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Favoritas xx


Schwarzbraun, dchg. Bl., Utl. flf.Fleck, r. Vf. unreg., l. Hf. unreg., r. Hf. unreg. gefl. w.
geb. 05.05.1990

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig
volljährig16420

Züchter:
Staatsgestüt S.P. Sarajevo, Rußland
Aufzüchter:
ders.

Gekört 23.05.2007 in Haaksbergen/NL

www.gestuet-sprehe.de/

Pedigree

Reitar xx, F, 1973 Rubelnik xx, F, 1953 Raufbold xx, B, 1940 Oleander xx
Reichenbach xx
Biografia xx, B, 1947 Flash Bye xx
Botanika xx
Rotonda xx, B, 1963 Faktotum xx, Sb, 1952 Harlekin xx
Frühlingssonne xx
Romantika xx, F, 1957 Marcel xx
Ritorika xx
Flanel xx, Db, 1980 Lipezk xx, Sb, 1973 Priz xx, Db, 1958 Raufbold xx
Pesenka II xx
Lafa xx, Sb,, 1965 Faktotum xx
Laura xx
Favoritka xx, B, 1975 Raund xx, F, 1965 Ivory Tower xx
Ruda xx
Feskara xx, B, 1967 Sadorny xx
Flora xx

Hengstlinie des Dark Ronald xx (Eclipse xx), Stutenfamilie der E23 Piping Pegs Dam

Eigentümer

seit 1996: Nina Braaten Johnson, Norwegen

Stationierung

2006-2007: Gestüt De Watermolen/Haaksbergen Niederlande
seit 2008: Gestüt Sprehe/Löningen Niedersachsen

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung keine (Eigenleistung im Springsport)

Charakter: Schritt:
Temperament: Trab:
Leistungsbereitschaft: Galopp:
Leistungsfähigkeit: Springanlage:
Rittigkeit: Geländeprüfung:
Rittigkeitsindex: Springindex:
Gesamtindex: Leistungsklasse:

Turniersporterfolge:
Siege und Platzierungen in natinolen und internationalen Springprüfungen Kl. S

Nachzucht

Exterieur nicht gelistet, da erforderliche Mindestanzahl von 10 beim Trakehner Verband eingetragenen Töchtern nicht erfüllt.

Gekörte Söhne (0):

Töchter (0):

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:-
davon mit Platzierungen:-
davon in Klasse M. und S.:-


Der am 5. Mai 1990 im russischen Staatsgestüt S.P. Sarajevo in der Region Stavropol am Nordkaukasus geborene schwarzbraune Vollblüter Favoritas xx ist der erfolgreichste Vollblüter im internationalen Springsport der letzten Jahre. Seit 2007 ist er auch offiziell vom Trakehner Verband anerkannt und bietet eine hochinteressante Alternative für spring- und vollblutorientierte Züchter.

Im Alter von vier Jahren wurde Favoritas xx nach Litauen verkauft, ein Jahr später erwarb ihn seine heutige Besitzerin, die norwegischen Springreiterin Nina Braaten Johnsen. Seitdem hat das Paar bis zum Ende von Favoritas’ Sportkarriere im Jahr 2007 zahlreiche internationale Erfolge errungen.

1997 nahm das Paar an den Weltmeisterschaften der Jungen Pferde in Lanaken teil. Schon ein Jahr später, als Favoritas achtjährig war, siegten sie in den Großen Preisen von Oslo und Drammen, außerdem war er Norwegischer Meister in der Team- und Einzelwertung. Ein weiterer bedeutender Erfolg war der dritte Platz in der prestigeträchtigen Prüfung „Sires of the World“, wieder in Lanaken, im Jahr 2002. Im Jahr 2003 siegten Favoritas und Nina Braaten Johnsen mit der norwegischen Equipe im Nationenpreis von Drammen, im Championat von Dortmund kamen sie auf den dritten Platz. Den Großen Preis von Dortmund beendete das Paar auf Platz acht. 2004 folgter der sechste Platz in der Göteborg Trophy. Den World Cup-Qualifier in Olso schloß das Paar auf dem 10. Platz ab. Mit Doppel-Null war das Paar an einem weiteren Nationenpreis-Sieg 2005 in Poznan beteiligt, im Großen Preis von Poznan rangierte das Paar auf dem vierten Platz. Außerdem holten sie 2005 zum zweiten Mal den Sieg im Großen Preis von Drammen, nachdem sie mit der norwegischen Mannschaft Dritter im Nationenpreis geworden waren.. Im Schou Grand Prix beim CSI* in Aarhus kam das Paar auf den zweiten Platz. Im vorletzten gemeinsamen Turnierjahr, 2006, war das Paar Dritter im Großen Preis von Lummen und verhalf Norwegen zum zweiten Platz im Nationenprei von Drammen. 2007 belegte das Paar beim Großen Preis von Arendal den 4. Platz. Die beste Weltranglisten-Platzierung für Favoritas xx erreichte er 2004 mit Rang 209.

Seit 2008 widmet sich der Hengst nun ganz seiner zweiten Karriere in der Zucht, die 2004 mit einem kurzen Deckeinsatz auf der Station Greve in Holland begann und seit der Anerkennung durch den Holsteiner Verband 2006 intensiviert wurde. Nina Braaten Johnsen hatte Favoritas auf vielfachen Wunsch zur Anerkennung vorgestellt, so dass er 2006 und 2007 neben dem Sporteinsatz im Gestüt „De Watermolen“ bei Jan und Willem Greve im niederländischen Haaksbergen den Züchtern zur Verfügung stand. Seit Anfang 2008 steht Favoritas xx im Gestüt Sprehe in Löningen-Benstrup in Niedersachsen auf Station. Favoritas’ erster Jahrgang in den Niederlanden lässt annehmen, dass er mehr Größe vererbt als erwartet. Zur Anpaarung sollten laut Empfehlung des Trakehner Zuchtleiters genügend geschlossene Stuten gewählt werden, da Favoritas selbst etwas lang im Rücken ist.

Nina Braaten Johnsen hängt sehr an ihrem Erfolgspferd, das ihr so viel Erfolg im internationalen Sport ermöglichte: „… ein Pferd wie Favoritas hat man nur einmal im Leben“, sagt sie. Ein modernes Springpferd muß ihrer Meinung nach über viel Blut verfügen, da man für die heutigen Parcours’, die groß und technisch gebaut sind, Pferde benötigt, die „anpacken“ sowie schnell und sicher springen, eine sehr gute Galoppade haben und gut zu handhaben sind. Ihren Favoritas xx hält sie unter diesen Gesichtspunkten für einen sehr interessanten Hengst, der dies auch selbst vielfach bewiesen hat.

Am 23. Mai 2007 fand auf Initiative des Zuchtleiters Lars Gehrmann ein Sondertermin des Trakehner Verbandes für Favoritas xx statt. „Favoritas ist eine besonders eindrucksvolle Sportlerpersönlichkeit im charismatischen Typ mit klugem Auge und souverän im Auftreten. Gutes Vorderpferd mit viel Widerrist bei etwas langem Rücken und kurzer Kruppe. Trotz mittlerer Größe steht der trockene und plastische Körper über viel Boden. Auffallend sind die vier glasklaren Beine und die guten Sprunggelenke.“ Favoritas gefiel mit drei überdurchschnittlichen Grundgangarten, die von Antrittsstärke, großer Übersetzung, Leichtfüßigkeit und Losgelassenheit geprägt sind. Im Freispringen bestätigte Favoritas seine außergewöhnlichen Qualitäten hinsichtlich Vermögen, Schnellkraft und Leistungsbereitschaft, die er unter dem Sattel während seiner Laufbahn eindrucksvoll umzusetzen wusste.

Im Februar 2008 wurde Favoritas für die Warmblutzucht in Norwegen anerkannt und – als erster Vollblüter überhaupt – mit der 1. Prämie ausgezeichnet und zum Siegerhengst ausgerufen. Damit genießt er zusätzlich zum Trakehner Verband die Anerkennung in Oldenburg, Hannover, Holstein, Westfalen, Frankreich, Norwegen, Schweden, beim KWPN und beim Anglo European Studbook (AES)

Favoritas Abstammung kombiniert das Blut der in Deutschland gezogenen Leistungs-Legenden der russischen Zucht Faktotum und Raufbold, die beide mehrfach auftreten: Faktotum steht in 3.-4. Ahnenreihe, Raufbold finden wir in der 3.-4. und zweimal in der 5. Generation. Mit dem in Großbritannien gezogenen Cyclonic ist ein weiterer Vorfahr zweimal in 5. Ahnenreihe bei Favoritas enthalten.

Favoritas xx vertritt die Hengstlinie des großen Dark Ronald, der in Irland geboren wurde und im Königlichen Hauptgestüt Graditz zum Stempelhengst der deutschen Vollblutzucht wurde. In der Holsteiner Springpferdezucht etablierte sich die Hengstlinie des Dark Ronalds Sohn Son in Law, auf den über Cottage Son xx die Capitol-Hengstlinie zurückgeht. Auch die Linienbegründer Ladykiller xx und Furioso xx führen Cottage Son-Blut. Über den Zweig des Dark Ronald-Sohnes Herold wurde bereits im Portrait des Ocamonte xx berichtet.

Favoritas führt über Prunus auf Dark Ronald zurück. Prunus’ Mutter war eine Tochter des Persimmon, dessen Sohn Perfectionist als Veredler im Hauptgestüt Trakehnen Akzente setzte. Der im Gestüt Schlenderhan gezogene Hengst aus Dark Ronalds erstem Jahrgang in Deutschland siegte im Henckel-Rennen, im Deutschen St. Leger und im Gladiatoren-Rennen und war Dritter im Deutschen Derby. Auch in der Zucht überzeugte Prunus, der fünfmal Champion-Deckhengst wurde. Drei seiner Söhne siegten im Deutschen Derby: Mah Jong (1915), Palastpage (1932) und Orgelton (1938). Dennoch war der zweifellos beste Prunus-Sohn Oleander, ebenfalls in Schlenderhan gezogen. Seine Mutter Orchidee II von Galtee More war ein außerordentliches Rennpferd und gewann unter anderem das Deutsche St. Leger und den Preis der Diana. Eine überragende Rennleistung hätte von Oleander in jungen Jahren dennoch niemand erhofft, denn zweijährig wurde bei ihm, nachdem er beim Training plötzlich stark lahmte, ein Beckenbruch diagnostiziert. Trainer und Besitzer hatten jedoch eine hohe Meinung von diesem Prunus-Sohn und sahen von seiner Tötung ab. Und tatsächlich: Oleander erholte sich unglaublich schnell und konnte bereits nach einigen Wochen wieder leicht geritten werden. Die Verletzung heilte tatsächlich aus, und der Hengst konnte an Rennen teilnehmen. Der Start seiner Rennkarriere verzögerte sich durch diese Verletzung jedoch, so dass er als Dreijähriger erst im August in großen Rennen an den Start gebracht werden konnte. Jetzt startete der Hengst richtig durch, ersiegte im Großen Preis von Köln und Baden-Baden, im Fürstenberg-Rennen und im Gladiatoren-Rennen. Nach einer Niederlage im ersten Rennen als Vierjähriger setzte er seinen Siegeszug fort mit den Siegen im Großen Preis von Berlin, im Großen Preis von Österreich sowie abermals im Großen Preis von Baden-Baden und im Gladiatoren-Rennen. In diesem Jahr ging er auch im Prix de l’Arc de Triomphe an den Start, wo er jedoch nur Fünfter wurde – allerdings hatte er sich beim Start eine tiefe Schnittwunde in der der Startbox zugezogen, die vielleicht ein besseres Abschneiden verhinderte. Auch fünfjährig siegte Oleander in den Großen Preisen von Baden-Baden, Berlin und Österreich, im Arc de Triomphe kam er diesmal auf Platz drei – damals hieß es, sein Jockey habe ihn zu früh in Front geritten und damit um den Sieg gebracht. Wie dem auch sei, 19 teils fulminante Siege in 23 Starts und eine für diese Zeit außergewöhnliche Gewinnsumme von über 580.000 Mark charakterisieren ihn als Ausnahmerennpferd. Als Ausnahmepferd erwies er sich auch im Gestüt: Er war neunmal Champion der Vaterpferde, was außer ihm nur Ticino in Deutschland gelang. Oleanders Tochter Schwarzliesel wurde Mutter der legendären Schlenderhaner Derbysiegerin des Jahres 1940, Schwarzgold, aus deren Familie Swazi xx stammt, dessen Trakehner-Sohn Consul zum Elitehengst ernannt wurde und eine eigenen Hengstlinie begrüundete, und der in der Trakehner Zucht als Vater von Mahagoni und Elitehengst Michelangelo so bedeutende Pasteur hat eine Urgroßmutter von Oleander. Der aus einer Oleander-Tochter stammende Niederländer von Ticino siegte im Deutschen Derby 1950, in dem der Oleander-Sohn Asterios Zweiter wurde. Ein Jahr zuvor hatte Alsterblüte von Oleander das Derby für sich entschieden. 1944 war Nordlicht von Oleander Derbysieger, Schlehdorn von Oleander belegte in diesem Jahr Platz drei. Oleanders erster Derbysieger war Nordlicht 1935. Zahlreiche weitere seiner Abkömmlinge trugen sich beim Derby in die Platziertenlisten ein.

Oleanders Sohn Raufbold stammte aus dem Vollblutgestüt Görlsdorf; seine Mutter Reichenbach stammte vom Derbysieger Ariel. Raufbold lief zwei- bis vierjährig Rennen; er siegte im Düsseldorfer Cherusker-Preis und im Großen Preis der Stadt Gelsenkirchen, ebenfalls in Düsseldorf. Zweite Plätze belegte er im Preis des Winterfavoriten und im Gerling Preis, jeweils in Köln, außerdem belegte er den dritten Platz im Preis von Westfalen in Düsseldorf. 1945 wurde der damals fünfjährige Hengst von der Roten Armee beschlagnahmt und nach Russland gebracht. Während Oleanders Hengstlinie in Deutschland seit einigen Jahrzehnten erloschen ist, lebt sie über Raufbolds Nachkommen in Russland heute noch weiter.

Raufbold xx findet sich in den Abstammungen der erfolgreichsten in Russland gezogenen, international erfolgreichen Sportpferde: Weltklasse-Format hatte Ulla Salzgebers lettischer Wallach Rusty, der Raufbold in 4. Ahnenreihe aufweist. Er war mehrfacher Weltcupsieger, Mannschafts- und Einzel-Europameister, mehrfach Mannschaftsweltmeister und gewann zweimal Mannschaftsgold sowie je einmal Silber und Bronze in der Einzelwertung bei Olympischen Spielen. Der internationale Grand Prix-Sieger, Worldcup- Finalteilnehmer sowie Europa- und Weltmeisterschaftsteilnehmer Garpun, der mit der Russin Nina Menkowa und später unter dem Namen Acartenango mit dem Österreicher Stefan Peter erfolgreich war, entstammte ebenfalls dieser Hengstlinie und führte Raufbold in dritter Generation. Nach seiner Sportlerlaufbahn wurde dieser Trakehnerhengst in Deutschland gekört und hinterließ bis zu seinem viel zu frühen Tod nur wenige Jahrgänge, die gerade ins reitfähige Alter hineinwachsen. Acartenangos Vater, der Raufbold-Enkel Pogremok xx, war in Russland ein erfolgreiches Renn- und später Vielseitigkeitspferd, außerdem war er Dritter im russischen Springchampionat 1980. Auch der Budjonny-Hengst Golden Joy, der als Sieger aus Großen Preisen hervorging, ist ein Urenkel des Raufbold xx. Seine Nachkommen sind mittlerweile auch in schweren Springen erfolgreich. Ralf Schneider ritt den Budjonny Rasman mit Raufbold als Urgroßvater im internationalen Springsport. Der in vielen Spring-Nationenpreisen und Großen Preisen erfolgreiche Trakehner Waitaki, der ebenfalls recht früh abtrat, war ein weiterer Urenkel Raufbolds, der in der deutschen Trakehner Zucht eingesetzt wurde. John Whitaker ritt den in Litauen gezogenen Trakehner Steps Helsinki in internationalen Prüfungen, der ein Raufbold-Urenkel war. Der im Gestüt Hörstein stationierte russische Vollblüter Beg xx, der sich bereits einen Ruf als Leistungsvererber verschaffen hat, weist den Raufbold-Sohn Murmansk als Muttervater auf. Beg ist der bisher einzige Vollblüter, der beim Trakehner Verband als Elitehengst geführt wird. Murmansk, der in Russland gezogen wurde, lief übrigens auch in Deutschland und wurde dort Zweiter im Kölner Preis von Europa (Gruppe 1). Lesley McNaughts Bim II, mit dem sie Erfolge in internationalen Großen Preisen und Weltcup-Springen hatte, führt zweimal Favoritas’ Großvater Rubilnik von Raufbold im Pedigree. Die unter dem Russen Gernadij Chajainen bei den Olympischen Spielen 1972 und 1980 angetretenen russischen Springpferde Rok und Reys stammten von den Raufbold-Söhnen Reflex und Rubilnik. Und schließlich ist auch Rhythmical, der kleine, drahtige Vollblüter der US-Amerikanerin Nona Garson, mit dem sie am Weltcup-Finale und an Weltmeisterschaften teilnahm, der Raufbold-Linie zuzuordnen.

Favoritas’ Vater, der Fuchshengst Reitar, stammt von dem vor allem in der Budjonny-Zucht einflussreichen Raufbold-Sohn Rubilnik aus der Faktotum-Tochter Rotonda. Faktotum stammte aus der DDR-Vollblutzucht und wurde im Gestüt Graditz gezogen. Er war ein Sohn des Harlekin, über den und dessen Vater Magnat bereits im Portrait des Bouquet AA eingegangen wurde. Auch der Vollblüter Patricius xx, der über seine Söhne Goldino und Elitehengst Van Deyk eine wichtige, dressurbetonte Hengstlinie in der Trakehnerzucht begründete, geht im Mannesstamm auf Magnat zurück. Mütterlicherseits entstammt Faktotum derselben Familie, aus der auch die herausragenden Alchimist, Arjaman oder Asterios stammen. Faktotum absolvierte eine hervorragende Rennlaufbahn mit Siegen im Großen Preis der DDR, im Frühjahrszuchtpreis der Dreijährigen und im Großen Herbstpreis der Dreijährigen in Hoppegarten, im Derby der DDR. Er war einer von insgesamt drei Triple-Crown-Siegern in der DDR. Im Langen Hamburger Ausgleich in Hamburg-Horn wurde er Dritter. In Polen gewann er den Preis von Warschau, im Goldpokal konnte er einmal siegen und einmal den zweiten Platz belegen. 1960 wurde er von der DDR nach Russland überstellt und brachte dort nicht nur gute Rennpferde, sondern nahm auch großen Einfluß auf die dortige Trakehnerzucht. Auch im Reitsport erwiesen sich seine Nachkommen als wertvoll; der Vollblüter Tarif platzierte sich unter Ivan Kalita an fünfter Stelle in der Einzelwertung und zählte zur russischen Gold-Equipe in der Dressur bei den Olympischen Spielen in München 1972. Ein weiteres bedeutendes Sportpferde mit Faktotum-Blut ist beispielsweise Irina Lys’ Trakehner Problesk, der über seinen Vater Bek xx Urenkel des Faktotum ist und aus dieser Hengstlinie stammt. Der internationale Grand Prix-Sieger hat an Welt- und Europameisterschaften sowie am Weltcupfinale teilgenommen und ist derzeit einer der erfolgreichsten Trakehner im Dressursport weltweit. Der Orlow-Schimmel Balagur, der unter der Russin Alexandra Korelova an Welt- und Europameisterschaften teilgenommen sowie in großen internationalen Grand Prix-Prüfungen gesiegt hat, weist Faktotum in 4. Ahnenreihe auf. Die Verbindung von Faktotum und Raufbold, wie bei Favoritas sowohl auf Vater- als auch auf Mutterseite praktiziert, findet sich bereits bei dem lettischen Vererber Rebus, der unter anderem Vater des erwähnten Dressurcracks Rusty war.

Favoritas’ Mutter war die Dunkelbraune Flanel von Lipezk. Dieser Schwarzbraune stammte vom Raufbold-Sohn Priz aus einer Faktotum-Tochter und verbindet somit wie auch Reitar das Leistungsblut dieser beiden prägenden Vererber der russischen Vollblut- und Sportpverdezucht. Priz war nicht nur Waitakis Muttervater, sondern auch Urgroßvater des Grand Prix-Pferdes Izumitel, das sich unter der Russin Tatyana Kosterina Filippova mehrfach in Weltcup-Qualifikationen platzieren konnte. Lipezk geht mütterlicherseits auf die Mutter des Faktotum-Vaters Harlekin zurück. Beide Eltern von Flanels Mutter Favoritka sind Enkel des Leistungsträgers Raufbold.

Favoritas’ älteste Nachkommen aus KWPN-Zucht wurden 2007 drei Jahre alt, und die ersten vier Töchter stellten sich der Eintragungskommission. In Limburg wurde Zavorita aus dem Stall Hendrix Champion der dreijährigen springbetonten Stuten und Siegerstute der Provinz Limburg. Die ältesten Trakehner Nachkommen in Deutschland sind 2007, damals noch aus Sondergenehmigungen, gefallen, der erste offizielle Jahrgang ist in diesem Frühjahr gefallen. Die ersten Eindrücke sind vielversprechend, so dass es sicher spannend wird, die Zukunft dieser Halbblüter zu verfolgen.


Text und ©: Friederike Winkler 2008
Fotos: HP des Trakehner Verbandes, HP der Besitzerin, HP des Hengsthalters