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Sanssouci


Rappe, St., schatt. Schn., 4 Fsl. unreg. w.
geb. 30.04.1991

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16219320
volljährig16620

Züchter:
Otto Langels, Gestüt Hämelschenburg
Aufzüchter:
Züchter u. H.-J. Eicke, Einbeck

Gekört 1993 in Neumünster

www.landwirtschaft.sachsen.de/sgv/3976.htm#article4209

Pedigree

Kostolany, R., 1984, Dr. S Enrico Caruso, Sb, 1978, Dr. S Mahagoni, Db., 1974 Pasteur xx
Maharani II
Elchniederung, Db., 1972 Amagun
Elbing
Kapstadt, Sch., 1980, ZL 3/3 Falke, Sch., 1976, Dr. S Grimsel
Fawiza
Karben, B., 1974 Ibikus
Kaprice II
E.St. Schwalbenburg, B., 1975, ZL 14/12 Ibikus, B., 1967, Dr. M Hertilas, Db., Dr. S Loretto
Herbstgold
Isolda, F., 1959 Impuls
Isola Madre
E.St. Schwalbenlied, R., 1968, L/B+D, ZL 19/9 Impuls, B., 1953 Humboldt
Italia
PS u. E.St. Schwarze Schwalbe, R., 1963 Traumgeist xx
Schwalbe

Hengstlinie des Pasteur xx, Stutenfamilie der O35A1a Schwarze Schwalbe (Gestüt Webelsgrund)

Eigentümer

1991-1993: Otto Langels, Hämelschenburg
seit 1993: Sächsische Gestütsverwaltung (Moritzburg), Sachsen

Stationierung

1994-1995: Landbeschäler Moritzburg/Deckstelle Steinsdorf Sachsen
1996-1999: Hauptgestüt Graditz
2000-2001: Deckstelle Weimar-Schöndorf
2002-2003: Deckstelle Schwerborn
2004: Hauptgestüt Graditz
2005: Deckstelle Dittersbach
2006: Deckstelle Schwerborn
2007: Deckstelle Großwaltersdorf
2008: Deckstelle Schwerborn

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Neustadt/Dosse 1994

Charakter: 10,00 Schritt: 8,00 (T) - 4,67 (P)
Temperament: 9,00 Trab: 8,00 (T) - 8,33 (P)
Leistungsbereitschaft: 10,00 Galopp: 8,00 (T) - 7,67 (P)
Leistungsfähigkeit: 9,00 Springanlage: 8,00 (T) - FS 6,33 (P) - Parcours 8,00 (P)
Rittigkeit: 8,00 (T) - 7,67 (P) Geländeprüfung: 8,00 (Gal.) - 8,00 (Spr.)
Rittigkeitsindex: 111,74 Springindex: 106,76
Gesamtindex: 111,46 (9./36) Leistungsklasse: II

Turniersporterfolge:
nicht turniermäßig vorgestellt

Nachzucht

Exterieur:
Anzahl TöchterTypOberkörperFundamentSchrittTrabGaloppGesamt-
eindruck
Gesamt-
zuchtwert
Widerrist-
abweichung
209697106 6511112184 96-1,1


Gekörte Söhne (0):

Töchter (45): Baccara v. Steinberg, Cosel, Czardasfürstin II, Elisa (Sachse), Finale V, Fiona, SPS Florentine, Forgona, Framea, Levante III, Libelle, Märchenfee, Nasca, Nicita, SPS Ninotschka, Ostinka, Perlengold, Ricarda, Santa Fee (S.-Anh.), Seereise, Shirlana (Sachse), Sinora (S.-Anh.), Skarlett (Sachse), Tarantella, Ulyssa, Ustica, SPS Victoria, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:100
davon mit Platzierungen:27 (in 2006 und 2007)
davon in Klasse M. und S.:8 (in 2006 und 2007)


Der viermal weiß gefesselte Rapphengst Sanssouci wurde am 30. April 1991 auf dem Gestüt Hämelschburg bei Familie Langels geboren. Er offenbarte seine hohe Qualität von Anfang an und war eines der höchstbewerteten Fohlen seines Jahrgangs im Trakehner Zuchtbezirk Niedersachsen/Hannover. Aus dem Fohlenchampionat in Hagen ging er als Sieger hervor. Der damalige Zuchtleiter des Trakehner Verbandes, Dr. Eberhard Senckenberg, wollte den Strahlemann gern auf der Fohlenauktion in Neumünster wieder sehen; so kam es, dass Sanssouci seinen ersten ganz großen Auftritt beim Hengstmarkt bereits im zarten Alter von sechs Monaten hatte.

Dieser Auftritt schlug hohe Wellen, und das nicht nur aufgrund der spektakulären Runden, die der kleine Rapphengst in der Holstenhalle drehte: Der Hammer des Auktionators Uwe Heckmann fiel erst beim Sensationspreis von 46.000 DM, doch schon kurz danach war klar: Das Fohlen hatte nicht den Besitzer gewechselt.

Der darauf folgenden Kritik hielt Sanssoucis Züchter entgegen, das Fohlen sei von herausragender Qualität und deshalb auch nur zu einem ebensolchen Preis zu verkaufen, zudem habe ihn die Zuchtleitung gedrängt, das Fohlen in Neumünster zu präsentieren, und nicht umgekehrt. Außerdem kaufte nach der Auktion der im niedersächsischen Einbeck beheimatete Hengsthalter Eicke einen 50 %igen Anteil an dem hoffnungsvollen Hengstanwärter für den halben Nettozuschlagpreis.

Sanssouci wuchs auf seinem Heimatgestüt Hämelschenburg auf und erhielt im Sommer 1993 die Zulassung für den Trakehner Hengstmarkt in Neumünster und wurde dort gekört. Der damals gerade ins Amt eingetretene Zuchtleiter Lars Gehrmann beschrieb ihn so: „Geschmeidiger Rapphengst aus erfolgreicher Verwandtschaft mit echten Höhepunkten im Trab, der sich kraftvoll aus vorbildlicher Hinterhandsmotorik entwickelt. Sattellage sanfter als normal. Fundament mit tief sitzenden Gelenken und etwas straffem Vorderfuß. Überzeugende Technik am Sprung.“ Letztere war so überzeugend, dass Sanssouci mit dem Sonderehrenpreis der Stiftung Trakehner Pferd für den Hengst mit der höchsten Springnote ausgezeichnet wurde – ein Urteil, dass Sanssouci letztlich in seiner Vererbung zu bestätigen scheint.

Sanssouci wurde nicht über die Auktion der gekörten Hengste versteigert, wechselte aber kurz nach seiner Körung in den Besitz des sächsischen Landgestüts Moritzburg, auf dessen Deckstellen er seither wirkt.

1994 legte Sanssouci seine Hengstleistungsprüfung in Neustadt an der Dosse ab. Charakter und Leistungsbereitschaft wurden mit der Höchstnote 10,0 bewertet, auch für Temperament und Konstitution erhielt er eine hervorragende 9,0. In beiden Disziplinen wurde er gut benotet, bis auf einen Ausrutscher bei der Schrittnote in der Prüfung. Insgesamt erzielte Sanssouci mit 111.46 Indexpunkten den 9. Platz und 36 Prüflingen.

Im Turniersport ist Sanssouci nicht eingesetzt worden; als Landbeschäler wird er auf wechselnden Stationen in Sachsen und Thüringen eingesetzt.

Sanssouci vertritt den dritten Jahrgang des Siegerhengstes Kostolany, der sich inzwischen zu einem der bedeutendsten Vererber der Trakehnerzucht in den letzten dreißig Jahren entwickelt hat. Er begründete den mittlerweile vitalsten und am weitesten verbreiteten Zweig der vornehmlich dressurbetonten Hengstlinie des Pasteur xx in der Trakehnerzucht, deren Vertreter aber, vor allem im Zweig des Kostolany, oft auch überdurchschnittliche Springbegabung zeigen. Über seine Mutter Kapstadt bringt Kostolany die wertvollen Gene der Dressurheroen Falke und Ibikus mit und entstammt der ebenfalls weit verbreiteten und qualitativ hochwertigen Hauptgestütsfamilie der Kassette im Zweig der Kassandra.

Auch mütterlicherseits führt Sanssouci in Zucht und Sport hochbewährtes Blut: Seine Mutter Elitestute Schwalbenburg ist Mutter von vier gekörten Söhnen: Stradivari von Upan la Jarthe AA, Schwadroneur von Arogno sowie die Vollbrüder Sanssouci und Showmaster. Schwalbenburg war über Ibikus x Impuls nach dem bewährten Hämelschenburger Rezept gezogen und war eine der herausragendsten Vertreterinnen desselben. Zudem entstammt sie der Familie der Schwarze Schwalbe, die als eine der besten Stutenfamilien der Trakehner Zucht anzusehen ist.

Weiter Details zur Abstammung wurden in den Portraits von Kostolany und Showmaster in dieser Datenbank bereits angesprochen.

Sanssoucis Papier ist gekennzeichnet durch die Linienzuchten auf Ibikus in 4.-2. Ahnenreihe, auf Impuls in 5.-4./3. sowie auf Totilas in 5./5. Generation. Pasteur xx und Traumgeist xx – jeweils in 4. Generation – und Pindar xx in der 5. Generation bringen insgesamt 15,625 % Edelblut in den ersten fünf Ahnenreihen mit ein. Diese drei Vollblüter gehören zu den wichtigsten und wertvollsten Veredlern ihrer jeweiligen Zuchtepoche in der Trakehnerzucht.

In einer ersten Beurteilung anhand der Fohlen aus den beiden ersten Jahrgängen lobte Zuchtleiter Lars Gehrmann die „natürliche Aufrichtung mit kräftiger Halsung, guter Schulter, ausgewogener Kruppenformation und den muskulösen Körperbau“ der Sanssouci-Nachkommen. Außerdem hob er die soliden, mit kräftigen Gelenken ausgestatteten Fundamente, die ihm auch einen Fundament-Zuchtwert von 108 in der Exterieur-Zuchtwertschätzung aufgrund der Eintragungsergebnisse seiner Töchter bescheren. In der Typvererbung sind hinsichtlich des Rassetyps Abstriche zu machen – Sanssouci verkörpert einen etwas herberen Typus, den er auch weitergibt. Besonders hob der Zuchtleiter die „bergauf getragenen Bewegung mit viel Schub aus der Hinterhand“ bei Sanssoucis Fohlen hervor. Auch dies findet man in der Exterieur-Zuchtwertschätzung wieder, die für den Trab 110 und für den Galopp 124 Punkte ausweist.

45 Töchter von Sanssouci sind bisher als Zuchtstuten eingetragen worden – davon 21 beim Trakehner Verband –, 10 Töchter wurden mit der Staatsprämie ausgezeichnet, darunter die Siegerin des Trakehner-Ringes der Elitestutenschau Sachsen 2001, Victoria aus der Valery v. Animo xx – Grossist, die weiter unten als erfolgreiches Sportpferd nochmals erwähnt wird.

Reservesieger der Süddeutschen Hengstkörung 2004 wurde der württembergische Carpe Diem-Sohn Cantus Firmus, dessen Mutter Nicita eine Trakehner-Tochter des Sanssouci aus der Narzisse II von Malmö xx – Markwart ist. Unter seinem FN-Namen Corazon del Leon hatte er 2005 eine erfolgreiche Turniersaison mit Siegen und Platzierungen in Reitpferdeprüfungen und Dressurpferdeprüfungen Klasse A. So war er Vierter im Süddeutschen Reitpferdechampionat für vierjährige Hengste in Nördlingen und Zweiter im Landeschampionat Baden-Württemberg in Tübingen.

Aus der Vollblutstute Framina xx von Fierant – Saulingo stammt die Sanssouci-Tochter Framea. Ihr Erstling, Tochter Frühlingsfee von Bazar ShA, ist leistungsgeprüft und staatsprämiiert. Zucht und Sport kombiniert diese Stute vorbildlich: Anfang 2007 führte sie ein Fohlen vom Oldenburger Danzas, im Herbst holte die sechsjährige Stute mehrere Platzierungen in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L. 2008 führt sie ein Fohlen vom Oldenburger Status Quo. Das zweite Fohlen der Framea, ein Hengst von Connery, wurde 2005 in Neustadt/Dosse unter dem Namen Fürst Brennabor gekört. Inzwischen steht er in bayerischem Besitz und ist unter dem Sattel des Vielseitigkeitsprofis Michael Jung, der mit ihm einen Turnier-Einstand nach Maß beim Trakehner Turnier in Kreuth 2008 feierte: Unter seinem Turniernamen Feenzauber iwest setzte sich der Dunkelbraune sowohl im Bayerischen Trakehner Springpferde- als auch im Geländepferde-Championat durch.

Die FN registrierte bis einschließlich 2007 100 Sportpferde von Sanssouci. Obwohl die FN-Zuchtwertschätzung mit einem Zuchtwert von 109 in der Dressur gegenüber 99 im Springen den Vererbungsschwerpunkt Sanssoucis im Viereck sieht, sind seine beiden in Klasse S erfolgreichen Nachkommen im Parcours zuhause, wo seine Nachkommen auch die meisten Platzierungen sammeln. Sanssoucis Nachkommen-Lebensgewinnsumme 2007 betrug 45.537 Euro.

Der bekannteste Sanssouci-Nachkomme ist sicherlich Altenbach TSF, der sprunggewaltige Fuchswallach aus der Altena II von Inster Graditz – Ralf. Unter Philipp Schober qualifizierte er sich 2004 und 2005 für das Bundeschampionat des Deutschen Springpferdes. 2006 machte Altenbach TSF als zweiterfolgreichstes siebenjähriges Springpferd in Deutschland Furore, 2007 war er Deutschlands gewinnreichster Trakehner im Stangenwald. 15.171 Euro betrug Altenbachs Lebensgewinnsumme Ende 2007. Der Start in die Saison 2008 ist vielversprechend und brachte bisher Platzierungen und Siege in schweren Prüfungen, auch gegen internationale Konkurrenz.

Die sächsisch gezogene Elisa von Sanssouci kann ebenfalls auf viele Erfolge in S-Springen und eine stattliche Lebensgewinnsumme von 10.918 Euro verweisen. Ebenfalls aus sächsischen Stuten stammen die M-Springpferde Samurai und Skarlett. Lucky Charm, ebenfalls Sachse, hat im Einspänner auf M-Niveau gesiegt.

Fürst Bernhard K aus der Finte von Ostermond – Freisinn ist ein weiterer Sanssouci-Sohn, der am Anfang einer Karriere im Parcours steht; sechsjährig sammelte er in der Saison 2007 zahlreiche Erfolge in Spring- und Springpferdeprüfungen von A bis M/B und konnte in der laufenden Saison wieder einige M-Platzierungen hinzufügen.

Mit Victoria aus der Valery v. Animo xx - Grossist konnte sich eine Tochter des Sanssouci für das Springpferde-Bundeschampionat 2002 qualifizieren. Beim Trakehner Bundesturnier 2003 siegte sie in beiden Springpferdeprüfungen der Klasse L.

Lucciano ist ein Sohn des Sanssouci aus der Lotosschöne von Intervall xx – Parole Board xx, der neben Platzierungen in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse A auch im Springen bis M erfolgreich ist.

Baccara aus der Bionda von Itaxerxes-Schönberg war beim Bundesturnier 2002 2. in der Dressurpferde-A und siegte in einer Dressurpferdeprüfung Klasse L. Damit sicherte sie sich den Titel der Nachwuchs-Dressurpferde-Championess. Beim selben Turnier siegte Sanssoucis Sohn Kilian aus einer Anduc-Tochter in der Reitpferdeprüfung und im Reitpferdechampionat für vierjährige Stuten und Wallache und wurde als Reservist für das Reitpferde-Bundeschampionat nominiert.

Sampraemer aus der Bonny III von Aspirant – Vargas ist ein Sanssouci-Sohn, der sich im Dressurviereck bis zur Klasse M platzieren konnte.
Weitere Sanssouci-Kinder sind in allen Disziplinen auf A- und L-Niveau platziert.

2007 machten auch die jüngsten Nachkommen von Sanssouci einen tollen Eindruck: Ein Hengst- und ein Stutfohlen sowie ein Hengstfohlen von Hidalgo aus der Ostinka von Sanssouci gingen auf dem Endring des Trakehner Fohlenchampionats der Neuen Bundesländer.



Text und ©: Friederike Winkler 2008
Fotos: HP des Trakehner Verbandes, HP des Hengsthalters, Trakehner Hefte, Hengstbuch 1990