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Chardonnay E.H.


Fuchs, Sth., Schn.
geb. 24.04.1989

Maße in cm:
 StockmaßBrustumfangRöhre
2½ jährig16119521
volljährig16421

Züchter:
Erny Franke, Metzingen/Niedersachsen
Aufzüchter:
Hubertus Poll, Hörem/Niedersachsen

Gekört 1991 in Neumünster (Prämienhengst)

www.gestuet-schneider.de/f/zucht/chardonnay.htm

Pedigree

Rockefeller, Db., S-Dr. Consul, Db. Swazi xx, Db. Herero xx
Sayonara xx
PS u. E.St. Cornau, B. Lothar
Corry
Rauhe, Df., ZL 13/12 Donauwind, B. Pregel
Donaulied v. Sch.
PS Rastenburg, R., L/D Isländer
Regina
Cera II, B. Mahon, B. Mahagoni, Db. Pasteur xx
PSu.ESt. Maharani II
Marussja, F. Habicht
Martinette
Cecilie, Db., ZL 13/10 Marsilio xx, Db. Masetto xx
Mainburg xx
Celia, B. Gunnar
PS Celesta

Hengstlinie des Teddy xx (Eclipse xx), Stutenfamilie der T14L1 Ceres (Poll-Hörem)

Eigentümer

1989: Erny Franke, Niedersachsen
1989-1991: Hubertus Poll, Niedersachsen
1991-: Hermann Rahn, Rheinland-Pfalz
seit: Elisabeth Bus, Rheinland-Pfalz

Stationierung

1992: Privatbeschäler Rehweiler Rheinland-Pfalz
1993: nicht aufgestellt
1994: Privatbeschäler Rehweiler Rheinland-Pfalz
: und Leihhengst v.d. Decken/Stade Niedersachsen
1995-2002: Privatbeschäler Rehweiler-später Waldmohr Rheinland-Pfalz
2003-2005: nicht aufgestellt
seit 2006: Leihhengst Schneider/Laubach Rheinland-Pfalz

Eigenleistungen

Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1993

Charakter: 8,00 Schritt: 8,00 (T) - 8,00 (P)
Temperament: 8,00 Trab: 9,00 (T) - 8,67 (P)
Leistungsbereitschaft: 8,00 Galopp: 8,00 (T) - 8,00 (P)
Leistungsfähigkeit: 8,00 Springanlage: 7,00 (T) - FS 5,00 (P) - Parcours 5,00 (P)
Rittigkeit: 8,00 (T) - 8,50 (P) Geländeprüfung: 9,00 (Gal.) - 6,67 (Spr.)
Rittigkeitsindex: 125,84 Springindex: 82,81
Gesamtindex: 106,41 (19./53) Leistungsklasse: II

Turniersporterfolge:
Siege und Platzierungen in Dressurprüfungen Kl. S, LGS 6.523 € Stand 2008

Nachzucht

Exterieur nicht gelistet, da erforderliche Mindestanzahl von 10 beim Trakehner Verband eingetragenen Töchtern nicht erfüllt.

Gekörte Söhne (2): Alter Fritz, Cha-Cha-Cha (Zweibrücker)

Töchter (9): Honoris Causa, Katakali, Marimba, Pjarella, Purpur, Tres Chic, Veuve Cliquot, u.a.

Nachkommen im Sport:
Eingetragene Turnierpferde:35 LGS 5692,-€ Stand 2008
davon mit Platzierungen:3 JGS 483,-€ Stand 2008
davon in Klasse M. und S.:Dre. S 1 Stand 2008


Der bis auf einige Stichelhaare und eine Schnippe abzeichenlose Chardonnay wurde am 24. April 1989 auf dem Gestüt Hörem der Familie Poll im niedersächsischen Gilten geboren. Züchterin des Fuchshengst war Erny Franke aus Metzingen, die den Youngster an Hubertus Poll, der den Vater Rockefeller damals auf seiner Hengststation hatte, abgab. Poll zog den Junghengst als Hengstanwärter auf und bereitete ihn auf die Körung in Neumünster im Oktober 1991 vor.

Der mit 1,61 m Stockmaß nur mittelgroße, dabei aber sehr solide und korrekt fundamentierte Hengst beeindruckte die Körkommission vor allem mit seiner von Elastizität, Schulterfreiheit und Schwung geprägten Bewegungsmanier und verließ die Körung nicht nur als „gekört“, sondern als Prämienhengst. „Bei mittlerer Größe patent konstruierter und großlinierter Hengst; markant und trocken im Körper und Unterbau …“, schrieb der Zuchtleiter dem Hengst ins Stammbuch. Für 53.000 DM ersteigerte Hermann Rahn Chardonnay für sein Gestüt „Am Glan“ im rheinland-pfälzischen Rehweiler.

1992 deckte Chardonnay zunächst für eine Saison in seinem neuen Heimatgestüt, um sich im folgenden Jahr vollkommen auf seine Karriere als Reitpferd zu konzentrieren. Heide Peters ritt ihn im Trakehner Reitpferde-Championat beim Bundesturnier in Vornholz auf Rang 3 und qualifizierte ihn damit für das Bundeschampionat, das damals in Mannheim stattfand. Felicitas Damman-Tönjes stellte ihn dort in der Finalqualifikation und im Finale vor, und er erreichte dort jeweils Platz 2 und verließ die Veranstaltung als Vizebundeschampion der vierjährigen Reitpferde.

Nach einem weiteren Jahr im ausschließlichen Deckeinsatz kehrte Chardonnay 1995 – inzwischen sechsjährig – mit einer fulminanten Siegesserie in Dressurpferdeprüfungen der Klassen L und M in den Turniersport zurück. In seinem Sattel hatte jetzt Nicole Holzer (heute Nicole Casper) platzgenommen. Bis zum Start beim Bundeschampionat hatte das Paar zweimal in Klasse L und viermal in Klasse M gewonnen. In Warendorf holte sich das Paar den Sieg im Kleinen Finale, im Finale erreichten die beiden mit der Wertnote 8,6 den 4. Platz.

Nur vier Monate später, im Januar 1996, debütierte der jetzt Siebenjährige in der S-Klasse – und holte bei den Trakehner Masters auf dem Gestüt Domselshof im rheinischen Kerken gleich einen Sieg! Mitte Februar stand der erste Start im Prix St. Georges an und endete für das Paar mit einer Platzierung an 7. Stelle. Bis Mitte September 1996 startete das Paar in etlichen Dressurprüfungen der Klasse S, Prix St. Georges, Intermediaire I und Inter I-Kür und konnte sich insgesamt neunmal an 5. bis 8. Stelle, dreimal an 3. Stelle und viermal auf Rang 2 platzieren, außerdem standen sie siebenmal ganz vorne! Nach dieser überragenden Turniersaison war Chardonnay der gewinnreichste siebenjährige Dressurhengst in Deutschland und rangierte nach der Jahresgewinnsumme an 6. Stelle in den Top-Ten aller Trakehner Dressurpferde in Deutschland.

Danach trennten sich die Wege von Nicole Holzer und Chardonnay – die Reiterin musste ihr Examen vorbereiten, und Hermann Rahn suchte nach einer neuen Berittmachung für Chardonnay, um an die Erfolge anzuknüpfen. Chardonnay bezog vorübergehend seine Box in Warendorf bei Michelle Gibson (USA), die mit Peron TSF mit großem Erfolg an den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 teilgenommen hatte, wechselte jedoch schon nach kurzer Zeit in den Stall der für Österreich startenden, in Deutschland lebenden Carolin Hatlapa, die mit Merlin TSF ebenfalls in Atlanta am Start gewesen ist. Doch auch diese Verbindung war nur von kurzer Dauer. Für einige Monate sorgte der Hengst statt mit Erfolgen mit häufigen und kurzfristigen Reiterwechseln für Schlagzeilen; diese führten dazu, dass „die Chemie“ nicht mehr stimmte, wie die Trakehner Hefte berichteten, und der Hengst die rechte Einstellung zur Reiterei verlor. Sein Besitzer entschloss sich dazu, den Hengst endgültig aus dem Sport zu nehmen.

Von 1994 bis 2002 deckte der Hengst, der in seiner kurzen, steilen Karriere 6.523 Euro gewonnen hatte, im Gestüt seines Besitzers, wegen des Sporteinsatzes zu Anfang auch zeitweise nur über Tiefgefriersamen. Auf den Listen der „Vieldecker“ hat er jedoch trotz seiner Sporterfolge nie gestanden. So wurde er 2003 vorläufig nicht mehr aufgestellt. Erst 2006 bezog er wieder eine Beschälerbox, diesmal bei Willi Schneider in Laubach, Rheinland-Pfalz, wo er seither im Natursprung zur Verfügung steht.

Zwischenzeitlich sind seine Nachkommen herangereift – und die FN-Zuchtwertschätzung Sport förderte für seine 33 als Sportpferde registrierten Nachkommen 2006 und 2007 jeweils einen Zuchtwert Dressur von überdurchschnittlichen 134 Indexpunkten hervor – damit rangiert er unter den Top 10% der Dressurvererber aller deutschen Warmblutzuchten. Dies und seine Erfolge in schweren Dressurprüfungen bescherten dem schicken Fuchshengst im Herbst 2007 die Zuerkennung des Titels Elitehengst des Trakehner Verbandes.

Das Pedigree von Chardonnay ist in den ersten fünf Generationen frei von Linienzuchten. Swazi und Marsilio in dritter Generation, Pasteur in der vierten Ahnenreihe sowie Stern und Marcio in der fünften bringen 37,5 % Vollblutanteil ein, der angloarabische Halbblüter Burnus steuert aus der fünften Generation weitere 3,125 % Edelblutanteil bei. Mit Swazi, Pasteur und Marcio verbindet Chardonnay drei in der Dressurpferdezucht hochgeschätzte Vollblüter in seinem Papier. Die Verbindung von Consul und Mahagoni praktizieren bereits der Reservesieger Guter Planet (Consul x Mahagoni), der in S-Dressuren erfolgereiche Enchantée (Consul x Mahagoni), der leider viel zu früh eingegangene, international in 3*-Vielseitigkeitsprüfungen erfolgreiche Siegerhengst Fontainbleau (Rockefeller x Mahagoni) und der junge Interconti (Consul x Mahagoni), der aus seinem ersten Jahrgang mit dem amtierenden Vizebundeschampion des Deutschen Reitpferdes und frisch gekürten Süddeutschen Trakehner Champion Zauberfürst einen vielbeachteten Prämienhengst stellen konnte.

Chardonnay ist ein Sohn des Elitehengstes Rockefeller, der 1986 Reservesieger der Hengstkörung in Neumünster war und später im großen Viereck bis zur schweren Klasse erfolgreich war. Auch in der Zucht zählte der große, kalibrige Dunkelbraune mit insgesamt 84 eingetragenen Töchtern, sechs gekörten Söhnen und 150 FN-registrierten Sportpferden zu den „Großen“ seiner Rasse. Neben den ebenfalls in S-Dressuren platzierten Elitehengsten Benz und Chardonnay, Artistik-Rock sowie dem im Busch in internationalen 3*-Prüfungen hocherfolgreichen Siegerhengst 1993 Fontainbleau wurden mit Aristo (ZfdP) und Chopard (Oldenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt) zwei weitere Söhnen in anderen Zuchtverbänden gekört. Die Rockefeller Töchter Klassik Rock und Gute Welt holten die Titel der Trakehner Jahressiegerstute 1992 und 1993, Henriette III ist Mutter der Jahressiegerstute 1998, Helia X von Elan xx. Im Sport konnten Rockefellers Kinder in S-Dressuren, Vielseitigkeitsprüfungen bis 3* und Springen bis zur Klasse M punkten.

Vater von Rockefeller war der Swazi xx-Sohn Consul, über den bereits im Porträt seines Sohnes Guter Planet berichtet wurde; Informationen über Consuls mütterliche Abstammung liefert in dieser Hengstdatenbank bereits Karin Schweigers Beschreibung des Cornus , der ein Enkel von Consuls Mutter Cornau von Lothar ist.

Rockefeller war ein Sohn der Donauwind-Tochter Rauhe, die ihre größten Zuchterfolge in Anpaarung an Halbbluthengste brachte - neben Rockefeller war sie auch Mutter des S-Dressurhengstes Ravel und seines in den USA gekörten Vollbruders Royal Ransum. Rockefellers Vollschwester Rockefellina ist Mutter des international auf 2*-Niveau erfolgreichen Eventers Ruprecht von Donaumonarch. Rauhe gehörte zur Familie der Reni, der auch die S-Dressurpferde Samur von Schwarm und Rosso von Escon, die M-Dressurpferde Rombinus (gekört) von Karneval und Roman von Athlet, das M-Fahrpferd Rauschwe von Herzkönig, die M-Springpferde Ricardo (gekört) von Index und Rondo (gekört) von Schabernack sowie das S-Springpferd Red Devil von Schwalbenflug angehören. Auch der Oldenburger Nachwuchsvererber Faustinus von Fürst Heinrich entspringt diesem Mutterstamm. Ausführlichere Ausführungen über Rockefellers Mutterstamm biete das Portrait des Rockefeller-Sohnes Benz.

Chardonnay zählt zur Familie der Ceres. Diese 1948 geborene Braune war eine Tochter der noch in Trakehnen gezogenen Rappstute Corrida, die aus der Gurdzener Rappherde hervorging und über Bussard-Ararad ein für diese Herde typisches Blutbild aufwies. Auch die berühmte Herbstzeit stammte von Bussard aus einer Ararad-Tochter. Pika vom Pythagoras-Sohn Piligrim, eine Halbschwester mütterlicherseits der Corrida, wurde in Kirow als Mutterstute eingesetzt. Unter ihren Töchtern war nicht nur Pawana von Welt, deren Sohn Prints von Hockey eines der erfolgreichsten Trakehner Springpferde war, sondern auch Opushka von Oplot, die in Großbritannien den selbst in schweren Vielseitigkeitsprüfungen erfolgreichen Danube-Sohn Fleetwater Opposition gebar, der in seinem Heimatland als Vater veranlagter Buschpferde gefragt war. Sein bekanntester Nachkomme war der aus einer britischen Warmblutstute gezogene Yarlands Summersong, der mit der französischen Nationalmannschaft Vierter der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 war, 1992 und 1994 zur französichen Silbermedaillen-Equipe der Weltmeisterschaften gehörte und auch in der legendären 4*-Prüfung in Badminton platziert war. Kai Rüder ist mit Summersongs Sohn Leprince des Bois international erfolgreich, und Opposition Buzz von Fleetwater Opposition war 2008 in den bedeutenden Prüfungen CCI4* in Badminton und CICO3* in Aachen jeweils an 7. Stelle platziert. Unter Nicola Wilson gehört er außerdem zur 2. Reserve der britischen Olympiamannschaft 2008. Fleetwater Opposition steht in der Liste der erfolgreichsten Eventer-Väter Großbritanniens aller Zeiten auf Rang 28. Fleetwater Oppidan, Vollbruder zu Fleetwater Opposition, gewann in Gatcom und war in Burghley platziert. Auch die international erfolgreiche Springstute Date Up, die Medaillenträgerin bei den Pan-Amerikanischen Spielen war, war eine Tochter Opushkas.

Mit 1,66 m Stockmaß war Corrida eine für ihre Zeit große Stute, die dennoch Noblesse aufwies. Corrida wurde im Ostpreußengestüt Hunnesrück züchterisch eingesetzt, brachte aber lediglich zwei Töchter zur Welt. Beide konnten jedoch eigene Familien begründen, deren Vertreter sich durch Adel, schwungvolle Bewegungsabläufe und in sportlicher Hinsicht durch Dressureignung hervortun: Die erste Tochter der Corrida war Ceres von Neuling, die zweite die bekannte Corry von Altan, aus deren Familie auch Chardonnays Großvater väterlicherseits, Consul, stammt. Corridas gekörte Söhne Cornett von Altan und Coriolan von Stern xx blieben dagegen bedeutungslos.

Ceres’ Vater Neuling war ein ebenfalls in Trakehnen gezogener brauner Sohn des Pilger, der als Georgenburger Landbeschäler gewirkt hatte und später über Neustadt/Dosse nach Celle und schließlich nach Traventhal gelangte. Seine Mutter Neumark von Tempelhüter war auch Mutter des Dampfroß-Sohnes Neumond, der über seinen Sohn Neujahr in der Trakehner Zucht der DDR einen bedeutenden Zweig der Dampfroß-Hengstlinie begründete. Die bekanntesten Söhne des Neujahr sind Alarm III sowie die Vollbrüder Vers I und II. Alarm III ist unter anderen Vater des S-Springhengstes Long Deal. Vers I ist Vater des Springvererbers Altan II, dessen Sohn Solar gute Spring-, aber auch Dressurpferde in der Landeszucht lieferte und seit kurzem auch für die Trakehner Zucht anerkannt ist. Sechs Töchter des Neuling wurden beim Trakehner Verband registriert; erwähnenswert sind neben Ceres die Familiengründerinnen Konda, Locke und Corneu. Konda wurde über zwei ihrer Töchter Großmutter der M-Springpferde Kommandant und Kornett von Hartung. Aus Lockes Familie stammten die M-Springpferde Lord von Kobalt, Partisan von Reichsfürst sowie Lucky und Lucky Girl von Herbstglanz, das M-Dressurpferd Lester von Herbstglanz und das M-Vielseitigkeitspferd Lausbub von Patrizier xx. Corneu war Mutter des in S-Dressuren erfolgreichen Convoy und des M-Springpferdes Corinth, beide von Pindar xx, außerdem gehören die ebenfalls in M-Springen erfolgreichen Charmeur und Cordar von Pindar xx sowie Coco von Komet zu ihrer Familie

Ceres wurde 1948 in Schmoel an der Ostsee geboren, wo ihre Mutter vorrübergehend untergebarcht war. Sie war eine abzeichenlose Braune, die ihre Familie vor allem durch ihre bei Ulrich Poll in Fahrenholz / später Gilten in Niedersachsen gebrachten Töchter auf eine solide Basis stellte. In 15 Zuchtjahren brachte sie acht Fohlen zur Welt. Ihre beste Tochter war die Prämienstute Celesta, die von Marcio xx abstammte. Mit ihrer Zuchtleistung 18 / 14 wurde Celesta ins FN-Leistungsstutbuch Abteilung D eingetragen. Ihr Hessenstein-Sohn Celestin legte eine gute Hengstleistungsprüfung ab, bei der ihm vielseitige Verwendbarkeit attestiert wurde. Trotz 20 Deckeinsatzjahren konnte er nur acht eingetragene Töchter beim Trakehner Verband und 35 registrierte Sportpferde vorweisen. Seine Tochter Rheinnixe brachte neben dem gekörten, aber züchterisch bedeutungslosen Mackensen-Sohn Ronde Veneziano auch dessen Vollbruder Rondo Classico, der schon mehr als 50 Dressurprüfungen der Klasse S gewinnen konnte und bis Ende 2007 auf eine Lebensgewinnsumme von 27.583 Euro zurückblicken kann. Mit Celestas Amagun-Tochter Celana, die Poll tragend von Mahagoni verkaufte, kam die Ceres-Familie auch in die USA und konnte sich dort ebenfalls etablieren. Die im Mutterleib importierte Christrose von Mahagoni erwies sich wie ihre Mutter als fruchtbare und qualitätvoll vererbende Zuchtstute; beide wurden von der ATA mit dem Titel „Honor Roll Mare“ ausgezeichnet. Von Donauschimmer stammte Celanas gekörter Sohn Caesar, der sich mit Erfolgen unter Bruce Davidson anschickte, in eine große Karriere im Busch zu starten, bis das erst sechsjährige Nachwuchstalent einer schweren Verletzung erlag. Auch sein Vollbruder Cestus war im Busch erfolgreich, während Celestia, ebenfalls von Donauschimmer, unter ihrem Turniernamen Crown Juwel Sieger und Platzierte in Großen Preisen war.

Marcio xx, der Vater der Celesta, war ein brauner Vollblüter aus der Waldfrieder M-Familie, die der Warmblutzucht eine ganze Reihe qualitativ hochwertiger Veredler wie Maigraf (Trakehner, Rheinland, Rheinland-Pfalz), Marsilio (Trakehner), Makuba (Oldenburg) oder Mato Grosso (Rheinland) stellte. Maricos Vater Aventin kennt man in der Trakehner Zucht auch als Vater des Stern xx-Vaters Berggeist, als Muttervater des Traumgeist xx oder als Vater von Reinald xx. Seine Mutter Mainkur brachte auch den Derbysieger Mangon von Gundomar. Marcio selbst war mit den Maßen 161 – 19,0 eher klein und leicht, was er auch gern vererbte – ebenso wie seine große Stärke, das hervorragende Gangvermögen. Dieses in Verbindung mit dem ausgeglichenen Temperament und der Rittigkeit seiner Nachkommen machten ihn als Celler Landbeschäler zu einem überaus erfolgreichen und beliebten Reitpferdevererber. Im Turniersport waren es nicht nur Inge Theodorescus dreimaliger Dresur-Derbysieger Marzio und Josef Neckermanns Mazepa, die für Furore sorgten – die Nachkommenlebensgewinnsumme seiner 133 FN-eingetragenen Nachkommen von 163.810 Euro (die wohlgemerkt in den 1950er und -60er Jahren erzielt wurde) spricht eindeutig für die Sportlichkeit der Nachkommen. Marcios einziger in der Trakehner Zucht gekörter Sohn, Schönherr, wurde als Reitpferd verkauft. Von insgesamt 83 als Zuchtstuten eingetragenen Marico-Töchtern wurden 13 beim Trakehner Verband registriert, von denen Celesta die wertvollste gewesen sein dürfte.

Celestas Tochter Celia war zweifellos ihre beste und wichtigste Tochter. Leider kam sie bereits vierzehnjährig bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Sie lieferte neun Fohlen in neun Zuchtjahren und wurde ebenfalls ins FN-Leistungsstutbuch Abteilung D eingetragen. Die sehr typvolle, korrekte und bewegungsstarke Gunnar-Tochter konnte sechs Zuchtstuten stellen. Unter ihren drei Söhnen war auch der Mahagoni-Sohn Ceylon, der mit 21.645 DM Gewinnsumme sehr erfolgreich in schweren Dressurprüfungen war.

Celias Vater Gunnar gilt als bester Sohn des Komet, der mit dem Goldelse-Sohn Goldregen und seiner Mutter Kokette zwei hochwertige Stutenfamilien der Trakehner Rappherde verband. Über seine Mutter Gudrun bringt er außerdem die qualitätvolle Pollschen Gundula-Familie mit ein. Die bedeutendsten Söhne des als Vererber für Härte und Rittigkeit geschätzten Vererbers waren Celanas Vater Amagun, Herzbube und Mozart, die sich besonders durch talentierte Sportpferde und qualitätvolle Töchter hervortaten. Auch Gunnar tat sich als Vererber vor allem im Dresssursport erfolgreicher Sportpferde und einflussreicher Zuchtstuten hervor.

Die bedeutendste der sechs Töchter der Celia war die von Ulrich Poll gezogene Cecilie, eine abzeichenlose Dunkelbraune, die mit den Maßen 158 – 19,0 und der Bewertung 8, 6, 6 / 8, 7 eingetragen wurde. Auch sie wurde mit der Zuchtleistung von 13 Fohlen in zehn Zuchtjahren in die Abteilung D des FN-Leistungsstutbuchs eingetragen. Cecilies erstes Fohlen stammte von Catarakt, einem der letzten Vertreter der Stern xx-Hengstlinie. Der mittelstarke, elegante Fuchs wurde unter dem Namen Cembalo gekört und stand lange Jahre in der Zucht; dennoch stellte er nur eine Handvoll Nachkommen, so dass seine Vererbung nicht beurteilt werden kann. Der Rockefeller-Sohn Canaletto aus der Cecilie wurde im Dressursport bis zur Klasse M erfolgreich eingesetzt. Sein Vollbruder Chopard wurde in Oldenburg und Sachsen-Anhalt gekört und ist dort Vater von Springpferden mit Erfolgen bis einschließlich S und auch von qualitätvollen Mutterstuten. Cecilies Mahagoni-Tochter Celeste und ihre Ravel-Tochter Caritas wurden in die USA verkauft, während die Mahon-Töchter Cessna und Cera II die Familie in Deutschland weiterführten. Die Ältere, Cessna, wurde mit hohen Noten eingetragen und bewährte sich auch als Vererberin. Sie ist Mutter des bis Intermediaire I erfolgreichen Chardon von Guter Planet, der wie Chardonnay Consul, Mahagoni und Cecilie zu seinen Großeltern zählt. Cessnas Tochter Cecilia, doppelt prämiierte Tochter des Rockefeller-Sohnes Fontainbleau, war Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Niedersachsen/Hannover 1998 und stellt mit dem Gribaldi-Sohn Copain ein imposantes Nachwuchsdressurpferd, das sich als frischgekürter Champion der vierjährigen Trakehner Reitpferde (Stuten und Wallache) für das Bundeschampionat 2008 qualifizierte.

Cecilie war eine Tochter des Marsilio xx. Dieser wie Marcio xx in Waldfried gezogene Dunkelbraune stammte von Masetto, der ebenfalls aus der Waldfrieder M-Familie stammte. Masetto hatte bedeutende Zuchtrennen wie das Deutsche St. Leger (Gruppe 2), den Grossen Preis von Nordrhein-Westfalen (Gruppe 1), den Grossen Preis von Baden (Gruppe 1), das Bayerische Zuchtrennen (Gruppe 3), den Grossen Hansa-Preis (Gruppe 2) und andere gewonnen und war mehrfach im Geld. Masettos Tochter Lis ist Mutter des Literat, der über seinen Sohn Surumu und den Enkel Acatenango eine blühende Hengstlinie in der deutschen Vollblutzucht begründete, aus dem auch zahlreiche für die Reitpferdezucht erfolgreich eingesetzte Veredler hervorgingen. Marsilios Mutter war eine Vollschwester des schon erwähnten Derbysiegers Mangon und damit eine Halbschwester mütterlicherseits zu Marcio xx, so dass die blutgeprägte Cecilie insgesamt dreimal diese nicht nur im Galopprennsport, sondern auch in der Dressurpferdezucht hochbewährte M-Familie aus dem Gestüt Waldfried führte. Marsilio xx wirkte nur wenige Jahre in der Zucht und hinterließ der Trakehner Zucht nur zwei eingetragene Töchter. Diese jedoch erwiesen sich beide als Volltreffer. Die Zweite neben Cecilie, Guranda aus der Gudrun von Trautmann-Abendstern, war Mutter des S-Dressurpferdes Goldoni von Pour le Merite und ist Großmutter der Stuten-Auktionsspitze von 2006, Gute Nacht von Buddenbrock, die 2007 Siegerstute der Eintragung des Zuchtbezirks Rheinland war. Gurandas Mahon-Sohn Gideon – also über Mahon-Marsilio xx ein Dreiviertelbruder zu Chardonnays Mutter Cera II – wurde in den USA gekört und war Sieger und mehrfach hoch platziert bis Intermediaire II.

Cecilies Tochter Cera II, die jüngere Vollschwester der oben erwähnten Cessna, wurde mit den 162 – 20,3 und den 9, 7, 6 / 9, 8 ins Hauptstutbuch aufgenommen. Außer Chardonnay gebar sie von Rockefellers Halbbruder Ravel die Tochter Cessi, über deren Tochter Celine von Amiego die Familie der Ceres auch in der Zuchtstätte Gebauer bei Köln Einzug hielt. Dort stellte Celine die prämiierten Töchter Chloe von Fontainbleau und Callgirl von Sixtus.

Ceras Vater Mahon, der übrigens wie Chardonnay selbst aus der Zucht von Erny Francke stammte, war einer der wertvollen Söhne des Dressurvererbers Mahagoni, der über seine Mutter Marussja das wertvolle Habicht-Blut mitbrachte. Mit Ravel brachte Marussja den vielseitigen Mein Polli, der am Bundeschampionat der Geländepferde teilnahm und später mit Erfolgen in der Klasse M sowohl im Springen als auch in der Vielseitigkeit die sprichwörtliche Trakehner Vielseitigkeit verkörperte. Marussjas Consul-Kinder Metternich und Madonna hingegen waren in Dressurprüfungen der Klasse M platziert. Marussjas Halbschwester Masurka von Schwärmer war Mutter des M-Dressurpferdes Ma Mona von Tuareg und des M-Springpferdes Massai von Leonardo. Aus Marussjas Mutter Martinette von Anwalt stammte auch Mignon, ein Malachit-Sohn mit Platzierungen in M-Dressurprüfungen. Mahon gehörte der Familie der Totilas-Tochter Martella an, die aus der großen Martchen-Familie hervorging. Er deckte nur wenige Jahre in Deutschland, bevor er in die USA verkauft wurde und dort recht jung einging. Drei Mahon-Söhne wurden in Deutschland gekört, doch Pour le Merite ging früh ein, Horizon wurde in die USA abgegeben und auch der Siegerhengst Kupferberg-Gold, der auch einige Jahre in den Niederlanden deckte, konnte sich noch nicht nachhaltig durchsetzen. Über seine qualitätvollen Töchter jedoch ist Mahon, der mit seinem kompakten, kräftigen Körperbau und seiner effektiven Bewegungsmechanik auch Chardonnay entscheidend mitgeprägt hat, in den Abstammungen vieler guter Pferde verankert.

Chardonnay hat bisher noch nicht sehr viele Nachkommen. „Chardonnay traf bei seinem Vererber-Debüt auf eine verhältnismäßig heterogene Stutengrundlage. Die meist ausdrucksvollen Fohlen verfügen über eine gute Halsung und Oberlinie. Zum Teil stark bemuskelte Kruppen- und Beckenformation. Fleißiger, schwungvoller Bewegungsablauf mit genügend Raumgriff und hoher Taktsicherheit. Hinsichtlich der Stärke der Fundamente je nach Anpaarung durchaus variierend, aber sehr korrekt. Die Anpaarung mit großrahmigen Stuten ist sehr zu empfehlen.“ So beurteilte Zuchtleiter Lars Gehrmann die aus den ersten Jahrgängen gesichtete Trakehner Nachzucht des Chardonnay.

Beim Trakehner Verband sind bis heute erst neun Töchter eingetragen, so dass es für ihn noch keine Exterieur-Zuchtwerte gibt (hierfür sind mindestens zehn eingetragene Töchter erforderlich). 1995 wurde sein aus einer auf der Grundlage der Trakehner Schwindlerin-Familie gezogenen Zweibrücker Stute stammender Sohn Cha-Cha-Cha in Rheinland-Pfalz gekört, allerdings wurde er nie züchterisch eingesetzt und geht heute in Dressur- und Springprüfungen der Klassen E und A. 1997 wurde in Neumünster der Chardonnay-Sohn Alter Fritz aus der Agatha Christie von Kokoschka-Seeadler vom Trakehner Verband gekört.. Der in Größe und Rahmen vom Vater geprägte Rappe verfügt auch über Chardonnays Mechanik. Die bei der Körung gezeigte Qualität im Freispringen konnte er in seiner Hengstleistungsprüfung nicht unter Beweis stellen, überzeugte jedoch durch Rittigkeit und Bewegungsqualität. Inzwischen ist er unter seiner Besitzerin Marion Delliehausen siegreich in Dressurprüfungen der Klasse M und stellte mit Chabrol bereits einen gekörten Sohn, der allerdings kurz nach der Körung nach England verkauft wurde.

Insgesamt wurden bisher 33 Chardonnay-Kinder bei der FN als Turnierpferde registriert. Für das Jahr 2005 ermittelte die FN einen Dressurzuchtwert von 136, in den Jahren 2006 und 2007 lag der Wert bei jeweils 134 Indexpunkten. Chardonnays Kinder verdienten bis einschließlich 2007 5.209 Euro im Turniersport. Sein erfolgreichster Nachkomme ist der gekörte Alter Fritz mit M-Dressur-Siegen und 2.287 Euro Lebensgewinnsumme. Vier weitere Trakehner Nachkommen konnten sich in Dressurprüfungen der Klasse L platzieren.

Die Verleihung des Titels Elitehengst an Chardonnay anläßlich des Hengstmarktes in Neumünster 2007 rückte den verdienten Dressurhengst noch einmal in den Mittelpunkt des Interesses. Auch der erste Fohlenjahrgang seiner Laubacher Zeit lässt aufhorchen – die Chardonnay-Tochter Ulanca aus der Ucara von Guy Laroche stand im Autkionslot der Fohlenauktion in Neumünster 2007, und beim Fohlenchampionat des Zuchtbezirks Rheinland-Pfalz/Saarland 2007 wurde Chardonnays Tochter Herzblume aus der Herztop von Biotop Siegerfohlen des Stutenringes und Gesamtsiegerfohlen.





Text und ©: Friederike Winkler
Fotos: Jutta Bauernschmitt, Beate Langels