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Hohenstein E.H.


Rappe, St., l.Hfsl.unreg., r.Hfsl.inn.unreg.w.
geb. 29.01.1991

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16320021
volljährig16822

Züchter:
Harry Bartsch, Göttingen
Aufzüchter:
Friedrich E. Hoppe, Jockgrim b/Karlsruhe

Gekört 30.10.1993 Neumünster

www.klosterhof-medingen.de

Pedigree

Caprimond EH, B. 1985 Karon, B. 1981 Arogno EH, Db. 1976 Flaneur
Arcticonius xx ElSt.
Karben, R. 1974 Ibikus
Kaprice II
Capri IV SPS, R. 1980 Mackensen EH, Db. 1976 Patron
Maharani II
Coeur-As, R. 1975 Herbube
Cora
Helena XIV ElSt, Db. 1983 Matador, Db. 1974 Donauwind, Db. 1965 Pregel
Donaulied
Maritza, B. 1965 Gobelin
Mata Hari
Harpune II PS, F. 1975 Grimsel, F. 1970 Kassio
Griseldis ElSt.
Harda, F. 1966 Prince Rouge xx
Harfe

Hengstlinie des Fetysz ox, Stutenfamilie der T14N2 Harda (Gestüt Birkhausen)

Eigentümer

seit 1993: Burkhard Wahler, Klosterhof Medingen, Bad Bevensen

Stationierung

seit 1994: Klosterhof Medingen - Bad Bevensen Nds-H

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung 1994 in Adelheidsdorf

Charakter: 9,0 Schritt: 8,0 (T: 9,0)
Temperament: 9,0 Trab: 9,0 (T: 9,0)
Leistungsbereitschaft: 9,0 Galopp: 9,0 (T: 9,0)
Leistungsfähigkeit: 8,0 Springanlage: FS 6,0 Parc 7,0 Anl 7,0
Rittigkeit: 9,0 (T: 9,0) Geländeprüfung: G: 8,33 Spr 6,67
Rittigkeitsindex: 148,29 (1.) Springindex: 102,95 (28.)
Gesamtindex: 134,05 (2./53) Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
Dressur bis Klasse S - LGS: 8991 €

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
164126117105 107119117120 121-0,2


Gekörte Söhne (23): Donaukaiser, Heartbreaker, Heinrich der Welfe, I-Punkt, Insterburg, Münchhausen, Tambour, Thalys, Titelheld, Ovaro, Donaufels, Elfenstein, Kronprinz, Cousteau, His Highness (Hann.), Hudson (Hann.), Hero (Hann.), Harvard (Hann.), High Cruiser (Hann.), High Spirits (Hann.), Hochadel (Hann.), Herrenstein II (Sa-Anhalt), Heraklion (USA)

Töchter (403): ElSt. Kadenz IX, ElSt. Kapra, Priscella, Tamora II, Hirtennacht, Gherada, PS/SPS Ciara v.Kl, Lesly, Herzdame, Katharina, Arielle, Mariposa, Fayence, Gila, Gräfin H-S, Maiglück, Ich bin, Prima Vista, Avaluna, Scarlettin, Herbstrose, Baroness, Valentina, PS Indrissa, Liaison, Pietät, Perle, Haya, Capriati v.Kl, Diva, Interesse, Donaumelodie v.Kl, Lyra, Phoebe, Tendenz, Sailormoon, Goldstück, Schöner Abend, Ardea, Flights of Fancy, Gesche, Ophelia, Ode, Kathania, Lobgesang v.Kr, Donauregentin, Konkubina, Piacenza, Tolouse, Arkadia, Cote d'azur, Alaska, Donau Darkness, Haydee, Lilli Marlen, PS/SPS Daydream, Donauweise v.Kl, Feodame v.Kr, Kira, Orchidee, Xantia, Fatrella, Sunlight, Dalmira, Moosblüte, Vienette, PS/SPS Voila, PS Funkenmariechen, Tabatinga, Furore, PS/SPS Elaen, PS/SPS Alina IV, Millenia, Dekade v.Kl, Moosliebe, Okyra, Until Now, Kantate, Maigräfin, Penelope, Delphi, Anatevka, Mona Lisa, Tanzstunde, PS/SPS Perle XXVIII, Sorquitten, Klassik, Kiss Me, Brenda II, Angelique, Mille Grazie, Piata II, Isla Bonita, PS/SPS Donauglück, Kiruna VII, Peppita du Coco, Ardea, Josephine, Isis XX, Dalwhinnie, Saphira IV, Mein Traum, Naomi V, Okiara, Kalimee, Toscana R, Imola III, Parisienne, Pretoria II, Herzdame XIV, Treuliebchen, PS/SPS Kaharied, Danny, Koralle XXIII, Ordina, Havanna XVIII, Irisa, Ira XIII, PS/SPS Vanessa, Mirabell VII, Stella Artois, Elfenwonne, Micky, Penelope XXIV, Holly Golightly, Alabama, She's Lovely Kirial, H-Ache, Forelle v.Undinenhof, Ontana, Feennacht, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:569
davon mit Platzierungen:133 (in 2007)
davon in Klasse M. und S.:15


Es ist im Allgemeinen sehr schwer für einen Hengst, aus dem Schatten eines übermächtigen Vaters herauszutreten – noch dazu, wenn beide auf derselben renommierten Hengststation um die Gunst der Stutenbesitzer buhlen. Hohenstein ist einer der wenigen Beschäler, denen das gelungen ist. Schon bei der Körung überzeugte dieser schwarze Edelstein: „Besonders charmanter Hengst nach der klassischen Machart seines Erzeugers Caprimond aus wertvoller Mutter-Familie. Im Verhältnis zum Körper durchaus kräftig, dabei korrekt fundamentiert mit etwas offenem Hinterbein. Großer Antritt vom Fleck weg und immer in souveräner Selbsthaltung.“ – So sah es die Körkommission und reihte den mit ausbalancierten Bewegungen punktenden Junghengst in die Riege der Prämienträger ein.

Burkhard Wahler vom Klosterhof Medingen wusste wohl, was er tat, als er diesen Sohn seines Hauptbeschälers Caprimond für den eigenen Beschälerstall sicherte, und schon bei der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf rechtfertigte Hohenstein das in ihn gesetzte Vertrauen: Als haushoher Rittigkeitssieger und Gesamtzweiter brachte er den zweiten großen Prüfstein seiner Karriere bravourös hinter sich.

Schon traditionsgemäß haben die wenigsten „Hauptvererber“ des Klosterhofs Medingen mit der HLP sportlich ausgesorgt. Hohenstein machte da keine Ausnahme. Vierjährig verließ er das Trakehener Bundesturnier als Champion, war beim Bundeschampionat drittplatziert. Siebenjährig erreichte er bereits seinen ersten Sieg in einer Dressurprüfung der Klasse S. Mittlerweile hat der Hengst eine ganze Reihe von Siegen und Platzierungen bis St. Georg und Intermédiaire I – seine Lebensgewinnsumme beläuft sich auf 8.991 €.

Die züchterische Karriere des Hohenstein hielt mit dem Sieben-Meilen-Tempo der reiterlichen durchaus Schritt. Aus seinem ersten Fohlenjahrgang präsentierte sich 1997 in Neumünster der Körsieger Münchhausen. Keine Frage, dass der Trakehner Verband den schwarzen Klosterhofer ganz oben auf der Liste für seine Ehrentitel stehen hatte. 1998 – also mit sieben Jahren noch jünger als sein Vater – wurde Hohenstein Elitehengst des Verbandes. 2002, als sein Sohn His Highness die Siegerschärpe der Hannoverschen Körung in Verden umgehängt bekam, proklamierte man Hohenstein zum Trakehner „Hengst des Jahres“ – man darf gespannt sein, welchen kreativen Titel Lars Gehrmann für den Sohn des „Pythagoras der Neuzeit“ bereit hält, denn in drei Jahren steht der 20. Geburtstag dieses genialen Vererbers an …

Hohenstein ist anerkannt für Trakehner, Hannover, Oldenburg, Rheinland, Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schweden, Frankreich und die Schweizer Warmblutzucht. Seit Jahren ist er Spitzenreiter in Sachen Dressurvererbung, ausgewiesen durch die Indices der FN-Zuchtwertschätzung.

Das Fünf-Generationen-Pedigree des Hohenstein ist fast frei von Linienzuchten, lediglich der große Flaneur begegnet uns in 4./5. Generation zweimal. Der Vollblutanteil beträgt 28,12% und fließt über Arognos Mutter Arcticonius xx und Prince Rouge xx in 4. Ahnenreihe sowie über Stern xx und Pindar xx in 5. Ahnenreihe ein. Das wertvolle Tröpfchen arabischen Leistungsblutes ist hier wohl nur noch in homöopathischer Dosierung vorhanden – Lowelas ox in 6. und Fetysz ox in 7./8. Generation schicken ihre Gene.


DER VATER

Hohensteins Vater Caprimond bezeichnete Zuchtleiter Lars Gehrmann anlässlich der Laudatio zu seinem 20. Geburtstag in Ermangelung weiterer Ehrentitel als „Pythagoras der Neuzeit“ – Elitehengst war er ja schon als jüngster Hengst der Geschichte mit zehn Jahren, und auch „Hengst des Jahres“ war er schon 1998. Auch wenn sich dieser Hengst bei Körung und Bundeschampionat noch mit dem Reservesieg zufrieden geben musste, war doch sein Aufstieg zum aus heutiger Sicht sicher erfolgreichsten Trakehner Vererber der Nachkriegszeit kometenhaft verlaufen. Es gibt nicht viele Hengste, denen man bereits zu Lebzeiten ein Denkmal setzt, aber wer das Areal des Klosterhofs Medingen betritt, der braucht sicherlich nicht die Namenstafel am Sockel, um zu wissen, welcher Jahrhunderthengst ihn hier begrüßt …

Caprimond, mit heute 23 Jahren noch fit genug für Gänsehaut erzeugende Schaubilder, wurde bereits in einem eigenen Portrait in dieser Datenbank vorgestellt.


DIE MUTTER

Hohensteins Mutter, die dunkelbraune Helena XIV, zählt zu einer der wertvollsten Stutenfamilien aus dem Hauptgestüt Trakehnen. Halensee war die Stammstute, ihre in Birkhausen eingesetzte Urenkelin Harda gilt heute als Familienbegründerin dieses Zweiges. Wie so viele der heute noch blühenden Trakehner Stutenfamilien lässt sich auch Halensees Pedigree bis auf die älteste Trakehner Familie zurückführen, die auf der 1787 im Hauptgestüt eingestellten türkischen Araberstute Fatme ox basiert.

Noch 1982 beschrieb Dr. Fritz Schilke die Halensee-Familie wie folgt: „Eine Linie von besonders hoher Qualität durch Klarheit in der Textur, Harmonie, Schönheit und gutem Gesamtrahmen. Von den gelieferten Beschälern haben sich Halali und Hartung besonders bewährt, ersterer als Vater einiger ausgezeichneter Sportpferde und überaus qualitätvoller Zuchtpferde gerade in den letzten Jahren trotz nur geringer züchterischer Chancen. Hartung lieferte kräftige Staturen für die Zucht und Pferde mit sehr viel Springvermögen, bevor er 1973 nach Schweden verkauft wurde und dort sehr großen Anklang gefunden hat. Sehr hoffnungsvoll sind die typvollen jungen Vollbrüder Husar und Heuriger – eine äußerst wertvolle Familie für die Zucht.“

Halensees Tochter Hymne v. Sporn hinterließ, vor allem in Anpaarung an den großen Impuls im Gestüt Webelsgrund, eine Dynastie hervorragender Zuchtpferde. Halensees Tochter Harmonie v. Tropenwald begründete sicher den kleineren, aber nicht minder wertvollen Zweig dieser Familie. Von züchterischer Bedeutung waren vor allem ihr Sohn Harfner v. Poet xx, der in der hessischen Landeszucht zum Einsatz kam, und ihre Tochter Harfe v. Altan. Harfes bedeutendste Kinder waren der Springvererber Hartung v. Ilmengrund und die in Birkhausen eingesetzte herrliche Fuchsstute Harda v. Prince Rouge xx.

Harda war 1972 bei der DLG-Ausstellung in Hannover Ic-Preisträgerin und gehörte mit ihren zwölf Fohlen in die Riege der Leistungsstutbuch-Stuten (Abt. D). Hazienda v. Donauwind ging vor ihrem Zuchteinsatz in allen Disziplinen mit Erfolgen bis Klasse A im Turniersport, Harpune II v. Grimsel ersetzte ihre Mutter in der Birkhausener Zucht und Havanna v. Matador ging als Mutterstute in die USA.

Hardas Vater Prince Rouge xx machte sich zwischen 1965 und 1973 einen Namen als „Hauptvererber“ im Gestüt Birkhausen. Dr. Schilke zu dem 1951 in Frankreich geborenen Fuchs: „Seine großen Vorzüge lagen in der überragenden und bei Vollblütern wirklich selten zu findenden Art der Bewegung in allen Gangarten. Sein leichtes Fundament musste bei den großen Vorzügen des Hengstes – lebhaftes, aber gutes Temperament, Rittigkeit und Nerv – in Kauf genommen werden.“ Das Hengstbuch beschreibt diesen außergewöhnlichen Vollblüter wie folgt: „Zauberhaft schöner, edler Kopf mit klugem lebhaften Auge; bester Reithals; herrliche Silhouette; Fundament leicht; überragend in Geschmeidigkeit und Raumgriff der Bewegung. Züchterisch sehr wertvoller Vollbluthengst, lieferte trockene, harte Leistungspferde mit betonter Springanlage. Sie sind etwas feinfühlig, aber leichtrittig; sehr gut in Schritt, Trab und Galopp.“

Auch in heutiger Zeit liegt der vor über 30 Jahren abgetretene Blüterfuchs noch einsam an der Spitze der Vollbluthengste mit S-erfolgreichen Nachkommen im Sport. Zu seinen besten Töchtern zählt die Fuchsstute Tracht, „ein herrliches Modell mit bestem mütterlichen Ausdruck und dem deutlichen Überguss des englischen Vollbluts, die zweimal mit Ia-Preisen auf DLG-Ausstellungen präsentiert wurde. Außerdem lieferte Prince Rouge xx den als Reservesieger gelegentlich der Körung eingestuften Prince Condé, geb. 1967 a.d. Korviglia v. Hanskapitän, einer der sehr wertvollen Vollblut-Söhne der Trakehner Zucht.“ (Dr. Schilke).

Hardas Tochter Harpune II hatte Grimsel zum Vater, der in Birkhausen bis 1978 die Nachfolge von Prince Rouge xx antrat. Dr. Fritz Schilke beschreibt ihn als „sehr statiösen, wuchtigen, aber doch mit hohem Adel ausgestatteten und sich herrlich bewegenden Fuchs mit nachhaltigem Einfluss in Birkhausen. Seine Töchter Blinka a.d. Blizza und Harpune a.d. Harda sind denkbar beste Nachfolgerinnen ihre erstklassigen Mütter.“ Grimsel stammt aus dem Gestüt Nannhofen der Baronin von Lotzbeck in Bayern und hat den in Webelsgrund gezogenen Kassio zum Vater, dem die Verbreitung des Abglanz-Blutes in der Trakehner Reinzucht zukam, und die vierfache Hengstmutter, DLG- und Bundesschausiegerin Griseldis zur Mutter.

Harpune II, 1975 geboren und seinerzeit von Dr. Eberhard von Velsen mit den Maßen 1.64/19.5 und der Bewertung 9,8,7/9,9 eingetragen, vertrat ihre Zucht 1979 bei der Bundesschau des Deutschen Reitpferdes in Münster-Handorf, wo sie in der Klasse der 4-Jährigen den Ib-Preis erhielt. Im selben Jahr war sie auch Ic-Preisträgerin des Webenheimer Bauernfestes und der Zweibrücker Pferdetage. Anlässlich der Trakehner Bundesschau 1982 in Verden wurde sie in ihrer Altersklasse mit dem Id-Preis ausgezeichnet. Sie trug den Titel einer Trakehner Prämienstute, die FN führt sie mit 13 Fohlen in 15 Zuchtjahren im Leistungsstutbuch D.

Glanzpunkte in Harpunes Nachzucht sind natürlich die drei Vollschwestern Harma, Hama und Helena XIV v. Matador. Ihr Erstlingsfohlen aus gleicher Anpaarung, die dunkelbraune Halfa, hat ihre SLP bestanden, war Ausstellungsstute, wurde erfolgreich in Reitpferdeprüfungen auf Turnieren gezeigt und wird in den FN-Leistungsstutbüchern A und D geführt. Nach Auflösung des Gestüts Birkhausen ging Harpune nach Luxemburg; die Kinder Hymne v. Sokrates – später Mutterstute in Frankreich –, Halloween v. Schiwago xx, Hamdi v. Parforce und Hatice Bold v. Colway Bold xx gingen alle in Basis- und A-Prüfungen auf Turnieren.

Harma, erst im Januar dieses Jahres im hohen Alter von 28 Jahren eingegangene Elitestute, wirkte im bayerischen Raum. Im Leichthof, Biebelried, brachte sie zunächst den gekörten Horizon v. Mahon, der auf der Körung in die USA ging, und die Sportpferde Haried v. Mandant und Husaried v. Salazar. Im Besitz des Chiemgau-Syndikats wurde ihre bedeutende Tochter Hagia Sophia v. Pernambuco geboren, die Reservesiegerin der Eintragung und anlässlich der Landesschau und des Zentral-Landwirtschaftsfestes in München hoch prämiert wurde. Die Stute Highclass v. Guter Planet u.d. Harma war Preisspitze der Stutenauktion Neumünster 1994.

Hama, DLG-prämiert, wirkte segensreich in der Zucht des renommierten Gestüts Gorlo vor den Toren von Bielefeld in Westfalen. Sie brachte den inzwischen in der polnischen Landeszucht bewährten Beschäler Hamlet Go v. Turnus, die Landesschau-Klassensiegerin Hamamelis v. Pardon Go – Mutter des Moritzburger Landbeschälers Harlem Go v. Maizauber, des frischgebackenen Schwaigangerer Landbeschälers Halimey Go v. Askar AA und der Eintragungssiegerin Hawaii Go v. Maizauber – sowie die westfälische Eintragungssiegerin von 2001, StPrSt. Haifa Go v. Maizauber.

Helena schließlich war die vierte und vorletzte Tochter aus der Anpaarung der Harpune an den in Birkhausen aufgezogenen Matador. Dessen Vater Donauwind kam von 1970 bis 1976 in Birkhausen zum Einsatz – unter dem Gesichtspunkt, dass das einseitige Angebot dieses Verbandsgestüts an Füchsen zum deutlichen Nachteil gereichte. 1982 beurteilte Schilke die Nachzucht des Donauwind noch vorsichtig: „… der neben einigen guten, soliden Mutterstuten und gekörten Hengsten auch eine Anzahl reeller Reitpferde hinterließ.“ Einige Zeit später – als internationale Sporterfolge etwa seiner Kinder Fabian und Abdullah den Hengst ins Rampenlicht rücken – bezeichnet Schilke ihn als „einen der besten Vererber der Nachkriegszeit, gleich gut in der Lieferung von Zuchtstuten und Hengsten.“ In nur neun Deckeinsatzjahren in Deutschland – er wirkte später noch in Dänemark, Kanada und den USA – wurden schließlich 16 Söhne gekört, 125 Töchter fanden Eintrag ins Stutbuch.

Matador, selbst im Sport erfolgreich und anlässlich der DLG-Ausstellung 1982 in München mit Ia dekoriert, galt als einer seiner besten Söhne; die Mutter Maritza v. Gobelin war zudem Siegerstute der 3. Rheinischen Landesschau 1981 in Sonsbeck – vor der Mahagoni- und Mackensen-Mutter Maharani II aus dem Stall Hoogen übrigens. Matador wird als „Spitzenmodell der Trakehner Zucht nach dem 2. Weltkrieg“ beschrieben. Mit neun gekörten Söhnen und 143 eingetragenen Töchtern sowie als beliebter Erzeuger von Reitpferden genoss er lange einen erstklassigen Ruf – auch wenn man heute weiß, dass seine Töchter höher einzuschätzen sind als die Söhne, die in ihrer Reitqualität nicht immer befriedigten.

Helena, bei einem der ersten zentralen Eintragungstermine durchgehend mit 8 bewertet, wirkte in der Zucht von Harry Bartsch, Göttingen, und nach dessen Tod bei Familie Bredemeier in Petershagen. Inzwischen ist auch sie Elitestute des Verbandes. Natürlich wurde sie nach dem Erfolg ihres großen Sohnes vornehmlich an Caprimond angepaart, sie hatte aber auch Nachzucht von Marduc, Polarpunkt, Buddenbrock und Summertime.

Ihrem berühmten Sohn Hohenstein folgte ein Jahr später der fuchsfarbene Vollbruder Hohenstein II. Er ging nach Ungarn, war dort haushoher HLP-Sieger und kam vor einigen Jahren nach Österreich, wo er für die Landeszucht anerkannt ist.

Hera XLIV, 1996 wieder in schwarzer Jacke geboren, wurde anlässlich der II. Landesschau in Westfalen mit dem Ic-Preis ausgezeichnet und trägt den Prämientitel des Verbandes. Hexe XII v. Buddenbrock (*2000), Hanna VII v. Summertime (*2002) und Hohwacht v. Caprimond (*2003) wurden mit guten Noten ins Stutbuch eingetragen.

2006 stellte Helena beim Fohlenbrennen im Gestüt Hämelschenburg als letztes ihrer Fohlen erneut einen Vollbruder der Hohensteine vor – man darf auf die Entwicklung des jungen Mannes gespannt sein.


NACHZUCHT – gekörte Söhne

23 Söhne des schwarzen Edelsteins erhielten mittlerweile die Zulassung zur Zucht, 14 davon in der Trakehner Reinzucht. Und die Laufbahn des Hohenstein als Vererber begann wahrlich mit einem Paukenschlag: Bereits mit seinem ersten Fohlenjahrgang lieferte er Münchhausen, den unumstrittenen Siegerhengst der Körung 1997 in Neumünster. 350.000 DM kostete der Sohn der Mohnblüte v. Königstein aus der Zucht von Ursula Schäfer – und es war gut angelegtes Geld für das Gestüt Wiesenhof in Krefeld, denn Münchhausen ist inzwischen nicht nur erfolgreich im internationalen Dressursport bis zum Grand Prix, sondern auch Elitehengst des Verbandes.

1996 geboren war Titelheld a.d. Tolosa v. Arrak. Seine Mutter war selbst Eliteauktionspferd und väterliche Halbschwester des Grand-Prix-Dressurpferdes Merlin TSF. Bei der Leistungsprüfung erwies er sich als klares Dressurtalent, versank dann aber im Gestüt Sommerlade in einem sportlichen und züchterischen Dornröschenschlaf. Trotzdem gelang es dem schwarzbraunen Hengst, mit Krönungswalzer einen gekörten Sohn und mehrere gute Töchter zu stellen. Nach Auflösung des Gestüts ging Titelheld nach Großbritannien, wo er hoffentlich noch einige züchterische Chancen erhält.

Aus dem gleichen Jahrgang stammt Tambour a.d. StPrElSt. Tänzerin V v. Consul, der sich mittlerweile ebenfalls selbst als Elitehengst des Verbandes züchterisch durchsetzen konnte. Tambour war Prämienhengst, HLP-Vierter und avancierte zum Trakehner Springpferdechampion. Anschließend wurde er bis S-Dressur ausgebildet. Tambour zeugte die Jahressiegerstute Zaubermelodie III. Neben dem Siegerhengst Herzensdieb wurde noch der eng mit ihm verwandte Tambour-Sohn Herzog gekört, der 2006 seine HLP gewann. Tänzerin, inzwischen dreifache Hengstmutter (Tambour, Thalys, Travell), ist eine Halbschwester der Elitehengste Tenor, Tivano und Tuareg und vertritt die Elitezucht des Gestüts Panker unter der Ägide von Gestütsleiter Uwe Rowedder.

Heartbreaker, ebenfalls 1996 geboren, stammt aus der Zucht von Horst Büttner, Altdorf/Bayern, und war Prämienhengst seiner Körung. Seine Mutter Harmonia IV ist eine Tochter des Leistungs-Vollblüters Sir Shostakovich xx aus einer Insterfeuer-Tochter. Heartbreaker blieb zunächst im Besitz seines Züchters und deckte im Gestüt Schwaighof in Nordendorf. Inzwischen ist der Schwarzbraune aus der Stutenfamilie der Hannelore, aus der u.a. auch der S-Dressurhengst Halbgott hervorging, nach Dänemark verkauft und wirkt in der qualitätvollen Zucht von Soren und Helen Nissen.

Heinrich der Welfe war bei Veronika von Schöning gezogen und ein Sohn der dreifach prämierten Herzlani v. Kostolany und der ebenfalls dreifach prämierten „Stute ihres Lebens“ für die Züchterin, Herzchen v. Ginster. Unter dem Namen Highlander qualifizierte der Hengst sich 5- und 6-jährig für das Bundeschampionat des Deutschen Dressurpferdes, ist inzwischen S-erfolgreich und schaffte seine Körung über den „zweiten Bildungsweg“.

Donaukaiser a.d. ElSt. Donauwoge II v. Sokrates wurde auf dem Klosterhof gezogen und ist Vollbruder der Siegerfamilie Landesschau Niedersachsen und Ib-Familie der Bundesstutenschau. Donaukaiser befindet sich im Besitz von Cornelia Böckmann-Heinrich, war Rittigkeits-Zweiter seiner HLP in Redefin und hat Platzierungen in M-Dressuren.

Zu den Spitzenhengsten in Hannover zählt Harvard, 1996 a.d. Carina v. Cardinal xx – Ortelsburg/T gezogen. Er war Vizechampion der Oldenburger Hauptkörung 2000, trat beim Bundeschampionat auf und war ausgebildet bis Klasse S in der Dressur. Achtjährig verkaufte ihn die Station Kathmann in Holtrup nach Kanada.

I-Punkt, 1997 geboren und ein Vollbruder des nachbeschriebenen Insterburg, war Prämienhengst seiner Körung, verschwand aber nach einigen kleineren Sporterfolgen von der Bildfläche in Zucht und Sport.

Der Jahrgang 1999 wartete erneut mit einem außergewöhnlichen Hohenstein-Sohn auf: Insterburg a.d. ElSt. Indira X v. Giorgio Armani aus der Zucht von Hans Derlin wurde Prämienhengst der Frühjahrskörung in Leverkusen 2002, absolvierte seinen 70-Tage-Test in München-Riem als Sieger und legte eine Bilderbuchkarriere im Sport hin: Trakehner Champion 2002 und 2003, Bundeschampionatsteilnehmer 2003 und 2005 (3. Platz), Bronze bei der WM für Junge Dressurpferde in Verden 2005, qualifiziert fürs Finale des Nürnberger Burgpokals 2006 und 2007, gab der Beschäler von der Station Kretschmer unter dem Sattel von Carola Koppelmann gerade ein brillantes Debüt in der Großen Tour mit 3. Plätzen im Grand Prix Special und der Grand-Prix-Kür bei der Dressurgala in Heroldsberg. Seit 2006 darf er sich Elitehengst-Anwärter nennen.

Ebenfalls dem Jahrgang 1999 entstammt Tambours Vollbruder Thalys, der derzeit nicht für den Zuchteinsatz zur Verfügung steht. Der Hengst machte vielmehr unter Christiane Hollmann-Raabe als Seriensieger im Turniersport von sich reden und geht derzeit recht erfolgreich Dressur bis Klasse M unter Pia Wernke.

2002 war DAS Jahr des Hohenstein in Hannover. Pünktlich zu seiner Ernennung zum Trakehner „Hengst des Jahres“ trug His Highness in Verden die Siegerschärpe, zudem wurde auch Hochadel an selber Stelle gekört. Der umjubelte Körsieger wurde für die Rekordsumme von 515.000 € an das US-amerikanische Ehepaar Louise und Doug Leatherdale versteigert. Anschließend gewann der Hohenstein-Donnerhall-Sohn seine HLP in Prussendorf und wurde auch bei der Dänischen Körung in Herning zum Siegerhengst ausgerufen. Es folgten unter der Trainer-Ägide von Klaus Balkenhol Seriensiege in Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen. 2005 und 2006 platzierte er sich bei den Dressurpferde-Bundeschampionaten vorn. Erste Starts Sechsjährig in Dressurprüfungen der Klasse M/A münzte der Rappe in Siege um und war bis zur Klasse S gefördert. Gleich aus seinem ersten Jahrgang wurden zehn Söhne gekört, darunter die beiden Prämienhengste Hochfein und Hendrix sowie der für 120.000 € nach Dänemark verkaufte Hoftanz. Bei den Hannoveraner Stutenschauen stellte His Highness zahlreiche Schausiegerinnen. Mit seinem Sohn Hampton konnte His Highness 2007 noch in Verden anlässlich der Sattelkörung brillieren. Wenige Tage darauf brach er sich bei einem Unfall auf der Deckstation ein Bein und musste eingeschläfert werden.

Donaufels a.d. StPrPrElSt. Donaufürstin v. Sokrates, von Ingrid Wahler (Klosterhof Medingen) gezogen, war Prämienhengst der Körung 2004 in Kerken. Mutter Donaufürstin bildete zusammen mit ihren Schwestern Donaumärchen I und II die Bundessiegerfamilie in Warendorf 1994 (Bundes-Stutenschau) und Neustadt/Dosse 1997 (Trakehner Bundesschau). Donaufels war Reservesieger des 30-Tage-Tests und drittplatziert im 70-Tage-Test. Der Hengst deckt im Gestüt Wiesenhof in Krefeld.

Ovaro a.d. Odessa IX von Kostolany gefiel anlässlich der Körung 2003 durch seine Losgelassenheit und seine gewaltige Trabaktion auf dem Dreieck und gehörte deshalb zum Prämienlot. Züchter dieses Hengstes ist Friedrich Hanning aus Extertal, der den Hengst auch vorstellte. Ovaro erbrachte 20.000 € bei der Auktion. Ovaros Vollschwester, StPrPrSt. Orchidee, behauptete sich auf einem hervorragenden dritten Platz im Landeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde für Schleswig-Holstein/Hamburg. Ovaro absolvierte einen hervorragenden 30- sowie 70-Tage-Test und wurde bester Trakehner Hengst seiner Prüfungsgruppen. Er demonstrierte seine Doppelveranlagung mit hohen Noten in den Dressur- und Springindizes. 2005 hat er sich für das Bundeschampionat qualifiziert. Derzeit steht er im Ausbildungsstall Lürschau bei Karin Winter-Polac.

Heraklion, 2003 in Hannover geborener Rapphengst aus der Witta v. Wittinger wurde in die USA verkauft und dort 2005 gekört. Seine Mutter ist Halbschwester zum Champion der jungen Dressurpferde in Belgien 2000, Weltmann, der Stutenstamm ist mehrfach durch Eliteauktionspferde und Championatsteilnehmer in Hannover aufgefallen.

Prämienhengst der Körung Neumünster 2006 wurde Elfenstein a.d. Elfennacht II v. Waldvogt. Er gefiel insbesondere durch seine schwungvolle, bergauf getragene Art sich zu bewegen und mit einem guten Gebäude. Die Mutterlinie dieses Hengstes vertritt die Zuchten der Ehrenvorsitzenden Gottfried Hoogen und Dietrich von Lenski-Kattenau. Gezogen wurde der Rappe von Hans Joachim Gross und über die Auktion für 40.000 Euro nach Großbritannien verkauft.

Cousteau, Prämienhengst der Körung 2007 und als typvollster Hengst ausgezeichnet, überzeugt durch souveränes Auftreten, sehr guten Körper, drei gleichermaßen überdurchschnittliche Grundgangarten mit hervorragendem Schritt und liefert damit ein beeindruckendes Bild positiver Vollblutprägung. Die Mutter, StPrPrSt. Coppelia v. Marduc, war Landesschau-Siegerin in Niedersachsen-Hannover. Als Klassensiegerin der Bundesstutenschau 2002 in Neustadt/Dosse ist sie die beste Halbblutstute Deutschlands.

Bereits als Spitzenfohlen in Neumünster 2005 machte Kronprinz a.d. StPrPrSt. Keep Cool v. Sixtus von sich reden. Die Mutter Keep Cool, eine Vollschwester des in den Niederlanden wirkenden Kasparow, machte eine Stations-SLP mit 8,2, war 2000 Siegerstute der Landesschau in Westfalen und brachte die Stute Kleeblüte, Auktionsfohlen 2001 und Reservesiegerin der Eintragung im Gestüt Sommerlade, und das taufrisch zum Bundeschampionat qualifizierte Dressurpferd Kaspaar, beide v. Münchhausen. Bei der Körung 2007 wurde Kronprinz Prämienhengst und ging an das Haupt- und Landgestüt Marbach/Lauter.


NACHZUCHT – Töchter

Unter Hohensteins über 400 in den verschiedensten Zuchtbüchern eingetragenen Töchtern sind 76 mit der Staatsprämie, drei werden im FN-Leistungsstutbuch A geführt, zwei in Abteilung B und eine in Abteilung D. Hohenstein kann bisher zwei mit dem Elitetitel des Trakehner Verbandes ausgezeichnete Töchter aufweisen.

Kadenz IX a.d. Koka II v. Karwendelstein, bei Friederike Holst in Schenefeld beheimatete Vertreterin der Dohna’schen Kordel-Familie, verdiente sich den Elitetitel mit vier gekörten Söhnen: Karolinger I und II, beide v. Latimer, sowie Krokant und Karamell, beide v. Lauries Crusador xx.

Kapra a.d. Kathleen III v. Maizauber aus der schmalen Stutenfamilie der Kavallerie (v.d.Leyen, Hasselpusch) bewährte sich im Stall Reinisch, Eggenfelden/Bayern als Dressurpferd bis zur Klasse M, geht zudem erfolgreich im Zweispänner und ist Mutter des L-Spring- und L-Dressurpferdes Kaprizio v. Kostolany, auch er erfolgreich im Fahrsport.

Neben Kadenz gibt es noch weitere Hohenstein-Töchter, die sich als Mütter gekörter Hengste in der Zucht hervortaten: Goldstück a.d. Goldsaar v. Saros xx, leistungsgeprüfte Siegerstute in den Niederlanden aus der Familie der Gondel, brachte den hoffnungsvollen Beschäler Goldschmidt v. Biotop. Hirtennacht a.d. Herzlani v. Kostolany ist Mutter des Hibiskus, Reservesieger bei Körung und Leistungsprüfung, dem nach seinem Einsatz im Gestüt Sommerlade jetzt im Gestüt Wiesenhof noch ein großer züchterischer und vielleicht auch sportlicher Einsatz gegönnt ist. Die PrSt. Tanzstunde II, Vollschwester zu den gekörten Hengsten Tambour und Thalys, brachte für das Jubiläums-Körjahr 2007 den Sohn Tanzpartner v. Schiffon. StPrPrSt. Liaison III a.d. Libell III v. Herzruf ist Mutter des gekörten Holme Park Legend v. Holme Park Krug, der in Großbritannien wirkt, seine Leistungsprüfung aber erfolgreich hier in Deutschland absolvierte.

Natürlich haben Hohensteins Töchter auch erfolgreiche Sportpferde gebracht, derzeit gehen in Dressuren bis zur Klasse M z.B. Kleiner Earl v. Buddenbrock u.d. Katharina II sowie Tenderly v. Goodwood u.d. Tamora II. Kaharied a.d. Kassaried v. Salazar ist Mutter der Kafried, Reservesiegerin bei Eintragung und Leistungsprüfung in Bayern und inzwischen sporterfolgreich im Busch, und des mit 59 Punkten bewerteten Auktionsfohlens Karied II, beide v. Grafenstolz.

Die aktuellen Zentralen Eintragungen in Deutschland haben erneut Prämienanwärterinnen aus der Nachzucht des Hohenstein hervorgebracht: Tosca und Halona wurden in Niedersachsen-Nordwest mit Prämienpunktzahl eingetragen, Tempest Dance erreichte Prämienqualität in Westfalen, und Handiness a.d. ElSt. Haute Volée v. Consul ist die aktuelle Reservesiegerin der bayerischen Eintragung.

Auf der gerade gelaufenen Landesschau in Schleswig-Holstein gab es hohe Platzierungen für Hohenstein-Nachkommen – wer hätte das gedacht? – in der Klasse der springbetonten Stuten: Iluna v. King Arthur u.d. Indrissa v. Hohenstein gewann dieses Klasse, Isis XX v. Hohenstein u.d. Isabell XV v. Tuareg war drittplatziert.


NACHZUCHT – Sportpferde

Insgesamt 569 Nachkommen des Hohenstein sind bei der FN als Turnierpferde registriert – und sie haben eine ganze Menge mitzusprechen bei der Verteilung des Preiskuchens! Immerhin haben Hohensteins Kinder bis einschließlich 2007 die satte Summe von 200.970 € auf deutschen Turnierplätzen gewonnen. 133 waren allein im Jahre 2007 „im Geld“, 15 davon in Kategorie A. Die meisten Hohenstein-Nachkommen verdienen ihr Geld im Dressursport – und im Viereck dürften die beiden erfolgreichsten „Hohensteine“ Hengste mit dem Körprädikat des Trakehner Verbandes sein: Münchhausen, im vergangenen Jahr auf Platz 208 der Weltrangliste, wurde von Fie Skarsoe in den Sport gebracht, von Andrea Landy-Silling in die Weltrangliste geritten, von Michael Oldenbourg erfolgreich vorgestellt und wird nun vom jungen Kilian Hüttner in Schaubildern gezeigt.

Insterburg, mit dem Carola Koppelmann eine Bilderbuch-Karriere antrat, hat soeben bei der Dressurgala in Heroldsberg/Bayern seine Feuertaufe in der großen Tour bestanden: Nach Platz 4 im Grand Prix erreichten die beiden jeweils Platz 3 im Grand Prix Special und in der Grand-Prix-Kür.

Ebenfalls bis Klasse S erfolgreich ist Kanzler Klaus a.d. Kantilene III v. Consul unter Kathrin Gericke, Sea Cloud a.d. Sternfee v. Habicht geht unter Nicole Klatt-Cissee, Highlander a.d. Herzlani v. Kostolany steht unter Anatoli Bocharow derzeit auf Platz 432 in der Weltrangliste, und Koriolan a.d. Katania IV v. Tuareg hat sich mit der jungen Sabrina Schmitz in die Königsklasse vorgearbeitet. Aber auch in anderen Disziplinen können Hohenstein-Kinder mithalten: Lancelot Blue a.d. Lima v. Marduc geht Dressur und Springen mit Erfolgen bis Klasse M, Märzstrahl a.d. Mariosa v. Sonnenstrahl ist Fahrpferd mit Erfolgen bis Klasse S.

Eine ganze Reihe von Hohenstein-Nachkommen mit hannoverschem und Oldenburger Brand wird hocherfolgreich im Sport eingesetzt. Dabei ist es bemerkenswert, dass nicht wenige davon Junioren und Junge Reiter im Sattel haben. Hohenstaufen a.d. Langatas Dame v. Langata Express xx etwa war Deutscher und Europameister der Jungen Reiter unter Kristin Schütte (sein Vollbruder Hohenstaufen II war übrigens Körsieger in Schweden). Hope and Glory ist unter Jacqueline Koser bis Klasse S erfolgreich, der blinde Highway und seine Reiterin Thea Felicitas Müller schreiben eine besondere Erfolgsgeschichte. Aktuell waren die beiden bei der Dressur-EM der Junioren im Juli im portugiesischen Azetaio Mannschaftssieger und 4. in der Einzelwertung. Hoheit mit dem Oldenburger Brand trug seine Reiterin Particia Munz erfolgreich durch CDIJs. Auch Habitus, im Jahre 2000 Vize-Bundeschampion in Warendorf und mit 320.000 DM bestbezahltes Auktionspferd in Verden, geht heute unter der jungen Louisa Lütten erfolgreich.

Was nicht heißt, dass nicht auch gestandene Reiter sich im Sattel von Hohenstein-Nachkommen wohl fühlen. Die Österreicherin Ulrike Prunthaller konnte mit ihrem Bartlgut’s Harvard in diesem Jahr beim internationalen Turnier in Lipica so richtig auftrumpfen; Dorothee Schneider hat den aus einer Hill Hawk xx-Mutter gezogenen Highlander mit schönen Erfolgen in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M für das diesjährige Bundeschampionat der 6-jährigen Dressurpferde qualifiziert. Hetkinen mit hannoverschem Brand und über die Mutter, eine Tochter des Inselkönig, nochmals Trakehnerblut führend, geht mit Susanne Bormann Dressur bis S**. Auch Herrenstein, in Bayern von Dr. Tina von Block erfolgreich bis Inter I vorgestellt, trägt den hannoverschen Brand. Herrenstein II aus Sachsen-Anhalt geht Intermédiaire II.

Eine ganze Phalanx weiterer Hohenstein-Nachkommen erzielt Erfolge in Prüfungen bis zur Klasse M oder ist in Nachwuchsprüfungen erfolgreich – sie alle hier anzuführen würde wohl jeglichen Rahmen sprengen, unterstreicht aber die Bedeutung des Hohenstein, der nicht nur für gekörte Söhne und bewährte Mütter in der Zucht sorgt, sondern auch zu den beliebtesten Reitpferdemachen der deutschen Warmblutzucht zählt.


Text und ©: Karin Schweiger 2008
Fotos: Bernd Eylers, HP des Hengsthalters