrund ihrer Nachzucht ebenso Elitestute des Trakehner Verbandes wie ihre Großmutter Sommernacht und deren Mutter Stelldichein.

Sie vertritt eine der ältesten und bedeutendsten Familien ostpreußischer Privatzucht. Vor allem in der Lieferung gekörter Hengste hat sich die Stutenfamilie der Schwindlerin einen Namen gemacht – Siegerhengste wie Saturn, Sleipnir und Seeadler waren zu ihrer Zeit ebenso in aller Munde wie heute noch sportlich erfolgreiche Vertreter dieses Stutenstamms von der Machart Schneekönig, Symbol und Starway.

Auxinne S weist zudem über ihren Vater Schwertträger eine interessante Inzucht auf die Stammstute Schwindlerin auf; zur Nachzucht dieser Stute gehören neben Spirding der in Oldenburg gekörte Shamane v. Luzifer, der nach seiner HLP für die Trakehner anerkannte Stubbendorff v. Argonaut, die PrSt. Saalau v. Katamaran xx, die unter dem Sportnamen Sara Sampson Springen und Vielseitigkeit bis Klasse L erfolgreich ging.

Auxinne S ist im Portal bereits in einem Elitestuten-Portrait vorgestellt worden.


NACHZUCHT

Ein männlicher Nachfolger in der Zucht ist Spirding bisher verwehrt geblieben, doch einige Töchter konnten bereits mit guter Nachzucht zur Verbreitung dieses Blutes beitragen. Die doppelt prämierte Corinna XII a.d. Cruttina v. Ravel, die über Ginster / Habicht auf die dreifache Hengstmutter Corvina v. Boris zurückgeht, wurde 2001 Mutter der mittlerweile in Nachwuchs-Turnierprüfungen erfolgreichen Csardasfürstin v. Sanssouci. Corinna ist ebenfalls Mutter des Verlosungsfohlens von Neumünster 2005, Cadinen v. Cadeau.

Corinnas Vollschwester Cinderella VIII wurde 2007 bei Bernd-Uwe Hildebrandt in Steinfeld Mutter der Cover Girl v. EH Gribaldi, die schon bei der Fohlenschau auf Hämelschenburg positiv auffiel und zum Lot der Fohlenauktion Neumünster gehörte.

Neun Spirding-Kinder weist die FN-Buchführung aus, von denen die in Sachsen-Anhalt gezogene Sazou a.d. Juadema v. Jucker unter Michaela Boginger Erfolge in Nachwuchsprüfungen hat. Der ebenfalls aus Sachsen-Anhalt stammende, jetzt 8-jährige braune Wallach Spartakus aus einer Brandenburger-Mutter war unter Matthias Keil im März anlässlich der Springprüfung Kl. M* der Thüringen Youngster Tour in Erfurt fünftplatziert.


Text und © Karin Schweiger 2008
Fotos: Erwin Escher, online-HVP des Verbandes